Beim Erwärmen des Wassers fällt der Kalk aus, und bildet danach wasserunlösliche, besonders harte Verbindungen, die sich an allen Oberflächen innerhalb ablagern.

Kalkablagerungen im Wasserkocher entstehen durch hartes Wasser. Wasser mit sehr hohem Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen kommt in manchen Gegenden vor. Auch wenn die Wasserversorgungsbetriebe einen Teil der Wasserhärte bei der Aufbereitung entfernen, machen die verbleibenden Ionen in manchen Regionen das Wasser aus dem Hahn dennoch härter als in anderen. Gemessen wird die Wasserhärte in °dH (Grad deutscher Härte). Ab etwa 14 °dH gilt Wasser als sehr hart.

Zustandekommen von Kalkablagerungen

Beim Erwärmen des Wassers fällt der Kalk aus, und bildet danach wasserunlösliche, besonders harte Verbindungen, die sich an allen Oberflächen innerhalb ablagern. Um diese Verbindungen aufzulösen, werden Stoffe mit besonderen chemischen Eigenschaften benötigt, wie die nachfolgend aufgezählten Hausmittel.

Wegwerfen ist nicht nötig

Man könnte den Wasserkocher nun ganz einfach als Wegwerfgegenstand betrachten, und bei den Zeichen einer Kalkablagerung einfach wegwerfen. Das ist aber nicht besonders ökologisch gedacht, und auch absolut unnötig. Kalkablagerungen lassen sich mit mehreren Mitteln, die in jedem Haushalt vorhanden sind, recht gut entfernen.

Ist Kalk im Wasser gesundheitsschädlich?

Zugegeben: Die Ablagerungen sehen nicht besonders schön aus, sie sind aber gesundheitlich völlig unbedenklich. Eher noch im Gegenteil: Calcium und Magnesium sind sehr wichtige Stoffe in unserem Körper, an denen wir häufig sogar Mangel haben. Das zeigt sich insbesondere dadurch, dass in manchen Gegenden mit weichem Wasser die Zahl von bestimmten Herzkrankheiten meist höher liegt als in Gegenden mit besonders hartem Wasser. Und Kalk sorgt nicht für die „Verkalkung“ der Gefäße und des Gehirns – dafür sind völlig andere Stoffe verantwortlich. Das Wort Verkalkung wurde nur als Vergleich verwendet.

Lediglich Tee und Kaffee verlieren bei zu hartem Wasser an Geschmack. Für ein deutlich besseres Geschmackserlebnis lohnt sich ein regelmäßiges Entkalken also in jedem Fall.

1. Entkalken mit Essigessenz

Essigessenz ist hochkonzentrierter Essig. Aus diesem Grund muss man beim Entkalken mit diesem Mittel etwas vorsichtiger sein, und es verdünnen. Essig ist eine starke Säure, und kommt auch in der Natur vor. Essigsäure ist daher biologisch auch völlig abbaubar und für die Umwelt unschädlich.

Achtung: Essigessenz darf nicht in die Hände von Kindern geraten.
Achtung: Essigessenz darf nicht in die Hände von Kindern geraten.

Vorgehen beim Entkalken

1. Wasserkocher gründlich mit kaltem Wasser ausspülen – Das Ausspülen entfernt lose Kalkflocken und Bröckchen aus dem Wasserkocher. Ein Teil der Ablagerungen löst sich auch von den Heizstäben. Das nachfolgende Lösen der Ablagerungen geht dann leichter und wirkungsvoller.

2. Essigessenz einfüllen – Geben Sie eine Tasse Essigessenz in Ihr Gerät. Das reicht für die meisten Wasserkochergrößen, da der Heizbereich, in dem es Ablagerungen gibt, bei den meisten Geräten ungefähr gleich groß ist.

3. Essigessenz verdünnen – Geben Sie nach der Essigessenz zwei Tassen kaltes Wasser in den Wasserkocher. Das ist nötig, um die Essigessenz auf das richtige Maß zu verdünnen und Beschädigungen an den Kunststoffteilen zu vermeiden. Eine zu hohe Säurekonzentration kann auch die Metallteile angreifen.

4. Einwirken lassen – Lassen Sie die verdünnte Lösung über Nacht einwirken. Morgens können Sie die Mischung mit dem gelösten Kalk dann abgießen und noch einmal gründlich nachspülen. Der Essiggeruch verfliegt danach fast sofort.

2. Entkalken mit Zitronensäure

Auch Zitronensäure ist ein bewährtes Hausmittel zum Entkalken. Sie erhalten Sie in jedem Supermarkt in der Backabteilung in kleinen Tütchen, daneben auch in gelöster Form in den kleinen gelben oder grünen Kunststofffläschchen. Für die Entfernung von Kalk eignet sich die pulverisierte Form besser. Es ist ein weißes, kristallines Pulver, das etwa dieselbe Konsistenz hat wie Zucker.

Achtung: Zitronensäure darf man nur zum Kaltentkalken verwenden. Das Wasser keinesfalls erhitzen! Dadurch würde man Ablagerungen aus Calciumcitrat schaffen, die noch schlimmer und hartnäckiger sind, als die Kalkablagerungen aus dem Wasser!

