Ob im Singlehaushalt oder in einer Familie mit Kindern, die Waschmaschine gehört zu den wichtigsten Elektrogroßgeräten. Weist das Gerät plötzlich einen Defekt auf und schleudert nicht mehr richtig, ist guter Rat teuer. Doch es ist längst nicht immer notwendig eine neue Maschine zu kaufen, häufig lassen sich die vorhandenen Fehler in Eigenregie beheben und die Lebensdauer des Geräts deutlich verlängern.

Spätestens wenn Sie einen großen Korb voll Wäsche aus Ihrer Maschine holen und diese noch triefend nass ist wird klar, die Maschine schleudert nicht mehr richtig. Ein Schockmoment, schließlich wird das Gerät dringend benötigt. Doch keine Sorge, bevor Sie den Kundendienst alarmieren oder sich auf die Suche nach einem neuen Waschautomat machen, sollten Sie eine Fehlerbehebung in Eigenregie durchführen. In vielen Fällen ist die Ursache für das Problem harmlos und kann mit wenigen Handgriffen behoben werden. Sparen Sie sich teure Handwerkergebühren oder einen Neukauf und reparieren Sie die Ursache einfach selbst.

Es gibt verschiedene, mögliche Fehlerquellen, wenn Ihre Waschmaschine plötzlich nicht mehr richtig schleudert. Die meisten dieser Gründe sind harmlos und können von Ihnen in selbst behoben werden. Die häufigsten Fehler sind:

  • falsche Beladung oder falscher Standort
  • Flusensieb ist verstopft
  • Pumpe von Fremdkörper verstopft
  • Ablaufschlauch ist verstopft

Diese Fehler sind harmlos und können von Ihnen selbst behandelt werden. Doch am Anfang steht die Ursachenforschung. Bei einer Frontlader-Maschine können Sie problemlos während des Schleudervorgangs zusehen und bereits Hinweise auf die Fehlerquelle erhalten. Wenn Ihre Wäsche nass aus der Maschine kommt bedeutet das nicht zwangsläufig, dass das Gerät nicht richtig schleudert, sondern dass das Wasser nicht abgepumpt wird. Die Folge ist, es bleibt während des Schleudervorgangs in der Maschine stehen und die Wäsche wird trotz ordentlicher Umdrehungen nicht trocken.

Standort und Beladung

Der Standort
waageOft liegt der Fehler gar nicht an der Maschine selbst, sondern an der fehlerhaften Handhabung. Insbesondere wenn die Waschmaschine nach einem Umzug oder an einem neuen Stellplatz nicht mehr richtig schleudert, sollten Sie den Standort überprüfen. Es ist für die ordnungsgemäße Durchführung des Schleuderprogramms wichtig, dass die Maschine einen sicheren Standort hat. Steht sie schräg oder kommt es zu übermäßiger Bewegung während des Schleuderns, wird das Programm möglicherweise abgebrochen und die Wäsche bleibt feucht.
Mit einer Wasserwaage können Sie mühelos austesten, ob der Standort Ihrer Maschine geeignet ist. Sollten Sie Unebenheiten feststellen, ist jedoch auch kein Umzug Ihrer Maschine an einen anderen Platz erforderlich. Es gibt spezielle Unterlagematten, die Ihrer Waschmaschine die notwendige Stabilität geben und dafür sorgen, dass sie künftig wieder bis zum Ende schleudert.

Die Beladung
Jede Waschmaschine hat eine maximale Kapazität an Wäsche die sie aufnehmen kann. Ist die Wäsche trocken, ist das Gewicht natürlich viel geringer und bis die Kapazität erreicht ist, kann einiges an Wäsche in die Trommel gegeben werden. Doch es gibt Kleidungsstücke, wie beispielsweise Daunenjacken, die sich stark voll Wasser saugen und ein Vielfaches mehr an Eigengewicht haben, wenn sie nass sind. So entsteht eine Überbeladung der Maschine und der Schleudervorgang ist nicht mehr ausreichend, um die Wäsche bereits anzutrocknen.
Achten Sie bei der Beladung Ihrer Waschmaschine darauf, dass Sie sehr saugfähige und große Kleidungsstücke separat waschen, um eine Überbeladung der Maschine zu vermeiden. Auch bei normaler Wäsche sollten Sie die maximale Aufnahmekapazität Ihres Geräts beachten, denn eine dauernde Überbeladung der Waschmaschine sorgt für mangelhafte Waschergebnisse.

