Stromzähler ablesen – alle Zahlen erklärt (bei Digitalen und Drehstromzählern)

Stromzähler

Einmal im Jahr kommt die Aufforderung vom Stromversorger, die Menge vom verbrauchten Strom anzugeben. Dazu befindet sich am Hauptverteiler im Haus der sogenannte Stromzähler. Die Angaben können auf diesem Gerät sehr verwirrend sein. Besonders bei Mehrfamilienhäusern muss der eigene Stromzähler erst einmal gefunden werden. Wir zeigen in diesen Ratgeber, worauf man beim Ablesen des Stromverbrauchs achten muss und wie man mit wenigen Maßnahmen viel Strom und Geld einsparen kann.

Selten erfreuliche Post

Wenn die Stromrechnung geöffnet wird, kommt immer die Frage, ob und wie viel nachgezahlt werden muss. Dass man Geld vom Energieversorger zurückbekommt ist sehr selten. Beim Ablesen vom Stromzähler keinen Fehler zu machen ist deshalb sehr wichtig. Denn schummeln bringt hier nichts – früher oder später wird der tatsächlich verbrauchte Strom ermittelt. Dann können sehr teure Nachzahlungen drohen.

Wie wird Strom gezählt?

Der Zähler ist ein elektronisches Gerät, welches aktiviert wird, sobald ein Verbraucher im Haushalt mit Netzstrom betrieben wird.

Bei den klassischen und noch weit verbreiteten Drehstromzählern wird durch den Stromfluss ein kleiner Elektromotor aktiviert. Je mehr Strom verbraucht wird, desto schneller dreht sich dieser kleine Elektromotor. Sein Eigenverbrauch ist hingegen minimal. Der Elektromotor setzt ein großes Zahnrad in Gang, an dessen roter Markierung das Fließen von Strom im Haushalt gut erkennbar ist. Über ein Umlenkgetriebe wird ein Zählwerk aktiviert, welches den verbrauchten Strom anzeigt.

Drehstromzähler

Die neueste Generation der Energiezähler funktioniert jedoch digital. Hierbei wird der entstehende Impuls elektronisch erfasst und an einem LCD-Display angezeigt. Die digitalen Energiezähler sind außerdem mit einer Fernwartung ausgerüstet. Die Energieunternehmen brauchen zum Ablesen des Verbrauchs von Strom nicht mehr ins Haus zu kommen. Ein in der Nähe geparktes Fahrzeug empfängt das vom LCD-Energiezähler ausgesendete Signal auf und wertet es aus.

Eigenverbrauch selbst ablesen

Auch wenn die Erfassung des verbrauchten Stroms heute vollautomatisch und ohne Zutun des Kunden durchgeführt werden kann, ist das Selbst ablesen können doch sehr wichtig. Wie soll man seinen Haushalt sonst auf unerwünschte Verbraucher untersuchen können? Ein sprunghaft angestiegener Stromverbrauch sollte stets misstrauisch machen. Eine Kontrolle des Eigenverbrauchs ist deshalb mindestens einmal im Jahr sehr wichtig, um böse Überraschungen so gut wie möglich ausschließen zu können.

Die Angaben am Zähler: Ein Zähler besteht aus Gehäuse, Zählernummer und Verbrauchsanzeigen.

Plombe

Besonders in Mehrfamilienhäusern oder bei Erstbezug einer Wohnung ist es wichtig, zunächst einmal einen Blick auf das Gehäuse zu werfen. Seitlich vom Gehäuse befindet sich ein Schloss, welches durch eine Plombe versiegelt sein sollte. Diese Plombe darf nur von einem Mitarbeiter des Elektrizitätswerks entfernt werden! Die Plombierung schließt aus, dass der Stromzähler von Unbefugten geöffnet und ggf. manipuliert wird. Eine beschädigte Plombe muss sofort gemeldet werden. Wird dies versäumt, drohen bis zu 1000 Euro Strafe vom Energieversorger! Außerdem droht eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr wegen eines Vergehens des Siegelbruchs.

