Wandelröschen sind wunderschöne Blühpflanzen. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und sogar mehrfarbige Sorten, bzw. Sorten, welche die Farben wechseln, woher sie auch ihren Namen haben. Besonders beliebt sind Hochstämme, die Krone als Kugel geschnitten.

Bevor man sich ein Wandelröschen zulegt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die gesamte Pflanze giftig ist. Die Symptome der Vergiftung sind denen der Tollkirsche ähnlich. Es gibt unterschiedliche Zuchtformen im Handel. Alle sind nicht winterhart, können im Freien nicht überleben. Ansonsten sind sie pflegeleicht. Einzige Schwierigkeit ist die Überwinterung.

Schöne Sorten

Das Wandelröschen gibt es in den verschiedensten Farben. Es ist natürlich Geschmackssache, für welche Farbkombination man sich entscheidet. Eigentlich sind sie alle schön. Die Pflanzen wirken einzeln, aber wenn man mehrere gleiche zusammenpflanzt, ist die Leuchtkraft der Farben größer. Die Blüten der Bandana-Serie gelten als die größten. Sie sind mindestens zweifarbig.

  • Arlequin – dunkelrosa mit gelb
  • Bandana Orange Sunrise – orange mit gelb
  • Bandana Pink – hellrosa mit weiß
  • Bandana Rose – kräftiges pink mit weiß
  • Calippo Tutti Frutti – orange, gelb, violett, rosa
  • Esperanta Compact Red – rot-gelb
  • Fabiola – lachsrosa mit gelb
  • Lantropics Yellow Cream – cremegelb
  • Lucky TM Pot of Gold – dunkelgelb
  • Lucky TM Yellow Improved – hellgelb
  • Professor Raoux – scharlachrot mit orange
  • Schloss Ortenburg – ziegelrot mit lachs und gelb
  • Schneewittchen – weiß
  • Tropic Cocomilk – weiß mit gelb

Der Standort

Wandelröschen mögen es warm und sonnig. Am liebsten ist ihnen also ein sonniger Platz. Wenn der Halbschatten hell genug ist, kommen sie auch damit zurecht. Zu wenig Sonne hat Einfluss auf die Blütenfülle. Ideal ist ein vor Regen geschützter Standort. Dort fühlen sie sich besonders wohl. Als reine Zimmerpflanze ist das Wandelröschen ungeeignet. Sobald die Temperaturen unter 10°C  sinken, muss die Pflanze eingeräumt werden.

  • Sonnig und warm, am besten unter einem Dachvorstand
  • Wenn möglich regengeschützt
  • Keinesfalls zu dunkel

Das Pflanzsubstrat

Wie viele Blühpflanzen mag das Wandelröschen nährstoffhaltige Erde. Außerdem sollte sie locker und durchlässig sein, damit Staunässe vermieden wird. Wichtig ist, dass der pH-Wert stimmt. Er darf nicht kalkhaltig, also alkalisch sein. Günstig ist neutrale Erde, saure geht aber auch.

  • Nährstoffhaltig, durchlässig und nicht kalkhaltig
  • Er muss durchlässig sein, aber doch Nährstoffe und Wasser speichern können

Das Pflanzen

Beim Pflanzen ist zu beachten, dass das Gefäß groß und standfest genug ist. Damit überschüssiges Wasser ohne Probleme ablaufen kann, ist eine Drainage im Topfboden einzubauen.  Gut geeignet sind Kies, alte Tonscherben, Kiesel oder ähnliche Materialien.Wandelroeschen2

Umgetopft wird das Wandelröschen, wenn das Pflanzgefäß gut durchwurzelt ist. Das ist meist daran zu erkennen, dass sich die Pflanze oben aus dem Gefäß hebt oder die Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen. Man nutzt nur ein wenig größeres Gefäß, damit die Pflanze nicht nur mit Wurzelbildung beschäftigt ist, sondern auch noch Kraft für die Blüten hat. Beim Umtopfen sollten natürlich keine Wuzeln verletzt werden.

  • Gefäß groß genug, aber nicht zu groß und standfest
  • Drainage im Topfboden
  • Umtopfen, wenn Wurzeln aus Abzugsloch wachsen oder sich die Pflanze oben aus dem Gefäß hebt

Tipp: Da Wandelröschen eine gleichmäßige Wasserzufuhr mögen, ist ein Pflanzgefäß mit Bewässerungssystem günstig. Sind sie einmal angewachsen, was etwa 6 Wochen dauert, versorgen sie sich selbst mit dem benötigten Wasser und das Reservoir muss nur einmal wöchentlich bis einmal monatlich aufgefüllt werden, je nach Gefäßgröße und übriger Bepflanzung.

