Schneefanggitter

Im Winter kann Schnee auf dem Dach zu einer Gefahr für Passanten und Fahrzeuge werden. Geraten Teile der Schneemassen auf einem Steildach in Bewegung, dann können sie vom Dach rutschen und auf Menschen oder Autos fallen. Um dies zu vermeiden, ist die Montage eines Schneefanggitters notwendig. Erfahren Sie, wie Sie das Gitter am besten anbringen.

Durch das Gewicht des Schnees und die große Fallhöhe entwickeln selbst kleinere Brocken eine enorme Kraft, sodass Menschen durch die Schneemassen verletzt werden können. Mit Hilfe der Schneefanggitter schützen Sie daher vorbeigehende Passanten und vor dem Haus parkende Fahrzeuge. Damit die Bauteile wirkungsvoll sind und nicht zusammen mit dem Schnee nach unten fallen, ist die fachgerechte Anbringung entscheidend. Hinzu kommt die Frage der eigenen Sicherheit, da Sie auf dem Dach arbeiten müssen. Lesen Sie daher, welche Schritte Sie ausführen müssen und wie Sie sich selbst absichern.

Grundlegende Informationen

Informationen zur Anbringung

Sie befestigen das Schneefanggitter direkt an der Dachverlattung. Während des Neubaus ist diese direkt zugänglich, sodass in diesem Zeitraum die Anbringung am einfachsten ist. Nach Fertigstellung des Hausdaches müssen Sie einige Schindeln abnehmen, um einen Zugang zu erhalten. Sollten Sie dabei auf Sturmklammern treffen, dann müssen Sie diese im Anschluss in jedem Fall wieder anbringen.

Abstand des Schneefanggitters vom Dachrand

Über den perfekten Abstand vom Schneefanggitter und dem Dachrand und somit von der idealen Position des Schutzes besteht unter Experten keine einheitliche Meinung. Oftmals wird empfohlen, das Gitter hinter der zweiten Schindelreihe anzubringen. Das Ziel ist es, möglichst viel Schnee effektiv aufzufangen. Würden Sie das Gitter zu hoch anbringen, dann würde der unterhalb des Bauteils befindliche Schnee ungehindert abrutschen können.

Dachlawine

Die Gefahren bei der Ausführung der Arbeiten

  • Sie können bei den Arbeiten abstürzen.
    • Beim Arbeiten auf dem Dach ist es wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten. Kontrollieren Sie daher im Vorfeld alle eingesetzten Hilfsmittel auf eventuelle Vorschäden und sorgen Sie für einen stabilen Stand der Leiter. Lassen Sie sich eventuell von einer zweiten Person helfen, welche der Leiter ein wenig Unterstützung bietet. Ein Gerüst bietet einen besseren Halt und ermöglicht das komfortable Arbeiten.
  • Durch Unachtsamkeit kann es zu Beschädigungen am Dach kommen
    • Kommt es versehentlich zu Beschädigungen am Dach, dann entstehen Folgekosten für die Reparatur beziehungsweise Wasser kann in den Innenraum eindringen. Daher ist es wichtig, jeden Schritt wohlüberlegt auszuführen und vorsichtig zu agieren.
  • Das Schneefanggitter ist nicht richtig befestigt und rutscht zusammen mit den Schneemassen nach unten.
    • Berücksichtigt man, dass ein Liter Wasser (= 10 cm x 10 cm x 10 cm) bereits rund 1 Kilogramm wiegt, dann kann man sich ausrechnen, über welches Gewicht ein Schneebrocken verfügt. Daher muss das Schneefanggitter fest angebracht werden. Beim Abreißen fällt es nicht nur herunter sondern kann auch das Dach selbst stark beschädigen.

