Schwarzschimmel entfernen

Schwarzschimmel ist alles andere als nur ein optisches Ärgernis. Die Sporen des schwarzen Schimmels können starke Gesundheitsschäden verursachen. Darum sollte auch der kleinste Schimmelbefall sofort bekämpft werden. Kurzzeitige Folgen können Bronchitis oder allergische Reaktionen sein. Langfristig ist ein permanenter Kontakt zu schwarzem Schimmel jedoch sehr gefährlich. Seine Bekämpfung ist nicht leicht, aber möglich.

Schimmelbekämpfung an zwei Fronten

Den reinen Sporen des schwarzen Schimmels auszuweichen ist praktisch unmöglich. Jedoch ist die normale Konzentration in der Umgebungsluft bei Nichtbefall harmlos. Schwarzer Schimmel ist im Wald beispielsweise sehr wichtig, da er dort die Zersetzung von Totholz leistet. Im Haus kann man ihn jedoch nicht gebrauchen. Bevor man sich die Frage stellt, wie Schimmel richtig bekämpft werden kann, muss man herausfinden, woher er kommt. Schimmel benötigt zum Entstehen immer drei Komponenten:

  • Feuchtigkeit
  • Wärme
  • einen Nährboden

Erst im zweiten Schritt kann man aktiv den Schimmel aus dem Haus entfernen und sicherstellen, dass er nicht zurückkommt.

Wie kommt der Schimmel ins Haus?

Der Nährboden des schwarzen Schimmels ist praktisch überall zu finden. Alles, was irgendwie, und sei es nur in Teilen, organisch ist, wird vom schwarzen Schimmel befallen. An Wänden genügt der Tapetenkleister, Farbe oder die Papiertapete selbst, um als Nährboden für den Schimmel zu dienen. Eine Fliese verschimmelt beispielsweise nicht, ebenso wenig wie Steinwolle oder ein Dachziegel. Holzwolle oder Dämmschüttung aus Papier ist hingegen ein Festmahl für den Schwarzschimmel. Dies kann durch Imprägnierung allenfalls verzögert, jedoch nicht verhindert werden.

Schwarzschimmel
Schwarzschimmel benötigt organische Substanzen

Schimmel lieben Wärme. Eine Temperatur von 20° C ist ideal für ein schnelles Wachstum von Schimmel. Der Zündfunke für den Schimmel ist immer die sich unkontrolliert ausbreitende Feuchtigkeit. Ab 80% Luftfeuchtigkeit wird es kritisch und das Wachstum der Sporen beginnt.

In einem Badezimmer treffen diese ungünstigen Komponenten zwangsläufig aufeinander: Organisches Material sammelt sich beim Duschen in den Fugen der Fliesen, die hohe Luftfeuchtigkeit ist unvermeidlich und die Idealtemperatur von 20° wird im Badezimmer zwangsläufig erreicht. Vor allem Silikonfugen sind aufgrund ihrer organischen Bestandteile von Schimmelbefall gefährdet. Die Hersteller der Badezimmer-Silikone mischen ihren Materialien Schimmel hemmende Stoffe bei. Diese waschen sich jedoch mit der Zeit aus. In den meisten Fällen kann der Schimmel aber gut behandelt werden. Schlimmstenfalls wird die Silikonfuge ausgekratzt und durch eine neue ersetzt. Damit hat man wieder für mehrere Jahre Ruhe im Bad. Leider ist die Schimmelbekämpfung nicht überall so einfach. Die unerwünschte Feuchtigkeit kann auf verschiedene Arten entstehen.

Undichte Wasserleitungen

Eine undichte Zu- oder Abwasserleitung ist in jedem Fall eine große Gefahr für ein Gebäude. Druckwasserleitungen, wie beispielsweise solche für Trinkwasser, können lange bevor sie für Schimmel sorgen, auch Unterspülungen oder Erosionen verursachen. Diese können schnell die gesamte Statik eines Hauses gefährden. Lecks in Abwasserleitungen wirken zwar drucklos, jedoch ist ihre Zerstörungskraft nicht weniger enorm. Dies gilt vor allem, wenn einen oder mehrere Winter lang die Lecks unbemerkt bleiben. Neben dem Schimmel kommt hier noch die Sprengkraft von gefrierendem Wasser hinzu.

Schimmelbildung nach Wasserschaden
Schimmelbildung nach Wasserschaden

Solange sie nicht aus Stahl oder wasserundurchlässigem Beton besteht, wirkt eine Wand in einem Haus immer wie ein Schwamm. Eine gemauerte Hauswand kann hunderte Liter Wasser aufnehmen, bevor es bemerkt wird. Allerdings gibt es Indikatoren, mit denen eine durchfeuchtete Wand festgestellt werden kann, bevor es zur Schimmelbildung kommt. Ist beispielsweise das Fenster in einem Zimmer permanent von innen beschlagen, sollte man aufmerksam werden. Auch ständige Kurzschlüsse in den elektrischen Leitungen können eine Hinweis sein. Das Zimmer ist kälter, hat eine höhere Luftfeuchtigkeit und beginnt „muffig“ zu riechen. Bei Wand und Boden kann die Feuchtigkeit auch irgendwann ertastet werden. Spätestens dann sollte man aktiv werden.

