Schritt für Schritt zur gefliesten Wand - wir zeigen, wie es geht.

Handwerkliche Arbeiten im eigenen Haushalt haben immer Konjunktur – und dies nicht nur aus Gründen einer reinen Kostenersparnis. Vielmehr macht das Do-it-yourself Werken Spaß. Vorausgesetzt Sie haben nicht gerade zwei linke Hände, werden Sie viel Freude am Ergebnis haben. Wie für andere Arbeiten, gilt dies auch für das Fliesenlegen.

Besonderheiten beim Verlegen von Wandfliesen in Küche und Badezimmer

Bei Fliesenarbeiten ist eine genaue Vorbereitung sowie Prüfung des Untergrundes besonders wichtig. Alle Untergründe müssen trocken, sauber, eben, tragfähig und staubfrei sein. Prinzipiell verlegen Sie die Wand- wie Bodenfliesen. Wände in Küche und Bad werden zumeist dort gefliest, wo äußere Einwirkungen, wie beispielsweise Feuchtigkeit, besonders extrem sind. Diese Umstände sollten Sie daher in die Vorbereitungen mit einbeziehen. Um später ein sehr gutes Gesamtbild zu erhalten, müssen Sie mit der ersten Fliesen-Reihe unterschiedlich beginnen. Warum? Beim Verlegen von Wandfliesen haben Sie insgesamt vier Optionen zur Verfügung: die Wände vollflächig fliesen, mit ganzen Fliesenreihen die Wände teilweise fliesen, bis hin zu einer vorher definierten Höhe sowie als sogenannter Fliesenspiegel (einen Streifen) zu fliesen. Dafür erhalten Sie zum professionellen Wandfliesenverlegen eine detaillierte Anleitung – inklusive und Material- und Werkzeugliste.

Die Schritt-für-Schritt Anleitung

Zunächst sollten sie eine Materialliste erstellen, die die wichtigsten Dinge zum Anfangen enthält:

  • Haftgrundierung beziehungsweise Sperrgrundierung (für feuchte Hintergründe)
  • Abstandskeile für Dehnfugen
  • Fugenkreuze
  • Fliesen
  • Fliesenkleber
  • Fugenmasse
  • Silikon für Handkartuschen
Abstandshalter sind wichtig, damit ein gleichmäßiges Bild entsteht.
Abstandshalter sind wichtig, damit ein gleichmäßiges Bild entsteht.

Dazu kommen Werkzeuge, die mindestens für eine gute Verarbeitung vorhanden sein sollten:

  • eine Bohrmaschine (mit Rührquirl)
  • Fliesenschneider
  • Eimer zum Mörtel anrühren
  • Fliesenbrechzange (sogenannte Papageienzange)
  • Keramik- oder Glasbohrer
  • Fugenkelle
  • Fugbrett mit Hartgummi
  • Zahntraufel
Zahntraufel - mit ihr lässt sich der Mörtel gut aufbringen.
Zahntraufel – mit ihr lässt sich der Mörtel gut aufbringen.

Dazu kommen noch ein paar Gegenstände, die für das Ausrichten sowie Verfugen von Wichtigkeit sind:

  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Maurerbleistift
  • ein Lot
  • eine Schlagschnur
  • ein Quast
  • ein Schwamm oder Schwammbrett
  • einen Gummihammer
  • Gummihandschuhe zum Verfugen

Nun geht es los – mit der Anleitung zum professionellen Fliesen verlegen

1) Voraussetzungen

Der Untergrund für die zu verarbeitenden Fliesen muss sauber, ganz eben und vor allem trocken sein. Zum Glätten von Unebenheiten sollten Sie entweder mit Spachtelmasse oder alternativ einem Fliesenkleber ausgleichen. Größere Unebenheiten können auch mit einem Betonschleifer plan abgeschliffen werden.

