Der Sumpf-Eibisch ist erst in den letzten Jahren zu Popularität gelangt, dafür aber mit ganzer Kraft. Diese auffälligen Blühpflanzen sind der Hingucker in jedem Garten. Häufig werden sie als Kübelpflanzen kultiviert, können aber auch ohne weiteres ausgepflanzt werden. Der Sumpf-Eibisch überzeugt durch seine riesigen Blüten, Durchmesser von 20 cm und mehr sind an der Tagesordnung. Die Blüten halten jeweils nur einen Tag, aber mit den Jahren werden es sehr viele, so dass eine lange Blütezeit garantiert ist.

Beim Sumpf-Eibisch handelt es sich in der Regel um Hybridpflanzen. Sie werden als Stauden-Hibiskus oder als Riesenhibiskus angeboten. Die Triebe werden etwa 1m hoch. Die Blüten sind im Verhältnis zur Strauchgröße riesig, erreichen einen Durchmesser von 25 cm. Das Problem mit diesem Hibiskus ist die Überwinterung. Die Pflanzen gelten als winterhart, kommen aber mit langanhaltenden tiefen Frösten nur schwer klar. Deshalb sollten sie etwas geschützt werden. Viele Pflanzenfreunde trauen sich nicht, die Gewächse auszupflanzen, weil es häufig heißt, sie gedeihen nur im Weinbauklima.

Der Sumpf-Eibisch lässt sich im Frühjahr gern Zeit. Diese Gewächse frieren im Winter oberirdisch komplett weg und treiben aus der Wurzel wieder neu aus. Dies geschieht manchmal sehr spät, erst so gegen Ende Mai, natürlich je nach Witterung. Im ersten Frühjahr erscheinen meist nur 3 bis 5 Triebe, aber jedes Jahr kommen 1 bis 3 dazu, so dass nach einigen Jahren eine schöne große Pflanze entsteht, die jede Menge riesiger Blüten trägt.

Standort

Beim Standort ist wichtig, dass er warm und geschützt ist. Bei Wind zerfleddern die großen Blüten, sehen schnell unansehnlich aus und hängen nur noch schlaff herunter. Sonne und Wärme werden zum Blühen und Überwintern benötigt.

Standort Sumpfeibisch
Sonniger Standort regt zur Blütenbildung an
  • vollsonnig bis leicht halbschattig
  • windgeschützt, damit die großen Blüten nicht zerfleddern
  • für den Blütenansatz werden hohe Sommertemperaturen benötigt
  • ideal ist also eine windgeschützte Ecke, die viele Stunden in der Sonne liegt
  • sehr hitzeverträglich

Pflanzsubstrat

Das Pflanzsubstrat muss unbedingt durchlässig sein, aber auch etwas Feuchtigkeit speichern können. Der Sumpf-Eibisch mag einen nicht zu trockenen Boden, aber ohne Staunässe. Besonders gut gedeihen die Pflanzen am Gewässerrand. Nährstoffe im Boden sind günstig, zum einen für das Wachstum, zum anderen für viele Blüten.

  • humos sandig bis humos tonig
  • feucht, gern Gewässerrand
  • kühl, also mulchen
  • durchlässig
  • neutral
  • mit Kompost oder Mist angereichert
  • keine Bodenverdichtung
  • Pflanzenzuchtbetriebe nutzen häufig Torfkultursubstrat

Sumpfeibisch ErdePflanzzeit

Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr, denn dann ist die Zeit zum Einwurzeln bis zu den ersten Frösten am längsten. Hibiskus im Container kann den gesamten Sommer über in die Erde gebracht werden. Häufig werden die Pflanzen während der Blütezeit angeboten, also im August. Dann ist es höchste Zeit, sie zu pflanzen. Zu spät im Herbst ist nicht vorteilhaft, weil dann die Gefahr besteht, dass der Frost zu früh kommt, bevor die Hibiskus angewachsen sind.

  • am besten im Frühjahr, damit die Pflanze vor dem Winter gut anwächst.
  • Pflanzen im Herbst ist gefährlich, weil man nie weiß, wann der erste Frost kommt und wie hart der Winter wird

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Ist ein guter Standort gefunden, den Hibiskus in ein ausreichend großes Pflanzloch setzen. Empfehlenswert ist, den Pflanzballen zuvor in einen Wassereimer zu stellen, damit sich der Wurzelballen richtig voll saugen kann.Sumpfeibisch

Auch nach dem Pflanzen ist wässern unbedingt notwendig. In den nächsten Wochen immer auf ausreichend feuchten Boden achten!

