Sekundenkleber klebt prima. An Dingen, die er kleben soll und an Dingen, die er nicht kleben soll, z. B. Kleidung und Haut. Sie müssen ihre Zukunft aber nicht mit verklebten Händen verbringen, er lässt sich entfernen, von Haut sogar schneller und leichter als von Kleidung. Im Artikel erfahren Sie die Methoden und noch ein wenig mehr zum Sekundenkleber.

Wenn der Sekundenkleber auf Haut und Kleidung gelandet ist, kommt schnell Panik auf. Keine Sorge, er geht wieder ab – von der Haut mit ein wenig Aufwand sogar ziemlich schnell und auf jeden Fall ohne Wunden und Schmerzen, selbst wenn Sie sich die Finger zusammengeklebt haben. Von Kleidung geht er auch ab, im schlimmsten Fall aber nur mit viel Geduld und manueller Feinstarbeit. Es folgt ein Überblick zu den besten Methoden, Sekundenkleber von Kleidung und Haut zu entfernen.

Sekundenkleber entfernen – Notfall

Wenn Sekundenkleber klebt, klebt er, und wenn er die Finger Ihres Kindes zusammengeklebt hat, klebt der Sekundenkleber und das Kind schreit.

Jetzt gilt es also, nicht panisch zu werden und den Klebstoff möglichst schnell so weich zu kriegen, dass die Finger voneinander gelöst werden können (um ihn danach möglichst ganz zu entfernen).

Während Sie entscheiden, welche der gleich vorgestellten Methoden am schnellsten in Gang zu setzen ist, können Sie Ihrem Kind bereits versichern, dass Sekundenkleber nicht gefährlich ist, weder für die Haut noch für irgendetwas anderes.

Diese Methoden stehen Ihnen zur Auswahl, je nach Situation passt die eine oder die andere besser:

  1. Essig und Seifenwasser

Sind die Mittel für super schnelle Mütter:

  • Wenn sofort greifbar, Finger in Essig stecken, der verhindert die Aushärtung des Klebers
  • Wenn nicht, Finger schnellstmöglich in warmem Seifenwasser einweichen
  • Sie sollen jetzt nicht Seife auflösen, Spüli, Waschmittel, Duschgel tun’s auch
  • Nach einer Weile können Sie versuchen, die Finger per Drehbewegung voneinander zu lösen
  • Nie einfach auseinander reißen, der Kleber könnte stärker als die Haut zusammenhalten
Seifenwasser mit Essig
Seifenwasser mit Essig
  1. Nagellackentferner

Wenn es dafür schon zu spät war, abtrocknen und Mamas Nagellackentferner ausprobieren:

  • Der enthält hoffentlich Aceton, das ist das Lösemittel für Cyanoacrylat (Sekundenkleber)
  • Der Sekundenkleber beginnt dann zu bröckeln, in die Lücken neues Aceton streichen
  • Nach einer Weile einweichen können sie versuchen, die Finger auseinander zu drehen
Sekundenkleber mit Nagellack entfernen
Sekundenkleber mit Nagellack entfernen
  1. Butter, Öl, Margarine

Wenn der Sekundenkleber sich nicht rührt, enthält der Nagellackentferner kein Aceton. Dann, und wenn Essig, Seifenwasser und Nagellackentferner wegen empfindlicher Haut oder Wunden am Finger nicht empfehlenswert sind, kommen pflegende Fette an die Reihe:

  • Hand in Öl baden (Speiseöl, Olivenöl)
  • Oder mit Butter/Margarine dick einreiben
  • Nach einer Weile gibt der Kleber gewöhnlich auf und Sie können die Finger wie oben beschrieben voneinander lösen
Speiseöl
Speiseöl
  1. Coole Kids

Vielleicht schreit Ihr Kind nicht, sondern weiß schon ganz genau, dass Sekundenkleber nicht gefährlich für die Haut ist. Wenn ein cooles Kid beschließt, dass die Finger erst einmal zusammen geklebt bleiben, können Sie auch ganz ruhig bleiben auch selbst aufgeklebter Hautschmuck schadet Ihrem Kind nicht, wenn er noch etwas draufbleibt.

Sekundenkleber löst sich nach ca. 2 Tagen
Sekundenkleber löst sich nach ca. 2 Tagen

Das Einzige, was passiert, ist dass der Sekundenkleber schnell mit der Hautfeuchtigkeit reagiert, dabei entsteht ein Film, der die Haut etwas spannen kann. Danach wird sich der Sekundenkleber aber spätestens nach 2 Tagen ohne jede Einwirkung wieder lösen, weil Hautfeuchtigkeit und Schweiß die Haftung sprengen.

  1. Verbleibende Klebereste

Wenn die Finger auseinander sind, können die auf der Haut verbleibenden Klebereste mit den Fingern abgerubbelt werden, nach Aceton-Einwirkung mit möglichst fetter Hautcreme dazwischen.

