Trockenestrich verlegen – DIY-Anleitung in 9 Schritten

Trockenestrich verlegen, DIY-Anleitung

Trockenestrich ist eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, den Untergrund für den neuen Bodenbelag zu erschaffen. Die Platten werden einzeln verlegt, verklebt und verschraubt. Vor allem bei der Altbausanierung profitieren Sie von der reduzierten Wassermenge, welche eingebracht werden muss. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Trockenestrichplatten effektiv verlegen und somit die Grundlage für den Bodenbelag realisieren.

Das Aufbringen von Flüssig-Estrich stellt einen großen Aufwand dar und nimmt viel Zeit in Anspruch. Daher sind Trockenestrichplatten eine gute Alternative. Der Zeitbedarf reduziert sich erheblich und auch Einsteiger verlegen die Platten mit der richtigen Anleitung mühelos. Doch schnell stellt sich auch die Frage nach den Kosten. Hierbei weist allerdings der Flüssig-Estrich Vorteile auf, weil er günstiger im Material ist. Daher haben wir auch eine Berechnung der Kosten in diesen Ratgeber integriert, sodass Sie die Vorteile und die Nachteile abwägen können.

Was ist Trockenestrich?

Trockenestrich ist eine Variante des Estrichs, also eine Vorbereitung des Fußbodens für den später folgenden Belag. Er wird im Trockenausbau eingesetzt und ist einfacher in der Verlegung als flüssige Versionen. Einer der größten Vorteile liegt darin, dass große Wasseransammlungen vermieden werden.

Gerade bei der Altbausanierung ist es entscheidend, nicht zu viel Feuchtigkeit in das Gebäude einzubringen. Hier punktet der Trockenestrich, da er eine Überbelastung mit Wasser vermeidet. Allerdings muss zuvor geprüft werden, ob der Boden geeignet ist. Vor allem das Schwingungsverhalten der Unterkonstruktion muss geprüft werden.

Trockenestrich verlegen

Für das Verlegen der Trockenestrichplatten sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich. Jedoch müssen Sie mit der Stichsäge gut umgehen können, um den relativ schmalen Stufenfalz an der Seite absägen zu können. Die Arbeit kann von einer Person alleine ausgeführt werden, da jede Platte rund 4 bis 5 Kilogramm wiegt und somit gut verlegt werden kann. Allerdings geht die Arbeit zu zweit schneller von der Hand.

Diese Materialien benötigen Sie für das Verlegen:

  • Estrichelemente
  • Randdämmstreifen
  • Spezialschrauben
  • Trockenschüttung
  • Falz-Kleber
  • Wellpappe

Diese Werkzeuge benötigen Sie:

  • Stahlglätter
  • Abziehschienen
  • Schaufel
  • Abziehbrett
  • Stichsäge

Trockenestrich verlegen, DIY-Anleitung, Stichsäge

Schritt 1: Prüfung und Vorbereitung vom Untergrund

Es ist wichtig, dass der Untergrund für das Verlegen vorbereitet wird, sodass die Platten optimalen Halt gewinnen und der Boden eben bleibt. Dabei müssen Sie auf verschiedene Punkte achten.

Sind alle Dielen fest angebracht oder sind sie locker?

Gegebenenfalls müssen Sie lockere Dielen festschrauben, sodass ein sicherer und stabiler Untergrund entsteht. Würden einzelne Dielen lose sein, dann könnte es im Laufe der Zeit zu weiteren Verschiebungen kommen. Außerdem würden Schwingungen entstehen, welche sich über den gesamten Boden übertragen. Auch die Sicherheit beim Laufen ist durch eine lose Unterkonstruktion in Gefahr.

Weisen die Dielen Beschädigungen auf?

Sollten sich Löcher oder andere schadhafte Stellen in den Dielen befinden, dann müssen Sie eine Reparatur vornehmen. Lässt sich die Stelle nicht mit einer Ausgleichsmasse auffüllen, dann müssen Sie einen Austausch vornehmen.

Tipp: Unebenheiten dürfen nicht größer als 1 Zentimeter sein. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Ausgleichsschüttung, um eine gerade Fläche herzustellen.

Lassen sich schadhafte Stellen im Boden finden?

Testen Sie die Unterkonstruktion auch auf nicht sichtbare Beschädigungen. Vor allem bei Altbauten kann es zu morschen Stellen und anderen Risiken kommen, die behoben werden müssen.

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Ist die Tragfähigkeit ausreichend?

Durch die Trockenestrichplatten bringen Sie zusätzliches Gewicht auf die Unterkonstruktion auf. Dies kann gegebenenfalls zu einer Überbelastung führen. Überprüfen Sie daher zunächst einmal die Tragfähigkeit des Bodens. Dieser muss später nicht nur den Estrich sondern auch die Möbel und die sich im Raum befindlichen Menschen tragen.

Tipp: Eine 0,75 Quadratmeter große und 3 Zentimeter hohe Platte wiegt rund 4 bis 5 Kilogramm. Achten Sie jedoch stets auf die Herstellerangaben, da die Werte vom genauen Aufbau und von der Höhe abhängig sind.

Federt der Untergrund zu stark?

Wenn der Aufbau der Unterkonstruktion eine zu starke Federung aufweist, dann kommt es zu einer starken Belastung des Trockenestrichs. Da die einzelnen Elemente verklebt und verschraubt werden, besteht die Gefahr des Brechens beziehungsweise des Reißens. Aber auch wenn der Boden intakt bleibt, ist eine zu starke Federung nicht erwünscht. Die Bewegungen würden sich auf den gesamten Boden übertragen und somit beim Belaufen des Estrichs stets bemerkt werden.

Gibt der Untergrund zu stark nach?

Sackt der Untergrund zu stark ab, dann erhält der Trockenestrich von unten nicht die notwendige Unterstützung. Daher muss in diesem Fall der Aufbau des Untergrundes überarbeitet werden.

Schritt 2: Randdämmstreifen anbringen

Bevor Sie mit dem Verlegen beginnen, müssen Sie an den Seiten die Randdämmstreifen anbringen.

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Schritt 3: Ausgleichsschüttung aufbringen

Die Ausgleichsschüttung sollte nun in parallelen Dämmen von rund 20 Zentimetern Abstand aufgehäuft werden. Legen Sie nun eine Abziehplatte auf und füllen Sie die Zwischenräume mit der Ausgleichsschüttung auf. Dadurch ist gewährleistet, dass Sie die Schüttung möglichst eben und gleichmäßig verteilen. Auf Grund der Größe der Fläche und der fehlenden Bezugspunkte, ist es ansonsten schwierig den Überblick zu behalten.

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Tipp: Kontrollieren Sie das Ergebnis zwischendurch öfters mit Hilfe einer Wasserwaage. Das Hilfsgerät zeigt an, ob die Oberfläche gerade ist. Setzen Sie die Wasserwaage hierfür an unterschiedlichen Stellen an. Dabei ist es wichtig, in mehrere Richtungen – also sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung – zu kontrollieren, um ein Abfallen der Ausgleichsschüttung zu verhindern.

Arbeiten Sie sich von einer Seite des Zimmers zur anderen Zimmerseite vor, um möglichst wenig auf die bereits fertige Schüttung zu treten.

Schritt 4: Das Abziehen der Ausgleichsschüttung

Mit Hilfe der Abziehlehre ziehen Sie nun die Ausgleichsschüttung ab. Achten Sie darauf, dass die Abziehlatten nicht in der Ausgleichsschüttung verbleiben.

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Tipp: Das Endergebnis sollten Sie in jedem Fall noch einmal mit Hilfe der Wasserwaage überprüfen.

Schritt 5: Das Verlegen der ersten Platte und das Absägen des Stufenfalzes

Starten Sie das Verlegen der Platten an der Wand, die gegenüber der Tür liegt. Bevor Sie die ersten Platten auslegen, müssen Sie den Stufenfalz an den Randplatten entfernen.

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Da diese direkt an die Wand stoßen und mit auf der betreffenden Seite mit keiner anderen Platte zusammentreffen, ist hier der breite Stufenfalz nicht gewünscht. Dieser würde für einen zu großen Abstand sorgen und muss daher entfernt werden. Arbeiten Sie mit einer Stichsäge und sägen Sie die überstehenden Elemente ab.

Tipp: Verlegen Sie die Platten im schleppenden Verband. Dies bedeutet, dass Sie eine durchgehende Fuge vermeiden und versetzt arbeiten. Dadurch wird die Stabilität erhöht und die Kraft verteilt sich optimal.

