Gerade die Schuhe, die wir am liebsten tragen, gehen natürlich schnell kaputt. Ob sich nun die Schuhsohle löst oder der Hacken schräg abgelaufen ist, hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Lieblingsschuhe wieder reparieren können. Dazu ist weder großartiges Werkzeug oder ein umfassendes Ersatzteillager nötig. Für alle Schuhnotfälle bieten unsere fünf Anleitungen Ihnen die passende Hilfe.

Schuhe kosten heute oft viel weniger als die Reparatur durch einen Fachmann. Das ist aber noch lange kein Grund jedes günstige Paar gut eingelaufener Schuhe zu entsorgen. Viele kleine Schäden können Sie selbst beheben. Wir zeigen Ihnen hier, welches Werkzeug Sie ohnehin schon haben, um die Schuhe zu reparieren und was Sie dafür sonst noch benötigen. So viel sei verraten, Sie geben für einen Grundstock an Reparaturmaterial weniger als 25 Euro aus und können daheim fast jedem Paar Schuhe ein zweites Leben schenken. Wir haben hier fünf Anleitungen für Sie zusammengetragen, mit denen Sie Ihre Lieblingsschuhe reparieren können.Schuhsohle-1

Das benötigen Sie:

  • kleinen Hammer
  • kleine Reibe
  • Holzklötzchen
  • Schraubzwinge
  • Föhn
  • Pinsel
  • starke Nähnadel / Ledernadel
  • Cuttermesser
  • Schmirgelpapier
  • Waschbenzin / Terpentin
  • Lederfarbe
  • Schuhcreme
  • Zwirn
  • Spezialkleber für Schuhe / besser: Schusterleim
  • größere Sicherheitsnadel
  • Küchenpapier

Tipp: In der Küche oder beim Fahrradzubehör finden Sie kleine Reiben, die sind hervorragend geeignet, um die Klebeoberflächen von Sohlen, Haken und Schuhunterseite anzurauen. Mit einer kleinen Reibe erzeugen Sie eine bessere Klebeoberfläche als mit einfachem Schmirgelleinen.

Anleitung I – Schuhsohle ankleben

Schuhsohle-2Nehmen Sie zu allen Klebearbeiten an Schuhen einen Spezialkleber. Es gibt einige Produkte, die von den einschlägigen Herstellern von Klebstoff angeboten werden. Sie sollten auf den Begriff „elastisch“ achten, wenn Sie Kleber für Schuhsohlen kaufen. Noch besser ist es aber, sich richtigen Schusterleim zu besorgen, der ist für etwa sechs Euro plus Versand im Internet bei vielen Händlern erhältlich.

Tipp: Achten Sie beim Kauf zusätzlich auf die Wasserfestigkeit des Klebers oder Leims. Sie wollen ja nicht nach einer unerwarteten Pfütze barfuß gehen.

Spezialklebstoff ebenso wie der Schusterleim ist nach dem Trocknen flexibel, die Sohle kann sich also beim Laufen anpassen. Normale Klebstoffe halten die Sohle zwar auch fest am Schuh. Allerdings sorgen sie dafür, dass diese starr wie ein Brett wird. So bekommt die Sohle bereits nach kurzer Zeit Risse oder bricht regelrecht durch, damit hätten Sie also nichts gewonnen.

1. Reinigen
Sowohl Sohle als auch Schuhunterseite müssen sehr gründlich gereinigt werden. Allerdings dürfen Sie dafür natürlich kein Wasser nehmen. Reiben Sie beide Teile ruhig sehr grob mit einer harten Bürste ab. Wenn Sie eine ganz neue Schuhsohle aufkleben wollen, wird das auf die gleiche Weise gemacht, wie bei einer alten Sohle, die sich nur leicht gelöst hat. Allerdings sollten Sie neue Sohlen immer bei beiden Schuhen gleichzeitig austauschen.Schuhsohle-3

2. Schmirgeln
Die Klebeflächen werden nach dem Reinigen gut angeschmirgelt also aufgeraut. Das sollten Sie vor allem bei einer neuen Sohle sorgfältig durchführen, da die glatte Oberfläche sonst nicht dauerhaft an der Schuhunterseite haften kann.Schuhsohle-4

Tipp: Nehmen Sie sich etwas Zeit bei der Auswahl einer neuen Sohle. In den meisten Fällen sollten Sie die gleiche Stärke wieder aufsetzen, die vorher auch auf dem Schuh war. Hatten Sie allerdings das Gefühl, dass die Sohle zu dünn war, können Sie eine etwas stärkere Sohle verwenden. Übertreiben Sie dabei aber nicht. Ein Schuh, der zuvor mit dünnen glatten Sohlen bezogen war, verträgt optisch keine dicke Sohle mit starkem Profil.

