Wasserdruck im Haus: wieviel Bar sind im EFH üblich?

Wasserdruck im Haus, wieviel Bar sind im EFH üblich

Wenn das Wasser aus dem Hahn nur als kleines Rinnsal läuft oder geradezu aus dem Hahn schießt, ist in den meisten Fällen ein falscher Wasserdruck die Ursache. Stimmt der Druck in den Leitungen nicht, ist es nicht nur schwer, sich die Hände zu waschen oder zu duschen, selbst Geräte wie Boiler oder Waschmaschinen können ihre Funktion nicht mehr richtig ausführen.

Sind Sie stolzer Besitzer eines Einfamilienhauses mit mehreren Stockwerken und ein Bad im obersten Stockwerk, dessen Wasser nur mit wenig Druck aus dem Wasserhahn kommt oder sogar Probleme beim Spülen verursacht? Dann ist der Grund ein zu schwach eingestellter Druck des Wasserdrucks im Haus. Das Wasser gelangt einfach nicht über die Leitungen nach oben.

Falls Ihnen das Wasser mit viel Power entgegenkommt oder Ihre Spülmaschine plötzlich durch dieses beschädigt wird, ist der Druck zu stark eingestellt. Egal welcher Fall vorliegt, es gibt empfohlene bar-Werte, an denen Sie sich beim Einstellen orientieren können. Diese haben sich für Einfamilienhäuser etabliert.

Üblicher Wasserdruck im Haus

Egal ob Sie in einem Neu- oder Altbau wohnen, der empfohlene Wasserdruck im Einfamilienhaus liegt bei einem Wert von zwei bis vier bar, wobei dieser stark abhängig von Region zu Region, der Wasserversorgung und der Größe des Gebäudes zusammenhängt. Aus diesem Grund finden sich ebenfalls Angaben für einen Wasserdruck im Haus von drei bis vier bar.

Allgemein gilt, dass ein zu geringer Druck nicht effektiv alle Stockwerke mit Wasser versorgen kann und daher ein höherer zu empfehlen ist. Ausgegangen wird hierbei vom Erdgeschoss, das mit einen Druck von zwei bis drei bar versehen werden sollte. Vor allem für Neubauten reichen zwei bar aus. Anschließend werden pro Etage die folgenden Werte dazugerechnet.

Wasserdruck im Haus, Trinkwasser

  • Neubau: 0,5 bar
  • Altbau: 0,35 bar

Da klassische Einfamilienhäuser selbst als Neubau nur zwei bis drei Stockwerke hoch sind, reicht der bereits genannte Bereich von zwei bis vier bar für Ihr Eigenheim vollkommen aus. Der Grund für das Hinzufügen weiterer bar ist die Funktionsweise der Wasserförderung. Da Wasser von der Leitung nach oben gepumpt wird, nimmt der Druck mit jedem Stockwerk ab. So ist bei einem Neubau mit Erdgeschoss und zwei Etagen ein Wasserdruck im Haus von etwa drei bar notwendig.

  • Erdgeschoss: 2 bar
  • 1. Stock: 0,5 bar
  • 2. Stock: 0,5 bar

Altbauten

Wie Sie sehen, weicht der empfohlene Wert nur in den wenigsten Fällen davon ab, da Einfamilienhäuser nicht so hoch wie Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Eine Ausnahme dazu bilden viele Altbauten, die über mehr als fünf Stockwerke verfügen. Für diese muss ein deutlich höherer Druck eingestellt werden, damit das Wasser bis ganz nach oben gelangen kann. Eine genauere Berechnung des benötigten Wasserdrucks im Haus wird über die notwendigen bar pro Meter erzielt.

Damit ist die mögliche Versorgungsrate über die Leitungen gemeint. Ein bar reicht hierbei aus, um etwa zehn Meter Distanz zurückzulegen, was häufig dem Erdgeschoss und dem Keller entspricht, in welchem die Wasserversorgung stationiert ist. Auf diese Weise können Sie genau ausrechnen, wie viel bar für Ihr Haus benötigt werden. Falls Ihr Haus an einem Hang oder einer höher positionierten Lage steht, sollte der folgende Wasserdruck zum Einsatz kommen.