Anwendung

1. Ein Päckchen in eineinhalb Tassen Wasser auflösen. Flüssige Produkte brauchen Sie nicht so stark zu verdünnen. Verwenden Sie lauwarmes (keinesfalls heißes!) Wasser. Damit geht das Auflösen des Pulvers etwas schneller. Schon eine Säurekonzentration von 8 % sichert eine gute Wirksamkeit. Mit der Konzentration der Säure sollte man es nicht übertreiben. Viel hilft viel ist hier nicht angebracht.

2. Je nach Bedarf 1 – 2 Tassen dieser Mischung in das Gerät geben. Alle kalkverkrusteten Teile im Inneren sollten von der Mischung gut bedeckt sein.

3. Einwirken lassen – Lassen Sie die Mischung ungefähr 30 Minuten einwirken. Überprüfen Sie danach das Ergebnis.

4. Wiederholen – Wenn das Ergebnis nach dem ersten Versuch noch nicht befriedigend war, wiederholen Sie es einfach noch einmal. Sie können bei einer großen Menge an Ablagerungen auch mehr von der Mischung zugeben, und länger einwirken lassen. Mehr als 2 – 3 Stunden sollten es aber nicht sein.

Nach dem Einwirken immer gründlich mit Wasser ausspülen.

3. Entkalken mit Backpulver

Backpulver - ein bewährtes Hausmittel und dazu sehr günstig.
Backpulver – ein bewährtes Hausmittel und dazu sehr günstig.

Auch Backpulver kann man zur Entfernung von Kalk verwenden. Es besteht im Wesentlichen aus Natron (Natriumhydrogencarbonat) und einem Säuerungsmittel. Kommt es mit Wärme und Feuchtigkeit in Berührung, werden Kohlendioxide freigesetzt, und es bilden sich die bekannten Schaumbläschen. Der verbleibende Teil des gelösten Backpulvers bildet dann eine Säure, die man zum Entkalken verwenden kann.

Achtung: Damit Backpulver eine wirksame Säure bilden kann, braucht es Feuchtigkeit (Wasser) und Wärme. Es funktioniert also nur, wenn das Wasser erhitzt wird!

Vorgehensweise

1. Leeren Sie Backpulver in das Gerät – In den meisten Fällen werden Sie mit einem Tütchen das Auslangen finden. Im Zweifelsfall können Sie auch ein zweites Tütchen verwenden.

2. Mit Wasser auffüllen – Füllen Sie das Gerät nicht ganz bis zur Maximalmarkierung mit Wasser auf. 2/3 der maximalen Wassermenge reichen im Normalfall. Es sollte noch etwas Raum bleiben, um den Kohlendioxidschaum aufzunehmen.

3. Das Gerät einschalten – Lassen Sie das Wasser kochen. Achten Sie darauf, dass die Gasbläschen nicht über den Deckel treten. In diesem Fall vorsichtig etwas abgießen, der Schaum hat ohnehin keine kalklösende Wirkung. Nach dem Aufkochen die Mischung stehen lassen.

4. Einwirkzeit – Die Mischung abkühlen lassen und für etwa 1 – 1,5 Stunden einwirken lassen. Danach ausgießen und das Ergebnis prüfen. Ist es nicht zufriedenstellend, im Bedarfsfall noch einmal wiederholen, oder zu einem stärkeren Mittel (Essig, Zitronensäure) greifen.

60-90 Minuten Einwirkzeit beachten!
60-90 Minuten Einwirkzeit beachten!

4. Entkalken mit Essigreiniger möglich?

Essigreiniger ist etwas weniger konzentriert als reiner Essig oder Essigessenz. Dazu kommen verschiedene Hilfsstoffe, die beim

Putzen nötig sind:

  • Tenside, meist anionische Tenside
  • Duftstoffe
  • Farbstoffe
  • weitere zusätzliche Hilfsstoffe

All das möchte man nicht unbedingt in seinem Gerät, und Reste davon auch nicht in seinem Körper haben. Dazu kommt, dass Essigreiniger meist eine Mischung aus Zitronensäure und Essig enthält. Die entkalkende Wirkung von Essigreiniger wäre damit auch schwer kalkulierbar.

Also: Essigreiniger sind Putzmittel, aber keine Entkalkungsmittel. Diese Mittel sollte man keinesfalls verwenden, sondern nur reinen Essig oder Essigessenz. Putzmittel und auch Putzmittelreste sollten keinesfalls mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

Essigreiniger ist deshalb zum Entkalken völlig ungeeignet!

5. Entkalken mit Natron

Auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) geht Kalk an den Kraken!
Auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) geht Kalk an den Kraken!

Natron ist ein bewährtes Hausmittel, das für unglaublich viele Zwecke zum Einsatz kommt. Es kann beim Blanchieren von Gemüse als Zusatz verwendet werden, um die Farbe zu erhalten, zum Putzen, aber auch gegen Sodbrennen eingenommen werden. In früheren Zeiten war Natron das Hausmittel schlechthin, das man praktisch für alles angewendet hat.