Eine häufige Schwachstelle ist beispielsweise der Siphon einer Badewanne. Moderne Wannen sind üblicherweise ringsum eingemauert und verfliest. Ist der Siphon, beispielsweise durch eine Reinigung, beschädigt worden, fließt nach jedem Bad ein Teil des Wassers unter die Badewanne. Dort sucht es sich seinen Weg zu den angrenzenden Wänden, von wo aus es in das nächste Zimmer sickert.

Undichte Außenwände

Vorweg: Regenwasser spielt bei der Bildung von Schwarzschimmel in der Regel keine Rolle. Der Feuchte Eintrag in eine Wand muss permanent und über einen längeren Zeitraum stattfinden. Regenwasser, das an eine Fassade prasselt, abfließt und wieder verdampft sobald die Sonne scheint, ist deshalb in der Schimmelbildung vernachlässigbar. Ein Problem sind jedoch fehlende oder beschädigte Regenrinnen. Punktuell auf eine Fassade aufspritzendes Wasser kann wieder zu einer Durchfeuchtung führen. Stehendes und von außen drückendes Wasser findet man vor allem im Keller. Um einen Keller trocken zu halten, ist beim Bau oder bei der Sanierung ein großer Sachverstand nötig. Für einen korrekt ausgeführten Keller sind eine Drainageleitung, ein Schutzanstrich, eine Verkleidung mit Kunststofffolie (in der Regel Noppenfolie) und eine korrekte Schüttung erforderlich. Ist nur eine dieser Komponenten fehlerhaft, führt dies in den meisten Fällen zu einem Wasserschaden im Keller.

Thermobild Wandtemperatur
Wärme- bzw. Kältbrücken

Falsche Isolierung

Auch wenn kein Wasser von außen drücken kann und keine Wasserleitung in der Nähe einer Wand ist, kann sich trotzdem Schimmel auf ihr bilden. Die Ursache hierfür ist dann in einer fehlerhaften Isolierung zu suchen. Die natürliche Luftfeuchtigkeit sucht sich immer den kältesten Punkt an einer Wand, an der sie kondensiert. Eine korrekt isolierte Wand ist für die Luftfeuchtigkeit im Innern eine weitestgehend homogene Fläche. Die Feuchtigkeit verteilt sich gleichmäßig und wird permanent wieder abgedampft. Eine fehlerhafte, beschädigte oder unvollständige Isolierung bildet jedoch genau die Kältepunkte, die der Schimmel braucht. Anstatt sich gleichmäßig über die gesamte Wand zu verteilen, konzentriert sich die Feuchtigkeit an dem Punkt, an dem sich die Wärmebrücke befindet. Beliebte Stellen sind hier unter den Fensterbrettern, an Fensterrahmen oder in den Ecken der Zimmerdecke.

Maßnahmen zur Schimmelbekämpfung

Hat man eine beginnende oder schon massive Ausbreitung von schwarzem Schimmel festgestellt, muss als Erstes natürlich der Befall selbst bekämpft werden. Es ist dabei dringend empfohlen, einen Atemschutz und einen Augenschutz zu verwenden. Es genügt eine Papierfiltermaske der Klasse P2. Diese sind ab ca. 3 Euro (z.B. von der Firma 3M) im Fachgeschäft erhältlich. Ein Hautkontakt sollte ebenfalls vermieden werden. Dazu genügen einfache Gummihandschuhe.

Schimmelentferner
Schimmelentferner

Äußerst wichtig ist es, beim Entfernen und Behandeln des Schwarzschimmels keine „Hausmittel“ zu verwenden. Die beliebte Essig-Essenz hat sich für diesen Zweck langfristig als nicht nur ungeeignet, sondern sogar als fatal erwiesen. Die aggressive Weinsäure tötet zwar 99.9% des schwarzen Schimmels zuverlässig ab. Sie bildet aber ihrerseits wieder einen Nährboden für das restliche 0.1%, das dann eine Kultur von besonders resistentem Schwarzschimmel ist.

