Ahorn

Der Spitzahorn, mit dem lateinischen Namen Acer platanoides gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Er stammt ursprünglich auch aus unseren Breitengraden und ist daher extrem winterhart. Dadurch ist er zu einem der beliebtesten laubabwerfenden Bäume in den hiesigen Gärten, Parks und entlang an Straßen geworden. Zudem ist er einer der ersten Bäume im Jahr, der im Frühling seine gelben Dolden entwickelt, noch bevor die spitzen, handtellergroßen Blätter austreiben. Wer einen solchen repräsentativen Baum in seinen Garten stellen will, sollte jedoch das hohe Alter und die Größe der erwachsenen Bäume bedenken.

Kurzer Steckbrief zur Pflanze:

  • ursprünglich in Deutschland beheimatet
  • Zierbaum, für Garten geeignet
  • auch im Kübel kultivierbar
  • kann 20 bis 30 Meter hoch werden
  • im Alter von 10 Jahren erreicht er ungefähr 4 Meter
  • blüht im April mit gelben Dolden
  • verliert im Winter die Blätter
  • bis -32° Celsius winterhart
  • bildet im Oktober Früchte
  • wird zwischen 150 und 200 Jahre alt
  • wird im Handel häufig auch als Bonsai kultiviert angeboten

Standort

Der ideale Standort für den Spitzahorn ist ein sonniger bis halbschattiger Platz. Aufgrund des hohen Wachstums des Baumes muss bei der Pflanzung allerdings darauf geachtet werden, dass er genügend Abstand zu Hausmauern, Zäunen, überirdischen Leitungen und unterirdischen Rohren erhält.

Ahorn
Schöner Baum mit Platzansprüchen

Ist im eigenen Garten nicht genügend Platz für einen so großen Baum, so kann der Spitzahorn auch ohne weiteres im Kübel kultiviert werden, womit das Wachstum eingeschränkt wird. Wer nur eine sonnige Fensterbank zur Verfügung hat, kann den Spitzahorn auch als Bonsai erwerben.

Substrat & Boden

Ein idealer Boden für den Acer platanoides ist vor allem humusreich, leicht sauer und nährstoffreich. Um dies zu erreichen, wird bei Pflanzung dem Boden Rhododendronerde untergemischt. Auch sollte der Boden durchlässig sein, was mit der Untermischung von Sand erreicht werden kann.

Düngen & Gießen

Dem erwachsenen und gut angewachsenen Spitzahorn reicht das Regenwasser durchaus aus, nur in ganz heißen Sommermonaten muss er gut zugegossen werden. Wird rund um den Stamm zum Beispiel mit Laub gemulcht, schützt dieses zusätzlich vor dem Austrocknen. Im ersten Lebensjahr des Acer platanoides muss dieser allerdings regelmäßig gegossen werden, ebenso sieht es mit den Bäumen aus, die im Kübel kultiviert wurden. Wurden die Bäume unterpflanzt, so müssen sie ebenfalls das ganze Jahr über zugegossen werden, da die unterpflanzten Blumen zusätzlich Wasser aus dem Boden entziehen.

Gedüngt wird wie folgt:

  • den Spitzahorn im Garten zweimal mit Jahr mit Gartenkompost versorgen
  • der Acer platanoides, im Kübel kultiviert, wird mit Flüssigdünger aus dem Handel versorgt
  • an die jeweiligen Herstellerangaben halten
  • auch Düngestäbchen können im Kübel verwendet werden

Schneiden

Der Spitzahorn kann, muss aber nicht geschnitten werden. Vor allem sollte darauf geachtet werden, wann der Baum geschnitten wird. Denn er kann ausbluten, wenn er zur falschen Zeit gerade während des Wachstums geschnitten wird. Daher ist die ideale Zeit der späte Herbst, um dem Spitzahorn ein wenig auszulichten. Ein großer Rückschnitt ist nicht nötig, kann aber durchaus bei im Kübel kultivierten Pflanzen erfolgen, damit diese nicht zu groß werden.

