Auch wenn wir uns dank moderner Kunststoff-Topfgriffe am Herd heute nicht mehr so leicht die Finger verbrennen, bleibt der Topflappen als altbewährtes Hilfsmittel ein nützliches und beliebtes Küchen-Accessoire. Ob nun tatsächlich als Hitzeschutz oder zu dekorativen Zwecken – gehäkelte Topflappen erleben gerade ein Comeback. Diese einfache Anleitung erklärt ein beliebtes Häkelstück, an das sich auch Einsteiger wagen können.

Topflappen aus festen Maschen gehäkelt

Diese Anleitung zeigt, wie man mit einfachen festen Maschen schnell einen Topflappen häkeln kann. Auf komplizierte Maschenproben und umständliche Rechnereien wird dabei gänzlich verzichtet.

Aus einem Knäuel Baumwollgarn entsteht ein praktischer Küchenhelfer, der – mit Liebe gehäkelt – eine wunderbare Geschenkidee abgibt. Wer gleich zwei Topflappen häkeln möchte, kann dabei mit den Farben spielen. Je ein Knäuel wird dabei zur Hauptfarbe des einen Lappen und zum Rand anderen. Am Ende freut sich jede Küchenfee, weil beide Hände heil bleiben, wenn sie den heißen Braten oder den frisch gebackenen Kuchen aus der Röhre holt. Ebenfalls kurz erklärt wird die gestreifte Variante.

Material für einen Topflappen

  • 50 g Häkelgarn (Baumwollgarn)
  • 1 Häkelnadel in der passenden Stärke
  • Außerdem: Maßband, stumpfe Nadel zum Vernähen, Schere

Hier in der Musterbeschreibung werden verwendet:

  • 100 % Baumwolle mit einer Lauflänge von 90 m / 50 g
  • Häkelnadel: 4 mm

Was man beim Materialkauf beachten sollte:

Topflappen werden oft hohen Temperaturen ausgesetzt. Deshalb sollte auch die Wahl des Häkelgarns dementsprechend robust sein. Im Fachhandel wird dafür spezielles „Topflappengarn“ angeboten. Alternativ eignen sich aber auch ein anderes reines Baumwollgarn oder das sogenannte Schulgarn wunderbar für diese Häkelarbeit.

Neben der Lauflänge des Knäuels enthalten die Herstellerangaben auf der Banderole auch den Hinweis, mit welcher Nadelstärke das Garn verarbeitet werden soll. Damit eine stabile Häkelarbeit entsteht, sollte man beim Topflappen möglichst die kleinstmögliche Häkelnadel benutzen.

Nützliche Infos

Damit der gehäkelte Topflappen später auch tatsächlich seine wichtige Aufgabe – unsere Hände vor Hitze zu schützen – erfüllt, wird er aus festen Maschen gefertigt. So entsteht ein dichtes und optisch schönes Häkelbild.

Die optimale Größe eines fertigen Topflappens liegt bei ca. 20 Zentimetern. Auf den Millimeter kommt es bei dieser Häkelarbeit allerdings nicht an. Werden nur 19 Zentimeter erreicht oder ist die Seitenlänge etwas größer, kann man das durchaus tolerieren und unter das Motto „künstlerische Freiheit“ stellen.

Häkelanleitung

Für den letztendlich quadratischen Topflappen wird zunächst eine Kette aus 35 lockeren Luftmaschen gehäkelt. (Falls mit dünnerem Faden oder kleinerer Nadel gearbeitet wird, einfach etwas mehr Luftmaschen anschlagen.) Die fertige Luftmaschenkette sollte ca. 20 Zentimeter lang sein.

Kette aus Luftmaschen

Wie der Name schon sagt, werden dabei Luftmaschen aneinandergehängt – eine einzelne Masche fertigen und anschließend durch die sich auf der Häkelnadel befindende Schlaufe immer wieder eine einfache neue Schlaufe ziehen.

Tipp: Für die Luftmaschenkette eventuell eine etwas dickere Häkelnadel verwenden, dann fällt es gleich leichter bei der ersten Häkelreihe in die einzelnen Maschenglieder einzustechen.

1. Häkelreihe mit festen Maschen

Zu Beginn einer jeden neuen Reihe wird eine sogenannte Wendeluftmasche gehäkelt. An die fertige Luftmaschenkette wird also zunächst eine weitere Luftmasche angehäkelt. Für die erste Reihe, die nun folgt, werden jeweils feste Maschen in die einzelnen Schlaufen der Kette gearbeitet. Die erste Einstichstelle ist mit einem Pfeil gekennzeichnet. Die Wendeluftmasche wird dabei zur Randmasche.

