Salpeterausblühung entfernen

In älteren Häusern treten häufig weißliche Ablagerungen auf den Mauern auf. Besonders im Keller oder im unteren Bereich sind die Wände von Salpeterausblühungen oder Salzausblühungen befallen. Häufig wird dieses Problem durch Feuchtigkeit in dem alten Mauerwerk hervorgerufen. Vor der Behandlung sollte der Grund für die Salpeterausblühungen jedoch unbedingt genau ermittelt werden.

In alten Mauern fehlt häufig die Abdichtung zum Untergrund oder nach außen hin. Dadurch ziehen die Wände Feuchtigkeit aus dem Boden, die sich dann in Form dieser weißen Salpeter- und Salzausblühungen bemerkbar macht. Welches Problem genau der Grund für die lästigen krümeligen weißen Rückstände auf der Wand ist, muss vor der Beseitigung ergründet werden, damit die richtige Behandlung für den jeweiligen Fall eingeleitet werden kann. Denn die Entfernung von Salpeter bringt gar nichts, wenn anschließend nicht die Ursache beseitigt wird. Daher zeigen wir in der nachfolgenden Anleitung nicht nur, wie Sie die Salzausblühungen entfernen können, sondern auch die unterschiedlichen Methoden der Sanierung für die Wände.

Das benötigen Sie für die Entfernung:

  • Bürsten grob
  • Schutzkleidung
  • Handschuhe
  • Quast
  • Eimer
  • Meißel
  • Hammer
  • Bohrhammer mit Meißel
  • Nitratentferner
  • Salpeter Entferner

Was ist Salpetersäure?

In vielen Materialien für den Hausbau sind Salze enthalten, so auch in Gips, Zement oder Kalk. Die weißen Salpeterausblühungen, die Sie auf Ihrer Wand vorfinden, sind im Grunde auch nur ein Salz. Der Name Salpetersäure ist nämlich etwas verwirrend, da dieser sichtbare Teil ein Nitrat, also Salz ist. Trotzdem sollten Sie bei der Beseitigung von Salpeter immer Handschuhe tragen, denn solange die Salpetersäure feucht ist, kann sie die Haut sehr stark schädigen. Besonders Allergiker haben mit allen Formen von Salpeter große Probleme.Salpeterausblühungen im Keller

Wie kommt es zu den Ausblühungen?

Durch Feuchtigkeit wird das Nitrat an der Wand abgelagert. Früher kam es in erster Linie in Stallungen oder Scheunen vor, dass Salzausblühungen an den Wänden auftauchten. Hier waren es dann zusätzlich die Nitrate, die durch den Kot und die Ausscheidungen der Tiere entstanden. In den normalen Wohnräumen oder im Keller sind es normalerweise Nitrate, die aus dem Mauerwerk teilweise aber auch aus dem Grundwasser oder dem Boden gezogen werden. Auf einer ständig feuchten Wand sind nur selten Salpeterausblühungen sichtbar, da diese sich erst zeigen, wenn das Salz auf der Wand trocknet. Wenn die Wand zwischendurch immer wieder abtrocknet, wie es in Wohnräumen an der Innenseite normal ist, wächst regelrecht eine Salzkruste aus Salpetersalz darauf. Daher sind oft auch oberirdische Wände im Innenbereich betroffen, die gar nicht so sehr feucht sind.

Ein großer Teil der Salze ist aber tatsächlich bereits in den Baustoffen enthalten. Diese werden durch das Herauslösen der enthaltenen Salze auf Dauer regelrecht morsch und instabil. So ist klar, dass es mit einer Entfernung der Ausblühungen von Salz und Salpeter allein nicht getan ist. Die betreffende Wand oder das gesamte Untergeschoss muss anschließend auch noch saniert und abgedichtet werden. Selbst wenn der Salpeterrückstand nach dem Entfernen nicht mehr sichtbar ist, bleibt die Wand doch bis zu einem gewissen Grad feucht und daraus entsteht vermutlich irgendwann ein schädlicher Schimmelbefall.

Methoden zur Sanierung des Mauerwerks im Überblick

  • Rissbehandlung
  • Horizontalsperre
  • Außenabdichtung
  • Innenabdichtung
  • Schleierabdichtung

Salpeterausblühungen und Salzausblühungen entfernen

Variante 1 – Abbürsten

Viele trockene Salpeterausblühungen können ebenso wie einfache Salzausblühungen einfach abgebürstet werden. Allerdings heißt das nicht, dass Sie das Problem damit auch beseitigt haben. Selbst wenn außen kein Salpeter mehr sichtbar ist, sitzt dieser doch im Inneren der Wand und wird bei feuchtem Wetter mit Sicherheit wieder durchschlagen. Daher kommen Sie mit dem einfachen Ausbürsten nur aus, wenn wirklich nur eine kleine Stelle betroffen ist, die Sie anschließend sanieren, wie unten unter Punkt vier der Innensanierung beschrieben.

