Tür öffnen
Tür öffnen

„Oh nein, nicht auch das noch!“ Diese Aussage ist häufig zu hören, wenn man feststellt, aus der eigenen Wohnung beziehungsweise dem Haus ausgesperrt zu sein. Je nachdem, um welche Art des Ausgesperrtseins es sich handelt, kann man mit speziellen Tricks die Tür öffnen – oder muss doch auf die kostenpflichtige Hilfe eines Schlüsseldienstes zurückgreifen. Wir liefern Ihnen alle wesentlichen Informationen und praktische DIY-Anleitungen zum schlüssel(dienst)freien Öffnen Ihrer Wohnungs- oder Haustür!

Verschiedene Szenarien

Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten, ausgesperrt zu sein:

Szenario A)
Man verlässt die Wohnung oder das Haus und schließt die Tür ganz normal mit dem Schlüssel ab. Dann erledigt man seine Vorhaben, kehrt zurück und bemerkt das Fehlen des Schlüssels. Vermutlich ist er irgendwo vergessen worden oder verloren gegangen.

Szenario B)
Man verlässt die Wohnung oder das Haus und schließt die Tür. Während man vor der soeben geschlossenen Tür steht, stellt man fest, den Schlüssel drinnen stecken oder liegen gelassen zu haben.

Was tun? Im Falle des Szenarios A müssen Sie sich auf die Suche nach dem fehlenden Schlüssel begeben oder einen Ersatzschlüssel auftreiben (bei Verwandten, Nachbarn, Freunden, dem Hausmeister – wo immer Sie einen solchen Ersatz für den Notfall deponiert haben). Sind die beiden Optionen aussichtslos, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den (mitunter kostspieligen) Schlüsseldienst zu rufen.

Befinden Sie sich hingegen im Szenario B, besteht Hoffnung, das Problem in relativ kurzer Zeit selbständig zu lösen. Wir erklären Ihnen, welche Tricks Sie anwenden können!

Der Klassiker: Tür öffnen mit Plastikkarte

Schritt 1 – Plastikkarte auswählen

Kramen Sie in Ihrem Portemonnaie oder Ihrer Tasche nach einer möglichst großen und flexiblen Plastikkarte. Zwar werden immer wieder Kredit- und EC-Karten als geeignete Hilfsmittel angeführt. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden – die Karten erfüllen schließlich gemeinhin die Voraussetzungen. PlastikkartenAllerdings sollten Sie bedenken, dass die verwendete Karte bei der folgenden Aktion beschädigt und damit unbrauchbar werden kann. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine alte, abgelaufene Kredit- beziehungsweise EC-Karte zu nutzen. Alternativ nehmen Sie eine andere, nicht ganz so bedeutsame Plastikkarte für Ihren Türöffnungsversuch.

Tipp: Die auserwählte Karte sollte groß, laminiert und biegsam sein, aber dennoch auch so viel Stabilität mitbringen, dass sie einen Schließer aus Metall beiseite drücken kann.

Schritt 2 – Plastikkarte zwischen Tür und Rahmen schieben

Nun ist es an der Zeit, ans Werk zu gehen. Schieben Sie die Plastikkarte in den vertikalen Schlitz zwischen der Wohnungs- oder Haustür und dem Rahmen – selbstverständlich auf der Seite, auf der sich das Schloss (der Schließmechanismus) befindet. Achten Sie darauf, die Karte in einem senkrechten Winkel so weit wie möglich zwischen Tür und Rahmen zu stecken – und zwar relativ weit oben, ein Stück über der Schlossfalle, die sich meist etwas oberhalb des Türgriffes befindet.Tür öffnen mit Plastikkarte

Schritt 3 – Plastikkarte neigen und nach unten drücken

Legen Sie Ihre freie Hand auf den Türknopf beziehungsweise die Klinke. Nun halten Sie also mit der einen Hand den Türknopf oder die Klinke und mit der anderen die Plastikkarte. Neigen Sie Letztere in Richtung Türknopf oder Klinke – kraftvoll, aber dennoch vorsichtig, um die Karte nicht zu brechen. Gleichzeitig drücken Sie das Plastikutensil nach unten. So kommt die Karte allmählich in die Position, den Riegel nach unten drücken zu können.Tür öffnen mit Plastikkarte

Schritt 4 – Plastikkarte in die andere Richtung biegen und Tür öffnen

Sobald Sie einen Widerstand spüren, biegen Sie die Plastikkarte in die andere Richtung – also hin zum Rahmen. Dadurch gleitet das Hilfsmittel unter das schräge Riegelende und befördert diesen zurück in die Tür. Daraufhin sollten Sie Ihre Wohnungs- oder Haustür zügig öffnen.

Tipp: Klappt es nicht auf Anhieb, gibt es keinen Grund, zu verzagen. Wackeln Sie mit der Karte ein wenig hin und her, bis Sie die „magische Kombination“ finden und der Türriegel nachgibt. Lassen Sie aber immer auch Gefühl walten!

Tür öffnen mit PlastikkarteSpezialtrick: Alternativ können Sie in den hinteren Teil der Karte (also den, der das Schloss knacken soll) einen V-förmigen Ausschnitt schneiden und versuchen, ebendieses V so um den Türriegel herum zu positionieren, dass er sich löst. Natürlich müssten Sie zu diesem Zweck eine Schere oder ein Messer parat haben.

