Scherenschnitte

Scherenschnitte sind edle und sehr dekorative Papierelemente, die per Hand zugeschnitten werden. Natürlich kann man sich für diese Technik selbst kreierte Vorlagen ausdenken. Wir machen es Ihnen einfach und stellen Ihnen in dieser Anleitung kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken zur Verfügung. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Der Scherenschnitt, auch Psaligraphie genannt, ist ein altes Kunsthandwerk, welches in Deutschland vor allem im 19. Jahrhundert – der Goethezeit – sehr beliebt war. Schwarze oder weiße Silhouettenportraits sind typisch für diese Zeit. Der Ursprung der Papierkunst liegt, wie bei vielen anderen Kunsthandwerken, im alten China. Auch heute gibt es noch viele Liebhaber, die diese Kunst zu schätzen wissen und selbst zur Schere greifen.

Besonders an Weihnachten sind die Scherenschnitte beliebte Dekorationselemente für Fensterschmuck oder Grußkarten. Die Krippenszene ist da ein beliebtes Motiv und Ihnen sicherlich schon oft unter die Augen gekommen.

Material

Die wichtigsten Elemente beim Scherenschnitt sind natürlich Papier und Schere.

Im Fachhandel können Sie spezielles Scherenschnittpapier kaufen. Dieses wird gummiert und ungummiert angeboten. Gummiertes Papier ist am besten geeignet – dieses zeichnet sich durch eine schwarze und weiße Seite des Bogens aus. Die weiße Seite ist mit einer Art Kleber versehen, welcher durch das Auftragen von Wasser aktiviert wird. So können Sie den Scherenschnitt sofort an den gewünschten Platz aufkleben.

Ebenso können Sie sich für den Scherenschnitt eine Silhouettenschere zulegen. Diese ist im Vergleich zu herkömmlichen Scheren sehr spitz und fein. Sie vereinfacht Ihnen das Schneiden von filigranen Schnitten, Ecken und Löchern.

Natürlich muss man sich nicht zwangsläufig Scherenschnittpapier und Silhouettenschere anschaffen, um einen gelungenen und edlen Scherenschnitt zu kreieren. Mit einer spitzen Nagelschere können Sie auch schon Einiges anfangen. Die Art des Papiers ist eigentlich auch egal, so lange es nicht zu dick ist.

Scherenschnitt – Anleitung

Man unterscheidet beim Scherenschnitt zwischen zwei Techniken, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Die klassische Silhouette

Wie zur Goethezeit üblich zeichnet sich der klassische Silhouettenschnitt dadurch aus, dass die Umrisse eines Bildes ausgeschnitten werden und anschließend auf einem hellen, bzw. dunklen Untergrund aufgebracht werden. Ist der Scherenschnitt Weiß, wird er auf einem schwarzen Untergrund aufgebracht, ist er Schwarz, dann auf einem Weißen. So heben sich die Konturen besonders stark ab.

Sie benötigen:

  • Schere
  • Scherenschnittpapier
  • Vorlage
  • eventuell Kleber und Pinsel

Vorlage

Zu Beginn benötigen Sie ein Motiv, welches zu einem Scherenschnitt umgesetzt werden soll. Wir bieten Ihnen ein schöne Vorlagen zum Ausdrucken an (siehe unten). Drucken Sie das gewünschte Bild aus.

Möchten Sie aber selbst ein Motiv entwerfen, zeichnen Sie dieses einfach auf ein weißes Blatt Papier mit einem Bleistift vor.

Schneiden

Anschließend Schneiden Sie das Bild grob mit der Schere aus. Schneiden Sie nun zuerst alle Binnenstücke aus. Wir haben im Bild alle auszuschneidenden Flächen mit einem Kreuz markiert. Danach erst werden die Umrisse filigran und sauber ausgeschnitten.

Scherenschnitt

Halten Sie beim Schneiden das Papier fest in einer Hand und führen Sie mit dieser die Drehbewegung aus. Mit der anderen Hand wird geschnitten.

Nun ist unsere Vorlage oder Ihre eigenes Motiv ausgeschnitten. Jetzt können Sie diese direkt auf einen schwarzen Untergrund kleben und der Scherenschnitt ist bereits fertig. Dann muss das Motiv aber spiegelverkehrt aufgeklebt werden, da sonst die Umrisse der Vorlage zu sehen sind.

