Trockner auf Waschmaschine stellen – was zu beachten ist

Trockner auf Waschmaschine

Platz und Effizienz in der Waschküche – zu einer Waschmaschine gehört nur dann auch wirklich ein Wäschetrockner, wenn genügend Platz vorhanden ist. Eine Möglichkeit für einen Zugewinn an Platz ist es, den Trockner auf die Waschmaschine zu stellen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie zum Aufstapeln von Trockner und Waschmaschine wissen müssen.

Mehr Komfort für alle

Die Technik der Weißgeräte hat in den letzten Jahren nicht nur enorme Fortschritte gemacht, die Geräte sind auch wesentlich billiger geworden. Zusätzlich haben günstige Finanzierungsangebote ebenfalls dazu bei getragen, dass sich jeder heute eine ganze Kollektion großer elektrischer Helfer im Haushalt leisten kann. Doch gibt es in vielen Wohnungen einen limitierenden Faktor, der den Kauf von allzu vielen Geräten einschränken kann: Der Platz. Auf eine Waschmaschine möchte heute niemand mehr verzichten. Der Wäschetrockner hat jedoch für viele eine untergeordnete Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund des scheinbar fehlenden Platzes. Doch dafür gibt es Lösungen.

Zu den Geräten

Mit Druck und Chemie zur sauberen Wäsche

Eine Waschmaschine und ein Trockner sind zwar optisch recht ähnliche Geräte, sie unterscheiden sich technisch jedoch erheblich voneinander. Eine Waschmaschine arbeitet mit Temperatur, Druck und Waschmitteln, um Verschmutzungen zuverlässig aus der Wäsche zu bekommen. Dazu sind viele Bauteile nötig, die zudem hohe Belastungen aushalten müssen. Die Verschmutzungen werden thermisch-chemisch in der Waschmaschine angelöst und anschließend mit Wasser und Druck heraus gewaschen. Dieser Druck wird bei einer Waschmaschine durch hohe Rotationsgeschwindigkeiten erzeugt. Je höher die Fliehkraft ist, mit der die Wäsche beim Schleudern in der Trommel bewegt wird, desto gründlicher wird das Wasser heraus geschleudert. Gleichzeitig erzeugt die Wäsche in der Trommel spätestens beim Schleudern eine starke Unwucht, die abgefangen werden muss. Dazu sind in der Waschmaschine Betongewichte integriert, die ein Wandern und Hüpfen wirkungsvoll unterbinden.

Waschmaschine

Warme Luft macht´s trocken

Hohe Geschwindigkeiten sind beim Wäschetrockner hingegen nicht nötig, im Gegenteil. Anstatt die Wäsche gegen die Trommelwand zu pressen, sollen beim Trockner die Textilien möglichst senkrecht fallen. Das erzeugt in der Trommel den längsten Weg, der nur durch eine langsame Rotation erreicht wird. Ein permanenter warmer Luftstrom trägt die Feuchtigkeit aus der Wäsche hinaus. Je nachdem, ob ein Ablufttrockner oder ein Kondenstrockner vorhanden ist, wird die Feuchtigkeit per Abluftschlauch nach Außen geführt oder in einem Behälter gesammelt. Niedrigere Rotationsgeschwindigkeiten erzeugen weniger Unwuchten, wodurch die Betongewichte bei einem Trockner entfallen. Auch haben Trockner kleinere Elektromotoren und einige Komponenten – beispielsweise die Wasserpumpe – weniger, als eine Waschmaschine. Daraus folgt: Trockner sind grundsätzlich wesentlich leichter als eine Waschmaschine. Sie können von einem Unterschied im Gewicht von 30-50% aus gehen.

Wäschetrockner

Einfach stapeln geht nicht

Aus den unterschiedlichen Gewichten folgt die logische Schlussfolgerung, dass beim Stapeln von Waschmaschine und Trockner, das schwerere Gerät grundsätzlich nach unten gehört. Zwar schwingt und rotiert ein Trockner ebenfalls ein wenig, dies ist jedoch kein Vergleich zu den Kräften, die an einer Waschmaschine wirken. Würde die Waschmaschine oben auf dem Trockner stehen, würde sie bei der ersten Wäsche herunter springen und unweigerlich zerstört werden. Der Deckel einer Waschmaschine bietet aber auch für einen leichten Wäschetrockner bei weitem nicht genügend stabile Grundfläche.