Ein professioneller Schimmelvernichter arbeitet nicht auf Säure- sondern auf Chlorbasis. Eine ausreichende Belüftung des Raumes, in welchem der Schimmel bekämpft werden soll, ist deshalb absolut verpflichtend. Professionelle Schimmelvernichter kosten zwischen 7 und 12 Euro in der Sprühflasche. Die Vorgehensweise ist: Den Schimmel großzügig einsprühen und ca. 30 Minuten wirken lassen. Befindet sich der Schimmel hinter einer Tapete, empfiehlt es sich, statt zu sprühen mit einem großen Schwamm die gesamte Schadstelle großzügig mit einer Anti-Schimmellösung einzunässen. Das bekämpft nicht nur den Schimmel selbst, sondern bindet vor allem seine sehr leicht flüchtigen Sporen. Erst dann mit einem Spachtel, einem Schwamm oder einen Tuch den Schimmel von der Wand entfernt werden. Alle saugenden Hilfsmittel (Papiertuch, Lappen oder Schwamm) muss man in einem Müllbeutel versiegeln und wegwerfen.

Schwarzschimmel-Ursachen bekämpfen

Wenn der Schimmel vollständig beseitigt ist, müssen die Ursachen bekämpft werden. Hier hilft nur konsequentes Suchen, Finden und Beseitigen des Feuchte-Eintrags. Isolationsfehler müssen beseitigt, Undichtigkeiten versiegelt und Leckagen repariert werden. Nach der Behebung des Wasserschadens muss die Wand trocknen. Dies kann durch den Einsatz eines Bautrockners oder ganz einfach, mit einer voll aufgedrehten Heizung beschleunigt werden.

Schwarzschimmel mit Bautrockner vorbeugen
Bautrockner

Im beschriebenen Fall des undichten Siphons unter einer Badewanne muss die Wand an zwei Seiten aufgestemmt werden. Nur das garantiert eine konsequente Durchlüftung. Ein Ventilator vor einer der Öffnungen beschleunigt auch hier den Trocknungsprozess. Der Schimmel breitet sich nicht nur in der Fläche aus, er dringt durch seine feinen Sporen auch tief in den Putz ein. Darum ist ein Abschlagen des verseuchten Putzes der beste Weg, den Schimmel konsequent und dauerhaft zu beseitigen. Dies ist auch für die Durchtrocknung der Wand sehr hilfreich. In den meisten Fällen genügt jedoch ein Abschleifen der Farbe. Wenn die Wand durchgetrocknet ist, kann sie neu verputzt und tapeziert werden. Wurde auf das Entfernen des Putzes verzichtet, verhindert ein Anstrich mit Schimmelprävention einen neuerlichen Befall.Putz entfernen

Betroffenes Interieur

Trockenbauwände, die mit Schimmel befallen sind, können nur abgerissen, entsorgt und neu errichtet werden. Auch die vorhandene Innenisolierung der Trockenbauwand muss mit entsorgt werden, auch wenn diese aus nicht-organischer Steinwolle besteht. Die Sporen können sich trotzdem in der Steinwolle einnisten und auf ihre nächste Aktivierung warten.

Schimmel an Ständerwerk aus Holz ist besonders problematisch. Die Schimmelnester müssen auch aus dem Tragwerk entfernt werden. Reicht ein Abhobeln der oberen Millimeter dazu nicht aus, muss der betreffende Balken ausgetauscht werden. Wenn es sich dabei um ein tragendes Element handelt, muss dies eine professionelle Baufirma ausführen.

Schwarzschimmel Möbel
Hochwertige Möbel vom Fachmann reinigen lassen

Sschwarzschimmel kann auch auf Möbel und Fußbodenbeläge übergreifen. Vor allem in Sofas, Kissen und Sessel kann er sich tief einnisten. Sofern es sich nicht um ein hochwertiges Sitzmöbel handelt, ist eine Entsorgung hier der sinnvollste und sicherste Weg. Es gibt Unternehmen, die Schimmelbefall mit besonderen Maßnahmen behandeln. Dazu gehört beispielsweise das Belüften mit Ozon. Diese Maßnahmen sind jedoch sehr teuer und nur bei hochwertigen Möbelstücken zu rechtfertigen. Angeschimmelte Schränke oder Regale lassen sich aber in der Regel gut behandeln, sofern der Schimmel noch nicht tief ins Holz eingedrungen ist.

Ein Schimmelbefall ist ein Alarmsignal und erfordert schnelles Handeln. Jedoch kann er in den meisten Fällen gut und dauerhaft beseitigt werden.

Tipps für Schnellleser

  • Alarmsignale beachten, bevor der Schimmel entsteht:
    • muffiger Geruch
    • permanent beschlagene Fenster
    • kalte oder feuchte Wände
    • hohe Wasserrechnung
  • Schimmel sofort behandeln
  • Schimmel mit professionellen Mitteln behandeln. Nicht auf Hausmittel vertrauen.
  • bei der Schimmelbeseitigung Atem-, Augen-, und Hautschutz tragen
  • vor dem Reparieren die Ursache der Schimmelbildung finden
  • Feuchte Wände vollständig durchtrocknen lassen.
  • Ein Schimmelbefall ist ein Grund für eine Mietminderung. Schäden an Möbelstücken oder anderen Einrichtungsgegenständen können durch die Hausratversicherung reguliert werden.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT