In einem Utensilo finden allerlei Kleinteile Platz, die sonst nur herumliegen würden. So finden hier Spielzeuge, Pflegeprodukte oder auch Schreibwaren und alles andere Platz. So ein Utensilo ist nicht nur besonders praktisch, sondern kann auch sehr dekorativ sein, wenn man passende Stoffe verwendet.

Hier erfahren Sie nun, wie Sie selbst so ein praktisches Utensilo herstellen können Schritt für Schritt.

Für dieses Utensilo sollte man bequem 2 Stunden Arbeitszeit einplanen. Geübte Näher und Näherinnen kommen sicher schneller zum Ergebnis.

Material und Vorbereitung

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Legen Sie sich alle benötigten Materialien bereit. So können Sie mit den Arbeiten in aller Ruhe beginnen und müssen nicht ständig aufstehen und nach weiterem Material suchen.

Das benötigen Sie:

  • Nähmaschine
  • 1 bis 2 Stoffe (für diesen Schnittmuster insgesamt 1 m Stoff)
  • Garn
  • Einfädler
  • Stecknadeln
  • Maßband
  • Schere
  • Papier für das Schnittmuster
  • Wenn vorhanden Rollschneider mit Schneidmatte
  • Stoffmarker oder Schneiderkreide
  • eventuell Nahtauftrenner für das Auftrennen von falschen Nähten

Die Nähmaschine
Für dieses Utensilo müssen Sie keine besondere Nähmaschine mit speziellen Funktionen besitzen. Die Maschine in diesem Beispiel ist von Silvercrest und kostet neu etwa 100,- Euro.

Der Stoff
Grundsätzlich eignen sich nahezu alle Stoffe für ein Utensilo. Für Anfänger empfehlen sich stets Baumwollstoffe. Für den Innenstoff eignet sich besonders eine Art Wachstuch, da dieser Stoff schon relativ steif ist und das Utensilo so nicht zusammenfällt. Wer andere, weichere Stoffe verwenden möchte, benötigt zusätzlich noch Bügelvlies, um alles zu verstärken, damit das Utensilo in Form bleibt. Stoffe bekommt man ab 5,- Euro pro laufenden Meter. Nach oben gibt es hier fast keine Grenze.

Das Garn
Bei diesem Utensilo ist die Farbe des Garns fast egal, da man die Nähte, bis auf die letzte Schließnaht, nicht sieht. Weißes Garn ist natürlich auf den meisten Stoffen gut sichtbar, sodass man schnell erkennt, ob man alles richtig genäht hat.
Natürlich benötigt man für jede Nähmaschine das Garn für den Ober- und Unterfaden.

Der Einfädler
Wer Schwierigkeiten hat, den Faden an der Maschine durch die kleine Öse der Nähnadel zu schieben, kann sich mit einem Einfädler helfen. So spart man sich nerviges Gefummel.

Maßband
Das Maßband wird für die Erstellung des Schnittmusters benötigt. Alternativ kann natürlich auch ein Lineal verwendet werden.

Papier
Hiermit erstellen Sie Ihr Schnittmuster. Dies eignet sich besonders für Anfänger. Geübte Näher und Näherinnen können die Maße auch direkt auf den Stoff bringen.

Rollschneider oder Schere
Zum Zuschneiden des Stoffes und des Schnittmusters.

Stoffmarker oder Schneiderkreide
Ein Stoffmarker ist eine Art Filzstift, mit dem man Schnittmuster auf Stoffen aufbringen kann. Wenn später noch Linien zu sehen sind, kann man diese einfach mit einem feuchten Tuch wegtupfen oder man wäscht das Utensilo einfach aus. Alternativ kann das Aufbringen des Schnittmusters auch mit Schneiderkreide vorgenommen werden. Auch diese lässt sich leicht wieder entfernen und ist meist in weiß, grau oder blau erhältlich. Sowohl Stoffmarker und Schneiderkreide kann man für ca. 3 bis 5 Euro im Handel bekommen.

Nähanleitung

1. Erstellen Sie sich ein Schnittmuster

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Wichtig: Nehmen Sie sich dafür viel Zeit. Je akkurater das Schnittmuster, desto schöner wir das Endergebnis.

Sie können die gleichen Maße wie im Beispiel verwenden oder Sie passen sich alles im ähnlichen Verhältnis an. Wenn alles passt, können Sie die Form ausschneiden.

