Um Überraschungen bei der kommenden Nebenkostenabrechnung zu vermeiden, ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen seinen Wasserverbrauch zu kontrollieren. Der einfachste Weg ist das Ablesen der Wasseruhr. Auch wenn der Blick auf den Wasserzähler im ersten Moment etwas verwirrend sein kann, eine Wasseruhr ablesen ist gar nicht so schlimm, wenn man weiß, wie es geht.

Die Wasserwerke installieren für jeden Haushalt in Deutschland mindestens eine Wasseruhr, um den Verbrauch zu ermitteln und eine Rechnung über den gesamten Verbrauch stellen zu können. Diese Wasseruhren können von Haus zu Haus variieren, das Ablesen ist jedoch vom Prinzip her bei jedem Wasserzähler gleich. Wir erklären Ihnen die recht einfache Handhabung.

Wo befindet sich der Wasserzähler?

Je nach Haus oder Wohnung kann sich der Wasserzähler entweder in der Wohnung verteilt oder zentral im Keller an der Hauptleitung befinden. In Mietwohnungen befinden sich die Wasserzähler meist in der Küche und/oder dem Badezimmer. Wenn sie nicht offen sichtbar unter dem Waschbecken sind, dann gibt es noch die Möglichkeit, dass sie sich hinter einer Verkleidung am Steigrohr zu finden sind.

Wasseruhren im Sanitärbereich oder im Keller
Wasseruhren im Sanitärbereich oder im Keller

Wer in eine neue Wohnung zieht, dem werden im Zuge des ersten Durchganges mit dem Vermieter oder dem Hausmeister auch der Strom- und der Wasserzähler gezeigt. In einem Einfamilienhaus befindet sich der Wasserzähler hingegen meist neben dem Hauptabsperrhahn im Keller oder dem Wirtschaftsraum. In manchen Fällen gestaltet sich das Ablesen des Wasserzählers recht schwierig, da dieser ungünstig eingebaut oder zugestellt ist. Dies sollte zwar nicht so sein, wird aber durchaus hin und wieder praktiziert. Doch das ist eigentlich auch kein Hindernis. Hier kann es helfen, einfach mit dem Handy oder einem Fotoapparat eine Frontalaufnahme des Wasserzählers zu machen und den Stand dann anschließend vom Display abzulesen.

Der Aufbau eines Wasserzählers

Nachdem man nun den Wasserzähler gefunden hat, kann der erste Blick darauf für manch einen unverständlich sein. Viele verschiedene Zahlen oder Rädchen können verwirrend wirken. Doch im Grunde genommen sind Wasseruhren selbsterklärend, wenn man das Prinzip verstanden hat. Es gibt elektronische und mechanische Wasserzähler. Auch wenn sich ihr Aussehen unterscheidet, so haben sie doch alle einiges gemeinsam:

Seitlich befindet sich ein Siegel, meist in Form eines kleinen gelben Aufklebers. Dieses muss in Ordnung sein, damit Manipulationen ausgeschlossen werden können. Seitlich auf der Scheibe muss ein Eichdatum, ebenfalls auf einem kleinen Aufkleber, gut lesbar sein.

Kommen wir nun zu den für den Mieter oder Besitzer relevanten Anzeigen einer Wasseruhr (beschrieben wird hier eine mechanische Wasseruhr):

Aufbau und Anzeigen einer Wasseruhr
Aufbau und Anzeigen einer Wasseruhr

Ganz oben steht eine eingestanzte Zahlenreihe. Das ist die Wasserzähler-Nummer und wichtig, falls es mehrere Wasseruhren in einem Haushalt gibt.

In der Reihe darunter befindet sich eine weitere Zahlenreihe, deren Ziffern sich aber je nach Wasserverbrauch verändern. Bei manchen Wasseruhren ist die Zahlenreihe relativ kurz und besteht nur aus 5 schwarzen Ziffern. Diese zeigen den Wasserverbrauch in Kubikmetern an. Bei diesen Wasseruhren sind unterhalb dieser Zahlenreihe verschiedene kleine Zahnrädchen oder rote kleine Zeiger zu sehen, die sich bei einem Wasserverbrauch schnell drehen. In der Regel handelt es sich um 4 Stück, die die geringeren Wassermengen (hinter dem Komma bis hin zu der genauen Literzahl) anzeigen.

