Unterschied zwischen Zement, Putz und Mörtel – Eigenschaften

Unterschied zwischen Zement, Putz und Mörtel

Auf Baustellen und selbst im Heimbereich kommen zahlreiche Werkstoffe zum Einsatz, von denen sich einige zum Verwechseln ähnlich sehen. Immer anzutreffen sind Zement, Putz und Mörtel, die sich aufgrund ihrer Farbe zum Verwechseln ähnlich sehen. Dennoch werden diese Baustoffe für komplett unterschiedliche Aufgaben verwendet und müssen daher miteinander verglichen werden, damit nicht der falsche Stoff für das Bauprojekt genutzt wird.

Putz, Mörtel und Zement sind grundlegende Werkstoffe im Bauwesen und werde für groß angelegte Vorhaben wie ein Mehrfamilienhaus, aber auch für einfache Mauern im privaten Garten benötigt. Sie gehören auf der Baustelle zu den grauen Werkstoffen, die sich anhand ihrer Farbgebung und Konsistenz kaum unterscheiden lassen, dafür aber in der Verwendung und den Eigenschaften. Obwohl sich die drei Stoffe so ähnlich sehen, werden diese für komplett andere Aufgaben genutzt und aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie diese unterscheiden können. So laufen Sie nicht Gefahr, den falschen Baustoff zu nutzen und dadurch die Fertigstellung des Projekts zu gefährden.

Gemeinsamkeit: Rohstoffe

Trotz ihrer unterschiedlichen Eigenschaften bestehen die drei Baustoffe zum größten Teil aus den gleichen Rohstoffen:

  • Kalkstein
  • Sand
  • Ton

Das ist auch der Grund, warum sie sich in Bezug auf die Farbe so ähnlich sehen und auf den ersten Blick nur schwer bis gar nicht unterschieden werden können. Für die einzelnen Stoffe kommen dann noch Zusatzstoffe dazu, die den Baustoff für den jeweiligen Verwendungszweck nutzbar machen, wie zum Beispiel Verflüssiger oder Farbstoffe. Die Baustoffe hängen eng miteinander zusammen, doch sind es die Zusatzstoffe, die die endgültige Verwendung bestimmen. All diese Baustoffe werden zum größten Teil in trockener Form angeboten und mit Wasser oder speziellen Lösungen angemischt.

Unterschied

Was ist Zement?

Bei Zement handelt es sich um einen der wichtigsten Baustoffe, der in einer leicht anderen Form schon den Römern bekannt war und dort „Opus caementicium“ genannt wurde. Im Grunde handelt es sich beim „Bruchstein“, vom lateinischen caementicium, um ein Bindemittel für Bauvorhaben, das einen essentiellen Stoff der folgenden Endprodukte darstellt;

  • Zementmörtel
  • Beton

Zement

Es handelt sich generell um einen mineralischen Baustoff, der zum größten Teil aus Kalk und Ton besteht. Diese beiden Rohstoffe werden zusammen mit Quarzsand und Eisenerz angereichert und zusammen gemahlen, was die Grundform des Zements darstellt. Anschließend wird diese Mischung bei einer Temperatur zwischen 1.400 und 1.500°C gebrannt und es entstehen die sogenannten Zementklinker, kleine Kügelchen aus den mineralischen Stoffen des Zements. Diese Kugeln sind recht hart und lassen sich gut mit weiteren Stoffen vermischen, die anschließend den Typ des Zements bestimmen:

  • Hüttensand
  • Flugasche
  • Gips
  • Kalkstein
  • weitere anorganische Zusatzstoffe
  • weitere natürliche Zusatzstoffe

Werden diese Stoffe der bisherigen Mischung verabreicht, entsteht das Produkt Zement, welches essentiell im heutigen, industriellen Hausbau und selbst für eigene Projekte in Haus und Garten ist. Um die Zementmischung verwenden zu können, wird diese mit Wasser in einem entsprechenden Verhältnis gemischt, den Zementleim ergibt. Alleine wird Zement eigentlich nicht verwendet, auch wenn der Baustoff hart wie Stein wird, dennoch nicht beständig ist und deshalb mit anderen Stoffen zu einem witterungsbeständigen oder dem Zweck entsprechendem Endprodukt vermengt wird:

