Wie klebt man Styropor richtig? Hilfreiche Tipps für die Verarbeitung

Bei der Verarbeitung von Styroporplatten und Styroporleisten ist es wichtig, dass Sie einen entsprechenden und für das Material geeigneten Kleber auswählen. Klassische Klebstoffe sind zur Anbringung von Styropor an den Wänden oder Decken nicht geeignet, da diese das mit Lufteinschlüssen hergestellte Material schädigen und obendrein zur Bildung sichtbarer Flecken führen würden.

Styropor zur Wärmedämmung oder dekorativen Wand- und Deckenverkleidung lässt sich einfach kleben. Im Baumarkt finden Sie spezielle Klebstoffe, die bereits fertig angerührt erhältlich und auf die Materialeigenschaften von Styroporplatten abgestimmt sind. Spezielle Befestigungsmaterialien für Styropor sind frei von Lösungsmitteln. Lösungsmittel zersetzen die Styroporleisten und können zum Zusammenziehen oder zur Lochbildung bei der Verarbeitung führen. Aber nicht nur der richtige Kleber, sondern auch die richtige Technik zum Verkleben nimmt maßgeblichen Einfluss auf den Halt und die Optik der Styroporplatten an Wänden und Decken. Legen Sie sich die Werkzeuge und Arbeitsmaterialien bereit, sodass Sie beim eigentlichen Verkleben Schritt für Schritt und ohne Unterbrechung vorgehen können.

Materialien und Vorbereitung

Es empfiehlt sich, wenn Sie alle Styroporplatten und Leisten vorab zuschneiden und in das von Ihnen gewünschte Format bringen. Mit dieser Schrittfolge sparen Sie beim Verkleben viel Zeit und können die vorbereiteten und fertig geschnittenen Styroporleisten und -Platten nacheinander ankleben.

Montagekleber speziell für Styropor
Montagekleber speziell für Styropor

Nun benötigen Sie:

  • die zugeschnittenen Platten und Leisten aus Styropor
  • ein System in Form einer Zeichnung, nach dem Sie vorgehen
  • den Styroporkleber ohne Lösungsmittel
  • einen Zahnspachtel
  • einen abwaschbaren Untergrund oder Tisch
  • PU Schaum zum Lückenfüllen.

Wenn Sie das zugeschnittene Material geordnet vor die zu bearbeitende Wand legen, können Sie beim Kleben der Reihe nach vorgehen. An den Rändern und in den Ecken werden in der Regel zugeschnittene Platten und Styroporleisten verklebt, die Sie sich in Reihenfolge bereitlegen und so ganz einfach entsprechend der ermittelten Maße und des Zuschnitts anbringen können.

Wichtig: Beim Styroporplatten an Decken oder Wänden verarbeiten, beginnen Sie nie im äußeren Bereich, sondern grundsätzlich immer in der Mitte Ihrer Arbeitsfläche.

Um eine ebenmäßige Fläche zu erzielen und den Bruch der Styroporplatten beim Anbringen zu vermeiden, muss der Untergrund glatt, frei von Erhebungen und Dellen sein. Sollte die zu bearbeitende Fläche mit Raufaser- oder Strukturtapete verkleidet sein, entfernen Sie den Papieruntergrund und verputzen die Wand mit feinem Putz ohne sichtbare Körnung. Styroporleisten und -Platten sind hauchdünn und brechen, wenn die Anbringung auf einem unebenen Untergrund erfolgt. Bei der Wärmedämmung hingegen werden keine filigranen Platten von geringer Stärke, sondern Blöcke verwendet. Auch hier muss der Untergrund ebenmäßig sein, doch ist die Gefahr von Materialbruch weitaus geringer als bei speziellen Platten zur Innenraumverkleidung.