Oder Sie schmieren die fette Hautcreme auf die Ränder des Klebers, dann weicht er vom Rand her auf, löst sich schneller und kann abgezogen werden. Sie können auch mit der Nagelfeile oder einem gewässerten Bimsstein vorsichtig nachhelfen. Sie können aber auch einfach warten, bis sich der Sekundenkleber von selbst abschält, er wird spröde werden und irgendwann abfallen und dabei ganz sicher keine Schmerzen verursachen.

Betroffene Flächen mit reichlich Creme einschmieren
Betroffene Flächen mit reichlich Creme einschmieren

Vorbeugung fürs nächste Mal
Damit Ihnen so ein Kleber-Desaster nicht noch einmal passiert, sollten Sie sich eine Packung Handschuhe zulegen, die aus verschiedenen dehnbaren Materialien günstig im Praxis- und Laborbedarf und in Hygienebedarfshandlungen verkauft werden.

Wenn Sie viel „Sekundenkleber verkleckern wollen“ und die Flecken mit viel Aceton beseitigen wollen, reichen aber nicht die meist angebotenen Handschuhe aus Latex, Vinyl oder Nitrilkautschuk, die löst das Aceton nämlich gleich mit auf.

Zusätzlich sollten Sie auch immer einen Klebstoff-Entferner im Haus haben, am besten zum Sprühen, gibt es z. B. als Uhu Klebstoff Entferner Spray für rund 5,- Euro.

Sekundenkleber entfernen – Normalfall

In Bezug auf Ärmel und Hose brauchen Sie übrigens keine Angst haben, dass Sie jetzt mit der Hand am Knöchel herumlaufen müssen, bis Ihr Nachbar Sie ausgezogen hat – Sekundenkleber ist für Textilien nicht geeignet, Sie werden sich also mit etwas Kraftanstrengung selbst befreien können (Vorsicht, wenn Sie nicht genau wissen, mit welchem Kleber Sie hantieren, manche Kleber kleben Textilien sehr gut).

  1. Der Gesundheit zuliebe

Sekundenkleber und andere Kleber werden mit Lösemittel entfernt, und die sind nicht ganz ohne, alle. Deshalb sind im zeitlich nicht kritischen Normalfall einige Vorsichtsmaßnahmen angebracht:

  • Lösemittel sind leicht entzündlich und/oder brennbar
    • offenes Feuer löschen, Funken schlagende Geräte und offene elektrische Heizkörper ausschalten oder weit weg stellen
    • nicht rauchen
  • Lösemittel reizen die Haut und die Augen
    • Handschuhe und Schutzbrille tragen, vor allem wenn Sie schnell auf Chemikalien reagieren
    • nicht länger in die Dämpfe schauen
    • nach Hautkontakt mit dem Lösemittel die Hände gut eincremen
    • gesundheitsschädlich beim Einatmen
      • Lösemittel narkotisieren, wenn zu viele Dämpfe eingeatmet werden
      • Fenster weit öffnen oder gleich im Freien arbeiten
    • falls Lösemittel ins Auge kommt, sofort gründlich mit Wasser spülen und dann den Arzt aufsuchen
  1. Der Gesundheit und der Schönheit Gesundheit zuliebe

Sekundenkleber und andere Kleber werden normalerweise mit dem Lösemittel entfernt, das auch im Kleber selbst enthalten ist. Das müssen Sie also herausfinden, am besten gleich beim Kauf, sonst auf der Website des Herstellers. Der „ganz normale Sekundenkleber“ lässt sich frisch mit Aceton entfernen, wenn er so richtig bombenfest getrocknet ist, lässt er sich oft nur noch mit einem Klebstoffentferner des Herstellers erweichen und aufweichen.

Vorher auf der Haut testen
Vorher auf der Haut testen

Bevor Sie dann aber an die Entfernung des Sekundenklebers gehen, ist immer eine gründliche Vorprüfung angesagt:

  • Klebstoffe enthalten vor allem Kunstharze und Kunstkautschuke
  • vor Anwendung von Lösemittel auf menschlicher oder tierischer Haut einen winzigen Allergietest machen:
    • ein wenig Lösemittel irgendwo auf die nackte Haut tupfen und ein wenig abwarten
  • wenn Sie reiben müssen, dann mit Baumwollhandtüchern oder Zellstofftüchern
  • Tücher aus Stoffen mit Kunstfaseranteilen könnten sich bei Kontakt mit dem Lösemittel auflösen
  • Lösemittel einwirken lassen
  • bei echtem Sekundenkleber dabei ständig prüfen, ob sich Wärme entwickelt
  • Lösemittel auf Kleidung:
    • Unsichtbare Stelle suchen, auftupfen, abwarten ob es gut geht
    • Kleidung nicht bis auf die Oberfläche durchtränken, vielleicht ist die Textilie unter dem Lösemittel nicht farbecht
    • dicke Schichten Kleber nach und nach entfernen
    • So lange wiederholen, bis Reste/Schleier mit dem Tuch rausreiben können
    • Kleidung nach der Entfernung des Sekundenkleber waschen

Sekundenkleber aus Kleidung entfernen

Wenn echter Sekundenkleber auf Kleidung getroffen ist, haben Sie es mit dem Lösemittel Aceton zu tun, ein sehr aggressives Lösemittel. Die Verträglichkeitsprüfung wird also öfter einmal schiefgehen, der Sekundenkleber muss aber trotzdem raus. Dann haben Sie bei Cyanoacrylat nur noch begrenzte Möglichkeiten. Sie können die Textilie wie Ihren Schafskäse in Speiseöl einlegen (die Kräuter können Sie weglassen …), dann verändert sich die Struktur der Klebemasse. Das heißt, Sie können den Kleber nun mechanisch von der Kleidung kratzen, bei feinerem Stoff geht das mit den Fingernägeln am besten, bei gröberen Stoffen möglicherweise mit einer weichen Bürste, deren Borsten den Stoff nicht verletzen können.