Seitlicher Wanderschutz unverzichtbar

Damit der Trockner wirklich stabil auf einer Waschmaschine steht, muss er gegen eine seitliche Wanderbewegung geschützt werden. Dazu bietet der Handel zahlreiche interessante Lösungen an. Häufig ist in diesen Fertig-Rahmen auch noch eine zusätzliche Schubladen-Platte integriert. Diese erleichtert das Umfüllen der Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner erheblich. Sie sind bei allen Herstellern stabil genug, dass der volle Wäschekorb auf ihnen abgestellt werden kann.

Diese Fertiglösungen werden „Verbindungsplatte“ oder „Zwischenbaurahmen“ genannt. Ihnen ist gemeinsam, dass sie fest auf den Deckel der Waschmaschine montiert werden. Dazu wird der Deckel der Waschmaschine abmontiert, an vier vorgesehenen Löchern durchbohrt und mit Stehbolzen an die Verbindungsplatte geschraubt. Der Deckel an einer Waschmaschine wird nur durch zwei kleine Schrauben an der Rückseite fest gehalten. Wenn diese gelöst sind, wird der Deckel zunächst nach hinten geschoben und anschließend abgehoben. Für die Bohrlöcher haben die meisten Fertig-Lösungen eine Schablone aus Papier beigelegt. In der Montageanleitung stehen aber in der Regel die genauen Maße ebenfalls noch einmal. Falls auch das fehlt, muss mit Zollstock und Kunststoff-Maler die Verbindungsplatte genau ausgemessen und die Bohrlöcher auf die Platte übertragen werden. Diese Fertigbau-Lösungen kosten ca. 30-60 Euro. Der hohe Preis kommt durch die schwere Ausführung zustande. Der Rahmen muss einiges aushalten können.

Wenn man nicht bohren möchte

Das Anbohren von teuren Elektrogeräten ist nicht jedermanns Sache. Mit ein wenig handwerklichen Geschick und Sachverstand kann man sich mit einem Selbstbau-Rahmen ebenfalls helfen. Korrekt ausgeführt, kann ein selbst gebauter Rahmen ausreichende Stabilität liefern. Wir möchten Ihnen aber dennoch zu einem Fertigteil raten, da Sie damit eine geprüfte Lösung für das Stapeln Ihrer Weißgeräte erhalten.

Sie brauchen für den Rahmen:

  • 4 starke Dielenbretter ca. 60 Zentimeter lang, 15 cm breit und mindestens 2,5 Zentimeter dick
  • zwei Latten, ca. 60 Zentimeter lang (Hinweis: Nehmen Sie ausschließlich Vollholz. Holzspanplatten sind hier ungeeignet)
  • 4 breite Winkel, Schenkelmaß ca. 5-10 Zentimeter, Breite 10 Zentimeter, drei Bohrungen pro Seite
  • 26 Holzschrauben, 2 Zentimeter; Länge 0,5 Millimeter Dicke
  • Stichsäge
  • Wasserwaage
  • 2x Anti-Vibrationsmatte

Die Waschmaschine sollte auf einer Anti-Vibrationsmatte stehen. Das reduziert den Lärm einer Waschmaschine ganz erheblich und trägt zu ihrer Standsicherheit bei. Zudem muss sie exakt in Waage sein. Justieren Sie die Maschine an den Drehfüßen so lange, bis sie mit Hilfe der Wasserwaage exakt gerade steht.

Wasserwaage

Messen Sie die obere Platte Ihrer Waschmaschine ganz genau aus. Schneiden Sie zwei der Dielenbretter exakt auf das Maß der längeren Seite. Schneiden Sie die anderen beiden Dielenbretter und die Latte exakt auf das Maß der kürzeren Seite. Schrauben Sie nun die Winkel AUSSEN an den Rahmen an. Wenn Sie die Winkel innen anschrauben, könnte das Metall Ihre Geräte verkratzen. Verschrauben Sie nun die Latten parallel zueinander in dem Rahmen. Gehen Sie so vor, dass die Latten nicht im Bereich der Füße vom Wäschetrockner verschraubt sind. Legen Sie nun die Anti-Vibrationsmatte auf die Waschmaschine. Darauf kommt nun der Rahmen.

Mit Hilfe eines Helfers setzen Sie nun den Wäschetrockner auf die Waschmaschine auf. Auch der Trockner muss exakt gerade stehen. Kontrollieren Sie es mit der Waage und justieren Sie gegebenenfalls mit den Drehfüßen nach. Falls zwischen den Weißgeräten und dem Rahmen noch etwas Luft ist, können Sie mit Hilfe von Pappe die Lücke ausgleichen. Damit beugen Sie auch wirkungsvoll einer Verkratzung vor.

