Waschmaschine zieht kein Wasser – mögliche Ursachen

Waschmaschine zieht kein Wasser

Sie stellen eine Wäsche an und gehen nach der gewohnten Zeit nachsehen, ob sie schon fertig ist. Doch statt einer frisch gewaschenen und geschleuderten Wäsche erwartet Sie nur eine traurig blinkende Waschmaschine, möglicherweise mit einer kryptischen Fehlermeldung im Display. Bei vielen Waschautomaten ist eine separate LED-Leuchte vorhanden, welche mit „Zulauf prüfen“ markiert ist. Hier erfahren Sie alles, was dafür eine Ursache sein kann und welche Schäden Sie selbst beheben möchten.

Viele Waschmaschinen – ein Prinzip

Waschmaschinen arbeiten seit vielen Jahren nach immer dem gleichen Prinzip. Zunächst läuft das Wasser ein und wird mit dem Waschmittel zur Waschlauge vermengt. Anschließend wird die Waschlauge mehrmals durch die Wäsche gepumpt und dabei aufgewärmt. Die Waschlauge wird abgepumpt und Klarspülwasser wird einlaufen gelassen. Auch das Klarspülwasser wird mehrmals durch die Wäsche gepumpt. Anschließend wird das Klarspülwasser abgepumpt und die Wäsche geschleudert. Auf dem Weg dorthin können einige Störungen auftreten. Eine typische Waschmaschinen-Störung ist das Ausbleiben von Frischwasser. Die Programme unterscheiden sich nur durch die Temperatur und die Drehzahl beim Schleudern. Ansonsten bleibt dieses Prinzip immer gleich.

Neun Ursachen

… für streikenden Zulauf

Dass die Waschmaschine kein Wasser mehr „zieht“ kann viele verschiedene Gründe haben. Neun Ursachen haben sich für diese Störung als besonders häufig erwiesen. Wir zeigen Ihnen diese Ursachen in der Reihenfolge der Schwierigkeit ihrer Fehlerbehebung. Die typischen Ursachen für eine trocken bleibende Waschmaschine sind:

  • gesperrter bzw. zu geringer Zulauf
  • verstopfter Zulauf
  • blockierter Aquastop
  • Bedienfehler an der Tür
  • verstopftes Flusensieb
  • verschmutzte Einspülkammer
  • verstopfter Abfluss
  • verstopfte Luftfalle
  • klemmende Laugenpumpe
  • ausgelöstes /defektes Sperrventil

Gehemmter Zulauf

Wenn die Waschmaschine kein oder nur tröpfchenweise Wasser bekommt, sperrt sie nach einer gewissen Zeit automatisch ab. Im Fall einer streikenden Waschmaschine prüfen Sie deshalb zuerst, ob der Zuwasser-Hahn überhaupt aufgedreht ist. Es wird grundsätzlich empfohlen, den Wasserhahn nur für die Waschvorgänge zu öffnen und ihn bei Nichtbenutzung geschlossen zu halten. Dies beugt Wasserschäden vor. Eine Hausrat-Versicherung kann beispielsweise die Zahlung verweigern oder stark einschränken, wenn während eines Urlaubs der Wasserhahn der Waschmaschine offen gelassen wird.

Falls der Wasserhahn geöffnet wird, gehen sie zu einem anderen Wasserhahn im Haus und drehen ihn auf. Wenn nun kein oder zu wenig Wasser kommt, haben Sie die Ursache gefunden. Mit einem Eimer-Test können Sie die Durchflussmenge pro Minute genau ermitteln: Ein 10 Liter Eimer muss in ca. 30 Sekunden bei aufgedrehtem Wasserhahn voll sein. Leistet ein voll aufgedrehter Wasserhahn wesentlich weniger, liegt die Ursache in der Wasserversorgung des Hauses.

Wasserzulauf und Aquastop

Verstopfter Zulauf

Schrauben Sie den Zulauf von der Waschmaschine ab und halten Sie den Schlauch in einen Eimer. Prüfen Sie das Kunststoff-Sieb an der Waschmaschine auf Verschmutzung. Besonders bei kalkhaltigem Wasser kann sich dieses Sieb mit der Zeit zu setzen. Reinigen Sie es ggf. mit Essig-Essenz, dann haben Sie den Fehler meistens behoben. Schrauben Sie jetzt aber den Zulauf nicht wieder an, sondern prüfen Sie zunächst den Aquastop.

Blockierter Aquastop

Der Aquastop ist der merkwürdige Kasten, der am Zulaufschlauch der Waschmaschine befestigt ist. Dieser sperrt nach den Zulauf ab, wenn zu viel oder zu wenig Gegendruck im Schlauch registriert wird. Drehen Sie den Wasserhahn auf. Wenn kein Wasser durch den Zulaufschlauch läuft, hat der Aquastop ausgelöst. Doch dies ist meistens nur eine indirekte Folge eines Schadens, der in der Waschmaschine vorliegt.