Ahornbaum
Ahornbaum

Vermehren

Vermehrt wird der Acer platanoides am besten durch Stecklinge. Dies ist die einfachste Methode, um mehr von den dekorativen Bäumen zu erhalten. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

Ahornblüte und Früchte
Ahornblüte und Früchte
  • immer die leicht verholzten jungen Triebe auswählen
  • diese auf eine Länge von 10 bis 15 cm schneiden
  • hierzu ein scharfes Messer nutzen
  • der neue Steckling wird direkt über einem Auge abgetrennt
  • er sollte zudem über wenigstens drei Augen verfügen
  • die sogenannten Augen sind kleine Hervorhebungen unter der Rinde
  • vermehrt werden sollten im frühen Frühling oder im späten Herbst
  • denn dann steht der Mutterbaum nicht im Saft, ein Schnitt zu einer anderen Zeit könnte ihm schaden
  • für die Anzucht wird nährstoffarmes Substrat benötigt
  • so werden schnell Wurzeln gebildet, die sich in der nährstoffarmen Erde nach allen Richtungen auf die Suche nach Nährstoffen machen
  • auch Bewurzelungspulver aus dem Handel hilft dem Steckling beim schnelleren Wurzelschlagen
  • auch nur in ein Glas Wasser gestellt, bildet der Steckling schnell Wurzeln und zeigt Blätter
  • haben sich Wurzeln und Blätter gebildet, wird umgesetzt
  • der Steckling kommt dann in ein Substrat aus Torf, Blumenerde und Sand
  • hierin kann er kräftig werden, um später im Garten oder im Kübel seinen endgültigen Standort zu erhalten

Pflanzen

Am idealen Standort erfolgt die Pflanzung des Spitzahorns wie folgt:

  • Loch ausheben, das doppelt so groß ist, wie der Wurzelballen
  • ausgehobene Erde zur Weiterverarbeitung in eine Schubkarre geben
  • hier die entnommene Erde mit Sand, Hornspänen und Rhododendronerde gut vermischen
  • so erhält der Spitzahorn die gewünschte leicht saure, durchlässige und nährstoffreiche Erde
  • den jungen Acer platanoides mit einem Pfahl gegen starken Wind stützen
  • vorbereitete Erde ins Loch geben und leicht festtreten
  • reichlich angießen
  • der junge Spitzahorn sollte vor Hunden geschützt werden, da er deren Urin nicht verträgt

Unterpflanzen

Ein Unterpflanzen mit anderen Pflanzen rund um den Spitzahorn ist grundsätzlich möglich. Jedoch wachsen die Wurzeln des Baumes in einem Herzwurzelsystem, bei dem die Wurzeln sich sehr dicht und breitflächig direkt unter der Oberfläche entwickeln. Doch kleine Gewächse oder Stauden, die es gerne halbschattig bis schattig mögen, sind hier trotzdem gut aufgehoben.

Ahorn Unterpflanzung
Unterpflanzung

Um dem Spitzahorn und seinen Wurzeln nicht zu schaden, sollte daher bei einer Unterpflanzung wie folgt vorgegangen werden:

  • Farne, Stauden oder Gräser sind ideale Partner
  • mit einem Spaten nach größeren Löchern zwischen den Wurzeln suchen
  • diese Stellen werden mit einem größeren Stein für später markiert
  • nun mit einer etwa 5 cm große Schicht aus Blumenerde oder Kompost aus Laub rund um den Stamm abdecken
  • dann die markierten Stellen suchen und hier die gewünschten Pflanzen einsetzen
  • gut angießen und mit einer weiteren Schicht aus Rindenmulch abdecken
  • für beides keinen Mutterboden verwenden, da dieser zu schwer für die Wurzeln des Spitzahorns ist
  • es muss regelmäßig gegossen werden, da die Krone wie ein Schirm bei Regen wirkt und die Pflanzen dem Boden zusätzlich Wasser entziehen

Auf diese Weise kann die leere Fläche unter dem großen Spitzahorn mit blühenden Pflanzen zu einem eigenen kleinen fantasievollen Gartenbereich werden.