  • Beton: Sand, Kies und Wasser
  • Mörtel: Wasser und Sand

Aufgrund der leicht bindenden Eigenschaften des Zements lässt sich dieser problemlos mit anderen Gesteinen verwenden und kann dadurch als Bindemittel verwendet werden. Eine wichtige Einteilung findet sich noch beim Zement, denn die verwendeten Grundstoffe definieren zudem den Typ des Zements:

1. Portlandzement: Unter Portlandzement wird der Klassiker des heutigen Zements verstanden, der 1824 vom Briten Joseph Aspdin patentiert und nach der Kalksteininsel Isle of Portland benannt wurde, die farblich an den typischen Grauzement erinnert. Dieser besteht zu 90 Prozent aus Portlandklinker, der aus den oben beschriebenen Stoffen besteht und die häufigste Grundlage für Beton und Mörtel ist. Seine günstige Herstellung und leichte Nutzung machen den Portlandzement zu einem unverkennbaren Werkstoff.

2. Trasszement: Trasszement ist ein spezieller Baustoff, der nicht allein aus Kalk und Ton besteht, sondern auch aus maximal 35 Prozent Trass. Bei Trass handelt es sich um Gestein vulkanischen Ursprungs, welches dem Trasszement seine einzigartigen Eigenschaften verleiht. Diese erhärtete Vulkanasche ermöglicht zusammen mit den anderen Rohstoffen einen Zement, der die folgenden Eigenschaften aufweist:

  • elastisch
  • witterungsbeständig
  • äußerst widerstandsfähig
  • schützt vor Ausblühungen
  • nicht anfällig für Fleckenbildung

Trasszement

Trasszement wird nicht üblicherweise für den Bau von modernen Hochhäusern oder ähnlichem verwendet, sondern für Denkmäler und die Nutzung von Natursteinen.

Tipp: Ausblühungen (Effloreszenz) beschreiben einen Zustand, bei dem Salze in der Form von Kristallen oder Pulver aus der Oberfläche des Bauwerks gelöst werden. Je stärker diese Ausblühungen sind, desto mehr verkrusten diese Salze und können das Mauerwerk stark schädigen.

Was ist Mörtel?

Bei Mörtel handelt es sich in der Verwendung nicht um ein Bindemittel, sondern eine Masse, die formbar ist und für das Schließen von Zwischenräumen von Bausteinen genutzt wird. Mörtel dient als „Kleber“ für die Bausteine und sorgt aufgrund der Eigenschaften für einen guten Halt. Der Baustoff ist ein essentielles Element für Gebäude aus Mauerziegeln, Backsteinen, und charakteristisch für deren Aussehen. Die Eigenschaften von Mörtel erklären ebenfalls die Verwendung des Stoffs:

  • hohe Elastizität
  • wird schnell und bleibt hart
  • ebenfalls ein Grundstoff von Putz (Putzmörtel)

Zu Beton unterscheidet sich das Gemisch in der Korngröße. Da es keinen Kies enthält, beläuft sich die maximale Korngröße nur auf vier Millimeter, was die Nutzung als formbarer Baustoff ermöglicht. Er kann dadurch einfach verteilt und genau eingesetzt werden, ohne dass er zu schnell trocknet und somit mögliche Veränderungen zulässt. Die Einsatzgebiete des Mörtels belaufen sich auf:

  • Vermauern
  • Verputzen
  • Fliesen legen
  • Wärmedämmverbundsysteme

Dabei ist aber nicht jeder Mörtel gleich. Hier werden nämlich drei grundlegende Mörtelarten unterschieden, die sich hauptsächlich auf das Vermauern beziehen:

1. Zementmörtel: bei Zementmörtel handelt es sich um eine Mischung aus einem Teil Zement mit fünf Teilen Sand und ist ein schnell bindender Baustoff, der besonders belastbar ist. Der Zementanteil macht den Zementmörtel zu einer starken und wasserdichten Masse, die sich für die folgenden Mauerwerke eignet:

  • Stützpfeiler
  • gewölbte Decken
  • bewehrte Mauern

Zementmörtel

An sich wird der Zementmörtel vor allem für Bauvorhaben genutzt, die hohen Belastungen standhalten müssen und dafür bietet sich dieser perfekt an. Für den Außenbereich ist der Zementmörtel immer zu empfehlen.