Chemisch gesehen ist Natron eine Verbindung, die Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) heißt. Weil man es schon seit Jahrhunderten anwendet, haben sich viele andere Namen für das weiße Pulver eingebürgert:

  • Natriumbikarbonat
  • Speisenatron
  • doppeltkohlensaures Natron
  • Speisesoda
  • Backsoda
  • Bullrich-Salz
  • Kaiser Natron

Der Inhaltsstoff ist aber immer der gleiche: Natriumhydrogencarbonat.

Vorgehen beim Entkalken

Ähnlich wie beim Backpulver benötigt man auch beim Entkalken mit Natron noch zusätzlich ein Säuerungsmittel. Dafür kann man Zitronensäure oder auch Essig verwenden.
Das Rezept:

  • 3 TL Natron
  • 2 TL Zitronensäure (alternativ: 2 EL Essigessenz)
  • 2 Tassen Wasser

Die Mischung sollte man am besten über Nacht einwirken lassen. Morgens dann ausgießen, und das Ergebnis überprüfen. Vor dem Benutzen den Wasserkocher in jedem Fall mehrmals gründlich ausspülen. Alternativ können Sie natürlich – wie oben beschrieben – auch gleich Backpulver verwenden.

6. Weitere Hausmittel

Das sind die bewährtesten Hausmittel, die auch gut wirksam sind. Daneben gibt es auch einige andere, „exotische“ Mittel, die helfen sollen, die Ablagerungen zu entfernen.

Cola steht beispielsweise in dem Ruf, alle Arten von Ablagerungen (auch Urinstein und Rost) sehr wirkungsvoll zu entfernen. Das liegt daran, dass Cola eine geringe Menge an Phosphorsäure enthält. Diese Säure reagiert mit vielen Ablagerungen und löst sie im Lauf der Zeit völlig auf. Da der Gehalt an Phosphorsäure im Cola allerdings recht gering ist, sind die Einwirkzeiten dementsprechend lang. Über einen entsprechend langen Zeitraum hinweg wirkt Cola allerdings recht verlässlich.

Wasser enthärten – bringt das etwas?

Kalk im Wasser und zu hohe Wasserhärte belasten natürlich nicht nur den Wasserkocher, sondern auch viele andere Geräte. Betroffen ist unter anderem auch die Kaffeemaschine. Auch die Wasserleitungen werden im Lauf der Zeit durch Kalkablagerungen in Mitleidenschaft gezogen, zudem steigt die Gefahr von Bakterien im Leitungswasser, wenn Leitungen und Geräte stark verkrustet sind.

Waschmaschinen schützen sich in der Regel (auch ohne Calgon) schon lange selbst: Die meisten Waschpulver enthalten eine hohe Menge an sogenannten synthetischen Zeolithen, die dem Wasser den Kalk entziehen. Damit wird weniger Waschmittel und weniger Strom verbraucht. Bei Geschirrspülern wird die Wasserenthärtung dagegen im Inneren durch eine sogenannte Ionenaustauscher-Anlage vorgenommen (deshalb füllt man im Geschirrspüler zusätzlich zum Spülmittel Salz nach).

Ob es sich lohnt, deshalb ein Wasserenthärtungsgerät anzuschaffen, ist immer fraglich. Für die Enthärtung des Trinkwassers gibt es spezielle Ionenaustauscher-Anlagen für die Trinkwasseranlage im Haus, zusätzlich haben auch Umkehrosmose-Anlagen eine enthärtende Wirkung. Beides ist aber teuer, verursacht auch Betriebskosten – und ist als Schutz für die teuren Geräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine völlig unnötig. Die Anschaffung sollte man sich daher gut überlegen.

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Keine „physikalische Wasserenthärtung“

Geräte zur „physikalischen Wasserenthärtung“ sollen durch magnetische Wirkung den Kalk im Wasser „unschädlich“ machen. Stiftung Warentest hat bislang bei keinem dieser Geräte eine nachweisbare Wirkung gefunden, wissenschaftliche Wirkungsbelege für die Methode gibt es ebenfalls nicht. Dafür werden diese Geräte häufig auch an der Haustür verkauft – und Phantasiepreise verlangt. Davon sollten Sie also in jedem Fall die Finger lassen.

Tipps für Schnellleser:

  • Chemische Entkalkungsmittel – häufig zahlreiche chemische Stoffe
  • Wirksame Hausmittel: starke Säuren (Essig- oder Zitronensäure) – immer verdünnen
  • Auch Backpulver kann verwendet werde
  • Natron benötigt noch einen zusätzlichen Säureträger (Essig, Zitronensäure), oder stattdessen Backpulver verwenden
  • Essigreiniger keinesfalls zum Entkalken verwenden
  • Zitronensäure-Lösungen NIEMALS erhitzen (das kostet Sie Ihren Wasserkocher)
  • Waschmaschine und Spülmaschine benötigen kein enthärtetes Wasser
  • Geräte für „physikalische Wasserenthärtung“ (mit Magneten oder Stromfluss) haben keine nachweisbare Wirkung
  • Hartes Wasser ist überhaupt nicht gesundheitsschädlich, Kalk ist ein Mangelstoff

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