Salpeter mit Bürste entfernen
Salpeter mit Bürste entfernen

Variante 2 – Nitratentferner oder Salpeter Entferner einsetzen

Verschiedene Hersteller bieten sowohl Nitratenferner als auch Salpeter Entferner an. Achten Sie beim Kauf darauf, welche Fläche mit einem Liter gereinigt werden kann. Etwa 10 bis 15 Quadratmeter sollten mit einem Liter Reiniger entfernt werden können. In dem Reiniger sind starke Säuren am Werk, daher sollten Sie spezielle Handschuhe tragen, die säurefest sind. Da der Salpeter Entferner meist recht flüssig ist, sollten Sie unbedingt auch Ihre Augen vor Spritzern schützen. Die Reiniger sind meistens für verschiedene Materialien wie Ziegelsteine, Beton oder Klinker geeignet. Prüfen Sie auf der Verpackung, ob das gewählte Produkt wirklich für Ihre Zwecke geeignet ist.

  • Wand vornässen
  • Reiniger mit Quast oder dickem Pinsel auftragen
  • nach Anleitung einwirken lassen
  • mit klarem Wasser nachspülen
  • Reinigermischung sollte nicht ins Abwasser gelangen
  • Umgebung schützen

Tipp: Den Nitratentferner sollten Sie nicht bei direkter Sonneneinstrahlung benutzen. Wenn Sie den Entferner im Außenbereich anwenden, sollten Sie die umstehenden Pflanzen schützen. Dazu sollten die Zierpflanzen ausgegraben werden. Bevor Sie diese Pflanzen später wieder in das angrenzende Erdreich eingraben, sollte eventuell hier auch die Erde ausgetauscht werden. Auch Kunststofffenster und Türrahmen sollten Sie abdecken, bevor Sie den Reiniger auftragen.

Variante 3 – Putz entfernen

Ist der Putz, besonders im unteren Bereich der Wand, mit Salpeter und Feuchtigkeit vollgesogen, muss er komplett entfernt werden, bevor eine Sanierung möglich ist. Das bemerken Sie aber in der Regel sofort, denn ein Teil des Putzes wird sich in diesem Fall bereits gelöst haben. Dazu sollte zunächst der Putz an der Außenseite des Hauses abgeschlagen werden. Gerade hier ist häufig eine fehlende Abdichtung gegen das drückende Grundwasser die Ursache für derartige Schäden.

Putz entfernen
Putz entfernen

Tipp: Als Bauherr bei einem Neubau sollten Sie ganz genau darauf achten, dass diese Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden. Viele Häuslebauer haben jahrelange Prozesse führen müssen, weil ihr komplettes Haus wegen Schimmel und Feuchtigkeit nicht bewohnbar war. Informieren Sie sich umfassend oder ziehen Sie einen unabhängigen Bausachverständigen hinzu, der die Arbeiten prüft. Selbst wenn das einige hundert Euro kosten wird, ist das nichts im Vergleich zu dem entstehenden Schaden.

Befindet sich die Schadstelle im Kellerbereich, müssen Sie leider zunächst das Erdreich bis zum Bodenbereich des Kellers ausheben, damit Sie hier sicher arbeiten können. Unten unter Punkt drei der Sanierung, zeigen wir Ihnen die Abdichtung, die Sie anschließend auf die Kellerwände aufbringen sollten.

Erst wenn die Außenwand freigelegt wurde, sollten Sie innen den Putz ebenfalls abschlagen. Die Innenseite wird später auch als letztes saniert. Wie die Sanierung im Innenbereich durchgeführt wird, zeigen wir Ihnen unter Punkt vier.

Tipp: Das schädliche Nitrat sitzt allerdings auch nach dem Abschlagen des Putzes noch in dem nun offenen Mauerwerk. Darum sollten diese freigelegten Mauerteile ebenfalls noch mit Salpeterentferner behandelt werden, wie es unter Punkt zwei beschrieben wurde.

Mauerwerk auf Dauer gründlich sanieren

1. Rissbehandlung

Bevor das Mauerwerk nachhaltig saniert werden kann, müssen alle Risse verschlossen werden. Achten Sie dabei auf die speziellen Dichtmittel mit Kunstharz, damit Sie nicht gleich wieder Salpeterausblühungen oder Salzausblühungen durch das falsche Material produzieren. Kalkputz oder Kalkzementputz sollte in diesem Fall nicht genutzt werden, da diese Materialien wieder die Feuchtigkeit anziehen.

2. Horizontalsperre

In vielen alten Häusern kann es notwendig sein, die komplette Wand unten sozusagen abzuschneiden, um eine Dichtungsfolie oder Teerpappe einzulegen. Dazu gehen Sie Stück für Stück vor und entfernen entweder im Keller oder im Erdgeschoss in Bodenhöhe eine Schicht Steine. Arbeiten Sie dafür aber immer lediglich etwa einen Meter Wand ab, damit die darüber liegende Wand nicht nachrutscht.

