Salbei gedeiht als immergrüner Halbstrauch. Somit gilt die Gewürzpflanze weder als krautige Staude noch als holziger Strauch. Dieser Umstand gestaltet den fachgerechten Schnitt zu einer gärtnerischen Gratwanderung. Unsere DIY-Anleitung erklärt praxisnah die richtige Schnittführung an der mediterranen Kräuter- und Zierpflanze. So schneiden Sie Salbei vorbildlich für eine reichhaltige, aromatische Ernte und ein langes Pflanzenleben.

So schneiden Sie Salbei

Mit Blick auf die besonderen Attribute wird deutlich, dass Salbei nicht einfach im Vorübergehen zu schneiden ist. Die wunderbare Gewürz- und Zierpflanze gedeiht als stark verzweigter, immergrüner Halbstrauch. In Bodennähe verholzen die Äste, während die Triebe in den oberen Strauchregionen krautig wachsen und Blüten tragen. Kommt der Winter mit starkem Frost daher, friert der diesjährige Zuwachs zurück. Bei milder Witterung bleibt der krautige Triebbereich indes erhalten. In der folgenden Vegetationsperiode treiben winterharte Salbei-Arten aus den überwinterten, nicht vollständig verholzten Zweigen wieder aus. Rätseln Sie nicht länger darüber, wie Garten-Salbei richtig zu schneiden ist. Die folgende DIY-Anleitung weist praxisnah den Weg.

Form- und Erhaltungsschnitt

Fachgerechtes Verschneiden von Salbei verläuft zweigleisig. Ein sachgemäßer Form- und Erhaltungsschnitt stellt die Weichen für eine reichhaltige Ernte aromatischer Blätter für die Küche. Von Natur aus strebt der Halbstrauch danach, unermüdlich in die Höhe gerichtet zu verholzen. Es gilt, diesem Unterfangen Einhalt zu gebieten, denn aus vollständig verholzten Zweigen treiben die begehrten Kräuterblättchen nicht mehr aus. Letzten Endes verkahlt die zuvor noch üppig beblätterte Pflanze, sodass sich die Ernte reduziert auf ein Minimum. Damit es soweit nicht kommt, möchte unsere DIY-Anleitung für richtiges Verschneiden einen hilfreichen Beitrag leisten.

Vorbildliche Schnittführung

Für den perfekt gepflegten Salbei sollte die desinfizierte, scharfe Schere stets griffbereit liegen. So gehen Sie richtig vor:

  • Von frühester Jugend an die Triebspitzen wiederholt pinzieren (entspitzen)
  • Entspitzen zögert die aromaraubende Blüte hinaus und fördert die krautige Verzweigung
  • Während des Sommers stets ganze Zweige abschneiden
  • Die Schere knapp über dem verholzten Triebteil ansetzen

salbei-zweige-schneiden

Salbei bevorzugt einen moderaten Form- und Erhaltungsschnitt, bei dem im Verlauf des Sommers wiederholt einige wenige Zweige abgeschnitten werden. Diese Konstanz hält zugleich den Grad der Verholzung auf niedrigstem Niveau. Einen radikalen Kahlschlag wird die Kräuterpflanze indes nicht überstehen.

Schnitt-Termine im Überblick

Die Monate Mai und August fixieren Beginn und Ende des zeitlichen Ablaufs für den richtigen Schnitt von Salbei. Unmittelbar nach den Eisheiligen Mitte Mai setzt für den mediterranen Aromakünstler die Vegetationsphase ein. Damit winterharter Echter Salbei die kalte Jahreszeit gesund übersteht, endet das Verschneiden Mitte August. Die verbliebenen Triebe fungieren als natürlicher Winterschutz und werden nicht geschnitten. Der terminliche Ablauf im Detail:

  • Ab Mitte/Ende Mai jungen Salbei wiederholt entspitzen
  • Ab Anfang Juni regelmäßig einzelne, aus der Form wachsende Zweige bis zur Verholzung abschneiden
  • Im Juni/Juli entweder sämtliche Blüten entfernen oder partiell herausschneiden
  • Nach dem 15. August Küchensalbei nicht mehr verschneiden

Zu welchem Zeitpunkt Sie die Blüten schneiden, obliegt Ihrer individuellen Entscheidung. Dürfen die aparten Lippenblüten ihren floralen Zauber im Beet und auf dem Balkon entfalten, leidet einerseits der Aromagehalt darunter und andererseits findet die selbsttätige Aussamung statt. Ist dies nicht erwünscht, schneiden Sie die Blüten rechtzeitig vor der Bildung von Samenständen ab. Diese Maßnahme ist zu empfehlen, da das Wachstum von Klausenfrüchten einer Pflanze ein hohes Maß an Kraftaufwand abverlangt.

Tipp: Jeder Schnitt liefert eine Fülle an vitalen Stecklingen für die unkomplizierte Vermehrung von Salbei. Triebspitzen zur Hälfte entlauben, in Töpfchen mit magerem Substrat pflanzen, regelmäßig gießen und bewurzeln lassen.