Eine etwas edlere und sichere Variante erhalten Sie, wenn Sie statt der Latten eine exakt eingemessene Platte einbauen. Dort, wo der Trockner seine Füße hat können Sie mit Hilfe einer Bohrkrone exakte Löcher in die Platte bohren. Wenn die Füße anschließend genau in die Löcher passen, haben Sie eine besonders standfeste Lösung gebaut.

Prüfen Sie die Schrauben aber regelmäßig danach, ob sie sich gelockert haben. Das ist bei den Vibrationen beim Waschvorgang unvermeidlich. Wenn die Schrauben ausgerissen sind und sich nicht mehr fest drehen lassen müssen Sie die Winkel versetzen und neu verschrauben. Wenn Sie die Verbindung der Dielenbretter mit Durchgangsschrauben durchführen wollen, verwenden Sie Rundkopf-Schrauben mit großen Unterlegscheiben. Diese schrauben Sie mit den Rundköpfen nach innen. Das sieht zwar ulkig aus, Sie vermeiden damit aber Kratzer und Beulen an den Geräten. Die Köpfe müssen Sie aber dennoch mit Hilfe von Dämpfungsband abdecken. Vergessen Sie auch nicht, die Stehbolzen außen mit Kappen zu versehen. Sie beugen damit Verletzungen vor.

Wichtige Hinweise

Selber machen billiger?

Sie werden feststellen, dass der Selbstbau eines Verbindungsrahmens von Waschmaschine und Trockner zwar etwas billiger ist, als ein Selbstbau-Rahmen. Jedoch leisten die Eigenbau-Lösungen auch weniger, da ihnen beispielsweise die Auszieh-Lade fehlt, auf die Sie den Wäschekorb ablegen können. Die Preisersparnis beträgt auch nur maximal 20 Euro. Falls ein neuer Rahmen nicht in Ihrem Budget liegt, schauen Sie sich auf dem Gebrauchtmarkt um. Diese Module gehen in der Regel nicht kaputt und können Jahrzehnte lang verwendet werden.

Neuerungen bei den Geräten

Die Technik der Wäschetrockner hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Bislang waren die verkauften Geräte enorme Stromfresser, deren Einsatz stets mit Bedacht durchgeführt werden sollte. Die Industrie hat aber vor wenigen Jahren eine neue Produktgruppe in dieser Sparte entwickelt: Die sogenannten „Wärmepumpen-Trockner“ nutzen die Abwärme des Elektro-Motors für den Trocknungsprozess mit. Sie erreichen damit eine enorme Energie-Ersparnis. Diese geht so weit, dass Wärmepumpen-Trockner schon mit eine A-Energie-Label ausgezeichnet werden können. Falls Ihr Trockner älter als zehn Jahre ist, lohnt sich der Austausch meistens. Der Kaufpreis ist binnen drei Jahren wieder durch die Stromersparnis eingespielt. Danach sparen Sie Geld, indem Sie Wäsche trocknen.

Geld sparen

Bei den Waschmaschinen hat es in den letzten Jahren ebenfalls interessante Entwicklungen gegeben. Die neueste Innovation sind Waschautomaten, die mit Ultraschall eine besonders saubere, schonende und energieeffiziente Reinigungsleistung bringen können sollen. Diese Technik hört sich sehr faszinierend an, hat sich am Markt aber noch nicht durchgesetzt. Falls bei Ihnen der Austausch ansteht, fragen Sie beim Verkäufer Ihres Vertrauens nach diesen Lösungen. Denn das Teuerste beim Waschvorgang ist weder die Maschine, noch das Waschmittel, sondern immer nur der elektrische Strom.

Tipps für Schnellleser

  • Trockner und Waschmaschine immer mit geeignetem Verbindungsrahmen stapeln
  • Trockner nach oben, Waschmaschine nach unten
  • Zwischenbaurahmen versprechen einen sicheren Stand
  • Trockner und Waschmaschine exakt gerade stellen
  • nach Möglichkeit professionelle Lösung wählen, nur im Notfall selbst bauen
  • falls Budget nicht reicht, auf dem Gebrauchtmarkt umsehen
  • bei Neukauf von Weißware nach Ultraschall-Waschmaschine und Wärmepumpen-Trockner fragen

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