Vorteile und die Nachteile

Schneefanghaken erfordern einen größeren Aufwand bei der Montage. Sie haben allerdings den Vorteil, dass sich keine Eiszapfen bilden können. An den Gittern entstehen bei Tauwetter leicht Eiszapfen die durch die spitze Form zur Gefahr werden. Dies ist bei Schneefanghaken nicht möglich. Ein weiterer Vorzug der Haken ist, dass sie selbst sehr großen Schneemassen standhalten.Vor- und Nachteil

Anbringen eines Schneefanggitters

Dieses Material und Werkzeug benötigen Sie

  • Maßband oder Zollstock
  • Schneefanggitter
  • Befestigungen inklusive verzinkter Schrauben
  • Gerüst oder Leiter
  • Schraubendreher
  • Schraubenschlüssel
  • Eigensicherung
  • bei Bedarf weiteres Werkzeug

Schritt 1 – Das Abmessen

Ermitteln Sie zunächst einmal die passende Länge für das Schneefanggitter. Entscheidend ist die Dachbreite, welche abgemessen werden muss.

Tipp: Beim Messen ist es von Vorteil, wenn Sie zu zweit arbeiten. Führen Sie ein Maßband von einer Seite zur anderen und ziehen Sie es straff.

Schritt 2 – Das Aufstellen des Gerüstes

Durch das Gerüst erhalten Sie einen sicheren und komfortablen Arbeitsort. Sie können sich freier als auf einer Leiter bewegen und auch die Sicherheit ist deutlich höher. Das Gerüst muss in jedem Fall so hoch sein, das es bis zum Dachrand reicht. Entscheidend ist aber auch der Untergrund. Nur wenn das Gerüst stabil steht, ist die Sicherheit gewährleistet.

Schritt 3 – Entfernen der Dachschindeln

Entfernen Sie zunächst einmal einige Dachschindeln, damit Sie einen Zugang zur Dachlattung erhalten.Dachziegeln

Schritt 4 – Montage der Halterungen

Hierfür müssen Sie die Halterungen an der Dachverlattung festschrauben.

Schritt 5 – Einhängen der Dachschindeln

Nach der Montage der Halterungen müssen Sie die Schindeln wieder einhängen.

Schritt 6 – Montage vom Schneefanggitter

Zum Schluss bringen Sie das Gitter an den Halterungen an. Dabei ist es wichtig, auf den korrekten Sitz zu achten. Schrauben Sie die Halterungen zunächst einmal nur leicht fest. Richten Sie die Bauteile anschließend aus und ziehen Sie die Schrauben nun fest an.

Gerüst aufstellen

Für das Anbringen von Schneefanggittern, Schneefangbalken und Schneefangrohren ist es am sichersten, auf einem Gerüst zu arbeiten. Kleine Ausführungen sind auf einer ebenen Fläche schnell aufgebaut und einsatzbereit. Bei besonders hohen Häusern oder unebenem beziehungsweise unsicherem Boden ist allerdings eine Fachfirma gefragt.

Schneefanggitter - Gerüst
Schneefanggitter – Gerüst erforderlich

Im Allgemeinen wird empfohlen, ab einer Arbeitshöhe von mindestens 3 Metern stets ein Gerüst zu verwenden. Diese Eigenschaft ist beim Anbringen der Fanggitter beziehungsweise der Schneefangrohre meistens gegeben.

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl des Gerüstes in jedem Fall auf die Qualität, da hierbei große Unterschiede bestehen.

Eine allgemeine Liste über die einzelnen Bauteile des Gerüsts:

  • Verankerung mit der Hauswand
  • Fußspindeln (Füße eines Gerüstes)
  • Diagonalbefestigungen
  • Rückengeländer
  • Bordbretter
  • Rückengeländer
  • Stirngeländer
  • Ringschrauben
  • Vertikalrahmen
  • Bodenbeläge
  1. Den richtigen Untergrund schaffen

Am besten ist es, wenn ein Gerüst auf ebenem Betonboden aufgebaut werden kann. Um andere Untergründe ein wenig zu stabilisieren, eignen sich Brette, die unter die Fußspindeln gelegt werden.

  1. Die Fußspindeln aufstellen

Um die Sicherheit des Gerüstes zu gewährleisten, sollten die Fußspindeln zur Hauswand keinen Abstand von mehr als 30 Zentimetern besitzen. Je dichter sie an der Wand stehen, desto geringer ist die Unfallgefahr.