Der richtige Zähler

Auf der Rechnung bzw. der Aufforderung zur Ablesung des Zählerstandes steht eine Zählernummer. Diese Nummer ist auch auf dem Energiezähler deutlich abgedruckt. Jedem Haushalt ist exakt ein Zähler zugeordnet. So können in Mehrfamilienhäusern keine Verwechslungen entstehen. Viele Hausverwaltungen schreiben händisch die Namen auf die Zähler. Darauf sollte man sich keinesfalls verlassen. Das anschließende Korrigieren von falsch abgelesenen Zählerständen ist sehr aufwändig und langwierig. Darum sollte an sich stets vollkommen sicher sein, dass man auch den richtigen Stromzähler abliest.

Stromzählernummer

Es kann vorkommen, dass zwei Zählernummern auf dem Energiezähler abgedruckt sind. Es sind dann meist eine längere und eine kürzere Nummer. Wenn man aber genau hinsieht, dann ist in der längeren Nummer die kürzere Nummer integriert. Es handelt sich deshalb, trotz der doppelten Angabe, um die gleiche Zählernummer. Eine der beiden Nummern muss auf dem Formular stehen.

Stromzähler ablesen

Die Angabe des Stromverbrauchs wird in dem Feld angezeigt, an dem die Angabe „kWh“ steht. Diese Abkürzung steht für „Kilowattstunden“ und ist die gebräuchliche Einheit für den Stromverbrauch. Der angegebene Wert wird in das Formfeld außer den beiden Nachkommastellen eingetragen. Es ist sinnvoll, sich den Zählerstand auch zusätzlich zu notieren. Ein Zahlendreher ist schnell passiert, darum sollte man den Zählerstand noch zwei Mal kontrollieren, bevor man das Formblatt endgültig fertig zum Abschicken macht. Viele Anbieter bieten heute auch ein Online-Formular an. Das Verfahren über die Angabe des Stromverbrauchs ist hier das Gleiche. Doch auch hier gilt: Drei Mal lesen, einmal angeben!

Stromzähler ablesen

Doppeltarif berücksichtigen

Er ist selten geworden, aber es gibt ihn stellenweise noch: Den Nachtstrom. Um die Vorteile des günstigen Nachtstroms auch nutzen zu können, muss auch ein entsprechender Vertrag mit dem Energieversorger abgeschlossen sein. Damit die Stromverbräuche exakt erfasst werden, ist ein Doppeltarif-Zähler ideal. Dieser verfügt über zwei Rollenzählwerke. Das Zählwerk für den Tagstrom ist mit „HT“ gekennzeichnet. Diese Abkürzung bedeutet „Haupttarif“. Für den Nachtstrom hat das zweite Zählwerk die Angabe „NT“. Das bedeutet „Nebentarif“. Das Formblatt für die Ablesung sollte für beide Angaben ausgelegt sein.

Energieverbrauch ermitteln

Um festzustellen, wie viel Strom im Jahr verbraucht wurde, muss man den alten Zählerstand kennen. Dieser steht auf der letzten Stromrechnung. Dieser Wert wird beim Stromzähler ablesen vom ermittelten neuen Zählerstand abgezogen, schon hat man den Verbrauch von einem Jahr. Der Verbrauch wird nun mit dem vertraglich festgelegten Strompreis pro Kilowattstunde multipliziert, so erhält man annähernd die entstandenen Stromkosten. Es ist wichtig, sich einen genauen Überblick darüber zu verschaffen, wie sich der Verbrauch von Energie über die Jahre geändert hat. Die Stromrechnung ist dabei kein sicheres Kriterium, da sich die Preise pro Kilowattstunde ändern können. Diese können, auch durch gesetzliche Eingriffe, stark schwanken. So ist die Ökostrom-Umlage, welche zur Förderung der regenerativen Energien eingesetzt wird, ein häufig unerwarteter Posten. Nur der Vergleich der Menge der verbrauchten Kilowattstunden gibt genaue Auskunft über den verbrauchten Strom.