Kontrolle und Reinigung des Flusensiebs

Benötigte Werkzeuge:

  • eventuell Schraubenzieher
  • alte Bettlaken, saugfähige Lappen
  • Microfasertuch
  • fusselfreies Handtuch

Jede Waschmaschine verfügt über ein Flusensieb, hier werden Flusen von der Wäsche gesammelt, die sonst in der Trommel hängen bleiben würden. Empfehlungen zur Folge sollte das Sieb alle zwei Jahre gereinigt werden doch im Alltag gerät diese kleine Arbeit oft in Vergessenheit. Ein verstopftes Sieb kann die Ursache dafür sein, wenn die Maschine nicht mehr richtig schleudert.

Die Entnahme

Flusensieb-1
Wasser über den kleinen Schlauch ablaufen lassen

Um das Flusensieb aus der Maschine zu entfernen, müssen Sie zunächst die Flusenklappe öffnen. Die befindet sich in der Regel in der linken, unteren Ecke an Ihrem Gerät. Links und rechts finden Sie zwei Hebel die Sie Richtung Mitte drücken können. Nun lässt sich das Sieb ganz leicht entnehmen. Wenn die Klappe der Maschine fest sitzt, können Sie mit einem Schraubenzieher nachhelfen und diese entfernen. Legen Sie vorher eine dickere Schicht aus alten Bettlaken oder saugfähigem Material auf den Boden, denn es könnte Restwasser aus dem Schacht austreten. Meist können Sie die Verschmutzungen schon mit bloßem Auge erkennen, doch besonders feine Flusen setzen sich auch in den Maschen des Siebs ab und stören die Funktionalität der Maschine.

Die Reinigung

Flusensieb-2Das Flusensieb können Sie bedenkenlos unter fließendem Wasser reinigen. Entfernen Sie groben Schmutz zunächst mit den Händen und der Duschbrause, denn gern verfangen sich Fusseln und Co. in den feinen Maschen und haften hier recht hartnäckig. Wenn die großen Schmutzstücke entfernt sind, nehmen Sie ein Baumwoll- oder Microfasertuch zur Hand und reiben Sie die äußere Siebseite sorgfältig ab. Auf diesem Weg werden feine Flusen entfernt, die mit dem bloßen Auge oft gar nicht sichtbar sind.

Wichtig: Verwenden Sie keine scharfen Reiniger wie Scheuermilch, denn diese könnten das Material beschädigen.

Nachdem Sie das Sieb bereits grob gereinigt haben, erfolgt die Feinarbeit. Lassen Sie etwas Wasser in die Badewanne oder das Waschbecken ein und geben Sie das Sieb hinein. Warten Sie ca. 30 Minuten und brausen Sie das Sieb dann sorgfältig mit der Brause ab. Stellen Sie den höchstmöglichen Wasserdruck ein, um sämtliche Reste aus den Maschen des Siebs zu spülen. Achten Sie darauf keine Reinigungsprodukte mit dem Sieb in Kontakt zu bringen, denn dadurch können Flusen später besser haften. Wenn das Sieb vollständig gereinigt ist, reiben Sie es mit einem fusselfreien Handtuch (Baumwolle) trocken und bauen es wieder in die vorhandene Öffnung ein.

Tipp: Kontrollieren Sie das Flusensieb künftig einmal im Jahr, um große Verschmutzungen zu erkennen.

Kontrolle und Reinigung der Pumpe

Benötigte Werkzeuge:

  • alte Tücher, Lappen
  • eventuell Zahnbürste
  • Taschenlampe

Die Pumpe Ihrer Waschmaschine ist dafür verantwortlich, dass Wasser abgepumpt wird. Liegt hier eine Verstopfung durch einen Fremdkörper vor, kann die Pumpe ihre Arbeit nicht mehr verrichten und das Wasser bleibt in der Maschine stehen. Die Folge ist, dass der Schleudergang keinen Effekt mehr hat und die Wäsche auch nach beendetem Waschgang noch vor Nässe trieft. Eine verstopfte Pumpe braucht keinen Elektriker, Sie können Fremdkörper ohne Mühe selbst entfernen und Ihrer Maschine neuen Schwung geben.

Der Zugang
Die eigentliche Pumpe wird durch das Flusensieb und ein Flügelrad geschützt, daher müssen Sie das Sieb zunächst entfernen, um eventuelle Fremdkörper zu erreichen. Legen Sie den Boden vorher mit saugfähigem Material oder Tüchern aus, denn es könnte Restwasser austreten. Hierfür öffnen Sie die Klappe an der Vorderseite Ihrer Maschine und entnehmen das Flusensieb. Wenn Sie jetzt mit einer Taschenlampe in die Öffnung leuchten können Sie das Flügelrad erkennen, was sich vor der Pumpe befindet.