Gekonnt ernten

Wer nicht bei jeder Ernte über den adäquaten Form- und Erhaltungsschnitt nachdenken möchte, trennt beide Schnittmaßnahmen gedanklich und praktisch. So verläuft die Ernte gehaltsvollen Salbeis nach allen Regeln der Gärtnerskunst:

  • In der zweiten Maihälfte öffnet sich das Zeitfenster für eine frische Ernte
  • Am frühen Abend des Vortages die Kräuter-Salbei sanft abbrausen
  • Am Folgetag kurz vor Mittag die krautigen Triebspitzen abschneiden
  • Einen Schnitt ins Holz möglichst vermeiden

salbei-ernten

Der Aromagehalt in Salbeiblättern befindet auf höchstem Niveau in den Tagen kurz vor der Blüte, um daran anschließend spürbar nachzulassen. Ernten Sie zu dieser Zeit ausnahmsweise mehr als die Küche tagesfrisch anfordert, um sich diese hervorragende Erntequalität zu sichern. Überschüssige Zweige werden gebündelt und kopfüber am luftigen Ort getrocknet oder kurzerhand eingefroren.

Tipp: Salbeiblätter am blühenden Strauch enthalten zwar weniger Aroma; der Gehalt an heilenden Inhaltsstoffen reduziert sich freilich nicht infolge einer Blüte. Zur Verwendung als Heilpflanze ist abgeblühter Salbei nach wie vor ausgezeichnet geeignet.

Schneiden und Ernten

Effizient agierende Hobbygärtner verbinden den Form- und Erhaltungsschnitt mit der Ernte. Diese Vorgehensweise ist in erster Linie dann angeraten, wenn für die Lagerung und Verarbeitung größerer Salbei-Mengen entsprechende Kapazitäten vorhanden sind. So gehen Sie richtig vor:

  • Frischen Salbei in der benötigten Menge in den späten Morgenstunden ernten
  • Hierzu die krautigen Triebspitzen bis zur Verholzung abschneiden
  • Zusätzlich bei jeder Ernte 2-3 Zweige über den Bedarf hinaus verschneiden

Die nicht für den Frischverzehr benötigten Salbeistängel werden getrocknet, eingefroren oder eingelegt. Da die Kräuterpflanze aufgrund ihres intensiven Aromas in Speisen gering dosiert wird, lädt eine Fülle alternativer Verarbeitungsideen zum Ausprobieren ein. Statt das überschüssige Schnittgut zu entsorgen, stellen Sie daraus ein erfrischendes Gelee, einen würzigen Essig oder wohltuende Halsbonbons her.

Hauptschnitt im Spätwinter

Neben dem Form- und Erhaltungsschnitt in Einheit mit dem Ernteschnitt während der Vegetationsperiode, steht zum Ende des Winters ein weiterer Termin auf dem Programm. Ab dem zweiten Standjahr verlangt der mehrjährige Lippenblütler nach einem umfassenden Rückschnitt zur Vorbereitung auf die Saison, der die Schäden des Winters beseitigt. Im Februar/März präsentiert sich der immergrüne Halbstrauch mit welken und erforenen Blättern. So schaffen Sie Platz für den frischen Austrieb:

  • Einen Tag wählen mit frostfreier, trockener Witterung ohne pralle Sonne
  • Die Schere frisch schärfen und desinfizieren
  • Alle verwelkten Blätter sorgfältig herausschneiden
  • Erfrorene Triebspitzen abschneiden bis kurz vor der Verholzung

Darüber hinaus schneiden Sie die 3-4 ältesten Salbeizweige an der Basis ab. Handelt es sich um einen älteren, voluminösen Halbstrauch, dürfen es auch gerne mehr Triebe sein, um die Kräuterpflanze effektiv auszulichten und zu verjüngen.

Tipp: Im zweiten und dritten Jahr befindet sich Salbei im Zenit seiner Leistungsfähigkeit und liefert eine Ernte in Premiumqualität. In der Folge baut der Aromagehalt ab dem vierten Jahr deutlich ab. Ein Vier-Jahres-Rhythmus als Fruchtfolge ist daher naheliegend.

Tipps für Schnellleser:

  • Jungen Salbei ab Mitte Mai wiederholt entspitzen
  • Ab Ende Mai/Anfang Juni ganze Triebe abschneiden
  • Nicht in den verholzten Stängelteil schneiden
  • Garten-Salbei am Tag vor jeder Ernte sanft abbrausen
  • Am Folgetag kurz vor Mittag ernten
  • Bester Termin für den Ernteschnitt ist kurz vor der Blüte
  • Blüten vor Samenbildung verschneiden
  • Zusätzlich zu jeder Ernte 2-3 ältere Zweige abschneiden
  • Kontinuierlich schneiden statt einmaligen Kahlschlag
  • Ab Mitte August Salbei nicht mehr schneiden
  • Zentraler Pflegeschnitt erfolgt im Februar
  • Verwelktes Laub und erfrorene Zweigspitzen entfernen
  • Den Halbstrauch gründlich auslichten
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