Wenn Sie die Steine herausgenommen haben, wird eine Dichtpappe oder eine Folie eingelegt und die Steine mit dem entsprechenden Mörtel wieder eingesetzt. Verwenden Sie einen speziellen Sanierungsmörtel, der keinen Kalk enthält. Damit entziehen Sie der Mauer die Möglichkeit, immer wieder Feuchtigkeit aus dem Grund heraufzupumpen.

3. Außenabdichtung

Das Fundament und der Kellerbereich müssen komplett von außen gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Dazu muss natürlich zuerst das Erdreich abgetragen werden. Anschließend wird entweder eine Wasser abweisende Beschichtung aufgetragen oder eine Sperrschicht durch entsprechende Teerpappe oder Schweißbahnen errichtet. An den Verbindungs- und Nahtstellen müssen die Schweißbahnen gut versiegelt werden. Je sauberer hier gearbeitet wird, desto größer ist der Erfolg und vor allem desto länger haben Sie Ruhe vor weiteren Feuchteschäden.

Isolieranstrich
Isolieranstrich auch für Außen

Tipp: Eine Kombination aus Dickschicht und Teerpappe hat sich bei den meisten schweren Fällen als besonders wirksam und dauerhaft erwiesen. Wird die Teerpappe direkt in die noch feuchte Dickschicht geklebt, entsteht eine haltbare Versiegelung der Wand.

4. Innenabdichtung

Haben Sie innen den Putz komplett abgeschlagen, können Sie nun einen speziellen Sperrputz auftragen, der wegen seiner Inhaltsstoffe wasserundurchlässig ist. Ist der Putz noch vorhanden, der Schaden aber doch recht umfassend, wird von den Fachleuten das Auftragen von Dichtungsschlämmen empfohlen. Für kleinere Schäden, die durch das Entfernen der Salpeterausblühungen oder Salzausblühungen eigentlich bereits behoben wurden, ist eine Wasser abweisende Beschichtung mit einer Spezialfarbe völlig ausreichend.

  • leichte Schäden – Wasser abweisende Farbbeschichtung
  • mittelschwere Feuchteschäden – Dichtungsschlämme
  • schwere Schäden mit abgeschlagenem Putz – neu verputzen mit Sperrputz

Tipp: Wenn es sich um einen leichten Salpeterschaden handelt, prüfen Sie aber bitte, ob dieser wirklich so leicht ist und wo der Grund dafür liegt. Vielleicht handelt es sich auch nur um den Beginn eines größeren Problems. Dann hilft das Kaschieren mit einer Wasser abweisenden Beschichtung nichts.

5. Schleierabdichtung

Der Begriff Schleierabdichtung trifft es nicht wirklich. Eigentlich handelt es sich dabei um viele kleine Injektionen mit einem speziellen Gel, meist auf Acrylbasis. Die Wand wird dazu mit kleinen versetzt angebrachten Löchern versehen, in die dann dieses gelartige Material eingespritzt wird. Die Poren im Mauerwerk sollen diese Masse regelrecht aufsaugen und dadurch nicht mehr die Möglichkeit haben, Feuchtigkeit aus dem Grund oder von außen zu saugen.

Bei einem zweischaligen Mauerwerk werden die Injektionen natürlich von beiden Seiten durchgeführt. Diese Methode ist natürlich deutlich einfacher, als die unter Punkt zwei dargestellte Art der waagerechten Abdichtung durch Folie oder Dachpappe.Löcher in Ziegel bohren

Tipp: Viele Firmen haben sich auf die Injektionsmethode spezialisiert. Allerdings gibt es auch hier schwarze Schafe, die nur kurz an einem Ort tätig sind. Vertrauen Sie immer lieber auf einen Fachmann, der wirklich ortsansässig ist. Fragen Sie bei der Handwerkskammer, ob das Unternehmen dort gemeldet ist, und verlangen Sie von der Firma Referenzobjekte in der Nähe. Hat die Firma wirklich Erfolge, wird Sie Ihnen die zufriedenen Kunden sicher gern nennen.

Tipps für Schnellleser

  • Ausmaß des Schadens ermitteln
  • im Kellerbereich Wand außen freilegen
  • Ausblühungen abbürsten bei leichten Schäden
  • Salpeterentferner oder Nitratentferner auftragen
  • Entferner mit Wasser abwaschen
  • bei starken Schäden Putz abschlagen
  • anschließend zwingend Sanierung durchführen
  • Risse im Mauerwerk beheben
  • Horizontalsperre einbringen
  • Wand außen abdichten und gegen Feuchte schützen
  • Innenwand abdichten mit Dickbeschichtung oder Schlämme
  • oder Abdichtung durch Injektionen mit Spezialgel

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