Stromkosten sparen

Um die Stromrechnung wirkungsvoll senken zu können, stehen zwei Wege bereit:

  • Anbieter bzw. Tarif wechseln
  • Stromverbrauch analysieren

Als Verbraucher hat man einmal im Jahr das Recht, den Energieversorger zu wechseln, sofern vertraglich nichts anderes vereinbart wurde. Es genügt häufig bereits ein einfacher Anruf beim aktuellen Anbieter, um nach einem günstigeren Tarif zu fragen. Einige Hundert Euro sind dann in der Regel möglich. Dennoch kann ein Vergleich verschiedener Anbieter eine höhere Ersparnis erzielen. Wichtig ist hierbei, dass man seinen eigenen Stromverbrauch gut kennt. Hier helfen die alten Rechnungen, die man deshalb niemals wegwerfen, sondern stets gut einsortieren sollte. Der Verbrauchswert sollte, sofern sich keine Parameter (z.B. Zusammenziehen mit einem Lebenspartner, Kinder, neue Hobbys mit viel Stromverbrauch) geändert haben, einigermaßen konstant sein. Je exakter man den voraussichtlichen Verbrauch von Strom prognostizieren kann, desto besser kann man nach einem passenden Tarif suchen.

Vorsicht vor Superschnäppchen

Die Kilowattpreise der Stromanbieter unterscheiden sich zwar, bewegen sich aber in der Regel innerhalb von einem bestimmten Rahmen. Bei allzu günstigen Angeboten sollte man deshalb stets vorsichtig sein, vor allem wenn diese von noch unbekannten Anbietern stammen. Der Fall „TelDaFax“ ist erst einige Jahre her. Das Unternehmen ist aufgrund unrealistisch niedriger Preise in die Insolvenz gegangen. Am Ende mussten tausende Stromkunden hunderte Euro nachzahlen, um die Gläubiger des Unternehmens bedienen zu können.

Jagd nach den Stromfressern

Der Vergleich der Stromverbräuche der letzten Jahre dient hervorragend dazu, schleichende Stromfresser im Haus identifizieren zu können. Wenn der Stromverbrauch unerklärlich ansteigt, hat dies meist veraltete Geräte als Ursache. Ein Klassiker bei den „schleichenden Stromfressern“ sind alle Kühlgeräte: Kühlschrank, Gefriertruhe und Klimaanlage: Diese Geräte verlieren mit der Zeit ihr Kühlmittel, weshalb der integrierte Kompressor immer länger und öfter laufen muss. Das treibt den Stromverbrauch in die Höhe. Hier hilft nur ein Austausch der Geräte. Bei besonders alten Geräten ist ein Austausch aber meistens so wirksam, dass sich der Kaufpreis für ein Neugerät häufig schon nach einem Jahr rechnet.

Außer den defekten Geräten kann man zusätzlich noch viel tun, um den Stromverbrauch zu senken, ohne an Komfort zu verlieren. Zwei große Posten sind beim Stromverbrauch in jedem Haushalt zu finden:

Glühbirne

  • Veraltete Leuchtmittel
  • Ungenutzte Geräte

Zu den Leuchtmitteln ist nur eines zu sagen: Glühlampen sind out! Diese zu betreiben ist wie Zehn-Euro-Scheine zu verbrennen. Glühlampen gehören samt und sonders aus dem Haus verbannt und gegen Energiesparlampen getauscht. Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß. Die mittlerweile in Verruf geratenen Energiesparlampen auf Leuchtstoffröhren-Basis sind mittlerweile durch die hocheffizienten und extrem sparsamen LED-Leuchten abgelöst. Diese sind zwar im Kaufpreis noch recht hoch, halten dafür aber etliche Jahre zuverlässig durch. Alleine im Punkt Leuchtmittel lassen sich so nur durch die Umstellung auf LED schnell 30% und mehr Energiekosten sparen.