Hinweise zur Plastikkartenmethode

Manche Türen lassen sich sehr leicht öffnen, indem man die Plastikkarte etwa auf Höhe des Türgriffes in den Rahmen schiebt, ohne das Hilfsmittel in der Folge hin und her biegen zu müssen. Vor allem bei einfach konzipierten Türen, die nicht zum „Schlossknacker“ (also zu Ihnen) hin, sondern in die andere Richtung aufgehen, klappt diese simple Vorgehensweise häufig.

Allerdings gibt es auch viele Türen, bei denen die beschriebene Plastikkartenmethode gar nicht funktionieren will. Problematisch sind beispielsweise Ausführungen, die sich zu Ihnen hin öffnen. Auch Modelle, die durch Platten verschlossene oder anderweitig geschützte Schlösser beherbergen, gehören zu den (mit unserer Methode) unlösbaren Fällen. Getrennte, gerade oder Bolzenschlösser sind weitere Ausschlusskriterien für ein erfolgreiches Türknacken mittels Plastikkarte.

Lässt sich die Tür mit der dargelegten Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht öffnen, können Sie noch folgendes Detail einbauen: Ziehen und drücken Sie am Türknauf beziehungsweise an der Klinke, während Sie die zwischen Tür und Rahmen steckende Plastikkarte nach unten drücken. Beachten Sie jedoch, dass diese erweiterte Variante die Karte stärker beschädigt.

Ist die verwendete Karte nicht biegsam genug, sollten Sie sich gleich nach einer Alternative umsehen. Wir sagten es schon: Seien Sie sich stets bewusst, dass die Karte bei Ihren Versuchen beschädigt werden kann. Arbeiten Sie vorsichtig, damit Sie die Karte nicht durch den Türpfosten rammen und sie sich daraufhin auf der anderen Seite der Tür verklemmt.

Ganz wichtig: Ihr Experiment, die geschlossene Tür mittels Plastikkarte zu öffnen, kann ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Dabei ist es gut möglich, dass Ihnen der eine oder andere Nachbar beziehungsweise Besucher begegnet, der Sie vielleicht nicht kennt und für einen Einbrecher hält. Insofern sollten Sie darauf vorbereitet sein, beweisen zu können, dass Sie das Recht haben, diese Wohnungs- oder Haustür zu öffnen. Nicht, dass Sie sich am Ende hinter den wirklich verschlossenen Türen wiederfinden…

Die Alternative: Draht weiß Rat

Der Trick mit der Plastikkarte ist nicht die einzige Möglichkeit, die geschlossene Tür ohne fremde Hilfe zu öffnen. Eine weitere Option besteht in der Verwendung von Draht. Natürlich haben Sie solchen nicht rund um die Uhr bei sich. Allerdings könnten Sie in einem nahegelegenen Geschäft preisgünstig ein entsprechendes Produkt erwerben und dann folgende Schritte versuchen

Achtung: Die Draht-Methode funktioniert nur, wenn Ihre Tür einen Briefkastenschlitz beherbergt oder zwischen sich und dem Boden einen kleinen Freiraum gewährt!

Schritt 1 – Nehmen Sie ein ausreichend langes Stück Draht zur Hand. Die geforderte Länge sollte ungefähr den Abstand vom Türknauf oder der Türklinke zum Briefkastenschlitz oder Boden plus zusätzliche 15 bis 20 Zentimeter betragen.

Schritt 2 – Machen Sie auf einer Seite des Drahtstückes eine kleine Schlaufe. Diese sollte um den Türknauf beziehungsweise die Klinke passen.

Schritt 3 – Biegen Sie den Draht anschließend zu einem L. Dazu halten Sie das Hilfsmittel mit der Schlaufe an den Türknauf oder die Klinke und machen unten – am Ende der Tür – den Knick in den Draht.Tür öffnen mit einem Draht

Schritt 4 – Schieben Sie den Draht unter der Tür hindurch oder durch den Briefkastenschlitz. Versuchen Sie, die Schlaufe zum Knauf beziehungsweise der Klinke hoch zu bekommen. Geschafft? Dann ziehen Sie Knauf oder Klinke nach unten – und offen ist die Tür!

Hinweis: Es kann schnell vollbracht sein, aber auch sehr lange dauern, bis die Schlaufe den Türknauf oder die Klinke umschließt. In jedem Fall sind bei dieser Methode viel Gefühl und ein gutes Händchen gefragt!

Tipps für Schnellleser:

  • Klassiker – Tür mit großer, biegsamer und stabiler Plastikkarte öffnen
    • Plastikkarte zwischen Tür und Rahmen schieben
    • Karte hin und her biegen und nach unten drücken
  • Alternative: Tür mit einem langen Draht öffnen
    • Draht in L-Form bringen und mit Schlaufe versehen
    • Durch Briefkasten- oder Bodenschlitz führen
    • Schlaufe über Knauf oder Klinke legen und ziehen
  • Methoden klappen nur bei geschlossener Tür
  • via Schlüssel verschlossener Tür Ersatzschlüssel holen
  • oder im Notfall: Schlüsseldienst rufen

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