  • ausreichend großes Pflanzloch
  • auf gleiche Höhe wie im Gefäß setzen
  • Pflanzabstand 60 bis 80 cm
  • mögen keine Wurzelkonkurrenz
  • Hibiskus im Kübel
    • niemals austrocknen lassen
    • Gefäß mit ausreichend Erdvolumen wählen
    • frostfrei überwintern

Gießen

Beim Gießen ist darauf zu achten, dass der Boden gleichmäßig leicht feucht bleibt. Der Boden sollte nicht austrocknen. Kommt das öfters vor, schadet das der Pflanze. Es schwächt sie. Staunässe ist allerdings auch unbedingt zu vermeiden. Bei Gefäßhaltung durchdringend gießen, überschüssiges Wasser aber unbedingt ablaufen lassen. Am besten, lässt man den Untersetzer weg. Kübelpflanzen brauchen recht viel Wasser, müssen also im Sommer täglich gegossen werden, will man große Blüten haben.

  • regelmäßig wässern, der Boden sollte nicht austrocknen
  • bei Wassermangel – Abwurf von Knospen
  • auch im Winter Boden leicht feucht halten

Düngen

Gedüngt wird in der Vegetationsperiode. Gleich beim Zurückschneiden ist das Düngen am Wichtigsten. Hier machen sich Hornspäne gut oder alternativ Kompost. Diese Hibiskus sind Starkzehrer. Sie brauchen einen Volldünger, z.B. Osmocote und zusätzlich Eisen.

  • düngen von Mai bis Ende Juni
  • danach nicht mehr Düngen, um Erfrieren vorzubeugen
  • im September mit Patentkali düngen, um Winterhärte zu erhöhen

Ausputzen

Verblühtes sieht nicht so toll aus, weil auch die Blütenreste riesig sind. Außerdem verklebt bei Regen alles. Besser man entfernt die Reste.

Sumpfeibisch
Alte Blüten entfernen

Wer allerdings Samen möchte, sollte sie am Strauch lassen. Für die Samenbildung muss man selbst zum Pinsel greifen und bestäuben.

  • um Blütezeit zu verlängern
  • verblühtes sieht optisch nicht sehr ansprechend aus

Schnitt

Der Schnitt beschränkt sich darauf, die Triebe im Herbst oder Frühjahr abzuschneiden, da die Pflanze oberirdisch vollkommen einzieht, bzw. auch erfriert. Ansonsten muss nicht geschnitten werden.

  • Rückschnitt im Spätherbst auf ca. 10 cm
  • Es kann auch erst im Frühjahr geschnitten werden, aber die kahlen Triebe sind optisch kein Highlight

Überwinterung

Der Stauden-Hibiskus, wie der Sumpf-Hibiskus häufig genannt wird, wird sehr oft als nicht winterhart angegeben. Man sollte ihn im Kübel und frostfrei überwintern. Das kann man sicher tun, es ist aber nicht nötig. Die Pflanzen können durchaus ausgepflanzt werden, vorausgesetzt, man wohnt nicht im Gebirge oder in einer wirklich kalten Ecke. Sicherheitshalber sollten die Pflanzen aber geschützt werden. Eine dicke Mulch- oder Laubschicht ist hilfreich. Darüber kann noch Reisig gelegt werden, dann dürfte nichts passieren. Das Reisig schützt auch etwas vor zu viel Nässe, welche vielen Pflanzen im Winter mehr zu schaffen macht, als der Frost selber.Reisig als Winterschutz

  • die ersten 1 bis 2 Jahre mit Tannenreisig bedecken
  • auch sonst Schutz empfehlenswert
  • Sonnenschutz bei Kahlfrösten
  • Kübelpflanzen frostfrei überwintern, kühl und feucht

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt über Aussaat oder Stecklinge. Beide Methoden funktionieren gut, wobei es manchmal schwierig ist, Samen bestimmter Sorten zu bekommen. Auch sind die Preise dafür recht hoch, was sicher damit zusammenhängt, dass sie nicht leicht „herzustellen“ sind.

  • Aussaat, Stecklinge
  • ganzjährig aussäen, am besten aber im Januar oder Februar
  • Zimmergewächshaus macht es einfacher
  • 1 cm tief
  • bei 18 bis 25°C
  • feucht halten
  • Keimdauer 3 bis 5 Tage

Krankheiten

Hibiscus moscheutus ist sehr robust und gesund. Krankheiten sind nahezu unbekannt. Spezifische Krankheiten gibt es keine. Pflegefehler können die Pflanzen schwächen, sie werden dann anfälliger. Frost ist Todesursache Nummer Eins, sonst bringt die Pflanzen so schnell nichts um.

  • sehr robust
  • kaum Krankheiten und keine spezifischen
Blattläuse
Blattläuse

Schädlinge

Auch Schädlinge treten eher sporadisch auf. Blattläuse können immer wieder mal vorkommen, der Hibiskus gehört aber nicht zu den bevorzugten Gewächsen. Bei der frostfreien Überwinterung im Kübel treten auch immer wieder Spinnmilben auf, vor allem, wenn die Temperaturen zu hoch und die Luft zu trocken ist. Diese Schädlinge sind schlimmer als Blattläuse, vor allem, wenn sie sehr spät entdeckt werden und sich dann schon massenhaft ausgebreitet haben.

  • Blattläuse
  • Spinnmilben

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