Die Reinigung
Hier sammeln sich Fremdkörper an, die durch die Maschinentrommel gefallen sind. Mit den Fingern können Sie den Großteil dieses Unrats bereits entnehmen. Ob Knöpfe, große Flusen oder gar kleine Steinchen, entfernen Sie restlos alle Gegenstände, die im Flügelrad nichts zu suchen haben. Nachdem Sie sämtlichen Schmutz aus dem Flügelrad entfernt haben, können Sie das Flusensieb wieder einsetzen und die Klappe verschließen.

Tipp: Hat sich ein Gegenstand verhakt, können Sie ihn mit einer alten Zahnbürste oft mühelos entfernen.

Verstopften Ablaufschlauch reinigen

Benötigte Werkzeuge:

  • Schraubenzieher
  • Putzeimer
  • fettlösendes Spülmittel
  • Badewanne oder großen Bottich

Wenn Flusensieb und Pumpe nicht die Ursache dafür sind, dass Ihre Maschine nicht mehr richtig schleudert, ist der Ablaufschlauch eine weitere, mögliche Fehlerquelle. Auch dieser kann im Handumdrehen von Ihnen selbst gereinigt werden.

SchlauchBeachten Sie: Der Ablaufschlauch ist jener Schlauch, der von der Waschmaschine weg in die Badewanne oder in den Abfluss führt. Dort wird das Wasser nach der Maschinenwäsche abtransportiert. Wenn hier eine Verstopfung vorliegt kann das Wasser nicht mehr abfließen und es staut sich in der Maschine.

Schlauch ablösen
Bevor Sie mit den Arbeiten beginnen, lösen Sie bitte den Netzstecker von der Steckdose. Ziehen Sie die Maschine von der Wand hervor, so dass Sie problemlos Zugang zur Rückwand haben. Zunächst entfernen Sie mit dem Schraubenzieher die Schelle, mit der der Schlauch am Abfluss befestigt ist. Das nun lose Ende des Schlauchs legen Sie in den Eimer, da vermutlich Restwasser darin enthalten ist, was sonst auf den Fußboden laufen würde. Nun lösen Sie die Schelle an der Waschmaschine und ziehen den Schlauch ab. Halten Sie den Schlauch senkrecht in den Eimer, so dass sämtliches Wasser ablaufen kann.

Die Reinigung
Im Inneren des Schlauchs sammelt sich über Jahre hinweg meist eine dicke Schicht an Plaque, die Bildung eines Pfropfens droht. Eine einfache Durchspülung reicht daher leider meist nicht aus, um den Schlauch wieder vollständig zu reinigen. Lassen Sie Wasser in die Badewanne oder einen großen Bottich und geben Sie mindestens 20 ml Spülmittel hinzu. Achten Sie bei der Wahl des Spülmittels darauf, dass es eine hohe Fett- und Eiweißlösekraft besitzt. Im Handel gibt es auch spezielle Eiweißentferner, ein handelsübliches Spülmittel reicht jedoch eigentlich aus.

SchelleIm Idealfall lassen Sie den Ablaufschlauch nun über Nacht in der Spülmittellauge liegen, damit sich die Schlacken lösen können. Wenn Sie diese Zeit nicht aufbringen können, lassen Sie den Schlauch mindestens fünf Stunden einweichen, da sich festgesetzte Plaques sonst nicht richtig lösen können. Nach der Einwirkzeit lassen Sie das Wasser ablaufen und schrauben die Duschbrause vom Wasserschlauch. Spülen Sie den Abwasserschlauch nun gründlich durch, benutzen Sie den höchsten Wasserdruck. Schmutz und Schlacken werden nun aus dem Schlauch befördert, die Reinigung ist abgeschlossen, wenn nur noch klares Wasser durch den Schlauch fliest.

Tipp: Bei starken Verschmutzungen hilft eine Flaschenbürste aus dem Handel dabei, die Schlacken zu entfernen.

Tipps für Schnellleser:

  • Flusensieb
    • Maschinenklappe öffnen und Flusensieb entnehmen
    • grobe Flusen sofort entfernen
    • gründliche Reinigung unter fließendem Wasser
    • 30 Minuten in Wasser legen
    • Reinigung mit Microfasertuch
    • keine scharfen Reiniger verwenden
    • Abtrocknen mit fusselfreiem Handtuch
  • Pumpe
    • Pumpenzugang mit Taschenlampe ausleuchten
    • Flügelrad von Unrat befreien
    • hartnäckige Kleinteile mit Zahnbürste entfernen
  • Ablaufschlauch
    • Ablaufschlauch mit Schraubenzieher entfernen
    • Schlauch über Nacht in Badewanne einweichen
    • Wasser mit Spülmittel anreichern
    • Schlauch gründlich mit Duschschlauch ausspülen
    • Flaschenbürste zur Hilfe nehmen

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