Trauermücken in Blumenerde bekämpfen – 10 Hausmittel

Trauermücken bekämpfen

Schwärmen unzählige schwarze Insekten über der Blumenerde, besteht dringender Handlungsbedarf. Dieses Erscheinungsbild deutet auf Trauermücken hin, die sich im Substrat häuslich eingerichtet haben, um hier ihre Brut großzuziehen. Die winzigen Larven machen sich über die zarten Pflanzenwurzeln her und richten erheblichen Schaden an. Lesen Sie hier, wie Sie Trauermücken in Blumenerde bekämpfen. Diese 10 Hausmittel bereiten den Schädlingen den Garaus.

Steigen schwarze Wolken winziger Insekten über dem Blumentopf auf, ist die Pflanzenerde besiedelt von unzähligen Trauermücken. Die 2-4 mm kleinen Zweiflügler selbst stellen noch keine Bedrohung für Ihre Pflanzen dar. Die tatsächliche Gefahr geht von den Larven aus, die an den Wurzeln knabbern und dem Substrat wertvolle Nährstoffe entziehen. Jetzt ist Ihr umgehendes Eingreifen gefordert, damit Ihre liebevoll gepflegte Topfpflanze an dem schändlichen Treiben der Brut nicht zugrunde geht. Wie Sie Trauermücken in Blumenerde wirksam bekämpfen, erläutert Ihnen die folgende Selektion 10 bewährter Hausmittel. So gehen Sie gegen die Schädlinge ohne Chemie effektiv vor.

Streichhölzer

Kaum haben Sie die ersten Trauermücken gesichtet, findet im Substrat bereits eine explosionsartige Vermehrung statt. Um diesem Prozess sogleich Einheit zu gebieten, hat sich ein sofort wirksames Hausmittel bewährt. So funktioniert es:

  • Streichhölzer kopfüber in die Blumenerde stecken
  • der von den Zündköpfen abgegebene Schwefel tötet die Larven ab
  • alle 2 Tage die Zündhölzer austauschen

Trauermückem mit Streichhölzern bekämpfen

Dieses Hausmittel vernichtet nicht nur die gefräßigen Larven. Im gleichen Zug werden die Weibchen von einer weiteren Eiablage abgehalten.

Tipp: Platzieren Sie zur Kontrolle in unmittelbarer Nähe der Pflanze Gelbsticker. Sind diese weiterhin mit Trauermücken übersät, reichen Streichhölzer alleine für die Lösung des Problems nicht aus.

Quarzsand

Im feuchten, modrigen Milieu von Pflanzenerde fühlen sich die winzigen Zweiflügler so wohl, dass sie hier ihren Kindergarten einrichten. Um die Schädlinge zu vertreiben, sollte es ihnen an diesem Ort möglichst ungemütlich werden. Da die Blumenerde nicht austrocknen darf, wenden Sie folgende Strategie an:

  • die infizierte Pflanze austopfen
  • die Blumenerde abschütteln und den Wurzelballen kurz mit Wasser überbrausen
  • das Gefäß mit Spiritus oder hochprozentigem Alkohol gründlich auswaschen
  • die Pflanze in frisches, desinfiziertes Substrat so einpflanzen, dass ein Drittel der Topfhöhe frei bleibt
  • eine 1 cm hohe Schicht Quarzsand auf der Blumenerde verteilen
  • darüber das restliche Substrat geben

Bei dem Quarzsand treffen die Larven nun auf eine undurchdringliche Sperre, sodass die Biester nicht mehr an die Wurzeln gelangen. Damit diese Schicht trocken bleibt, gießen Sie die Pflanze nunmehr von unten. Dank dieser Maßnahme wird der Blumentopf für die Trauermücken als Brutablageplatz vollkommen uninteressant.

Nylonstrumpf

Findige Hobbygärtner haben sich folgende trickreiche Methode ausgedacht, um die hartnäckigen Mücken von Ihren Pflanzen auf Distanz zu halten. Dabei spielen Nylonstrümpfe die Hauptrolle. So gelingt es:

  • einen Nylonstrumpf von unten her um den verseuchten Topf hüllen
  • den seidigen Stoff um den Wurzelhals der Pflanze möglichst dicht verschließen
  • ein weiches Bindematerial verwenden, damit das Pflanzengewebe nicht verletzt wird

Trauermücken mit Nylonstrumpf abhalten

Der fortdauernde Kreislauf der Vermehrung wird auf diese Weise effektiv unterbrochen. Die adulten Insekten gelangen nicht mehr an die Blumenerde, die geschlüpften Maden nicht mehr heraus und sterben ab. Der Nachteil dieser Methode darf freilich nicht unerwähnt bleiben: Damit der clevere Schachzug wirkt, darf der Seidenstrumpf über einen Zeitraum von 5-6 Wochen nicht entfernt werden. Während dieser Phase präsentiert sich die Zierpflanze in einem wenig dekorativen Erscheinungsbild.

Aus dem Küchenregal

Im frühen Befallsstadium greifen geplagte Hobbygärtner vorzugsweise zu traditionellen Hausmitteln, um sich ohne den Griff zur chemischen Keule der Trauermücken zu entledigen.

  • in jeden Liter Gießwasser 20 Tropfen Teebaumöl geben
  • alternativ 20 Tropfen Lavendelöl ins Wasser geben
  • die Blumenerde bestreuen mit einer dünnen Schicht Zimt
  • alternativ das Substrat mit Backpulver oder Natron übersieben

Trauermücken mit Natron bekämpfen

Ergänzend stecken Sie einige Knoblauchzehen in die Pflanzenerde. Effektiver wirkt diese Methode – Sie zerkleinern Knoblauch und verteilen diesen auf der Blumenerde.

Tipp: Integrieren Sie Karnivoren in die Gestaltung Ihrer Fensterbank. Die klebrigen Blätter von Großblütigem Fettkraut (Pinguicula grandiflora) oder Gemeinem Fettkraut (Pinguicula vulgaris) leisten einen wertvollen Beitrag, den Befallsdruck zumindest zu reduzieren.

Backofen

Es ist keine Seltenheit, dass Sie sich mit dem Erwerb neuer Blumenerde die Trauermücken-Plage erst ins Haus holen. Wenngleich die Aufschrift auf der Verpackung anderes verspricht, sind Substrate häufig bereits verseucht mit den Eiern und Larven der Schädlinge. Als wirksame Bekämpfungsmethode der ersten Stunde, funktionieren Sie den Backofen um in ein Sterilisiergerät. So gehen Sie dabei vor:

  • die Blumenerde einfüllen in eine feuerfeste Schale
  • mit dem Handsprüher das Substrat leicht anfeuchten
  • einen Deckel locker auflegen
  • im Backofen bei 150-180 Grad Celsius für 30 Minuten desinfizieren

Schneller geht es in der Mikrowelle bei 700 Watt innerhalb von 5 Minuten. Nachdem die Pflanzenerde ausgekühlt ist, kann sie umgehend verwendet werden. Im gleichen Verfahren kann Saaterde für die Anzucht neuer Pflanzen von listigen Schädlingen gereinigt werden, bevor das Unheil seinen Lauf nimmt.

Wasser

Trauermücken in Blumenerde werden Ihnen endgültig kein Kopfzerbrechen mehr bereiten, wenn Sie die Pflanze umstellen von Substrat- auf Hydrokultur. Solange es sich um eine junge Zimmer-, Balkon- oder Wintergartenpflanze handelt, bestehen gute Aussichten auf einen erfolgreichen Verlauf. Diese Kurz-Anleitung zeigt, wie es geht:

  • die befallene Pflanze austopfen, um unter fließendem Wasser das Substrat restlos abzuwaschen
  • alle sich lösenden Wurzelbärte mit einer desinfizierten Schere abschneiden, da sie jetzt überflüssig sind
  • horizontale Wurzeln ebenfalls herausschneiden
  • die Pflanze mittig in den Kulturtopf stellen und mit Tonmineral auffüllen

Hydrokultur

Nachdem Sie den Wasserstandsanzeiger befestigt haben, stellen Sie den Kulturtopf in den wasserdichten Übertopf. In den ersten Wochen entwickelt die Pflanze ihre fleischigen Wasserwurzeln. In dieser Phase sollte das mineralische Substrat lediglich feucht sein, ohne erkennbaren Wasserstand. Dank dieser Maßnahme gelangt ausreichend Sauerstoff an die Wurzeln für ein vitales Wachstum. Erst am Ende dieser Entwicklung füllen Sie das Wasser auf das normale Niveau für Hydrokulturpflanzen ein.