Es gibt elektronische und mechanische Aquastops. Elektronische Aquastops benötigen eine Stromversorgung und haben ein kleines Blitz-Symbol aufgedruckt. Wie sie ihn entriegeln, steht in der Bedienungsanleitung. In der Regel genügt es, ihn vom Stromnetz zu trennen und wieder anzuschließen. Bei mechanischen Aquastops fehlen die Stromversorgung und das Blitz-Symbol. Hier drehen Sie einfach die Wasserzufuhr ab und wieder auf. Wenn auch nach der Entriegelung kein Wasser mehr läuft, ist der Aquastop wahrscheinlich defekt. Tauschen Sie ihn gegen ein Neuteil aus, dann sollte die Maschine wieder laufen.

TIPP: Falls ihre Waschmaschine am berühmten Samstagabend ausfällt, können Sie auch den Zulaufschlauch von der Spülmaschine montieren. Technisch sind diese Bauteile identisch.

Bedienfehler an der Tür

In der Tür einer Waschmaschine befindet sich ein elektrischer Kontakt. Solange dieser nicht geschlossen ist, sperrt die Waschmaschine sämtliche weiteren Funktionen. Bei älteren Maschinen klemmt dieser Kontakt manchmal. Hier kann es helfen, beherzt gegen das Schloss der Tür zu drücken. Mit dem Knie können Sie hier besonders viel Kraft entwickeln. Wenden Sie aber keine Gewalt an. Sie können beim heftigen Zuschlagen der Tür das Schloss und den Kontakt ganz zerstören. Sollte sich der Fehler als hartnäckig erweisen, kann das Schloss auch samt Kontakt ausgetauscht werden. Die Herstellerfirmen führen dieses Bauteil als Ersatzteil in ihren Bestellkatalogen mit auf.

Waschmaschinentür

Flusensieb

Das Flusensieb befindet sich hinter der Klappe am Fuß der Waschmaschine. Es filtert die Flusen und andere Grobstoffe aus der Lauge heraus. Meistens bleibt an dieser Stelle die berühmte einzelne Socke hängen. Wie das Flusensieb zu reinigen ist steht in der Gebrauchsanweisung der Waschmaschine. Es ist in jedem Fall so ausgelegt, dass auch ein technischer Laie es einfach reinigen kann.

Flusensieb in der Waschmaschine

Tipp: Hinter dieser Klappe befindet sich bei den meisten Waschmaschinen auch die Zwangs-Entriegelung der Tür.

Einfüllkammer

Ziehen Sie die Schublade für das Waschmittel heraus und starten Sie danach einen Waschvorgang. Schauen Sie dabei in die Einfüllkammer. Wenn das Wasser nur ein bisschen tröpfelt und Sie alle anderen Ursachen ausgeschlossen haben, sind wahrscheinlich die Zulaufdüsen verstopft. Dies kann durch herumwirbelndes und festbackendes Waschmittel leicht passieren. Reinigen Sie die Düsen mit einem Zahnstocher, einer alten Zahnbürste oder, falls vorhanden, mit kurzen Stößen aus einem Dampfreiniger. Wenn Sie mit Heißdampf arbeiten, halten Sie Augenmaß. Der Druck könnte Bauteile beschädigen.

Einfüllkammer

Verstopfter Abfluss

Ebenso wie der Zulauf, kann bei einer Waschmaschine auch der Ablauf verstopfen. Manchmal wandert die berühmte einzelne Socke bis an diese Stelle. Entfernen Sie den Ablaufschlauch und lassen Sie ihn über einer Badewanne einmal mit Wasser durchlaufen. Wenn sich ein Fremdkörper darin befindet, haben Sie die Ursache gefunden. Mit einem aufgebogenen Draht-Kleiderbügel lassen sich meistens auch tief sitzende Verstopfungen wieder entfernen. Die Maschine funktioniert in der Regel nach der Montage wieder einwandfrei. Prüfen Sie auch, ob möglicherweise der Abfluss am Siphon selbst verstopft ist. Dies kann bei Waschmaschinen-Abflüssen passieren, die sich ihren Siphon mit anderen Zulieferern (Waschbecken, Spülmaschine…) teilen müssen.

Waschmaschinenabfluss

Verstopfte Luftfalle

Nun kommen wir langsam zu den Bereichen, bei denen etwas technischer Mut gefordert ist. Ab diesem Punkt empfehlen wir die Konsultation von einem professionellen Haushaltswaren-Techniker.