  1. Die Diagonalbefestigungen

Schieben Sie die Diagonalbefestigungen über die äußeren Fußspindeln.

Gerüst Aufbau
Diagonalbesfestigung
  1. Das Rückengeländer

Hängen Sie nun ein Rückengeländer in die Diagonalbefestigungen, um den korrekten Abstand der Fußspindeln ausrichten zu können.

  1. Aufstellen der Vertikalrahmen

Stellen Sie nun die ersten zwei Vertikalrahmen auf.

  1. Die Diagonale

Hängen Sie anschließend die erste Diagonale von außen ein. Die Bauteile sind meistens mit zwei Löchern versehen. Für die untere Etage wird das innere Loch verwendet, in den nächsten Etagen kommt das äußere Loch zum Einsatz.

  1. Holzbeläge

Legen Sie den Holzboden in die erste Etage ein.

Gerüst - Holzbeläge
Gerüst – Holzbeläge
  1. Ausrichten der ersten Etage

Mit Hilfe der Fußspindeln müssen Sie nun die erste Etage in waagerechter und lotrechter Richtung ausrichten. Dies ist wichtig, damit später auch alle weiteren Ebenen über die richtige Ausrichtung verfügen.

  1. Die Erweiterung

Nachdem der erste Bereich fertig gestellt ist, können Sie nach links und rechts Erweiterungen vornehmen.

  1. Die nächste Ebene

Setzen Sie als erstes zwei Rahmen auf und stabilisieren Sie den Gerüst mit Holzbelägen. Hängen Sie im Anschluss das Rückengeländer ein und sichern Sie es durch die Nutzung der Kippstifte. Anschließend hängen Sie die zweite Diagonale ein.

Gerüst - Ebenen
Gerüst – Ebenen
  1. Der Durchstieg

Die Durchstiege dienen dazu, weiter nach oben gelangen zu können. Daher müssen alle weiteren Ebenen mit einem Durchstieg ausgestattet werden. Hängen Sie in den Durchstieg eine Leiter ein.

  1. Die Absicherung

Außen und an den Stirnseiten müssen Sie nun die unteren Bordbretter anbringen. Die Stirnseiten werden zusätzlich mit Kupplungen versehen. Somit verfügt die zweite Ebene an drei Seiten über eine Absicherung.

  1. Die Verankerung

Nun gilt es, den sicheren Stand des Gerüstes sicher zu stellen. Mit Hilfe der Gerüstanker müssen Sie nun das Gerüst an der Wand befestigen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Dübel für die Hausfassade geeignet sind und rund 10 Zentimeter lang sind.

Gerüst VerankerungBringen Sie die Dübel unterhalb der Beläge im zweiten Stockwerk an und setzen sie sie ins Mauerwerk. Schrauben Sie nun die Ringschrauben in die Dübel. An den Stirnseiten müssen Sie das Gerüst noch stabiler befestigen. Nehmen Sie hierfür einen langen Gerüsthalter und befestigen Sie diesen zusammen mit der Ringschraube am Gerüst über zwei Normalkupplungen.

  1. Den Abschluss finden

Besteht das Gerüst aus zwei Ebenen, dann ist es nun fast fertig gestellt. Setzen Sie zum Abschluss die L-Gerüststangen auf und hängen Sie die Querstangen ein. Sichern Sie das Gerüst nun durch einen Seitenschutz, Bordbretter und Stirngeländer analog zur ersten Ebene ab.

Dies müssen Sie beim Aufbau des Gerüstes beachten:

  • achten Sie auf einen sicheren und kippfesten Stand
  • Maximalbelastung darf nie überschritten werden.
  • Maximalhöhe darf in keinem Fall überschritten werden.
  • arbeiten Sie auf dem Gerüst vorsichtig.
  • Halten Sie zu Kabeln und elektrischen Bauteilen einen Sicherheitsabstand ein. Stellen Sie im Bedarfsfall den Strom ab.
  • Gerüste können von Fachbetrieben oftmals ausgeliehen werden.
  • vermeiden Sie auf dem Gerüst Stolperfallen.
  • kontrollieren Sie vor jedem Arbeitsbeginn die Stabilität der Verankerung und der Bodenbeläge.
  • für den Winter werden Wetterschutzdächer angeboten.