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Feste Maschen

Nun wird die Häkelnadel durch die Schlaufe der Luftmaschenkette gestochen, der Faden geholt und durchgezogen (jetzt liegen 2 Schlaufen auf der Nadel) – nun erneut den Faden holen und durch beide Schlaufen ziehen.

Nach diesem Prinzip 35 feste Maschen arbeiten bis das Ende der Luftmaschenkette erreicht ist.

Achtung: Die letzte Masche einer Reihe, in die auf jeden Fall noch einmal eingestochen werden muss, wölbt sich bereits ein bisschen. Auf dem Bild sind noch 2 Maschen unbehäkelt, in die zur Fertigstellung der Reihe noch eingestochen werden muss.

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Für Häkelneulinge lohnt es sich, bei den ersten Reihen aufmerksam die einzelnen Maschen mitzuzählen. So entsteht ein geradliniges Quadrat und somit ein gleichmäßiges Endergebnis.

Tipp: Beim Häkeln nicht vom geraden Weg abzukommen und tatsächlich rechteckige Vierecke anstatt unförmiger Trapeze zu produzieren – da tun sich viele Einsteiger etwas schwer. Die Ursache dafür findet sich meist bei kleinen Nachlässigkeiten am Reihenanfang oder -ende. Wird Folgendes immer beachtet, sollte es aber keine Schwierigkeiten geben: Zu Beginn einer Reihe mit festen Maschen immer eine Wende-Luftmasche häkeln. (Arbeitet man mit halben Stäbchen, braucht es 2 Wendeluftmaschen und bei Stäbchen werden sogar 3 Wendeluftmaschen gemacht). Am Schluss immer korrekt bis zur allerletzten Masche arbeiten.

2. und alle folgenden Reihen

Sobald die 1. Reihe komplett gehäkelt wurde, wird die Arbeit gewendet. Jetzt liegt die zuletzt gehäkelte Schlaufe wieder auf der rechten Seite. Nun folgt die schon eingangs beschriebene Wendeluftmasche (eine einfache Luftmasche häkeln). Diese Wendemasche wird beim Zählen der Maschen einer Reihe nicht beachtet.

Ab jetzt werden feste Maschen in jede Masche der Vorreihe gearbeitet. Die erste Einstichstelle ist wieder auf dem Foto zu sehen.

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Damit schöne, feste Maschen entstehen nicht nur in das vordere Maschenglied der Vorreihe einstechen, sondern mit der Häkelnadel die komplette Masche der Vorreihe durchstehen. Sind mit dieser Methode 35 Maschen gehäkelt, ist schon die zweite Reihe geschafft. Es folgen die 3., 4., 5. Reihe und so weiter.

Gehäkelt wird immer hin und her bis der Topflappen eine quadratische Form hat. Dies kann auch ohne Maßband ganz leicht überprüft werden, indem man das gehäkelte Teil diagonal faltet, also von Ecke zu Ecke. Liegen alle Seitenkanten aufeinander, ist das Häkelquadrat perfekt. Steht noch eine Seite vor, braucht es noch eine oder mehrere Reihen. (Der Topflappen in dieser Anleitung umfasst insgesamt 36 Reihen.) Jetzt den Faden abschneiden und einmal durch die letzte Häkelschlaufe ziehen.

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Sobald der Anfangs- und Endfaden vernäht sind, könnte man den Topflappen theoretisch schon benutzen. Damit das praktische Handwerkzeug aber auch hübsch aussieht, empfiehlt es sich, noch etwas zusätzliche Arbeitszeit zu investieren und den Topflappen mit einer Umrandung und einer Schlaufe auszustatten. An der Schlaufe kann der Topflappen später leicht in greifbarer Nähe zum Küchenherd aufgehängt werden.

Topflappen umhäkeln

Dazu wird durch das untere Ende des Häkelquadrats (in die erste Masche der ursprünglichen Anfangs-Luftmaschenkette) ein Faden gezogen – es entsteht eine Schlaufe.

An diese Schlaufe wird nun eine kurze Luftmaschenkette gehäkelt (ca. 12 Maschen).

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Die Maschenkette schießen, indem erneut in die allererste Topflappenmasche eingestochen wird.

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Jetzt wird diese Schlaufe noch einmal mit festen Maschen umhäkelt. Dazu den Topflappen umdrehen, den Faden hinter die Nadel legen, zuerst in die letzte Masche der Luftmaschenkette einstechen und dann an deren Rand entlang feste Maschen arbeiten.