  • vier bis fünf bar
  • im obersten Stockwerk des Hauses muss ein Wasserdruck von einem bar bestehen

Da die Statik von Häusern an Hängen oder in erhöhten Geboten anders ist, wird ein höherer Wasserdruck im Haus benötigt. Sie sollten niemals einen Betriebsdruck von über zehn bar einstellen, da dieser Wert das Maximum für die Hausinstallationen darstellt. Würden Sie diesen Wert überschreiten, könnten Sie die Leitungen für das Wasser Ihres Eigenheimes beschädigen, was nicht gerade billig zum Reparieren ist. Wie Sie den Wasserdruck überprüfen, erfahren Sie weiter unten.

Tipp: Die genannten bar-Werte beziehen sich nicht nur auf einzelne Gebäude, sondern auf ganze Gebiete. So ist für jedes weitere Stockwerk ein Druck von 0,5 bar empfohlen, wenn sich Ihr Einfamilienhaus in einem Neubaugebiet befindet, während es 0,35 bar bei Stadtgebieten sind, die natürlich über die Jahre errichtet wurden.

Wasserdruck prüfen

Wasserdruck im Haus überprüfen

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob der Wasserdruck im Haus der Vorgabe entspricht, sollten Sie diesen überprüfen. Die Überprüfung des Wasserdrucks kann ohne Probleme selbst von Ihnen durchgeführt werden. Ein Profi ist für diesen Check nicht notwendig. Erste Anzeichen für einen Wasserdruck im Haus, der nicht ganz passt, ist eine zu starke oder schwache Ausgabe des Wassers.

Wenn das Wasser selbst auf kleiner Stufe wie ein Strom aus dem Hahn kommt, ist der Druck auf jeden Fall zu hoch. Ist er dagegen schwach und die ausgegebene Wassermenge nur gering, müssen Sie diesen erhöhen. Genauere Angaben erhalten Sie durch die folgenden Methoden zum Messen des Wasserdrucks.

Wasserdruck im Haus, Ventil an der Wasserpumpe
Ventil an der Wasserpumpe

Druckminderventil

Der Druckminderer ist die beste Variante, um effektiv den Druck im Haus zu überprüfen. Bei diesem handelt es sich um ein Ventil, welches in der Nähe des Hausanschluss zu finden ist. Meist befindet sich das Ventil im Keller oder in separaten Räumen, wenn Sie keinen Keller besitzen, was typisch für Neubauten ist.

Das Druckminderventil ist eine Komponenten, die den eingehenden Druck des Wassers misst und diesen über die integrierten Manometer für zum Ablesen präsentiert. Betrachten Sie hierbei das linke der beiden Manometer, um den eingehenden Druck herauszufinden. Der große Vorteil an den Ventilen ist die dauerhafte Anzeige des Drucks. Das heißt, wenn Sie den Druck anpassen, wird dieser sofort sichtbar.

Manometer

Ja, es gibt separate Manometer, durch die Sie den Wasserdruck im Haus problemlos von selbst prüfen können. Die Geräte werden dabei direkt an den Wasserhahn montiert und der eingehende Druck wird auf diese Weise gemessen, was ein genaues Ergebnis ermöglicht. Für die Montage benötigen Sie einen Doppelnippel, der im passenden Durchmesser vorhanden sein muss, damit kein Wasser austreten kann und dadurch das Messergebnis verfälscht. Sobald das Gerät montiert wurde, müssen Sie das Wasser aufdrehen und den Wert ablesen.

Wasserdruck im Haus, Manometer
Manometer

Eimer-Methode

Alternativ können Sie einen Eimer mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern zur Bestimmung des bestehenden Drucks nutzen. Diese Variante funktioniert komplett ohne Messgeräte, wobei sich der Einsatz einer Stoppuhr oder jeder anderen Uhr mit einem Sekundenzeiger anbietet.

Natürlich ist die Nutzung Ihres Smartphones oder Computers möglich. Um den bestehenden Druck zu messen, stellen Sie den Eimer entweder in die Dusche, Badewanne, ein Spül- oder Waschbecken. Nun drehen Sie den Hahn so weit wie möglich auf und messen die Zeit, bis der Eimer gefüllt ist. Anhand der folgenden Werte können Sie den bestehenden Druck ermitteln.

