Schwedenfeuer DIY Anleitung – Baumfackel selber machen

Schwedenfeuer - Baumfackel

Das Schwedenfeuer ist beim Grillen oder einer Feier im Grünen nicht nur ein echter Blickfang, sondern auch eine Wärmequelle. Wie Sie selber Ihre eigene Baumfackel, in nur wenigen Schritten herstellen können und welche Sicherheitsmaßnahmen es zu ergreifen gibt, erfahren Sie hier. Es braucht nicht viel Aufwand um sich einen schönen Abend machen zu können.

Im Grunde besteht ein Schwedenfeuer nur, aus einem Baumstamm und etwas zum Anzünden. Jedoch sollte die Wahl des Holz gut überlegt sein.

Diese Faktoren beeinflußen das Brennverhalten der Fakel:

  • Laubhölzer haben eine geringere Flammenentwicklung
  • junges und feuchtes Holz brennt langsamer und länger, hat aber eine stärkere Rauchentwicklung
  • altes trockenes Holz brennt schneller ab, aber dafür qualmt es weniger

Sie benötigen

Holz

  • ca. 15 bis 50 cm Durchmesser
  • ca. 30 bis 150 cm Höhe

Holzklotz

Arbeitsschutz

  • festes und geschlossenes Schuhwerk
  • lange und geeignete Arbeitskleidung
  • Arbeitshandschuhe
  • Schutzbrille und Atemschutz (alternativ Gesichtsschutz)
  • Gehörschutz

Arbeitsschutz

Säge

  • Kettensäge (geht am schnellsten, aber unbedingt Sicherheitshinweise beachten!)
  • Schrotsäge
  • Fuchsschwanz (eher bei kleinen Stämmen und Holzstücken)
  • irgendeine Säge (als Notlösung, weil oft sehr kraft- und zeitaufwändig)

Haltevorrichtung / Ständer

Sorgen Sie für einen sicheren Stand des zukünftigen Baumfackel.

Eine einfache kostengünstige Möglichkeit ist, zwei Holzlatten oder – Bretter als überkreuz (+) von unten an den Baumklotz nageln. Diese sollten länger als der Durchmesser vom Stamm sein. Damit steht Ihre Schwedenfackel stabil.

Tipp: Beachten Sie wie tief und wo Sie die Nägel eingeschlagen haben, um später nicht ausversehen mit der Säge hinein zu geraden.

Andere Möglichkeiten sind ein Weihnachtsbaumständer bzw. ein Kübel mit Sand oder Sie graben ein Loch und buddeln die Schwedenfackel ein oder aber umringen sie mit Steinen, damit das Schwedenfeuer nicht umkippen kann.

Schnittarten

Bei allen Schnitten ist zu beachten, dass unbedingt 10-15 cm Holz am Sockel stehen bleiben muss und nicht angeschnitten werden darf. Der solide Fuß gibt der Schwedenfackel einen guten Stand und stabilen Halt.

Baumfackel markieren

Zeichnen Sie sich vorher Ihr Schnittmuster, Rand- und Abstandsmarkierungen an, um dann hinter einander weg arbeiten zu können.

Egal mit welchem Schnittmuster Sie die Baumfackel verzieren wollen, sie benötigt (am besten in der Mitte) einen größere Öffnung, welche als Kamin dient (Hochofen-Prinzip).

Kreuz

Der traditionelle und einfachste Schnitt, ist der Kreuz-Schnitt.

Er eignet sich für schmale Stämme, an denen nicht so viel Material ist.

Sie schneiden den Durchmesser entlang, drehen das Werkstück um 90 Grad und schneiden noch einmal durch den Duchmesser und sollten den ersten Schnitt genau in der Mitte des Holzklotzes treffen.

Der Kreuzschnitt ist ein guter Schnitt für Einsteiger und auch schnell erledigt.

Wenn es etwas optisch aufwändiger wirken soll, einfach den Stamm dann um 45 Grad drehen und den Schnitt wiederholen.

Stern

Der Sternschnitt ist etwas für geübte Hände.

Hierbei wird die Baumfackel wie in „Kuchenstücke“ aufgeteilt, jedoch geht kein Schnitt weiter als bis zur Mitte. Die Stückzahl sollte immer eine ungerade sein.