Von innen nach außen arbeiten

Der größte Fehler beim Verkleben von Wand- oder Deckenverkleidungen aus Styropor besteht darin, dass Sie in einer Ecke beginnen und die Platten nacheinander auf der Fläche aufbringen. In den meisten Räumen ist es notwendig, dass die Abschlüsse auf Maß geschnitten werden müssen. Um eine gerade und optisch ansprechende Fläche mit guter Raumwirkung zu erzielen, beginnen Sie beim Verkleben genau in der Mitte des Raumes. Hierfür haben Sie bereits vor dem Zuschnitt den korrekten Mittelpunkt ausgemessen und markiert. Oftmals befindet sich dieser direkt um das Kabel für die Befestigung von Leuchten, sodass die Styroporplatte über eine Aussparung zum Durchführen des Kabels verfügen muss. Mit einem Cuttermesser haben Sie den Ausschnitt gefertigt und setzen nun die Platte am Mittelpunkt der Decke an.

Die punktuelle Verklebung von Styropor empfiehlt sich nicht. Bei größeren Platten kann es zur Verformung und einer sichtbaren Spaltbildung kommen. Besser ist es, den Kleber mittels eines Zahnspachtels gleichmäßig und in einer dünnen Schicht auf dem gesamten Untergrund aufzutragen.

Kleber mit Zahnspachtel auftragen
Kleber mit Zahnspachtel auftragen

Lassen Sie ausreichend Abstand zu den Rändern, sodass der Pressdruck beim Anbringen der Platten und Leisten nicht zum Herausquellen des Klebers führt.

Schritt-für-Schritt:

  1. Legen Sie die Styroporplatte rückseitig vor sich.
  2. Entnehmen Sie die gewünschte Menge Kleber aus der Verpackung und verteilen ihn auf dem Zahnspachtel.
  3. Führen Sie den Zahnspachtel mit Kleber langsam und gleichmäßig über die rückseitig vor Ihnen liegende Platte.
  4. Lassen Sie rundherum etwa 1 Zentimeter Rand frei.
  5. Heben Sie die Platte vorsichtig an und bringen diese mittels leichtem Pressdruck mit Ihrer Handfläche auf dem Untergrund auf.

Haftet die erste Platte, setzen Sie alle weiteren Styroporplatten jeweils am Rand an und verfahren nach dem gleichen Prinzip. Die Kleberschicht kann dünn sein, zumal das Material federleicht ist und keinen dicken Haftgrund benötigt. Bei Styroporkleber handelt es sich um ein schnell trocknendes Material. Dies ist in der Verarbeitung von Vorteil, erfordert von Ihnen aber ein wenig Aufmerksamkeit und das richtige Arbeitstempo. Bereits mit Kleber behandelte Styroporplatten und Leisten müssen sofort nach der Aufbringung des Haftgrundes auf die Wand gebracht werden. Nachdem Sie die einzelnen Platten angebracht haben, prüfen Sie die Fläche auf eventuelle Lücken und verschieben die Styroporplatte ohne Wartezeit, wenn Sie einen unerwünschten Spalt erkennen und diesen schließen möchten. Bereits nach 5 Minuten lassen sich die Platten nicht mehr verschieben, da der Kleber bereits angetrocknet und die Styroporplatte somit fest ist.

Styropor-Kleben-1

Tragen Sie Styroporkleber großflächig auf und vermeiden Sie unterschiedliche Höhen der Klebemasse. Die Verarbeitung mit einem Zahnspachtel erweist sich als äußerst praktisch und sollte dem Aufbringen von Kleber mit einem klassischen Spachtel vorgezogen werden. Durch die Zähne des Spezialspachtels erzielen Sie ganz automatisch eine gleichmäßig mit Kleber eingestrichene Fläche, die sich in Form von Kleberlinien und Unterbrechungen zeigt. Als Untergrund für die Aufbringung des Klebers eignet sich ein sauberer Tisch, den Sie bestenfalls mit weichem Vlies auslegen. Vor allem bei dekorativen beschichteten Styroporplatten und Styroporleisten muss der Untergrund frei von Krümeln oder Unebenheiten sein, da sich diese beim Auftragen der Kleberschicht in die Oberfläche der Platte drücken und sichtbare Einkerbungen hinterlassen können.