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Danach beginnt die eigentliche Umrandung des Topflappens. Es wird von der Schlaufe aus gesehen in die linke Richtung gearbeitet und so das ganze Quadrat mit festen Maschen umhäkelt. Damit am unteren Rand keine Löcher entstehen, wird dabei eine Masche tiefer eingestochen.

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Ecke: drei feste Maschen in eine Einstichstelle häkeln. (Eine feste Masche ganz normal beenden, dann erneut in das dafür verwendete Loch einstechen, Faden holen und feste Masche fertigen und gleich auch noch ein drittes Mal in diese Stelle stechen und eine feste Masche häkeln.

Es folgt der Seitenrand um die etwas verkrüppelten Randmaschen des Häkelstücks (auf Höhe jeder Hin- und Rückreihe eine Masche arbeiten).

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Bei vorher insgesamt 36 gehäkelten Reihen entstehen also 36 Umrandungsmaschen. Ist die zweie Ecke umhäkelt, zeigt sich auf der Oberkante ein schönes klares Maschenbild. Es ist ganz leicht, in jede dieser Randmaschen eine feste Masche zu arbeiten.

Nach der dritten Ecke geht es noch einmal die rechte Häkelseite hinauf (wie den linken Seitenrand arbeiten), bis schließlich die anfangs erstellte Aufhänge-Schlaufe wieder erreicht ist. Die letzte Masche der Umrundungsreihe wird als Kettmasche in die erste Masche dieser Aufhänge-Schlaufe gestochen.

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Kettmasche: Mit der Häkelnadel in die gewünschte Einstichstelle stechen, den Faden holen und sofort durch die auf der Nadel liegende Schlinge ziehen.

Fertigstellung

Den Faden wie schon beim Häkeln des Grund-Quadrats abschneiden und einmal durch die letzte Häkelschlaufe ziehen.

Jetzt müssen nur noch die Fäden vernäht werden…

Fäden vernähen: Besonders bei einer Häkelarbeit, die man nachher auch praktisch benutzen und strapazieren möchte, lohnt es sich die Fäden ordentlich und stabil zu vernähen. Außerdem gibt es beim Topflappen ja keine Rückseite. Beide Seiten sind einsichtig, deshalb die Fadenenden mit 5 – 6 Stichen so durch die Häkelmaschen ziehen, dass Sie nicht mehr sichtbar sind. Fadenende kurz abschneiden. Wird mit verschiedenen Farben gearbeitet, werden die jeweiligen Fäden am besten dort vernäht, wo auch mit der passenden Farbe gehäkelt wurde.

… und schon ist ein einfacher und trotzdem wunderschöner Topflappen fertig.

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Tipp zum Häkeln von Farbstreifen

Farbwechsel: Sobald eine Rückreihe mit einer Farbe beendet ist, wird die Arbeit gewendet und mit der zweiten Farbe weitergehäkelt. Dazu die Wendeluftmasche schon mit dem neuen Faden häkeln. Der Faden der Ursprungsfarbe wird erst einmal nach unten weggeklappt, der neue Faden kommt von hinten. Beide Fadenenden bei Bedarf nachziehen, so dass keine Löcher entstehen. Eine Hin- und Rückreihe beenden (oder den Blockstreifen in der gewünschten Breite häkeln) und die Farbe erneut wechseln. Bei schmalen Streifen kann dabei einfach der noch an der Arbeit hängende erste Faden nach oben gezogen werden. Wird in breiteren Blöcken gehäkelt, den Faden auch jeweils am Rand mit nach oben führen oder beim Farbwechsel abschneiden und die Fadenenden immer vernähen.

Kurzanleitung einfach gehäkelter Topflappen aus festen Maschen:

  • Material: 1 Häkelnadel Nr. 4, 1 Knäuel Topflappengarn (Lauflänge 90 m / 50 g)
  • eine Luftmaschenkette mit 35 Maschen häkeln (ca. 20 cm Länge)
  • 1 Wendeluftmasche arbeiten, die Luftmaschenkette mit 35 festen Maschen behäkeln
  • die Arbeit wenden, 1 Wendeluftmasche arbeiten, 35 feste Maschen in die Maschen der Vorreihe häkeln
  • nach diesem Prinzip insgesamt 36 Reihen häkeln
  • 1 Schlaufe aus 12 Luftmaschen an eine Ecke häkeln
  • Schlaufe mit festen Maschen umhäkeln
  • alle 4 Seiten des Topflappens mit einer Reihe festen Maschen umhäkeln

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