Schnittmuster Schwedenfeuer

Raute

Beim Rautenmuster gehen Sie wie beim Kreuzschnitt vor.

Der Unterschied ist, dass Sie aber jeweils 2 Schnitt machen die parallel zueinander sind machen und das neben dem Durchmesser machen. So entsteht in der Mitte ein Rechteck.

Schachbrett

Wenn Sie ein besonders großes Holzstück haben, können Sie sich auch an dem Schachbrettmuster versuchen. Hier gehen Sie wie beim Rautenschnitt vor, nur mit noch mehr parallelen Schnitten.

Freestyle

Es steht Ihnen auch frei Ihrer Phantasie freien lauf zu lassen und verschiedene Muster miteinander zu vermischen und Ihr ganz eigenes Muster zu zaubern.

Jedoch sollten Sie hierfür sehr geübt und absolut sicher im Umgang mit Motorkettensäge sein.

Schwedenfeuer sägen

Hochofen

Wenn Sie keine Säge haben oder sich im Umgang mit ihr nicht wohlfühlen, gibt es noch auch Alternativen. Eine davon ist der „Hochofen“.

Hier für benötigen sie eine Bohrmaschine mit einem sehr großen und langen Bohrer.

Mit einem Fräsbohrer, Schalungsbohrer oder Forstnerbohrer (lassen Sie im Baumarkt vom Fachpersonal ruhig dazu beraten) wird nun zwei Löcher gebohrt.

Für das erste Loch legen Sie den Stamm hin, fixieren Ihn und und bohren bzw. fräsen nun ein Loch in das untere Viertel bis zur Mitte. Der Abstand für den Sockel sollte die 10-15 cm nicht unterschreiten.

Dann stellen Sie den Stamm wieder auf, fixieren ihn und bohren jetzt in der Mitte des Stammes von oben bis Sie die untere Bohrung erreicht haben.

Falls sich die beiden Bohrungen noch nicht treffen müssen Sie vielleicht noch einmal von der Seite unten etwas nachbohren.

Tipp: Fräsen, bohren Sie immer nur kleine Abschnitte und ziehen den Bohrer mit den Bohrspänen wieder herraus. Damit verhindern Sie, dass diese das Bohrloch verstopfen, sich durch die Hitze jetzt schon ein Feuer entwickelt und der Bohrer bleibt länger scharf.

Schwedenfeuer anzünden

fertige Schwedenfackel

Sicherheit

Halten Sie immer einen Eimer mit Löschwasser, einen Feuerlöscher oder ein angeschlossenen Gartenschlauch bereit.

  • Lassen Sie das Feuer nie unbeaufsichtigt!
  • Beachten Sie die Windrichtung, vermeiden Sie unkontrollierten Funkenflug.
  • Sorgen Sie für einen sicheren Stand, wie schon beim Schneiden beschrieben.
  • Stellen Sie die Fackel auf eine feuerfeste Unterlage wie Sand, Kies oder Steinplatte.

Hilfsmittel

  • Eierverpackung
  • Grill- oder Ofenanzünder
  • Zeitungspapier

VORSICHT bei flüssigem Anzünder! Dieser Verdunstet schnell und die flüchtigen Gase sind hoch entzündlich, außerdem lässt es sich schlecht kontrollieren wohin er fließt.

Entzündung

Am Besten stecken Sie das Anzündmaterial schon unten in die seitlichen Öffnungen des Schwedenfeuers und lassen eine kleine Lunte zum Anzünden herausschauen bzw. zünden es mit langen Zündholzern, Stabfeuereug oder Heizluftpistole an.

Wenn Sie gerade grillen oder ein Lagerfeuer haben, können Sie auch etwas Glut in die seitlichen Öffnungen stecken oder lassen diese von oben in den mittleren Spalt fallen.

Brenndauer

Die Brenndauer hängt von sehr vielen Faktoren ab:

  • Größe der Schwedenfackel
  • wie trocken ist das Holz
  • wie gut bekommt das Feuer Luft
  • allgemeine Wetterverhältnisse

Planen Sie lieber etwas mehr Zeit ein, da Sie auch für das Löschen des Baumes bzw. der übrig gebliebenen Asche zuständig sein.



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