Besitzer eines Fachwerkhauses kennen und schätzen Trasszement. Andere Eigenheimbesitzer lernen diesen speziellen Zement meist kennen, wenn sie eine Natursteinterrasse anlegen wollen. Besonders für Natursteine und Verklinkerungen ist Trasszement das Mittel der Wahl. Durch den beigemischten Trass werden Ausblühungen weitgehend verhindert, wie sie sonst bei Portlandzement vorkommen können.

Ob für die Verklinkerung eines neuen modernen Hauses oder für die Restaurierung eines alten Fachwerkhauses, Trasszement ist die ideale Verbindung zwischen den Steinen. Seine nach der Trocknung etwas gelartige Konsistenz macht den Trasszement lange haltbar und gleichzeitig flexibel. Durch seine besonderen Eigenschaften wird Rissbildung genauso wie eine Verfärbung der Steine weitgehend verhindert. Als einziges Manko könnte man beim Trasszement vielleicht die geringe Verträglichkeit mit Stahl nennen. So ist dieser Trasszement nicht für armierten Beton geeignet. Neben allen wichtigen Informationen über Trasszement finden Sie unten auch die Anleitung, wie Sie damit Natursteine oder Polygonalplatten auf Ihrer Terrasse verlegen können.

Herstellung von Trasszement

Reiner Trass allein kann nicht als Zement verwendet werden, es muss eine ausreichende Menge von verschiedenen Bindemitteln wie Kalk, Puzzolan oder Zement hinzugefügt werden. Trass ist aber auch eine Bezeichnung für ein natürlich vorkommendes Puzzolan. Diese einzelnen Bestandteile müssen nach einem genauen Mischungsverhältnis unter hohen Temperaturen hergestellt werden. Dadurch ist es nicht möglich, den Trasszement einfach selbst aus Zement und Trass zu mischen. Teilweise wird auch Tuff, ein vulkanisches Gestein zugemischt, dass dem Trass ähnelt. Trass besteht zu einem großen Teil aus Aluminium- und Siliciumverbindungen, die chemisch besonders widerstandsfähig sind. Gleichzeitig sorgen diese Inhaltsstoffe natürlich für die Geschmeidigkeit und Elastizität von Trass nach dem Aushärten. Das Aushärten selbst kann bei einer Zementmischung mit Trass jedoch aus den gleichen Gründen etwas länger benötigen.

Verwendung von Trass mit Zement

Wie bereits beschrieben, eignet sich Zement mit Trass sehr gut für die Wiederherstellung von altem Fachwerk. Ausblühungen von Kalk, die sich bei herkömmlichem Zement auf den roten Ziegelsteinen unschön bemerkbar machen, werden durch den Trassmörtel wirksam verhindert. Das liegt an der kalkbindenden Eigenschaft von Trass in Verbindung mit der leichten Gelbildung. Der Trass im Mörtel schließt so die Poren des Klinkersteins und ist darum ebenfalls für Klinker und Steinmauerwerk besonders geeignet, wenn dieses häufig dem Regen ausgesetzt ist. Darum wird neben dem Fachwerk auch modernes Klinkermauerwerk von den Handwerkern gern mit trasshaltigem Mörtel gemauert.

Fachwerk + Trasszement

Noch beliebter ist der Trassmörtel bei der Errichtung einer Natursteinmauer. Diese ist im Gartenbereich oft von beiden Seiten dem Eindringen von Feuchtigkeit ausgesetzt. Besonders bei Regen und Frost wird eine Natursteinmauer bei der Verwendung von herkömmlichem Zementmörtel leicht gesprengt. Die Feuchtigkeit durch den Regen kann in den Zement eindringen und der Frost sprengt ihn dann regelrecht ab. Daher sieht man vor allem im Frühjahr sehr häufig beschädigte Natursteinmauern. Weitgehend verhindert wird dieses Problem ebenso wie das unschöne weißliche Ausblühen des Kalks durch den Trasszement.

Trasszement-Weg

Treppen aus Natursteinen, die am Hang angelegt werden, sind besonders anfällig für Schäden durch Frost. Daher sollten sie ebenso wie Naturstein auf der Terrasse oder auf dem Gartenweg in dem entsprechenden Trassmörtel verlegt werden. Das ist heute auch die bekannteste Nutzung von Trassmörtel für den Heimwerker.