Legen Sie eine Grundlinie fest: Wandfliesen können Sie auf vielen verschiedenen Untergründen verlegen. Dazu zählen zum Beispiel Fliesen auf Fliesen, Gipskarton-Platten, Faserzementplatten, Porenbeton-Mauerwerk oder feuchtigkeitsbeständige Spanplatten. Zeichnen Sie zuerst eine senkrechte und dann eine waagerechte Grundlinie. An diesen Markierungen beginnen Sie schließlich mit der ersten Fliesenreihe. Das bedeutet: oberhalb der Linien waagerecht, anschließend senkrecht (in T-Form beziehungsweise Kopf stehend). Hilfsmittel dafür sind das Lot, die Wasserwaage, der Zollstock und die Schlagschnur.

2) Vorbereitungen vor dem Verlegen

Es kann unter Umständen sinnvoll sein, einen Haftgrund auf die Küchen- oder Badezimmerwand aufzutragen. Wenn der Untergrund der Wand stark saugend ist gibt es dafür genauso Grundierungen, wie für schwach oder überhaupt nicht saugende Untergründe. In Bädern, also Räumen mit einer meist hohen Feuchtigkeit kann es zudem sinnvoll sein, eine zusätzliche Sperrschicht aufzutragen. Im Anschluss daran, müssen Sie laut den Herstellervorgaben der Haft- und Sperrgrundierungen die Wände gut trocknen lassen.

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3) Vorbereiten der Wandfliesen

(vorher Verlegeplan erstellen – je nach gewünschter Fliesenhöhe und Form)

a) Wände werden vollständig gefliest:
Sollen die Wände vollständig gefliest werden, beginnen Sie immer mit der obersten Fliesenreihe! Reicht die letzte, untere Fliesenreihe nicht mehr für eine vollständige Fliese; fallen die dann abgeschnittenen Fliesen nicht so sehr auf.

b) Wände teilweise und auf eine unbestimmte Höhe fliesen:
Wollen Sie Wände beispielsweise halb- beziehungsweise dreiviertelhoch fliesen, ohne dass Sie bestimmte Maßvorgaben erfüllen müssen; beginnen Sie ganz unten mit der ersten Fliesenreihe, um dann die letzte Reihe mit vollständigen (ganzen) Fliesen zu beenden.

c) Wände teilweise auf eine bestimmte Höhe fliesen:
Wenn Sie auf eine vorher klar definierte Höhe Ihre Fliesen verlegen, beginnen Sie immer mit der obersten Reihe. Wie beim kompletten Verlegen von Wandfliesen bis zur Decke, fällt hier die letzte abgeschnittene Fliesenreihe weniger auf!

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d) Fliesen-Spiegel verlegen:
Fliesen-Spiegel werden meistens in Küchen verlegt. Als Ober- und Untermaß nehmen Sie die jeweilige Aufbauhöhe der Arbeitsplatte, und dazu die untere Abschlusskante der Hängeschränke. Bedenken Sie gegebenenfalls das Ausfliesen im Bereich einer vorhandenen Dunstabzugshaube. Dabei müssen Sie nicht vollkommen auf Maß arbeiten, denn an die Arbeitsplatte kommt eine zusätzliche Abschlussleiste – während die Wandfliesen oben etwas bis unter die Wandschränke reichen sollten. Die Hängeschränke werden schließlich im Wandabstand oben bei der Befestigung ausgeglichen.

e) Die symmetrisch geflieste Fläche:
Tipp: Beginnen Sie hier nicht mit ganzen Fliesen an der Wandseite! Legen Sie zuerst die Raummitte fest und berechnen Sie dann den Bedarf an Fliesen, die nebeneinander bis zur Wand reichen. Um möglichst vollständig volle Fliesen-Reihen verlegen zu können, beginnen Sie entweder mit je einer Fliese links und rechts der Mitte – oder verlegen Sie die erste Fliese mittig, also hälftig auf beiden Wandhälften! So arbeiten Sie sich kontinuierlich zu einer symmetrischen Fläche vor.

4) Verlegen Ihrer Wandfliesen

Nun können Sie mit dem konkreten Verlegen der Wandfliesen in Küche oder Bad beginnen. Tragen Sie als erstes den Fliesenkleber mit der Zahntraufel auf die Wand auf, und kämmen Sie aufkommende Stege in dem Fliesenkleber. Nehmen sie dazu nur so viel Kleber, dass maximal eine Fläche von vier Fliesen bedeckt ist – damit Sie die Möglichkeit haben, bei Bedarf immer die Fliesen auszurichten. Pressen Sie nun mit kreisenden Schwimm-Bewegungen die Fliesen in den Kleber ein, ohne diese bis zum Grund zu drücken.