Kübelpflanzen kultivieren

Der dekorative Spitzahorn kann, wenn der Platz im Garten nicht ausreichend für einen so großen Baum ist, im Kübel kultiviert und somit auch kleiner gehalten werden. Für die Überwinterung bietet sich in einem solchen Fall auch direkt ein Kübel an, der frostbeständig ist. Dieser sollte wie folgt vorbereitet werden:

  • der Spitzahorn verträgt keine Staunässe, daher eine Drainage anlegen
  • Tonscherben, Blähton oder Bimskies werden hierzu über das Abflussloch gelegt
  • damit die Erde hier nicht den Abfluss verstopfen kann, wird über den Ton oder die Scherben noch Pflanzvlies gegeben
  • darauf wird die vorbereitete Erde aus einem Gemisch von Blumen-, Rhododendron-, Gartenerde und Sand gegeben
  • die Erde im Kübel muss leicht feucht gehalten werden
  • von April bis September Flüssigdünger oder von April bis Juli Düngestäbchen verwenden

 

Bei einer Kultivierung des Spitzahorns im Kübel darf der Wurzelballen nie austrocknen, auch im Winter nicht. Daher muss auch im Winter an frostfreien Tagen regelmäßig gegossen werden.

Überwintern

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Dekoratives Herbstlaub

Der Spitzahorn ist ein laubabwerfender Baum, der bis zu -32°Celsius winterhart ist. Aus diesem Grund muss er im Winter nicht geschützt werden. Einzig die Bäume, die im Kübel kultiviert werden, sollten vor Kälte an den Wurzeln geschützt werden. So wird der Kübel auf Styropor gestellt und mit Luftpolsterfolie umwickelt.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Auch wenn der Spitzahorn in erster Linie sehr pflegeleicht ist, so gibt es doch die eine oder andere Krankheit, die ihm zusetzen kann. So kommt es häufig zu einem Befall von echtem Mehltau, der zwar die Blätter des Baumes unschön aussehen lässt, dem Baum insgesamt aber keinen größeren Schaden zufügt. Daher muss der Mehltau auch nicht mit chemischen Mitteln, wie Fungiziden bekämpft werden, hier reicht es schon, wenn die abgefallenen Blätter im Herbst rund um den Baum alle entsorgt werden, damit der Mehltau im nächsten Jahr nicht wieder kommt.

Weitere Krankheiten des Spitzahorns sind folgende:

  • Teerfleckenkrankheit
    • auch bei dieser Pilzerkrankung müssen die befallenen Blätter im Herbst entsorgt werden
    • so kann einer neuen Erkrankung im nächsten Jahr vorgebeugt werden
    • im Idealfall wird das alte, befallene Laub verbrannt
    • weitere Informationen zur Teerfleckenkrankheit bei Wikipedia
Teerfleckenkrankheit
Teerfleckenkrankheit
  • Pilzkrankheit – die Verticillium-Welke
    • dies ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung der Wasserleitungsbahnen, gegen die es bislang noch kein Gegenmittel gibt
    • welken die Blätter trotz ausreichender Wasserzugabe, dann ist der Baum wahrscheinlich betroffen
    • hier hilft nur noch, den gesamten Baum zusammen mit den Wurzeln zu entfernen, damit sich die Krankheit nicht im ganzen Garten ausbreitet
    • vorgebeugt werden kann mit einer Wurzelbelüftung alle 4 Jahre, einer regelmäßigen Düngung sowie idealen Standortbedingungen
  • durch die Pilzerkrankungen kann ein Spitzahorn auch von Krebs befallen werden
    • dieser kann nicht selbst behandelt werden, ein Fachmann entscheidet, was zu tun ist
    • meist wird der Krebs am Stamm herausgeschnitten
    • sind Zweige und Äste betroffen, werden diese ebenfalls entfernt und verbrannt