Inhaltsstoffe der Trasszementmischung

Je nach Hersteller der Trasszementmischung sind darin zwischen etwa 20 und 50 Prozent Trass enthalten. Bedenken Sie aber, dass Puzzolan und Tuff im Grunde das gleiche sind, wie Trass. Oft wird Trassmörtel daher auch als Puzzolanzement bezeichnet. Lassen Sie sich also nicht verwirren, wenn in einer Trassmischung augenscheinlich sehr wenig Trass enthalten ist. Die weiteren Bestandteile können die folgenden Inhaltsstoffe sein:

  • Portlandzement
  • Kalk
  • Trass
  • Puzzolan
  • Tuff

Preis von Trassmörtel

Für den 25 Kilo Sack Trasszement müssen Sie ab etwa sechs Euro in einem sehr günstigen Baumarkt zahlen. Der Preis kann allerdings je nach Händler recht stark schwanken, einige verlangen sogar um die zwölf Euro für den gleichen Sack Trassmörtel. Viele Baustoffhändler bieten auch heute noch 40 Kilo Säcke an, die um die elf Euro im günstigsten Fall kosten. Vielfach wird der Preis bei einer Abnahme von mindestens 56 Säcken, beziehungsweise einer Palette, günstiger. Allerdings ist das auch schon eine Menge, die Sie nicht mehr mit einer normalen Mischmaschine und eigenem Muskelschmalz verarbeiten können. Dann können Sie lieber im örtlichen Zementwerk eine Trassmischung ordern.Kosten

Tipp: Bedenken Sie jedoch bei der Bestellung einer großen Menge Trassmörtels, dass Trass nicht für das Schütten einer Bodenplatte oder eines Fundaments geeignet ist, wenn dort eine Stahlarmierung eingebettet werden soll.

Mischungsverhältnis von Trassmörtel

Trasszement ist im Außenbereich besonders haltbar. Doch aus eben diesem Grund sollte er nicht genauso angemischt werden, wie eine Zement- oder Kalkmischung, die auch im Innenbereich genutzt wird. Die Menge des Kalks, der hinzugefügt wird, sollte daher eingeschränkt werden. Während Sie für das Mauern einer Innenwand eine hochkalkhaltige Zementmischung mit zwei Teilen Kalk, einem Teil Zement und acht Teilen Sand verwenden können, ist im Außenbereich deutlich weniger Sand und ebenfalls weniger Kalk einzusetzen.

Je nach Beanspruchung der betreffenden Bauteile kann das Mischungsverhältnis aber auch ein wenig abgewandelt werden. Fragen Sie unter Umständen Ihren Baustoffhändler vor Ort, da er auch die regionalen Anforderungen gut kennt. Je stärker die Mauer oder der Bodenbelag beispielsweise Frost und Feuchtigkeit ausgesetzt sind, desto mehr Trasszement sollten Sie beim Mischen hinzufügen.25 kg Sack Trasszement

  • Natursteinmauer:
    • 1 Teil Kalk + 1 Teil Trassmischung + 5 bis 6 Teile Sand
  • Klinkermauer:
    • 2 Teile Trasszement + 6 Teile Sand
  • Natursteintreppe oder Terrassenbelag:
    • 1 Teil Zement + 4 Teile Sand

Das benötigen Sie:

  • Schaufel
  • Mischmaschine
  • Gummihammer
  • Richtschnur
  • Rüttelplatte oder Stampfer
  • Maurerkübel
  • Maurerkelle
  • langes gerades Brett
  • Wasserwaage
  • Naturstein / Polygonalplatten
  • Trasszement
  • Sand
  • Kalk
  • Kies

Verlegung von Natursteinplatten im Garten mit Trasszement

Durch die unregelmäßig geformten Polygonalplatten werden Gehwege und Terrassen im Garten in einem besonders natürlichen Look gestaltet. Damit die Platten aber wirklich gut und dauerhaft liegen, muss zum einen der Untergrund sorgfältig vorbereitet werden. Zum anderen sollten Sie schon vor der Verlegung planen, welche der kantigen Platten wohin soll. So haben Sie es später einfacher, die Platten in das Mörtelbett zu legen.

Polygonalplatten
Polygonalplatten
  1. Vorbereitung und Untergrund

Nach der Aushärtung des Mörtels darf keine Feuchtigkeit mehr von unten an die Natursteine oder die Polygonalplatten gelangen. Daher muss zunächst ein Kiesbett für eine perfekte Drainage sorgen. Dazu sollte zunächst die betreffende Fläche etwa mindestens 20 Zentimeter tief ausgehoben werden.

Dann wird eine Kies- oder Schotterschicht darauf ausgebracht. Diese Schicht muss mit einem Stampfer gut verdichtet werden. Gleichzeitig sollte ein leichtes Gefälle eingearbeitet werden. Vor allem, wenn sich die Fläche direkt am Haus befindet, sollte das Wasser unbedingt in die andere Richtung abgeleitet werden.

Kiesbett vorbereiten
Kiesbett vorbereiten

Tipp: In Gebieten mit hoher Bodenfeuchte oder starken Niederschlägen, sollten Sie lieber unter dem Kiesbett noch einige Drainagerohre verlegen. Sie können aber auch entlang der Terrasse oder des Weges die dicken gelben Drainagerohre in den Boden einbringen, um übermäßige Wassermassen schneller loszuwerden. Der Garten wird es Ihnen danken, denn sowohl die Rasenflächen als auch die anderen Pflanzen mögen keine nassen Füße.