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Schritt 6: Das Verkleben der Platten

Bringen Sie auf den Stufenfalz eine ausreichende Menge an Estrichkleber auf.

Tipp: Am wirkungsvollsten ist eine doppelte Klebeschnur.

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Schritt 7: Das Verschrauben der Platten

Verschrauben Sie die Bauteile mit Hilfe von Schnellbauschrauben.

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Schritt 8: Aushärten

Lassen Sie den Kleber rund 24 Stunden aushärten. Stoßen Sie anschließend austretenden Kleber ab. Die Einhaltung der Aushärtungszeit ist entscheiden, damit es zu keinem Lösen der Klebestellen kommt. Vermeiden Sie daher in dieser Zeit das Betreten des Raumes und somit die Belastung auf den Boden.

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Schritt 9: Bodenbelag

Jetzt können Sie mit dem Verlegen des Bodenbelags beginnen. Sie können über den Estrich beispielsweise Teppichboden oder auch Laminat aufbringen. Achten Sie auf eine noch erforderliche Trittschalldämmung.

Vor- Nachteile: Trockenestrich

Vorteile

1. Es wird weniger Feuchtigkeit in den Raum eingebracht. Das Wasser könnte in den Boden einziehen und somit zu späteren Folgeschäden führen.

2. Langwierige Trocknungszeiten entfallen. Konventioneller Estrich muss eine Trocknungszeit und Erhärtungszeit von mehreren Wochen durchlaufen. Diese Phasen entfallen beim Trockenestrich, sodass die Räumlichkeiten schneller fertig gestellt werden und die weiteren Arbeiten beginnen können.

3. Das Verlegen vom Trockenestrich ist schneller als das Aufbringen des Flüssig-Estrichs.
Für das Einbringen der flüssigen Stoffe sind außerdem Hilfsgeräte notwendig und die Arbeit erfordert eine höhere Fachkenntnis. Sollte der Estrich versehentlich auf die Wände spritzen, dann bedeutet dies einen erhöhten Aufwand beim Säubern beziehungsweise reparieren.

4. Es ist keine CM-Messung notwendig. Die CM-Messung dient dazu, die Restfeuchte im Estrich festzustellen. Diese Maßnahmen entfallen beim Trockenestrich.

5. Es ist möglich, den Trockenestrich mit niedrigeren Höhen als Flüssig-Estrich zu verlegen. Die einzelnen Platten verfügen über eine genau definierte Dicke, was die Steuerungsmöglichkeit bei der Höhe verbessert. In Abhängigkeit von der Unterkonstruktion und dem geplanten Bodenbelag können Sie selbst geringe Höhen realisieren.

6. Das Gewicht ist niedriger als bei der flüssigen Variante. Sollten Höhenunterschiede bestehen, dann kann der Ausgleich durch Schüttung erfolgen. Diese ist gering im Gewicht. Die Gewichtsbelastung für das Gebäude erniedrigt sich daher auch in diesem Bereich.

7. Da die Masse vom Trockenestrich geringer ist, muss die Fußbodenheizung weniger arbeiten. Dies spart Heizkosten und der Raum ist schneller aufgeheizt.

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Nachteile

1. Es werden hohe Anforderungen an den Untergrund gestellt. So muss die Unterkonstruktion besonders stabil sein.

2. Die Kosten sind höher als bei Flüssigestrich.

3. Der Untergrund muss eben sein. Gegebenenfalls ist eine Schüttung oder eine Spachtelung erforderlich.

4. Die Belastbarkeit ist in vielen Bereichen geringer. So kann es beispielsweise bereits bei Rollstühlen schnell zu einer Abnutzung kommen. Dynamische Lasten stellen im Allgemeinen ein Problem dar.

5. Die Standardtabellen für die Trittschalldämmung sind für den Trockenestrich nicht gültig.

6. Da die Fußbodenheizung auch die Unterkonstruktion erwärmt, müssen Sie hierbei die Obergrenzen für die Temperatur beachten.

7. Es muss geprüft werden, in wie weit der Estrich von Feuchtigkeit betroffen ist und wie empfindlich der Boden dadurch wird.