Nematoden

Fällt Ihnen ein Befall mit Trauermücken erst im fortgeschrittenen Stadium ins Auge, laufen herkömmliche Hausmittel ins Leere. Holen Sie sich jetzt Schützenhilfe aus dem Mikrokosmos der Tierwelt. Die Rede ist von Nematoden, mikroskopisch kleinen Fadenwürmern, für das bloße Auge nicht sichtbar. Die Älchen sind nämlich ganz wild auf die Brut der Mücken. Speziell die Art der SF-Nematoden Steinernema feltiae hat sich hervorgetan in der natürlichen Bekämpfung der Schädlinge. Die Winzlinge dringen in die Mücken-Larven ein und töten diese ab, indem sie ein letales Bakterium abgeben. So wenden Sie Nematoden an:

  • die in Tonmineral angelieferten Fadenwürmer nach Anleitung mit Wasser vermischen
  • auf das infizierte Substrat gießen
  • ab einer Temperatur von 12 Grad Celsius sind die Nematoden aktiv
  • eine Anwendung unter praller Sonneneinstrahlung vermeiden

Gießen

Anschließend pflegen Sie Ihre Pflanze, wie Sie es gewohnt sind. Gießen oder Düngen beeinträchtigt die Nematoden bei ihrer Tätigkeit nicht. Einzig auf die Gabe von Kalk sollten Sie während dieser Phase verzichten.

Die SF-Nematoden Steinernema feltiae sind im Fachhandel und in Online-Shops erhältlich. Für die Anwendung auf Blumenerde kommen Sie mit der kleinsten Packungsgröße bequem aus. Diese enthält 6 Millionen Nematoden in Tonmineralpulver und kostet ab 9,95 Euro zuzüglich Versandkosten.

Raubmilben

Sind Sie konfrontiert mit einer hartgesottenen Mücken-Meute, stellen Sie den Nematoden Verstärkung zur Seite in Form von Raubmilben. Für die Art Hypoaspis miles rangieren die Schädlinge ganz oben im Beuteschema. Wenngleich die kleinen Räuber zunächst einige Entwicklungsstadien durchlaufen müssen, begeben sie sich anschließend umso eifriger auf die Jagd. Für die Anwendung in geschlossenen Räumen, wie dem Wohnzimmer, dem Treibhaus oder dem Wintergarten sind die Raubmilben bestens geeignet.

  • die in Torf-Vermiculite-Gemisch gelieferten Raubmilben nicht länger als 1 bis 3 Tage aufbewahren
  • Idealerweise am Abend der Anlieferung ausbringen
  • ein Küchenpapier anfeuchten, um die Tierchen darauf zu verteilen
  • von dieser Unterlage aus die Milben mit dem Granulat auf das Substrat streuen
  • die Nützlinge auf keinen Fall in die Blumenerde einarbeiten
  • mit Gelbtafeln den Bekämpfungserfolg kontrollieren

Lassen Sie das Küchenpapier bis zum nächsten Tag im Blumentopf liegen. So haben die restlichen Milben Gelegenheit, auf die Pflanze abzuwandern. Bitte beachten Sie, dass eine optimale Temperatur von 18 -25 Grad Celsius sichergestellt ist. Wie bei den Nematoden gilt auch hier, dass ein normales Pflegeprotokoll keinen negativen Einfluss auf die Raubmilben hat. Vielmehr ist eine leicht feuchte Pflanzenerde sogar erwünscht.

Eine Packung Raubmilben schlägt mit 14,50 Euro zu Buche, zuzüglich Versandkosten.

Tipp: Der Fachhandel hält ein preisgünstiges Power-Paket gegen Trauermücken bereit, bestehend aus Nematoden, Raubmilben und Gelbtafeln. Eine Verpackungseinheit ist für 26,75 Euro erhältlich, zuzüglich Versandkosten.

Tipps für Schnellleser:

  • Streichhölzer kopfüber ins Substrat stecken
  • im Substrat eine Schicht Quarzsand einfügen
  • Nylonstrumpf um den Topf hüllen bis zum Wurzelhals
  • Teebaumöl oder Lavendelöl ins Gießwasser geben (20 Tropfen/l)
  • Zimt auf die Blumenerde streuen
  • Substrat mit Backpulver übersieben
  • im Backofen Pflanz- und Saaterde sterilisieren
  • Pflanze umstellen auf Hydro-Kultur
  • Nematoden Steinernema feltiae in Wasser auflösen und ausbringen
  • Raubmilben Hypoaspis miles zur Verstärkung von Nematoden

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