3. Kleben
Beim Kleben brauchen Sie ein wenig Geduld. Nach dem Einstreichen der Klebeflächen sollten diese nicht gleich zusammengedrückt werden, sondern erst einen Moment anziehen. Dann müssen die Flächen jedoch mit dem Föhn wieder weich gemacht werden. Sind die Klebestellen erwärmt (aber nicht heiß!) drücken Sie diese fest zusammen. Sie müssen viel Druck ausüben und die Sohle länger andrücken.

Wenn der Schuh so weit offen ist, dass Sie eine Schraubzwinge verwenden können, sollten Sie einige kleine Bretter einlegen und den ganzen Schuh mit der Schraubzwinge über Nacht stehen lassen. Einige Nutzer schwören darauf, den Schuh anzuziehen und so zu belasten, doch das geht nur bei wirklichen geraden Laufschuhen, sonst verziehen Sie durch das Anziehen eventuell den Schuh und die Sohle klebt später etwas schief neben dem Schuh.

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Fest andrücken, eventuell Schraubzwingen verwenden

Anleitung II – Hacken kleben oder nageln

Im Grunde wird meist nicht der eigentliche Hacken oder Absatz erneuert, sondern nur der Lauffleck. Diese letzte Schicht des Absatzes ist erheblich stärker und härter als das Gummi, das für die Sohle verwendet wird. Theoretisch haben wir das Glück, dass diese Absatzflecken hierzulande in ihrer Größe genormt sind. Doch die meisten Halbschuhe, die wir tragen, werden heute nicht mehr in Deutschland hergestellt. Die fertigen Absatzstücken lassen sich jedoch mit einem Cuttermesser relativ gut zuschneiden. War der bisherige Lauffleck genagelt, sollten sie das mit feinen Schusternägeln ebenfalls wieder so machen. Ansonsten können Sie diese Absatzsohle aber auch kleben.

1. Laufflecken entfernen
Die alten Laufflecken von den Hacken zu lösen kann manchmal etwas schwierig sein. Mit einem Unkrauthaken aus dem Garten geht das etwas einfacher. Auch die Wasserpumpenzange aus Ihrem Werkzeugkasten kann nützlich sein, um den Belag zu entfernen. Notfalls müssen Sie den alten Laufflecken so lange mit dem Messer oder einer kleinen Bügelsäge kreuz und quer einschneiden, bis Sie das Gummi ablösen können.

2. Zuschneiden
Bereiten Sie den Absatz gut vor. Wenn dieser bereits schief gelaufen ist, sollten Sie beide Absätze so weit einkürzen, bis sie gerade sind. Im Notfall müssen Sie Ihren Werkzeugkasten wieder bemühen und dort eine feine Bügelsäge für den Hacken zweckentfremden. Kleine Schräglagen können Sie häufig mit dem Cuttermesser am neuen Absatzflecken ausgleichen. Schneiden Sie den Flecken vor dem Anbringen passend zurecht, damit Sie beim Nachschneiden nicht die Außenseite des Absatzes beschädigen.

3. Kleben oder nageln
Schuhsohle-9Wenn Sie den Absatz kleben wollen, gehen Sie nach der Anleitung oben vor und rauen Sie die Flächen vorher auf. Mit ein wenig handwerklichem Talent können Sie den Flecken ganz fachmännisch annageln. Merken Sie sich genau, wo der Absatz ausreichend viel Substanz bietet, um die kleinen Nägel zu halten.

Tipp: Haben Ihre Schuhe bisher sehr störend geklappert, können Sie beim Erneuern der Laufflecken die Chance nutzen, um dieses Lärmproblem zumindest zu reduzieren. Häufig liegt das extreme Klappern daran, dass die Absätze an sich hohl sind. Das macht die Schuhe zwar schön leicht, nervt aber auch. Entweder stecken Sie die Lücken mit Styroporstücken voll oder wenn Sie gerade Bauschaum zur Hand haben, können Sie die Hacken damit auffüllen. Es eignet sich zwar auch Silikonmasse, aber die beschwert den Schuh unnötig.

Anleitung III – Abschürfungen im Leder

Manchmal tritt man in einen Gulli und reißt sich den ganzen Leberüberzug am Absatz auf. Häufig passieren solche Unglücke natürlich bei den neuesten Stiefeln oder edlen Absatzschuhen. Leder oder Kunstleder, das sich von der Oberfläche am Absatz gelöst hat, können Sie mit ein wenig Wärme aus dem Föhn wieder glätten, wenn es aussieht wie eine Ziehharmonika. Anschließend wird es mit sehr wenig Schusterleim angeklebt. Herausquellender Leim muss sofort entfernt werden.

Schuhsohle-10Sollte bei der Aktion zu viel Farbe auf der Strecke geblieben sein, verwenden Sie entweder Lederfarbe oder eine entsprechende farbige Schuhcreme. Für schwarze Schuhe ist immer noch die gute alte Bundeswehrschuhcreme die beste Wahl. Die bekommen Sie heute im Internet für wenige Euro auch als Zivilist.