Schablone verwenden

Besser ist, Sie verwenden das eben ausgeschnittene Motiv als Schablone. Entscheiden Sie sich für eine Ausrichtung des Bildes und legen Sie es dann dementsprechend auf das eigentliche Scherenschnittpapier. Übertragen Sie nun mit dem Bleistift die Umrisse des Motives auf das Scherenschnittpapier.

Scherenschnitt

Tipp: Befestigen Sie die Schablone mit einem kleinen Stück Klebeband auf dem Scherenschnittpapier. So kann beim Umranden nichts verrutschen.

Scherenschnitt aufkleben

Nehmen Sie nun ein Blatt Papier in der Kontrastfarbe zur Ihrem Scherenschnitt zur Hand. Anschließend können Sie den Leim, der bereits auf dem gummierten Scherenschnittpapier aufgetragen ist, verwenden oder leimen das Motiv mit Bastelleim ein.

Bei der Variante mit gummierten Papier benötigen Sie lediglich einen Pinsel und etwas Wasser. Tragen Sie mit dem genässten Pinsel vorsichtig Wasser auf die weiße, gummierte Seite auf. Anschließend kann der Scherenschnitt aufgeklebt werden.

Scherenschnitt

Vorsicht: Nehmen Sie lieber erst einmal etwas weniger Wasser.
Ohne gummiertes Papier kleben Sie den Scherenschnitt ebenfalls mit Leim und Pinsel einfach auf die gewünschte Fläche auf.

Silhouetten-Vorlagen

Silhouetten-Scherenschnitt

Faltschnitttechnik

Die Faltschnitttechnik ist im Gegensatz zur vorherigen Variante etwas einfacher. Durch mehrmaliges Falten des Papiers schneiden Sie mit einem Mal gleich mehrere Seiten Ihres Motives. Einziger Nachteil dieser Technik – das Motiv muss symmetrisch sein. Die beiden Vögel in der vorherigen Anleitung sind dies nicht. Dennoch machen Scherenschnitte auch mit dieser Variante wahnsinnig Spaß. So können Sie auf diese Weise beispielsweise dekorative Schneeflocken oder Schmetterlinge gestalten.

Sie benötigen:

  • Tonpapier oder Scherenschnittpapier
  • Zirkel
  • Bleistift
  • Vorlage oder selbst gestaltetes Motiv
  • Schere

Papier falten

Ziehen Sie zu Beginn mit dem Zirkel einen Kreis auf dem Blatt Tonpapier oder Scherenschnittpapier.

Kreis aufzeichnen

Anschließend wird dieser sauber ausgeschnitten

Nun wird gefaltet. Klappen Sie den ausgeschnitten Papierkreis nun wie folgt zusammen. Zuerst wird der Kreis einmal in der Mitte halbiert. Anschließend wird dieser Halbkreis gedriddelt. Falten Sie dafür das eine Ende des Halbkreises vor zur Mitte und das andere Ende nach hinten zur Mitte ein.

Kreis zusammenfalten

Scherenschnitt aufmalen

Auf dem kleinen Kuchenstück können Sie nun Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Entweder Sie erdenken sich ein eigenes Motiv oder Sie malen die Formen unserer Vorlagen einfach ab. Da diese Technik eher für abstrakte und einfache Motive gedacht ist, kommt es hier beim Malen nicht auf Details an.

Motiv ausschneiden

Schneiden Sie nun die von Ihnen aufgemalten Flächen sauber aus. Enthält Ihr Motiv abgeschlossene Flächen und Löcher sollten Sie diese zuerst ausschneiden.

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Achtung: Beim Zeichnen und Ausschneiden müssen Sie unbedingt beachten, dass Sie einzelne Elemente nicht auseinanderschneiden. Die Außenkanten dürfen nicht vollständig abgeschnitten werden, da Ihr Motiv immer Verbindungspunkte haben muss. Ansonsten würde der Scherenschnitt auseinanderfallen.

Zum Schluss muss der Scherenschnitt nur noch vorsichtig auseinandergefaltet werden.

Faltvorlagen

Faltvorlagen

Hinweis – Für die Schmetterlinge und andere Motive mit lediglich einer Symmetrieachse in der Mitte falten Sie ein Blatt Papier einmal mittig zusammen. Danach wird auf der Vorderseite das Motiv aufgezeichnet. Die Symmetrieachse verläuft dabei an der geschlossenen Faltkante. Schneiden Sie nun das Motiv zweilagig mit der Schere aus. Anschließend wird der Scherenschnitt nur noch aufgefaltet.

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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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