Unterschiedliche Schneefangsysteme

Auf dem Markt sind verschiedene Schneefangsysteme verfügbar:

  • Schneefanggitter
  • Schneefangbalken
  • Schneefangrohr
  • Schneefanghaken
Schneefanggitter
Schneefanggitter

Das Schneefanggitter

Durch das Gitter staut sich im Traufbereich der Schnee und kann nicht unkontrolliert hinabfallen. Hierbei handelt es sich um die in Deutschland am häufigsten eingesetzte Variante. Für die einwandfreie Funktion ist es wichtig, dass die Befestigung stabil ist. Es wirken nicht nur flächige sondern auch punktuelle Kräfte, denen es gilt standzuhalten.

Die Schneefangbalken und Schneefangrohre

Schneefangbalken und Schneefangrohre werden vor allem in besonders schneereichen Gegenden eingesetzt. Sie halten größeren Schneemassen stand und werden ebenfalls an der Traufe des Daches befestigt.

Schneefangbalken
Schneefangbalken mit Haken

Schneefanghaken

Das Besondere an Schneefanghaken ist, dass sie über die gesamte Dachfläche verteilt sind. Dadurch wird er Schnee daran gehindert, abzurutschen. Das Ziel ist es, die Schneemassen auf dem Dach zu halten, sodass es zu keinem Verschieben und Abrutschen kommt. Besonders effektiv ist es, die Schneefanghaken zusammen mit einem Schneefanggitter zu nutzen. Somit wird der Schnee auf dem Dach gehalten und sollte es dennoch zu einem Abrutschen kommen, bleibt der Schnee am Fanggitter hängen. Dieses wird jedoch weitestgehend entlastet.

Besteht in Deutschland eine gesetzliche Verpflichtung zur Anbringung eines Schneefanggitters?

Gesetzliche RegelungGrundsätzlich sind Hauseigentümer nicht dazu verpflichtet, ein Schneefangsystem anzubringen. Allerdings gilt es, die allgemeine Verkehrssicherheit sicherzustellen, wodurch sich indirekt in vielen Fällen die Verpflichtung zur Anbringung von Schneefangsystemen ergibt. Hausbesitzer müssen alle zumutbaren Vorkehrungen treffen, um Unfälle zu vermeiden. Sollte es zu einem Schaden kommen, wird der Hauseigentümer zur Haftung hinzugezogen. Wurde keine Sicherung vorgenommen, müssen in der Regel 50 Prozent der Schadenssumme übernommen werden. Handelt es sich um ein Dach mit einem Neigungswinkel von mehr als 50 Grad, dann kommt sogar eine Haftung von 100 Prozent in Frage. Allerdings müssen Sie stets die regionalen Besonderheiten beachten. In einzelnen Regionen können abweichende Gesetze gelten, die sich aus der unterschiedlichen Schneehäufigkeit ergeben. In vielen Gemeinden in Bayern ist daher die Anbringung von Schneefangsystemen vorgeschrieben.

Tipps für Schnellleser:

  • Fanggitter nach der zweiten Schindelreihe anbringen
  • direkt an der Dachverlattung montieren
  • Montieren ist in einigen Gemeinden Vorschrift
  • Schneefangrohre bei besonders hoher Schneelast
  • Scheefanghaken als Ergänzung nutzen
  • Schindeln zunächst abnehmen
  • Halterungen montieren
  • Schindeln wieder einhängen
  • Fanggitter montieren
  • Schrauben zunächst nur lose eindrehen
  • dann Gitter ausrichten
  • Schrauben fest andrehen
  • auf Eigensicherung achten
  • zu zweit arbeiten

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