Orientieren Sie sich immer an der befestigten Schlagschnur und dem angebrachten Lot. Damit die Fliese selbst im Lot ist, überprüfen Sie die Lage mit einer Wasserwaage und korrigieren Sie bei Bedarf mit einem Gummihammer. Beachten Sie zusätzlich die Dehn- sowie die Fliesenfugen. Für den richtigen Abstand der Fliesen-Reihen benutzen Sie am besten Fugenkreuze und Abstandskeile!

5) Verfugen der Wandfliesen

Sind Sie mit dem Fliesen verlegen fertig, ist der Kleber in der Regel genügend ausgehärtet; damit Sie mit dem nächsten Schritt – dem Verfugen, beginnen können. Tragen Sie dazu den Kleber mit der Traufel oder einer Abziehkelle auf. Verteilen Sie den Kleber anschließend mit dem Fug-Gummibrett. Nach kurzer Zeit ist der eingesetzte Fugenmörtel ausgehärtet; jedoch kann er noch bearbeitet werden. Waschen Sie dann die überschüssige Fugenmasse mit dem Schwammbrett oder einem Schwamm von den Fugen und Fliesen herunter. Danach verfugen Sie die Dehn-Fugen mit der Silikonmasse. Mit einer Handkartusche geht dies zügig und genau vonstatten. Zudem können Sie überschüssiges Silikon später mit einem Cutter-Messer leicht entfernen.

Gerade in Feuchträumen wie Badezimmern und Küchen, sollten Sie vorzugsweise einen sogenannten Flex-Kleber verwenden. Dieser gleicht im Gegensatz zu anderen Klebern die auftretenden thermischen Spannungen besser aus. Ebenso eignet sich ein Flex-Kleber viel besser bei Steingutfliesen. Diese Fliesenart ist zum Beispiel in Küchen nach wie vor sehr beliebt (und eignet sich gut bei rustikalen Kücheneinrichtungen).

Tipp: ein Fliesenkleber für Feinsteinzeug-Fliesen ist im Grunde nichts anderes als ein flexibler Kleber.

In Bädern und Küchen verwenden Sie am besten eine speziell dafür vorgesehene Fugenmasse. Nehmen Sie ein anderes Mittel, wie zum Beispiel normalen Mörtel, verschmutzen die Fliesen-Fugen sehr stark. Außerdem neigen sie dann später zum regelrechten Zerbröseln – was die Haltbarkeit der Fliesenverbindungen natürlich stark beeinträchtigen wird.

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Beachten Sie diese Punkte in kontinuierlicher Reihenfolge, so werden Sie sicherlich mit ein wenig Übung schon nach kurzer Zeit ein respektables Arbeitsergebnis erzielen.

Tipps für Schnellleser:

  • zuerst Stromkreis am Sicherungskasten abschalten
  • Stichwort: offener Starkstrom in Küchen (Herdanschluss)
  • Untergrund ebnen – sonst plan schleifen
  • bei hoher Feuchtigkeit Sperrschicht auftragen
  • mit einer Fliesenfräse Fliesen bogenförmig oder in runder Form zuschneiden
  • Fliesen sollten an beiden Seiten symmetrisch abschließen
  • an aufeinander treffenden Wänden zugeschnittene Fliesen verwenden
  • Dehnungsfugen beachten – Abstand der anstoßenden Fliesen-Reihen zueinander
  • nur so viel Kleber verwenden, dass höchstens vier Fliesen bedeckt sind
  • Ausrichtung der Fliesen mit Lot und Wasserwaage
  • Fugenkreuze und Abstandskeile für den korrekten Abstand
  • Dehnfugen mit Silikonmasse verfugen
  • Flex-Kleber für Steingutfliesen einsetzen
  • Cuttermesser zum Entfernen überschüssiger Fugenmasse
  • nach dem Aushärten Fliesen mit feuchtem Schwamm abwischen
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Feli
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