LEDs und Energiesparlampen verbrauchen wesentlich weniger Strom als konventionelle Glühbirnen. Doch diese Einsparmöglichkeit stellt beim Kauf eine neue Herausforderung dar. Da die ursprüngliche Watt-Angabe an Bedeutung verloren hat, stellt sich die Frage, wie Sie nun die passenden Modelle finden. In unserem Ratgeber erhalten Sie eine Anleitung für die Auswahl von LEDs und Energiesparlampen. In einer Umrechnungstabelle können Sie ablesen, welchen Kauf Sie tätigen müssen, um eine annähernd gleiche Helligkeit zu erhalten.

Energiesparlampen und LEDs ermöglichen es, rund 80 Prozent der Stromkosten einzusparen. Die Leuchtmittel arbeiten mit einer vollständig abweichenden Konstruktion, wodurch die alten Auswahlkriterien mittels Leistung nicht mehr gültig sind. Entscheidend ist vor allem die Helligkeit, die in Lumen angegeben ist. Allerdings bestehen zwischen den unterschiedlichen Leuchtmitteln noch weitere Differenzen, beispielsweise die Farbtemperatur. Sie entscheidet darüber, wie wohl wir uns dem Licht fühlen und wie das Licht wahrgenommen wurde. Daher muss auch diese Angabe beim Kauf beachtet werden. Durch diese neuen Angaben haben Sie die Möglichkeit, die Beleuchtung noch detaillierter auszuwählen und nach dem persönlichen Geschmack zu gestalten. In vielen Ländern, unter anderem auch Deutschland, sind die meisten der klassischen Glühbirnen bereits verboten, da sie zu viel Energie verbrauchen.

Energiesparlampe, LEDs, Glühbirne
Energiesparlampe, LEDs, Glühbirne

Die Auswahlkriterien haben sich gewandelt

In der Vergangenheit erfolgte die Auswahl der Leuchtmittel vorrangig über die Wattzahl. Sie konnte als Indiz für die Helligkeit angesehen werden und ermöglichte eine gute Einteilung der Glühbirnen. Auf modernen Verpackungen von LEDs und Energiesparlampen werden verschiedene Angaben hervorgehoben, wie die Wattzahl, die Lumenzahl und die Farbtemperatur. Im Vergleich zu klassischen Glühbirnen verbrauchen LEDs und Energiesparlampen deutlich weniger Watt (W), was für eine Reduktion der Energiekosten sorgt. Daher ist es eine logische Konsequenz, dass eine neutrale und von der Angabe in W unabhängigen Größe eingeführt werden musste. Diese Aufgabe hat die Helligkeit (Lumen) eingenommen. Allerdings lässt sich aus der Helligkeit eine ungefähre Umrechnung bezüglich der W durchführen. Die in Schritt 1 dargestellte Tabelle entsteht, wenn man den W-Zahlen der Glühbirnen zunächst die entsprechenden Lumen-Angaben zuordnet und anschließend eine passende Energiesparlampe beziehungsweise eine „leistungsgleiche“ (auf Helligkeit bezogen) LED auswählt.

Wattzahl überprüfen

An der Wattzahl können Sie abschätzen, wie hell das Leuchtmittel ist. Es handelt sich jedoch nur um eine grobe Richtlinie, die Feinabstimmung bei der Auswahl hängt zusätzlich von der Farbtemperatur und der Lumenzahl ab. In der folgenden Tabelle erkennen Sie, welche Wattzahl bei LEDs und Energiesparlampen den Leistungen einer klassischen Glühbirne entspricht:

Umrechnungstabelle: LED (Energiesparlampe/Glühbirne)

LEDEnergiesparlampe / Glühbirne
2-3 W3 bis 4 W / 15 W
4-5 W6 W / 25 W
6-8 W9 bis 10 W / 40 W
9-12 W13 bis 14 W / 60 W
13-14 W17 W / 75 W
18-19 W21 bis 22 W / 100 W

Somit ist der Stromverbrauch von Energiesparlampen beziehungsweise von LEDs nur rund 1/5 so groß wie bei den zugehörigen Glühbirnen. Dies wiederum bietet Ihnen ein Einsparpotential von rund 20 Prozent. Die klassische 100-Watt-Glühbirne verbraucht in der modernen LED-Variante lediglich 18 bis 19 Watt. Eine annähernd gleiche Helligkeit erzeugt eine 21 bis 22 Watt starke Energiesparlampe. Als Faustregel gilt bei der Umrechnung der Wattzahl von Glühbirne zu LED und zu Energiesparlampe:

Wattzahl der LEDs/Energiesparlampen = Wattzahl der Glühbirne / 5

Im Falle der LEDs ist der tatsächliche Wert etwas niedriger, bei den Energiesparlampen ist der Wert etwas höher.

Beispiel für die Faustregel: 100 W / 5 = 20 W

Somit kann eine klassische Glühbirne durch ein modernes 20 W Leuchtmittel ersetzt werden. LEDs verfügen über einen tatsächlichen Umrechnungswert von 18 bis 19, welcher demnach etwas niedriger angesiedelt ist als 20 W. Energiesparlampen liegen mit 21 bis 22 W rund 10 Prozent über dem durch die Faustformel errechneten Wert.

Beispielrechnung 1: Glühbirne, LED und Energiesparlampe

Angenommen Sie haben in Ihrem Wohnzimmer eine 100-W-Glühbirne eingeschraubt. Dann können Sie diese durch eine 18 bis 19 W LED Birne beziehungsweise eine 22 Watt Energiesparlampe ersetzen. Betragen die Stromkosten 0,25 Euro pro Kilowattstunde, dann berechnen sich die Energiekosten wie folgt:

Zeit: 1 Stunde Brenndauer

  • Stromkosten für die alte Birne: 0,25 Euro x 100 / 1000 = 0,025 Euro = 2,5 Cent
  • Stromkosten für die LED: 0,25 x 19 / 1000 = 0,005 Euro = 0,5 Cent
  • Stromkosten für die Energiesparlampe: 0,25 x 22 / 1000 = 0,0055 Euro = 0,55 Cent

Sie sparen somit durch den Austausch der Leuchtmittel rund 80 Prozent an Energiekosten ein.

Lumenzahl umrechnen

Genau genommen ist für die Helligkeit nicht die Wattzahl ausschlaggebend sondern die Lumenzahl. Daher ist es wichtig, bei der Umstellung von Glühbirnen auf LEDs oder Energiesparlampen die Angaben zum Wert Lumen zu berücksichtigen. Die folgende Umrechnungstabelle stellt die Lumenwerte der klassischen Glühbirnen dar:

Umrechnungstabelle

25 W entspricht 230 Lumen
40 W entspricht 430 Lumen
60 W entspricht 730 Lumen
60 W entspricht 730 Lumen

Möchten Sie demnach die oben erwähnte 100-Watt-Glühbirne umrechnen, dann müssen Sie ein Leuchtmittel auswählen, welches mindestens 1.380 Lumen Helligkeit liefert. Ersetzt man die Glühbirnen entsprechend der Umrechnungstabelle aus Schritt 1, dann stellt man fest, dass die meisten im Handel von den Herstellern angebotenen LEDs über mehr Lumen verfügen als die dazu gehörigen Glühbirnen. Die Energiesparlampen hingegen verfügen über etwas weniger Lumen als die zugehörigen Glühlampen. Dies liegt darin, dass nur natürliche Zahlen als Werte vorkommen und somit eine 100-prozentige Umrechnung nicht möglich ist.

Beispiel:

Eine 100-Watt-Glühbirne besitzt rund 1380 Lumen, eine Energiesparlampe mit 22 Watt verfügt über 1371 Lumen.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie vor allem auf die Lumenangaben achten müssen und die Wattzahl bei LEDs im Zweifelsfall auch ein wenig niedriger sein darf als in der Tabelle aus Schritt 1.

Farbtemperatur

Ein weiteres Auswahlkriterium beim Ersetzen der Glühbirne ist die Farbtemperatur. Die herkömmlichen Glühbirnen hatten über eine konstante Farbtemperatur verfügt. So besaß die 60-Watt-Glühbirne eine Farbtemperatur von 2.700 Kelvin. Hierbei können gleiche Wattzahlen unterschiedliche Kelvin-Werte aufweisen. Die einzelnen Farbwerte werden in Warmweiß, Neutralweiß und Tageslichtweiß unterteilt.

Tipp: Wer eine ähnliche Wirkung wie die klassischen Glühbirnen erzielen möchte, der sollte sich für warmweiße Variante entscheiden.

Im Groben lassen sich die verschiedenen Leuchtmittel in drei unterschiedliche Bereiche einsortieren:

farbtemperaturen
Warmweiß, Neutralweiß, Tageslichtweiß
Warmweiß: 2.500 bis 3.000 Kelvin
Neutralweiß: 3.500 bis 4.000 Kelvin
Tageslichtweiß: 4.000 bis 7.000 Kelvin

Tipp: Beachten Sie, dass nicht alle LEDs dimmbar sind. Sollten Sie diese Funktion nutzen wollen, dann müssen Sie auf die entsprechende Kennzeichnung achten.

Wann ist welche Farbtemperatur am besten geeignet?

2.700 Kelvin:
Eine gängige auf der Verpackung von modernen Leuchtmitteln zu findende Angabe ist 2.700 Kelvin. Sie wird als Ersatz für die klassischen Glühbirnen angeboten und soll eine ähnliche Wirkung haben. 2.700 Kelvin ist eine warmweiße Farbtemperatur. Dies bedeutet, dass eine gemütliche und behagliche Atmosphäre erzeugt wird. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören demnach Wohnzimmer und Schlafzimmer. Die Wirkung von Holz wird unterstrichen, was auch im gewerblichen Bereich genutzt wird. Zudem lassen sich Backwaren und Textilien mit einem warmweißen Licht am besten präsentieren. Aufgrund der wohnlichen Atmosphäre kommen diese Leuchtmittel auch in Wartezimmern oder ein Restaurants häufig zum Einsatz.

3.000 Kelvin:
3.000 Kelvin ist ein helles Warmweiß. Es wirkt heller als das klassische Warmweiß, aber dennoch unaufdringlich. Dadurch ist das Licht immer noch wohnlich aber dennoch besser für Büroräume geeignet. Ein extrem warmweißes Licht kann die Lesbarkeit von Schriftstücken verschlechtern und wirkt sehr beruhigend. Dadurch wird vorhandene Müdigkeit unterstützt, was in Büroräumen nicht erwünscht ist. Hier sind Leuchtmittel mit 3.000 Kelvin eine gute Alternative. Sie kommen auch in Kindergärten, in Supermärkten und in Hotels zum Einsatz.

3.500 Kelvin:
3.500 Kelvin werden dem Neutralweiß zugeordnet. Durch die Farbtemperatur wird die Aufmerksamkeit erhöht und es entsteht eine positive Stimmung. Häufige Einsatzgebiete sind Flure, Besprechungsräume, Verkaufsräume und Büros.

4.000 Kelvin:
Auch 4.000 Kelvin gehört zu den neutralweißen Ausführungen. Die Leuchtmittel erzeugen eine helle und freundliche Atmosphäre. Vor allem in Messhallen, in Arztpraxen und in der Küche ist diese Variante sehr beliebt. Aber auch Außenbeleuchtungen und Kellerräume werden gerne mit 4.000 Kelvin ausgestattet. Das Licht ist unaufdringlich aber deutlich heller als ein warmweißes Licht.

5.400 Kelvin:
5.400 Kelvin gehören zur Klasse „Tageslichtweiß“. Der Name wurde gewählt, da das Licht dem Tageslicht ähnelt. Die Farbwiedergabe ist sehr gut, wodurch die Lesbarkeit von Schriftstücken und die Darstellung von Farbe besser werden. Tageslichtweiß wird daher gerne in Klassenzimmern, in Labors und in Krankenhäusern eingesetzt. Es sorgt für eine gefühlt besonders gute Ausleuchtung der Räume, allerdings sinkt auch die Wohnlichkeit deutlich, wodurch das Licht als kalt wahrgenommen wird.

6.500 Kelvin:
6.500 Kelvin sind ebenfalls der Klasse „Tageslichtweiß“ zuzuordnen. Das Licht wirkt kühl, steigert jedoch die Aufmerksamkeit und die Konzentration. Wenn eine besonders gute Farbwiedergabe notwendig ist, dann ist diese Variante die richtige Wahl. Möglich sind unter anderem Einsätze in der Industrie und im Gewerbe. Im privaten Bereich findet man Tageslichtweiß häufig im Badezimmer oder im Hobbykeller.

8.000 Kelvin:
Wenn der Wunsch nach Konzentration besonders hoch ist, dann eignen sich 8.000 Kelvin. Die Leuchtmittel verfügen über einen sehr hohen Blauanteil. Sie fördern die Aufmerksamkeit und die Leistungsbereitschaft. Schulungsräume sind ein mögliches Einsatzgebiet von 8.000 Kelvin liefernden Leuchtmitteln.

Umwelteigenschaften

LEDs und Energiesparlampen verbrauchen weniger Strom und weisen von dieser Sichtweise her positive Umwelteigenschaften auf. Allerdings befindet sich im Inneren der Energiesparlampen Quecksilber, was umweltschädigend und hochgiftig ist. Sollten die Energiesparlampen herunterfallen oder undicht werden, dann besteht höchste Gefahr für die Gesundheit. Wichtig ist, dass die entstehenden Dämpfe nicht eingeatmet werden und unverzüglich für eine ausreichende Belüftung gesorgt wird. LEDs sind ungefährlich und enthalten kein Quecksilber.

Tipp: Sollte eine Energiesparlampe herunterfallen, dann müssen Sie sofort das Fenster öffnen und anschließend den Raum verlassen. Verschließen Sie die Tür und warten Sie rund 30 bis 60 Minuten ab. In diesem Zeitraum steigen die giftigen Dämpfe auf und verlassen zum größten Teil den Raum durch das Fenster. Nun müssen Sie alle Splitter gründlich entfernen und danach noch einmal nachwischen. Den Lappen müssen Sie wegwerfen, da sich hieran noch Quecksilber befinden kann.

Haltbarkeit

Durch LEDs und Energiesparlampen können Sie deutlich an Stromkosten einsparen. Bei einer Gegenüberstellung ist auch die Haltbarkeit eine entscheidende Größe. Die folgende Darstellung bietet einen Überblick über die möglichen Leuchtzeiten:

  • Klassische Glühlampe rund 1.000 Stunden
  • LEDs maximal 44.000 Stunden
  • Energiesparlampen maximal 18.000 bis 20.000 Stunden

Allerdings unterscheiden sich die tatsächlichen Lebensdauern bei den verschiedenen Herstellern stark. Auf der Verpackung finden Sie im Allgemeinen auch einen Hinweis auf die möglichen Nutzungszeiten. Auffällig ist, dass die klassischen Glühbirnen die kürzesten Lebensdauern aufweisen. Der Abstand ist sogar sehr deutlich. Dem gegenüber stehen allerdings auch höhere Investitionskosten.

Kosten

Legt man einen durchschnittlichen Preis von 10 Euro für die Energiesparlampen und die LEDs zugrunde, dann kann man berechnen, wann sich der Kauf rentiert hat.

1) LED

leuchtmittel-led-01
LED Reflektor

Angenommen die LEDs werden 40.000 Stunden genutzt. Dann haben Sie in dieser Zeit 80 Prozent der Stromkosten eingespart.

40.000 Stunden bei einer Leistung von 20 W (ehemalige 100-W-Glühbirnen) entsprechen
40.000 h x 20 W = 800.000 Wh = 800 kWh

Setzt man die Stromkosten mit 0,25 Euro pro kWh an, dann entstehen Kosten in Höhe von
800 x 0,25 Euro = 200 Euro

Eine konventionelle Glühlampe hätte in der gleichen Zeit
40.000 h x 100 Watt = 4.000.000 Wh = 4.000 kWh verbraucht.

Dadurch wären Kosten in Höhe von
4.000 x 0,25 = 1.000 Euro entstanden

Dadurch lohnt sich die Investition für die LEDs.

2) Energiesparlampen

Energiesparlampe
Energiesparlampe

Energiesparlampen brennen rund 18.000 Stunden. Auch in dieser Zeit werden hohe Kosten eingespart, sodass sich auch in diesem Fall der Kauf lohnt. Setzt man die Lebensdauer mit 20.000 Stunden an, dann werden rund 400 Euro pro Leuchtmittel eingespart.

Tipps für Schnellleser:

  • umrechnen erfolgt über Lumen und Farbtemperatur
  • umrechnen mit Hilfe einer Umrechnungstabelle
  • entscheidend für Umrechnung ist Lumen
  • Kelvin repräsentiert die Farbtemperatur
  • 2.700 Kelvin: wohnlich
  • 4.000 bis 7.000 Kelvin: tageslichtweiß
  • Energiesparlampen enthalten Quecksilber
  • Quecksilber ist hochgiftig
  • Umrechnung zu LEDs und Energiesparlampen: 80 Prozent einsparen
  • Faustformel zum Umrechnen: W von Glühbirnen / 5
  • LEDs/Energiesparlampen verfügen über höhere Lebensdauer
  • Kosten moderne Leuchtmittel: rund 10 Euro
  • Kosten Glühbirnen: rund 0,50 Euro
  • höhere Investitionskosten rentieren sich durch hohe Lebensdauer
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Feli
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