Das Gießen

Beim Gießen ist wichtig, dass das Wasser nicht kalkhaltig ist. Regenwasser ist gut geeignet. Außerdem mögen es die Pflanzen gar nicht, wenn unregelmäßig gegossen wird, also, wenn der Boden erst stark austrocknet und dann wieder alles nass ist. Regelmäßige Wassergaben sind gefragt, so dass der Boden immer gleichmäßig leicht feucht ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Deshalb ist besser, keine Untersetzer oder Übertöpfe zu nutzen, bzw. diese etwa 15 Minuten nach der Wassergabe zu kontrollieren und vorhandenes Wasser wegzukippen.

  • Kalkfreies, also weiches Wasser verwenden
  • Regelmäßig gießen, Boden gleichmäßig leicht feucht halten
  • Keine Staunässe

Das Düngen

Wie schön erwähnt, benötigen Wandelröschen reichlich Nährstoffe. Deshalb muss gedüngt werden. Damit wird begonnen, wenn die Wandelröschen nach der Überwinterung zurückgeschnitten wurden und in die neue Saison starten sollen. Anfangs reicht es, einmal im Monat zu düngen. Sobald sich erste Blütenansätze zeigen, wird auf zweimal monatlich erhöht. Beim Dünger ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Stickstoff enthalten ist, dieser fördert das Längenwachstum und den Blattaustrieb. Für die Blüten ist mehr Phosphor empfehlenswert. Ab September wieder monatlich düngen und im Winter die Gaben ganz einstellen.

  • Nach der Überwinterung mit Düngen beginnen, monatlich
  • Ab Erscheinen der Blütenknospen 14tägig
  • Ab September – monatlich
  • Im Winter nicht düngen
  • Nicht überdüngen!!

Der Schnitt

HochstammNach der Überwinterung sehen die Pflanzen manchmal ziemlich zerzaust aus. Ein Schnitt kann da allerhand richten. Vor allem Hochstämmchen, die eine Kugelkrone tragen sollen, müssen nun geschnitten werden. Wandelröschen kommen mit dem Schnitt gut klar, auch mit einem kräftigen. Der wirkt sich in der Regel günstig aus, da die Pflanzen ausschließlich an den jungen Trieben blühen, nicht bzw. kaum an den alten. Geschnitten werden kann nach Gefühl, welche Form und Größe eben erzielt werden soll. Zum Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, die Pflanzen enthalten Giftstoffe.

Wer sich die  Mühe macht, Verblühtes abzuschneiden, kann sich die gesamte Saison über neue Blütenansätze freuen und die Blühsaison somit verlängern.

  • Nach der Überwinterung schneiden, je nach Größe und Form kräftig schneiden
  • Handschuhe tragen
  • Verblühtes abschneiden um Blüten zu fördern

Wer sich ein Hochstämmchen erziehen möchte, kann dies durch geeignete Schnittmaßnahmen tun.

Die Überwinterung

Wandelröschen mögen keinen Frost. Deshalb müssen sie im Herbst rechtzeitig eingeräumt werden. Sie benötigen ein entsprechendes Winterquartier. Dieses sollte nicht zu warm und nicht zu kalt sein. Ideal sind Temperaturen um die 10°C und viel Licht. Ideal ist ein kühler Wintergarten. Auch ein Kalthaus, welches stabil bei diesen Temperaturen gehalten wird, ist gut geeignet. Licht ist wichtig, wobei die Pflanze bei diesen Temperaturen auch mit etwas weniger auskommt. Bei der warmen Überwinterung in einem beheizten Raum muss es sehr hell sein. Hier kann eine Pflanzenlampe von Vorteil sein.

  • Ideale Überwinterungstemperaturen – um die 10°C, dabei ausreichend hell
  • Bei warmer Überwinterung sehr viel Licht
  • Keine Temperaturen unter 8°C
  • Je kühler die Temperaturen, umso weniger gießen
  • Nicht düngen

Wandelroeschen1

Wem beide Methoden nicht zusagen, kann das Wandelröschen auch im Keller ohne Licht überwintern. Das ist allerdings nicht ideal. Die Pflanzen werfen ohne Licht schnell ihre Blätter ab. Da es eine immergrüne Pflanze ist, bedeutet dies Stress. Sind die Blätter weg, wird das Gießen fast eingestellt und man lässt die Pflanze bis Ende Januar, Anfang Februar so ruhen. Dann sollte es heller und wärmer gestellt werden. Auch kann langsam wieder gegossen werden.