Die Luftfalle befindet sich im Innern der Waschmaschine. Sie misst den Luftdruck in der Waschmaschine. Je mehr Wasser in der Waschmaschine steht, desto höher steigt der Druck. Herumwirbelnde Flusen und Ablagerungen von Waschmittel können die Luftfalle ebenfalls verstopfen. Aus der Bedienungsanleitung geht hervor, wo genau die Luftfalle eingebaut ist. Klemmen Sie die Waschmaschine vom Stromnetz ab, bauen Sie anschließend die Luftfalle aus und reinigen Sie sie gründlich. Bauen Sie sie wieder ein und testen Sie die Waschmaschine.

Dieser Fehler tritt dann besonders schnell auf, wenn dauerhaft viel zu viel Waschmittel verwendet wird. Die überschüssigen Waschmittel-Reste setzen die Luftfalle immer weiter zu, bis sie ganz verstopft ist. Anbackendes Waschmittel ist sehr hartnäckig und kann auch durch „Leerspülungen“ nicht wieder abgelöst und entfernt werden.

Laugenpumpe

Die benannte Socke kann durchaus auch bis zur Laugenpumpe vordringen. Ebenso gerne klemmen sich dort Geldstücke oder andere Gegenstände aus Hosentaschen ein. Der Ausbau der Laugenpumpe ist ebenfalls eine technische Herausforderung, der Sie sich nur stellen sollten, wenn Sie sich diese Arbeit auch zutrauen.

Sperrventil

Die Waschmaschine hat noch einen weiteren, integrierten Aquastop. Dieser löst aus, wenn ein Wasserschaden droht. Das Sperrventil sollte definitiv nur von einem Fachmann überprüft und repariert werden. Es sitzt tief in der Waschmaschine und ist für technische Laien kaum sinnvoll zu identifizieren. Sie können aber versuchen, eine Notreparatur durchzuführen.
Drehen Sie den Wasserhahn zu und starten Sie ein Waschprogramm. Drehen Sie nun den Wasserhahn schnell eine ganze Umdrehung auf. Ein klemmendes Magnet-Absperrventil kann so manchmal gelöst werden. Jedoch können Sie davon ausgehen, dass das Ventil allmählich am Ende seiner Lebensdauer ankommen wird und sich die Ausfälle häufen werden. Früher oder später sollten Sie es durch einen Fachmann tauschen lassen.

Darüber hinaus können vor allem elektrische und elektronische Probleme zum Ausfall der Waschmaschine führen. Häufig sind korrodierte Stecker oder fehlerhafte Platinen die Ursache, wenn die Waschmaschine streikt. Hier sind Laien am Ende ihrer technischen Möglichkeiten angelangt. Für die Behebung dieser Schäden muss ein ausgebildeter Techniker beauftragt werden.

Mechaniker rufen

Dieser Ratgeber sollte Ihnen helfen, die Ursache für eine blockierte Waschmaschine so gut wie möglich einzugrenzen. Was Sie selbst beheben können und was nicht müssen Sie selbst entscheiden. Wir empfehlen jedoch keine Reparaturversuche zu unternehmen, für die Sie die Waschmaschine öffnen müssen. Sie sparen dennoch viel Geld, wenn Sie alle anderen Ursachen im Vorfeld ausschließen konnten. Damit können Sie den Hausgeräte-Techniker gezielter auf das tatsächliche Problem der Waschmaschine hinweisen und sparen ihm für seine Reparatur viel Zeit. Klären Sie den Techniker bereits bei der Auftragsvergabe über die durchgeführten Maßnahmen auf. Teilen Sie ihm auch den Fehlercode mit, falls er im Display der Waschmaschine angezeigt wird. So beschleunigen Sie den Reparaturvorgang erheblich. Und über eine frische Tasse Kaffee freut sich Ihr Mechaniker ebenfalls immer.

Tipp: Beratung einholen.

Die Kunst, eine Waschmaschine richtig zu behandeln ist größer, als man denkt. Welche Folgen dauerhaft übermäßiger Waschmittelverbrauch hat, haben wir ihnen schon beschrieben. Darüber hinaus kann Ihnen der Fachmann noch zahlreiche weitere Tipps geben, mit denen Sie die Lebensdauer Ihrer Waschmaschine deutlich verlängern können. Das hilft Ihnen, viel Geld zu sparen – und das nicht nur für die Maschine.

Tipps für Schnellleser

  • arbeiten Sie von Einfach nach Aufwändig
  • machen Sie den Eimer-Test: 10 Liter in 30 Sekunden
  • tauschen Sie defekte Aquastops gegen den der Spülmaschine
  • bei geöffneten Waschmaschinen immer zuerst den Netzstecker ziehen
  • Grenzen Sie das Problem ein
  • notieren Sie die Fehlermeldung
  • drehen Sie beim Beenden des Waschvorgangs immer die Wasserzufuhr ab

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