2. Kalkmörtel: Kalkmörtel ist ein Gemisch aus einem Zementanteil, sechs Teilen Sand und einem Teil Baukalk (Kalkhydrat) und findet aufgrund der gegebenen Feuchtigkeitsregulierung als Innenputz Verwendung. Er ist leichter zu nutzen als andere Mörtel, dafür hält er nur recht wenig Druckbelastung aus und somit nicht für jedes Mauerwerk geeignet. Ebenfalls ist die Wasserdichte nicht so hoch.

3. Kalkzementmörtel: Kalkzementmörtel ist der klassische Baumörtel für den größten Teil aller Mauern und wird aus einem Zementanteil, einem Teil gebranntem Kalk und sechs Teilen Sand hergestellt. Er zeichnet sich durch eine leichte Verarbeitung aus und dank des gebrannten Kalks ist die Widerstandsfähigkeit des Mörtels höher.

Fliesenmörtel

Neben diesen typischen Mörtelarten finden sich noch weitere Typen, die abhängig sind von ihren jeweiligen Zusatzstoffen, die auch die Verwendung definieren:

  • Dünnbettmörtel
  • Fliesenmörtel
  • Schamottmörtel
  • Gipsmörtel

Das macht die Nutzung von Mörtel so effektiv, da es für eigentlich jede Anwendung einen passenden Typ gibt.

Was ist Putz?

Der Putz oder Verputz ist eigentlich ein Mörtel, der mit Bindemitteln organischen oder mineralischen Ursprungs angereicht ist und speziell für die Endbearbeitung von Mauerwerken und Gebäuden verwendet wird. Die folgenden Ziele werden durch das Auftragen von Putz erreicht:

  • Mauern werden geglättet
  • Mauern werden vor Wettereinflüssen geschützt
  • erzeugt eine Oberflächenstruktur

Dabei beschränkt sich die Verwendung des Putzes nicht rein auf eine Form von Mauerwerk, sondern auf bestimmte Bereiche innerhalb von Gebäuden. Er schützt vor allem das grundlegende Mauerwerk vor Feuchtigkeit oder leitet Wohnraumfeuchtigkeit von drinnen nach draußen, was ihn unerlässlich für den Hausbau macht. Dabei besteht er aus den folgenden Komponenten:

  • Mörtel
  • pezielles Bindemittel

Diese Bindemittel sind entscheidend für den Typ des Putzes, denn wie auch bei den Mörteln aus Zement sorgt schon ein anderes Bindemittel für einen komplett anderen Einsatz. Das verwendete Bindemittel bezeichnet gleichzeitig auch den Typ des Putzes. Vier allgemeine Einsatzgebiete sind hierbei zu finden:

  • Unterputz: gleicht Löcher und Unebenheiten im Mauerwerk aus, ist notwendig für das Auftragen des Oberputz
  • Oberputz: schützt Mauerwerk vor äußeren Einflüssen mechanischen Ursprungs, wie Regen aus lotrechter Fallrichtung
  • Innenputz: schützt vor Temperaturschwankungen in Innenräumen und sorgt für eine konstante Luftfeuchtigkeit
  • Außenputz: schützt das Mauerwerk vor der Witterung

Außenputz

Putz ist daher essentiell, um das Gebäude zu schützen, während Zement und Mörtelarten für einen stabilen Bau sorgen. Doch Putz ist nicht gleich Putz, wie oben schon angedeutet. Die verschiedenen Arten Putz gliedern sich nach dem jeweiligen Bindemittel, das schon im Namen enthalten und je nach Hersteller und Zweck in unterschiedlichen Anteilen enthalten ist:

  • Gipsputz: für trockene Innenräume wie Wohnzimmer oder Flure geeignet, wird gerne als Untergrund für Tapeten genutzt
  • Kalkputz: Klassiker für feuchte Innenräume wie Badezimmer oder Keller, wirkt effektiv in älteren Bauten
  • Kunstharzputz: Oberputz mit hoher Widerstandskraft, kann als Dekorputz verwendet und leicht über Farbroller aufgetragen werden
  • Kalkzementputz: Außenputz, gängig für alle Formen von Fassaden
  • Zementputz: Außenputz, wird vor allem für den Sockelbereich genutzt
  • Lehmputz: eine der ältesten Putzformen, vor allem für Wände und Decken geeignet, gerne als farbiger Dekorputz genutzt

Tipp: Es finden sich zudem noch einzigartige Putztypen wie Kratz- und Mosaikputz, die speziell verarbeitet werden und somit eine künstlerische Oberfläche erzeugen.

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