  • Keller – nicht ideal
  • Nur bis Ende Januar/Anfang Februar, dann wieder ins Licht und wärmer

Da die Bedingungen für die Überwinterung selten ideal sind, muss mit Problemen gerechnet werden. Die Pflanzen sind geschwächt. Häufig stellen sich Schädlinge ein. Daher ist es wichtig, die Pflanzen regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Außerdem droht Pilzbefall. Auch hier hilft Kontrolle. Je früher die Plagegeister bzw. Erkrankungen entdeckt werden, umso schneller kann etwas gegen sie getan werden.

  • Auf Schädlingsbefall und Krankheitsanzeichen kontrollieren
  • Sofort Gegenmaßnahmen ergreifen

Die Vermehrung

In einer warmen und feuchten Umgebung neigt das Wandelröschen dazu, sich massenhaft zu vermehren und wird deshalb in einigen Ländern als invasive Pflanze geführt. In unserem mitteleuropäischen Klima besteht die Gefahr nicht. Hier werden die Pflanzen durch Stecklinge oder durch Aussaat vermehrt. Bei der Aussaat erhält man allerdings keine in Farbe und Form einheitlichen Nachkommen, bei der Stecklingsvermehrung schon.

Stecklinge

  • Stecklinge im Frühjahr schneiden, unter den Laubverknotungen abtrennen
  • Alternativ im August, sie werden über den Winter aufgezogen und blühen dann schon im nächsten Jahr
  • Blätter bis auf 3 oder 4 und alle Blütenansätze entfernen
  • Entweder Steckling in Wasserglas stellen oder in ein Sand-Torf-Gemisch stecken
  • Bei eingepflanzten Exemplare einen Kunststoffbeutel über das Gefäß stülpen
  • Wenig wässern, nur ganz leicht feucht halten
  • Warm und hell stellen, aber nicht in die Sonne

Aussaat

  • Fruchthülle entfernen und auf Pflanzerde legen, leicht mit Erde bedecken
  • Gefäß mit Glas oder Folie bedecken, aber täglich lüften
  • Leicht feucht halten
  • Kann bis zu 6 Wochen dauern, bis die Samen aufgehen
  • Pikieren, wenn sich 3 bis 4 Blätter gebildet haben
  • Nach den Eisheiligen oder, wenn die Pflanzen eine Höhe von etwa 10 cm erreicht haben, können sie ins Freie

Krankheiten/Schädlinge

Krankheiten
Wandelröschen sind eigentlich sehr robust. Was ihnen zu schaffen macht ist zu viel Feuchtigkeit. Kommen dann noch kühlere Temperaturen dazu, ist das gar nicht gut. Die Erde muss immer erst oberirdisch abtrocknen, bevor erneut gegossen wird. Am besten macht man die Fingerprobe. Wenn die Wurzeln faulen, hilft eventuell noch umtopfen und deutlich trockener halten. Ist die Fäulnis schon zu weit fortgeschritten, ist die Pflanze meist nicht mehr zu retten.

  • Fäulnis durch Nässe

Schädlinge

Blattläuse
Blattläuse

Bei den Schädlingen sind es vor allem Weiße Fliegen, welche den Pflanzen zu schaffen machen und das vor allem bei der Überwinterung. Auch Blattläuse treten hin und wieder auf, nicht nur bei der Überwinterung. Bei wenig Luftfeuchtigkeit muss auch mit Spinnmilben gerechnet werden. Auch wenn es die Pflanzen zusätzlich schwächt, ist ein systemisch wirkendes Mittel oft die beste Lösung. Es wird von den Pflanzen aufgenommen und die Insekten, welche den Pflanzensaft saugen, nehmen das Gift mit auf und verenden. Hausmittel helfen bei geringem Befall, wenn dieser also rechtzeitig erkannt wird. Dann sollte man die Pflanzen gleich mit einer Wasser-Schmierseifen-Lösung besprühen. Gegen die Weiße Fliege helfen Gelbtafeln. Alternativ können Schlupfwespen eingesetzt werden, aber das ist vom Quartier abhängig. Im Wohnzimmer möchte die wohl keiner haben.

Fazit

Wandelröschen sind wunderbare Blühpflanzen. Den gesamten Sommer erfreuen sie uns mit ihrem Blütenreichtum und viele Sorten auch mit dem „Wandeln“ der Blütenfarbe. Die Pflege ist einfach, wenn sie einen guten Standort und ein passendes Substrat haben. Es muss regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Viele Wandelröschen werden im Spätherbst einfach entsorgt, meist, nachdem der erste Frost ihre Schönheit besiegt hat. Es ist aber gar nicht kompliziert, sie zu überwintern. Der Versuch ist es wert. Im Frühling dann sollten die Pflanzen ordentlich geschnitten werden. Sie müssen langsam an die Sonne gewöhnt werden. Dann beginnt die neue Saison und viele Blüten sind garantiert.

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