Ein weiterer Stromfresser sind alle ungenutzten Geräte, die nur kurzzeitig am Tag in Gebrauch sind. Dazu zählen in erster Linie alle Arten von Heizgeräten. Wasserheizer in Duschen oder Untertisch-Geräte bei Spülen verbrauchen enorme Mengen Strom, den man durch ein gezieltes Management massiv reduzieren kann. Einfach das Gerät nur dann einschalten, wenn es auch wirklich gebraucht wird, ist hier der schnellste und am leichtesten umsetzbare Weg zum Strom sparen. Der Handel bietet für ca. 6 Euro Stecker-Schalter an. Damit lässt sich jedes beliebige Gerät per Schalter ein- und ausschalten. Der Unterschied, ob ein Heizgerät permanent läuft oder nur für wenige Minuten bei Bedarf angeschaltet wird, kann schnell weit über 1000 Euro Stromkosten im Jahr ausmachen.

Stecker-Schalter

Schließlich verbrauchen auch die elektrischen Kleingeräte und die Unterhaltungselektronik bei Nichtgebrauch viel Strom. Ladegeräte von Handys und Fernseher treiben so langsam, aber kontinuierlich den Stromverbrauch in die Höhe. Mit etwas Bewusstsein und konsequentem Ausschalten lassen sich auch hier einige hundert Euro im Jahr sparen.

Es lohnt sich auch, sich gelegentlich im Fachmarkt über Neuerungen zu informieren. So sind beispielsweise die „Wärmepumpentrockner“ relativ geräuschlos im Handel erschienen. Diese hoch innovativen Geräte bieten aber eine Energieeffizienz, die man den als vormals bekannten Stromfressern der Wäschetrockner niemals zugetraut hätte. Einsparungen von bis zu 80% sind mit diesen Geräten möglich. Bei Spül- und Waschmaschinen sind ähnliche Durchbrüche erzielt worden.

Den Verbrauch im Blick behalten

Es ist stets wichtig zu wissen, was ein Verbraucher auf das Jahr gerechnet an Kosten verursacht. Dazu steht in jeder Betriebsanleitung von einem elektrischen Gerät eine Angabe namens „Leistungsaufnahme“. Im Internet gibt es zahlreiche Stromverbrauchs-Rechner, wo dieser Wert einfach eingegeben wird. Per Mausklick erfährt man dann den theoretischen Jahresverbrauch, wenn das Gerät permanent in Betrieb wäre. In einem zusätzlichen Feld wird dann noch der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde angegeben, schon weiß man genau was ein Gerät bei Maximalbetrieb an Kosten verursacht. Dies hilft sehr dabei, ein gesundes Bewusstsein für den eigenen Stromverbrauch zu erhalten.

Darüber hinaus bietet der Handel Spezialgeräte an, mit denen sich der Verbrauch in Echtzeit nachvollziehen lässt. Die Smart-Home Anwendungen mit digitalem Stromzähler bieten in jedem Fall die Möglichkeit, sehr bequem den aktuellen Stromverbrauch zu kontrollieren. Doch auch für Betreiber von alten, manuellen Stromzählern bietet der Handel ein Gerät namens „Wattcher“ an. Damit lässt sich der Stromverbrauch direkt an der Steckdose durchmessen. Der „Wattcher“ kostet ca. 200 Euro. Gute Elektroinstallations-Unternehmen bieten diese Verbrauchsermittlung auch als Service an.

Tipps für Schnellleser

  • jährlich die Strompreise vergleichen
  • konsequent auf LED umstellen
  • digitale Stromzähler sind komfortabel
  • auf die intakte Plombierung achten
  • Stromverbräuche über die Jahre vergleichen und kontrollieren
  • neue Haushaltsgeräte sind wesentlich energieeffizienter
  • nicht gebrauchte Elektrogeräte immer vom Stromnetz trennen.
  • unerklärlichen Stromverbrauch vom Elektrofachmann untersuchen lassen

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