2. Legen Sie nun das Schnittmuster auf den Stoff und umzeichnen Sie ihn mit einem Marker oder Schneiderkreide. Wenn Es schwerfällt, das Schnittmuster nicht verrutschen zu lassen, stecken Sie es einfach mit ein paar Stecknadeln fest. Insgesamt werden 4 gleiche Stoffstück benötigt. Hier wurden 2 Stück aus einem Baumwollstoff ausgeschnitten und 2 Stück aus einem Wachstuchstoff.

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3. Nun geht es an die Nähmaschine. Fädeln Sie nun den Ober- und den Unterfaden nach Anleitung Ihrer Nähmaschine ein.

4. Legen Sie ein Stück Außenstoff (Baumwolle) auf ein Stück Innenstoff (Wachstuch). Beide Stoffe liegen mit den rechten Seiten, also den „schönen“ Seiten, aufeinander. Anfänger stecken die Stoffe am besten mit Stecknadeln zusammen, um ein Verrutschen beim Zusammennähen zu verhindern.

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5. Stellen Sie nun die Stichart an der Maschine ein. Am besten eignet sich ein Geradstich mit kurzem Abstand.

6. Nun werden die beiden langen Seiten zusammengenäht. Schneiden Sie dann den Faden einfach ab. Wiederholen Sie die Schritte 4 bis 6 mit den anderen beiden Stoffteilen gleichermaßen.

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ACHTUNG: Vergessen Sie nicht, die Nähte am Anfang und am Ende zu verriegeln. Das bedeutet, dass man mit der Naht normal beginnt, kurz zurücknäht und wieder vor. Falls Sie dies nicht tun, könnten sich die Nähte vorn und/oder hinten wieder ungewollt öffnen. Wie Sie mit Ihrer Nähmaschine zurücknähen können, entnehmen Sie bitte der Anleitung Ihrer Maschine. Meist ist an den Maschinen vorne recht ein größerer Schalter vorhanden.

7. Nun haben Sie zwei gleich Teile. Die einzelnen Teile nun „auseinander klappen“ und rechts auf rechts aufeinander legen. Dabei liegen die gleichen Stoffe aufeinander, also Außenstoff auf Außenstoff. Wenn nötig, einfach noch feststecken.

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8. Es werden die beiden langen Seiten zusammengenäht. Lassen Sie eine Öffnung zum Wenden frei.

9. Im nächsten Schritt werden die kurzen Seiten zusammengenäht, sodass jetzt nur noch die 4 Ecken offen sind.

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10. Die noch offenen Ecken werden nun auseinander gezogen und auseinander gelegt, sodass eine gerade Kante entsteht. Es ist nun eine lange Kante statt zwei kurzer. Diese Kante wird nun einfach zugenäht. Dies wird so an allen vier Ecken vorgenommen.

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11. Nun sollte Ihr Nähstück wie auf dem Foto aussehen.

12. In diesem Schritt wird das fast fertige Utensilo durch die noch freie Öffnung gewendet.

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13. Jetzt geht es noch ein letztes Mal an die Nähmaschine: Schließen Sie die Wendeöffnung, indem Sie die Stoffkante in der Breite der bereits verwendeten Nahtzugabe um legen. Nun nähen Sie so nah wie möglich an der Kante entlang; nach wie vor mit einem Geradstich.

14. Stecken Sie nun das Innenteil in das Außenteil und arbeiten Sie die Ecken schön heraus.

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ACHTUNG: Sollten Sie die Wendeöffnung in dem Innenstoff gelassen haben, so vertauschen Sie einfach die Schritte 14 und 13. Das heißt, Sie stecken erst das Innenteil in das Außenteil und schließen erst dann die Wendeöffnung.

15. Wer möchte kann nun den oberen Rand noch mit einer Ziernaht versehen. Dann müssen Sie den Rand nur noch nach Belieben umkrempeln und Ihr selbstgenähtes Utensilo ist fertig.

Tipps für Schnellleser:

  • Schnittmuster erstellen
  • 4 Stoffteile zuschneiden
  • 2x einen Innen- und einen Außenstoff aufeinander nähen an der langen Kante
  • beide großen Teile auseinander klappen und gleichen Stoff auf gleichen Stoff legen
  • lange Kanten zusammennähen (Öffnung zum Wenden lassen)
  • kurze Kanten zusammennähen
  • Die offenen Ecken auseinander ziehen und zusammen nähen (4x)
  • wenden
  • Wendeöffnung schließen
  • Innenteil in das Außenteil stecken
  • Rand umkrempeln

Nun ist Ihr persönliches Unikat fertig und Sie können es nach Belieben nutzen. Natürlich ist so ein Utensilo auch ein optimales Geschenk, über das sich wohl jeder freut.

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