  • 12 Sekunden: etwa 10 bar
  • 25 Sekunden: etwa 5 bar
  • 38 Sekunden: etwa 3,5 bar
  • 50 Sekunden: etwa 2 bar

Durch diese Werte erkennen Sie sofort, ob der Druck im Haus zu niedrig oder zu hoch ist. Dennoch sollten Sie vorsichtshalber ein Manometer nutzen, um gröbere Messfehler zu vermeiden. Leider ist diese Methode etwas unsauber, wodurch ein zweiter Check empfehlenswert ist.

Tipp: Je nach Bauweise des Druckminderers kümmert sich dieser sogar um die automatische Anpassung des Wasserdrucks im Haus und ist aus diesem Grund ein effektives Gerät für einen dauerhaft nicht zu hohen Druck. Ein zu niedriger Wasserdruck wird jedoch vom Ventil nicht geregelt und muss entsprechend eingestellt werden.

Wasserdruckabweichungen

Zu hoher oder niedriger Wasserdruck: Ursachen

Um den empfohlenen Wasserdruck aufrechtzuerhalten, müssen bestimmte Fehlerquellen oder Probleme verhindert werden, die typisch für den Druckabfall sind. Diese Ursachen können zahlreich sein und gerade in Einfamilienhäusern störend, da für die Behandlung häufig ein Profi beauftragt werden muss. Die folgenden Punkte geben Ihnen einen Überblick über mögliche Ursachen für einen ungeeigneten Wasserdruck im Haus, wenn dieser auf den empfohlenen Wert eingestellt wurde.

Wasserdruck im Haus, Wasserhahn Wasserdruck
Wasserhahn Wasserdruck

Kalkablagerungen

Kalk in den Rohrleitungen ist problematisch und kann den Druck auf Dauer stetig mindern. Besonders stark betroffen sind Ihre Leitungen von Kalk, wenn Sie in einer Region mit hartem Wasser leben und keine Filteranlagen benutzen. Aus diesem Grund setzt sich immer mehr Kalk in den Leitungen ab, die den Druck mindern, da weniger Wasser durch diese gelangt. Hier ist nur eine Kalkentfernung hilfreich, durch die Sie den üblichen bar-Wert erreichen können.

Wasserfilter

Ein Wasserfilter hat zwei Seiten. Zum einen filtert er Kalk aus dem Wasser und wirkt somit effektiv gegen eine Druckminderung. Gleichzeitig muss das Wasser einen längeren Weg bis zum Wasserhahn zurücklegen, da Filter meist direkt an die Wasserleitung angeschlossen werden. Aus diesem entsteht eine schwache Minderung des Wasserdrucks im Haus. Zur gleichen Zeit ist es wichtig, die Filter mit der Zeit auszutauschen, da diese aufgrund von Ablagerungen nicht mehr richtig funktionieren. Das ist in regelmäßigen Abständen zu empfehlen.

Pumpenleistung

In seltenen Fällen oder wenigen Regionen kann es aufgrund einer schwachen Pumpenleistung zum niedrigen Wasserdruck kommen. Das Problem ist die Tatsache, dass die Pumpen nicht genug Wasser transportieren und so nicht den erforderlichen Druck erzeugen können. Probleme aufgrund der Pumpenleistung tauchen meist plötzlich auf, zum Beispiel wenn ein Ausfall der Pumpenwerke Schuld ist.

Wasserdruck im Haus, Wasserpumpstation
Wasserpumpstation

Selbst die kleinsten Ablagerungen oder nur ein angeschlossenes Gerät können für eine Minderung des Wasserdrucks im Haus sorgen. Muss das Wasser einen größeren Weg zurücklegen oder gelangt nur wenig durch die Leitungen, müssen Sie unbedingt etwas unternehmen.

Gerade bei Schmutz und Ablagerungen kann sich das Problem mit der Zeit verschlimmern, wodurch der Druck immer weiter abnimmt und nur noch ein kleines Rinnsal aus dem Wasserhahn kommt. Das ist besonders ärgerlich, wenn eine professionelle Reinigung vorgenommen werden muss.

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