Ein schwerer Pflegefehler ist es, wenn der Spitzahorn in der Wachstumszeit geschnitten wird. Denn dann kann der Baum ausbluten, besonders, wenn viel geschnitten wurde. Daher sollte immer darauf geachtet werden, dass ein Schnitt, egal welcher Art immer nur vor dem Austrieb der Blüten und Blätter im ganz frühen Frühling, oder im späten Herbst nach dem Laubabwurf erfolgt.}

Häufig gestellte Fragen

BlüteDer Spitzahorn ist sehr groß, was mache ich mit der leeren Fläche rund um den Stamm?

Der Acer platanoides eignet sich sehr gut zum Unterpflanzen. Gerade Pflanzen, die einen schattigen Standort wünschen, sind hier gut aufgehoben. So kann sich der Hobbygärtner unter dem Baum ein, eigenes kleines und blühendes Paradies schaffen.

Muss mein Spitzahorn häufig gegossen werden?

Der Spitzahorn ist sehr pflegeleicht und benötigt daher, wenn er älter geworden ist, eigentlich kein Gießwasser, wenn er im Garten kultiviert wurde. Denn hier reicht ihm das anfallende Regenwasser normalerweise völlig aus. Nur in sehr heißen und trockenen Sommern sollte gut gegossen werden. Junge Bäume und solche, die im Kübel kultiviert wurden müssen allerdings regelmäßig gegossen werden. Hierbei muss jedoch auch immer darauf geachtet werden, dass Staunässe unbedingt vermieden wird.

Ich habe nicht viel Platz im Garten, möchte aber einen Spitzahorn anschaffen, was tun?

Der Spitzahorn eignet sich auch gut als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse und besticht hier mit seiner Schönheit. Er verträgt sehr gut einen Rück- oder Formschnitt im späten Herbst, auch wenn er eigentlich keinen Schnitt benötigt. Doch um die Pflanze im Kübel auf Terrasse oder Balkon nicht zu groß werden zu lassen, bietet sich ein jährlicher Rückschnitt an. Im Winter sollten die Wurzeln im Kübel trotz Frosthärte mit Folie um den Kübel, Reisig auf der Erde und Styropor unter dem Kübel geschützt werden.

Tipps für Ihren Spitzahorn:

  • ideal ist ein halbschattiger bis sonniger Standort
  • Boden feucht, nährstoffreich und leicht sauer
  • um ideales Substrat zu erreichen Sand und Rhododendronerde untermischen
  • junge Bäume müssen regelmäßig zugegossen werden
  • erwachsene Bäume kommen mit Regenwasser aus
  • nur wenn extreme Trockenheit herrscht, zugießen
  • Wurzeln können mit Mulch geschützt werden
  • verträgt sehr schlecht Urin von Hunden, daher schützen, wenn ein Hund zur Familie gehört
  • benötigt keinen großen Schnitt
  • nur im Herbst ausdünnen, niemals während einer Wachstumsphase schneiden
  • kann auch mit verschiedenen anderen Pflanzen unterpflanzt werden
  • hierfür Pflanzlöcher zwischen die Wurzeln setzen
  • gedüngt wird mit Kompost
  • bei im Kübel kultivierten Pflanzen Flüssigdünger aus dem Handel verwenden
  • Ahorn im Kübel muss regelmäßig gegossen werden
  • Staunässe vermeiden und nur an frostfreien Tagen gießen
  • Kübel mit Styropor und Luftpolsterfolie vor Frost schützen
  • Ahorn kann durch Stecklinge vermehrt werden
  • anfällig für Mehltau und Krebswucherungen

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