Die Trittschall-Dämmung

Viele Trockenestrichplatten verfügen über einen mehrschichtigen Aufbau. Sie sind mit einer Trittschall-Dämmung ausgestattet, sodass sich die entstehenden Vibrationen verringern. Möglich sind unter anderem folgende Materialien für die Dämmung.

  • Mineralwolle: sehr effektiv bei der Schalldämmung, jedoch sehr weich
  • Holzfaserkaschierung: geringere Dämmwirkung, jedoch stabil

Tipp: Bei der Auswahl der Dämmung müssen Sie vor allem auf den geplanten Bodenbelag achten. Möchten Sie großflächige Fliesen anbringen, dann ist ein stabiler Aufbau gefordert. Holzdielen hingegen erfordern keine so große Stabilität.

Preise für den Trockenestrich

Für die Entscheidung, ob Sie einen Flüssig-Estrich oder die Plattenvariante auswählen sollen, sind auch die Preise entscheidend. Bei 3 Zentimeter hohen Trockenestrichplatten müssen Sie mit Kosten von rund 21 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Bei einer Anlieferung zu Ihnen nach Hause werden die Platten oftmals auf Paletten angeboten, rund 50 bis 60 Stück fassen. Auf Grund des hohen Gewichtes und der Größe sollten Sie daher über eine für LKWs geeignete Zufahrt verfügen. So kann eine Palette bis zu 2 Tonnen wiegen.

Die Preise für die Ausgleichsschüttung für den Estrich

Bevor Sie die Trockenestrichplatten auslegen können, müssen Sie in den meisten Fällen eine Ausgleichsschüttung vornehmen. Im Fachhandel können Sie das Material für rund 0,25 Euro pro Liter kaufen. Pro Zentimeter Schütthöhe benötigen Sie circa 10 Liter pro Quadratmeter.

Beispielrechnung für die Ausgleichsschüttung:

Ein Sack mit 50 Litern Ausgleichsschüttung kostet 12,50 Euro. Wenn Sie die Schüttung einen Zentimeter hoch ansetzen, dann ist der Sack für eine Fläche von 5 Quadratmetern ausreichend.

Preise für einen Raum mit 20 Quadratmetern:

Im Folgenden finden Sie eine Beispielrechnung für die Preise für den Trockenestrich, der in einem 20 Quadratmeter großen Raum verlegt wurde.

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1. Trockenestrichplatten

20 m² x 21 Euro pro Quadratmeter = 420 Euro

2. Ausgleichsschüttung

Der Quadratmeter kostet rund 2,50 Euro. Somit ergibt sich für einen 20 Quadratmeter großen Raum eine Investition von 2,50 Euro * 20 = 50 Euro. Die Rechnung setzt voraus, dass Sie eine Schütthöhe von 1 Zentimeter wählen.

Tipp: Sie sollten in jedem Fall einen ausreichenden Vorrat an Ausgleichsschüttung einkaufen. Es ist entscheidend, dass Sie den Untergrund gut auffüllen, da ansonsten die Trockenestrichplatten nicht optimal verlegt werden können.

3. Estrich-Kleber

Die einzelnen Platten werden mit Hilfe von Kleber zusammen gefügt. Dieser wird in Flaschen angeboten und muss ebenfalls in einer großen Menge eingekauft werden. Im Durchschnitt ist 1 kg des Klebers für eine Fläche von rund 20 Quadratmetern ausreichend. Die Kosten betragen in diesem Fall circa 13 Euro pro Kilogramm. Somit ergeben sich für das Zimmer aus der Beispielrechnung Ausgaben von 13 Euro.

4. Gesamtkosten für den Raum

420 Euro + 50 Euro + 13 Euro = 483 Euro

Die Kosten können sich noch erhöhen, falls mehr Ausgleichsschüttung benötigt wird. Müssen Sie auf 2 Zentimeter auffüllen, dann erhöhen sich die Ausgaben um 50 Euro.

Tipps für Schnellleser

  • Unterkonstruktion muss eben sein
  • Unebenheiten vor Beginn der Arbeiten ausgleichen
  • Ausgleichsschüttung vornehmen
  • Startpunkt: Wand gegenüber der Tür
  • Kleber auf den Stufenpfalz aufbringen
  • doppelte Klebespur auftragen
  • Platten verlegen
  • mit Schrauben fixieren
  • 24 Stunden trocknen lassen

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