Tipp: Unsere Großmütter wussten Bescheid, schwarze Glattlederschuhe, die ein wenig abgenützt und mitgenommen aussahen, wurden mit einer zusammengeknüllten Zeitung poliert. Heute geht das nicht mehr mit jeder Zeitung. Auf alle Fälle sollten Sie ein schwarz/weißes Exemplar verwenden. Zeitungen, die stark an den Händen färben, sind dafür ideal.

Anleitung IV – Reißverschluss befestigen

Viele Damen kennen das, der Reißverschluss an den schönen neuen Stiefeletten oder Stiefeln löst sich vom Stiefelschaft. Oft ist ein loser Faden die Ursache, den man beim Anziehen des Schuhs herausgezogen hat. Damit der Reißverschluss wieder fest mit dem Stiefelschaft verbunden wird, hilft nur etwas Handarbeit.
Eine starke Nähnadel oder eine Ledernadel mit festem Zwirn verbindet den Reißverschluss dauerhaft und haltbar mit dem Stiefel. Sollte der Reißverschluss selbst defekt sein, können Sie sogar auf diese Weise mit ein wenig Geduld, einen ganz neuen Reißverschluss einsetzen.

Zwirn
Zwirn

Tipp: Viele kennen diesen Kniff schon. Fehlt der Zipper am Reißverschluss, ist eine starke Sicherheitsnadel die erste schnelle Hilfe, bis Sie daheim einen neuen Zipper anbringen können. Sie sollten daher für derartige Notfälle immer eine Sicherheitsnadel in der Handtasche haben.

Anleitung V – Ledersohlen einfärben

Es ist zwar nur schwer möglich, Gummisohlen einzufärben, da deren Struktur das Einziehen der Farbe nicht zulässt. Aber Ledersohlen lassen sich sehr gut haltbar und dauerhaft einfärben. Sie müssen allerdings eine hochwertige Lederfarbe auswählen.

Sie können natürlich die Ledersohle auch dunkelbraun färben, es muss nicht zwingend schwarz sein. Was nicht funktioniert, ist eine dunkle Ledersohle heller zu färben. Eine hellbraune Sohle wird beispielsweise auch nie knallrot oder blau, da die Grundfarbe sich immer mit einmischt. Sie können also bei diesen Farbtönen nur gemischte Farben herstellen, daher ist grundsätzlich nur für eine schwarze oder dunkelbraune Schuhsohle ein echter Erfolg zu garantieren.

1. Schuhsohle reinigen
Zunächst müssen Sie die Sohle grob reinigen und dann möglichst fettfrei machen. Dazu eignet sich Waschbenzin oder Terpentin. Verwenden Sie einen alten Baumwolllumpen, um die Sohle mit dem Waschbenzin abzureiben. Gießen Sie nie einfach Terpentin oder Waschbenzin auf die Sohle, der Kleber würde sich auflösen.

2. Farbe auftragen
Wenn die Schuhsohle noch besonders glatt ist, sollten sie diese mit Schmirgelleinen leicht aufrauen, bevor Sie die Farbe auftragen. Die Lederfarbe wird dann gleichmäßig mit einem Pinsel aufgetragen. Sie sollten dabei Handschuhe tragen, da die Farbe auch Haut ganz hervorragend einfärbt. Je nachdem, wie stark die Schuhsohle die Farbe aufsaugt, können Sie die Farbe nach einiger Zeit noch einmal auftragen.

3. Farbtest
Die Lederfarbe muss mindestens 24 Stunden lang trocknen. Stellen Sie die Schuhe aber nicht extra an die Heizung, das könnte Schneeränder und ungleichmäßige Flecken erzeugen. Nach dem Trocknen legen Sie die Lederschuhe eine Weile auf mehrere Lagen Küchenpapier und prüfen, ob die Sohlen noch abfärben. Sie wollen schließlich weder den eigenen Boden, noch den Ihrer Freunde ruinieren. Ein Imprägnierspray kann helfen, die Farbe an der Sohle zu fixieren. Mit einem Leder Imprägnierspray sollten Sie aber vorsichtig umgehen, da Sie leicht darauf ausrutschen.

Tipps für Schnellleser

  • Klebestellen säubern
  • Klebestellen gut aufrauen
  • speziellen Schuhkleber verwenden
  • Kleber auftragen und kurz anziehen lassen
  • dann Kleber mit dem Föhn erwärmen
  • Klebestellen längere Zeit fest zusammendrücken
  • Laufflecken am Hacken erneuern
  • alten Flecken entfernen
  • Hacken begradigen
  • Laufflecken zuschneiden
  • Flecken kleben oder nageln
  • abgeschürfte Oberfläche glätten und kleben
  • Schuhsohlen aus Leder schwarz einfärben
  • Schuhsohlen reinigen und Lederfarbe auftragen
  • Sohlen 24 Stunden trocknen lassen

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