Andere Wasseruhren besitzen hingegen schon in der veränderbaren Zahlenreihe ein Komma. Die 3 Zahlen hinter dem Komma werden rot dargestellt und verkörpern sozusagen die Zahnrädchen. Das Ablesen dieser Wasseruhren gestaltet sich natürlich einfacher, da man hier die Zahlen nur hintereinander weg ablesen muss. Allein die vierte und letzte Zahl hinter dem Komma, der Literverbrauch, wird auch hier in der Regel durch ein kleines Zahnrad oder einen kleinen roten Zeiger angezeigt.

Ob es sich bei der Wasseruhr um einen Wasserzähler für Kaltwasser oder Warmwasser handelt, erkennt man an der Farbcodierung. Ist die ablesbare Ziffernreihe rot umrandet, handelt es sich um warmes Wasser, bei einer blauen Umrandung ist es ein Kaltwasserzähler.

Farbcodierung
Farbcodierung

In unserem digitalen Zeitalter gibt es inzwischen natürlich auch digitale Wasseruhren, deren Aufbau recht einfach und überschaubar gestaltet ist. Neben der Nummer des Wasserzählers ist hier meist nur eine digitale Ziffernreihe zu sehen, die nur abgelesen werden muss.

Mechanische Wasseruhren richtig ablesen

Die mechanischen Wasserzähler sind meist ältere Modelle und werden nach und nach durch elektronische Geräte ausgetauscht. Das Ablesen von mechanischen Wasseruhren gestaltet sich schwieriger, ist aber auch für den Laien recht einfach und in wenigen Schritten machbar:

Einfaches Ablesen der verschiedenen Wasserzähler
Einfaches Ablesen der verschiedenen Wasserzähler

Schritt 1: Das Ablesen des Wasserverbrauchs in Kubikmetern, also den schwarzen Zahlen vor dem Komma.

Schritt 2: Das Ablesen der roten Zahlen hinter dem Komma.

Schritt 3: Das Ablesen der Literangabe am Zahnrad oder dem roten Zeiger unterhalb der Zahlenreihe.

Besitzt die Wasseruhr keine Kommastellen im Ablesefeld, so liest man die Werte an den einzelnen Zahnrädern ab. Gelesen wird immer im Uhrzeigersinn. Gekennzeichnet sind die kleinen Zahnrädchen mit den Einheiten x 0,1 und x 0,01 sowie x 0,001 und x 0,0001. Befindet sich die Markierung bzw. der kleine rote Zeiger zwischen zwei Zahlen, so kann getrost auf- oder abgerundet werden. Für die Wasserwerke spielen die Nachkommastellen eh keine Rolle bei der Ablesung.

Elektronische Wasserzähler richtig ablesen

Die elektronischen Wasseruhren haben eine LCD-Anzeige. Diese Wasseruhren werden abgelesen, indem man die Zahl notiert, die links neben der Kubikmeter-Einheit (m3) erscheint. Einige Modelle von Wasserzählern besitzen einen sogenannten Stromsparmodus, sodass keine Anzeige ersichtlich ist. In diesem Fall braucht man jedoch nur den kleinen Knopf betätigen und das Gerät „erwacht“. Angezeigt werden nacheinander mehrere Werte. Beim ersten Knopfdruck erscheint der aktuelle Verbrauchswert. Wer jedoch im Rahmen der Ablesung für die Wasserwerke einen Verbrauchswert ermitteln soll, benötigt den sogenannten Stichtagswert. In der Regel wird dieser Wert mit einem „M“ markiert, es kann bei anderen Modellen jedoch auch eine andere Kennzeichnung geben. In diesem Falle hilft die Nutzungsbroschüre, die die Wasserwerke beim Einbau von elektronischen Wasserzählern verteilen. In dieser Broschüre werden der Wasserzähler und die Kontroll-Ablesung genau erklärt. Ist diese Broschüre mit der Zeit verloren gegangen, so kann man sie bei dem zuständigen Wasserwerk nachordern oder in den meisten Fällen auch per PDF auf der Internetseite des Unternehmens herunterladen. Die Zählernummer befindet sich bei elektronischen Wasseruhren entweder mit auf der Oberseite oder am Rande des Gerätes.

Tipps für Schnellleser

Mechanische Wasserzähler:

  • Kubikmeterwerte mittels Zahlenreihe ablesen
  • Kommazahlen (Zahnräder) im Uhrzeigersinn ablesen

Elektronische Wasserzähler:

  • Digitale Anzeige mittels Knopfdruck aktivieren
  • Knopf drücken bis Anzeige „M“
  • Wert ablesen

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