Nacharbeit mit PU Schaum

Trotz größter Sorgfalt und einem korrekten Zuschnitt ist es nicht immer vermeidbar, dass sich an den Rändern oder zwischen zwei Platten unerwünschte Lücken zeigen. Um diese zu füllen und eine ebenmäßige Fläche zu erzeugen, können Sie lösungsmittelfreien PU Schaum nutzen und diesen ganz vorsichtig und in geringer Menge zur Befüllung der Spalten verwenden. Sollen die Außenkanten mit Styroporleisten beschlossen werden, ist die Lückenfüllung mit PU Schaum besonders wichtig. Ehe Sie die Styroporleisten aufkleben, lassen Sie den Schaum 24h trocknen und schneiden überstehende Materialreste vorsichtig mit einem scharfen Cuttermesser weg. Nun tragen Sie den Kleber auf die Rückseite der Styroporleisten auf und bringen diese ganz vorsichtig rund um Ihre mit Styroporplatten bearbeitete Fläche an.

PU-Schaum
PU-Schaum

Tipp: Saubere Hände sind beim Verkleben von Styropor besonders wichtig.

Damit die Front der Platten und Leisten nicht mit Kleberesten beschmutzt wird, kontrollieren Sie Ihre Hände vor dem Aufnehmen jeder Platte oder Leiste auf eventuelle Rückstände des Styroporklebers. Ebenso sollten Sie vermeiden, das Styropor mit fettigen oder anderweitig verschmutzten Händen an der Wand zu befestigen. Unsaubere oder mit Kleber behaftete Finger hinterlassen sichtbare Fingerabdrücke, die das Gesamtbild beeinträchtigen und dem Ergebnis eine wenig professionelle Note verleihen.

Schimmelpilz
Schimmelpilz

Arbeiten Sie nur mit Styropor, wenn die Wände trocken und frei von Pilzsporen sind. Bei feuchten und schimmelgefährdeten Wänden würde dieses Material zu einem Lufteinschluss führen, der die Gefahr durch Pilzsporen erhöht und sich obendrein negativ auf die Festigkeit des Styropors an der Wand oder Decke auswirken würde.

Tipps für Schnellleser

  • Styropor kleben ist mit handelsüblichem Styroporkleber einfach
  • bei Decken in der Mitte beginnen und die Platten nach außen hin verkleben
  • Sie benötigen einen Zahnspachtel, den Kleber, einen geraden Untergrund zum Verarbeiten und eine vorbereitete, ebenmäßige Fläche zum Anbringen der Styroporplatten und Styroporleisten
  • die Kleberschicht muss gleichmäßig und dünn aufgetragen werden
  • 1 Zentimeter Rand beim Kleber aufbringen aussparen
  • der Kleber trocknet schnell – muss beim Arbeitstempo Beachtung finden
  • Platten werden vorab zugeschnitten, sodass die Platten anschließend nacheinander verarbeitet werden können
  • Lücken und Spalten können mit PU Schaum gefüllt werden

4 KOMMENTARE

    • Hallo Birgit,
      ich empfehle Ihnen vorab Haftgrund auf den Putz aufzutragen, dadurch wird die Haftung des Klebers verbessert.
      Viele Grüße
      Silvia – talu.de

  1. Hallo, wir möchten dekorstyropor in Stein Optik auf eine Holz wand anbringen, muss ich dort vorher einen haftgrund auftragen?

    • Hallo Silvia,
      ob Sie Haftgrund vorher auftragen müssen, hängt von der Holzwand ab. Ist die Holzoberfläche sehr glatt und glänzend empfiehlt es sich vorher Haftgrund aufzutragen. Somit kann der Kleber anschließend auf der Oberfläche besser haften.
      Ist die Holzwand jedoch sehr porös und grob, dann empfehle ich Ihnen Tiefengrund vorab aufzutragen. Sollte ihre Wand keine dieser Extreme aufweisen, dann können Sie den Dekorstyropor auch direkt, also ohne Vorbehandlung, an der Holzwand anbringen.
      Gutes Gelingen und viele Grüße
      das Talu.de-Team

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