  1. Trockenübungen

Sie haben es später einfacher, wenn Sie die Steine oder Platten im Vorfeld einmal passend auslegen. Für die unregelmäßig geformten Platten benötigen Sie oft eine Weile, damit die Fugen nicht allzu groß und breit werden. Mehr als drei bis höchstens fünf Zentimeter sollten die Fugen möglichst nicht breit sein. Daher ist es zu empfehlen, die Platten zunächst einmal ohne Mörtel auf der Fläche anzuordnen. Nehmen Sie dann ein Stück weißer Kreide und nummerieren Sie die Platten durch, bevor Sie sie wieder entfernen. Legen Sie die einzelnen Platten in Reichweite neben dem späteren Ablageort.

Tipp: Die Technik auf Handy und Smartphone macht es heute möglich, die nummerierten Platten an Ort und Stelle zu fotografieren. Drucken Sie sich den Plan dann einfach in schwarz-weiß aus. So haben Sie es beim Verlegen richtig leicht und sind viel schneller am Ziel. Natürlich können Sie auch eine kleine Zeichnung anfertigen, auf der Sie die einzelnen Nummern eintragen.

  1. Platten vorbereiten und Mörtel mischen

Die Platten sollten von der Unterseite und an den Kanten von jeglichem Staub gereinigt werden. Nehmen Sie eine alte Bürste und waschen Sie die Platten nass ab, damit der Trasszement die Polygonalplatten gut abbinden kann.

Mischen Sie nur so viel Trasszement an, wie Sie in etwa einer halben bis einer Stunde verarbeiten können. Für den Bodenbelag aus Naturstein im Außenbereich sollten Sie, wie oben beschrieben, etwa einen Teil Trasszementmörtel mit vier Teilen Sand anmischen. Im Gegensatz zum Mauermörtel ist hier weniger Wasser erforderlich. Von der Faustregel ein Liter Wasser auf einem Kilo Zement ist hier abzuweichen. Verwenden Sie nur so viel Wasser, dass die Mörtelmasse eine erdfeuchte Masse ergibt.

Trasszement anmischen
Trasszement anmischen

Je mehr Wasser Sie zusetzen, desto leichter kann Ihnen der Untergrund unter den Platten ins Rutschen kommen. Die Platten würden eventuell beim Verlegen auch einseitig etwas einsacken und Sie hätten nach dem Trocknen eine Berg- und Talbahn statt einer geraden Terrasse.

  1. Polygonalplatten in Trassmörtel verlegen

Die erdfeuchte Masse aus Trasszement und Sand wird etwa fünf Zentimeter dick auf den vorbereiteten Untergrund ausgebracht. Nun können Sie die Polygonalplatten nach Ihrem vorherigen Plan in den Trasszement legen. Verwenden Sie ein langes Brett und die Wasserwaage, um die Platten perfekt auszurichten. Sollte eine Platte zu tief einsinken, müssen Sie in den sauren Apfel beißen und sie wieder aus dem Trassmörtel herausholen. Sollte Mörtel auf die Oberseite der Platte gelangt sein, sollten Sie diese vor einer erneuten Auslegung lieber abwaschen. Zwar verursacht der Trasszement kaum Schlieren, doch dicke Rückstände könnten dauerhaft daran antrocknen.

Tipp: Wenn Sie größere Platten in den Mörtel klopfen müssen, sollten Sie auch mit einem Gummihammer immer nur auf das längere Brett schlagen. Die Platten brechen leichter je größer sie sind, daher dürfen Sie nie direkt auf die Platten schlagen.

Gummihammer

  1. Fugen ausgleichen

Wenn Sie die Platten im Trasszement verarbeiten, werden sie automatisch etwas in das Mörtelbett gedrückt. Sollte dennoch nicht genügend Mörtel hochgedrückt werden, müssen Sie die Fugen anschließend noch mit Trasszement auffüllen. Achten Sie auch weiterhin darauf, dass Sie keinen Mörtel auf die Platten geben. Sie können jetzt auch noch größere Fugen oder Fehlstellen mit kleineren Bruchstücken der Platten füllen. Das sieht harmonischer aus, als eine große Fuge mit Trasszement.

Tipp: Halten Sie beim Auffüllen der Fugen immer einen nassen Schwamm und einen Eimer mit klarem Wasser bereit, damit Sie Rückstände vom Trasszement sofort entfernen können. Das erspart Ihnen später nach dem Trocknen viel Arbeit und eventuell sogar spezielle chemische Reiniger, die Sie sonst benötigen würden.

Tipps für Schnellleser

  • Polygonalplatten oder Natursteine auswählen
  • Untergrund mit Splitt und Kies vorbereiten
  • Untergrund mit Stampfer verdichten
  • Platten probehalber zusammenlegen
  • Platten durchnummerieren
  • Trasszement anmischen
  • Mörtel aufbringen
  • Platten auslegen
  • mit Wasserwaage und Brett Platten ausrichten
  • Mörtelbett trocknen lassen
  • Polygonalplatten mit Trasszement verfugen
  • Weg oder Terrasse vor Regen schützen
  • ausreichende Trocknung beachten

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