Bei richtig groben Stoffen und Stricksachen wahrscheinlich wieder am besten mit den Fingernägeln, aber Faser für Faser bzw. Faden für Faden, eine Arbeit für Zen-Meister. Wenn das Stück es wert ist und Sie den Fadenfummel-Weltrekord hinter sich haben, bekommt das Kleidungsstück eine mehrfache Handwäsche, um Klebereste und Ölspuren zu entfernen.

Wenn es sich um ein Kleidungsstück handelt, dass nur gereinigt werden darf, könnte ihm schon ein Ölbad nicht bekommen. Dann können Sie versuchen, den Sekundenkleber über heißem Dampf aufzuweichen und den Kleber danach „abzupopeln“ – was Ihr Kleidungsstück besser verträgt, können Sie entweder an einem Saum-Innenstück ausprobieren oder hellseherisch voraussehen. Wenn die Klebereste ablöst sind, sollten Sie dieses Kleidungsstück sofort in die Reinigung geben.

Was für ein Kleber ist es denn?

Wie schon oben gezeigt, Sekundenkleber ist nicht gleich Sekundenkleber, und da schön klingende Phantasie-Handelsnamen auf den Packungen wichtiger sind als ein Name, der den Kunden über das Produkt informiert, können Sie alles Mögliche als Sekundenkleber kaufen. Im besten Fall kleben Sie mit „Super Glue“ oder mit „Superkleber“, das ist meist Sekundenkleber mit Cyanoacrylat, im schlechtesten Fall kleben Sie aus einer Packung, von der der Name längst abgegangen ist.

Dann können Sie einiges ausprobieren, in jedem Durchschnittshaushalt stehen einige Lösemittel in den Schränken. Deshalb folgt hier eine Zusammenstellung der großen Klebstoff-Gruppen und der Lösemittel, die üblicherweise zu ihrer Entfernung geeignet sind:

Verschiedene Kleber - verschiedene Möglichkeiten
Verschiedene Kleber – verschiedene Möglichkeiten
  • Alleskleber, extra starker Alleskleber, Kraft-Alleskleber:
    • Frische Flecken mit Spiritus (Alkohol, zur Not aus der Hausbar) entfernen
    • wenn der Klebstoff durchgetrocknet, mit Aceton, Nitroverdünner, Nagellackentferner mit Ethylacetat versuchen
  • Alleskleber, Bastelkleber, Holzleime ohne Lösungsmittel
    • frisch – mit Wasser entfernt
    • angetrocknet – mit Aceton oder Nitroverdünner aufweichen
  • Textilkleber
    • frisch – mit Wasser entfernen,
    • getrocknet – manchmal mit Aceton
  • Bastelkleber mit Glitter und Fotokleber
    • frisch – meist mit lauwarmem Wasser entfernen
    • angetrocknet – länger Einweichen oder Maschinenwäsche bei 40 °C (Waschmittel darf dazu)

Sekundenkleber-Mittel

  • Kontakt-Kraftkleber flüssig oder gelförmig, auch wärmefest, Schuh- und Lederkleber:
    • Kraftkleber – mit Nitroverdünner oder Nagellackentferner mit Ethylacetat
    • Klebespray, Sprühkleber, Polystyrol-Hartschaum-Kleber, Styropor-Kleber – mit Waschbenzin oder Terpentinersatz bearbeitet
  • PVC-Kleber, Kunststoffkleber, Hartkunststoffkleber,
    • frisch und getrocknet: Aceton, Nitroverdünner, Nagellackentferner mit Ethylacetat
  • Alleskleber Super Strong, Super Glue, Superkleber, Sekundenkleber:
    • frisch – Aceton,
    • getrocknet – in Klebstoffentferner aufweichen
  • Acrylkleber, Glaskleber:
    • frisch – Alkohol, Aceton, Nitroverdünner (kein Benzin),
    • getrocknet – aus Kleidung nicht entfernbar, ansonsten Hersteller kontaktieren
  • Bauschaum, Montagekleber, Dichtkleber:
    • frisch – weiches Papier zum wegwischen und Wasser,
    • getrocknet – einweichen mit Aceton, Nitroverdünnung oder mechanisch entfernen
  • Heiß-Klebepatronen:
    • mit Bügeleisen und Löschpapier entfernen
  • Klebepads, egal ob ablösbar oder nicht:
    • Mechanisch entfernen,
    • Reste mit Waschbenzin oder Terpentinersatz behandelt

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