Rosenwasser herstellen

Hier lernen Sie zwei Varianten kennen, mit denen Sie Ihr eigenes Rosenwasser herstellen. Ob als Bestandteil der Kosmetiksammlung oder sogar zum Kochen und Backen: Rosenwasser ist ein echter Alleskönner. Dabei kommt es natürlich auf eine absolut reine Qualität an. Hochwertige 100-prozentig pure Produkte können Sie kaufen – oder mit wenig Aufwand kostengünstig selber machen!

Rosenwasser herstellen – DIY in 2 Varianten

Wer sich für die Destillation – also die etwas komplexere Variante 2 – entscheidet, wird aus dem entstehenden Dampf sein Rosenwasser herstellen. Um dieses aufzufangen, sind ein bis zwei im Topf befindliche Schälchen als Auffanggefäße nötig. Ansonsten benötigen Sie für beide Anleitungen die gleichen Zutaten.

Material

  • destilliertes Wasser (Kanister etwa 3 Euro)
  • Rosenblätter
  • Herd
  • mittelgroßen Topf
  • passenden Deckel, am besten aus Glas
  • zwei hitzebeständige Müsli-Schalen
  • alternativ: eine hitzebeständige Schale mit Fuß
  • Eiswürfel
  • Behältnis für das fertige Rosenwasser, vorzugsweise Sprühfläschchen (Apotheke oder online, rund 1 bis 2 Euro)

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Anmerkung zu den Materialien:

I. Verwenden Sie in jedem Fall destilliertes Wasser. Leitungs- oder Mineralwasser ist durch Kalk oder enthaltene Mineralien deutlich weniger rein und würde die Qualität des Erzeugnisses einschränken. Im Baumarkt oder in großen Einkaufsmärkten erhalten Sie destilliertes Wasser in Kanistern von mehr als einem Liter für wenige Euros.

II. Auch und insbesondere die Rosen sollten so rein wie möglich sein. Das heißt, dass Sie ausschließlich im Garten oder Wald gewachsene Blumen verwenden. Im Handel erhältliche Rosen eignen sich nicht, denn diese sind meistens behandelt. Diese Chemikalien würden mit in Ihr Rosenwasser geraten.

Tipp: Stadtmenschen fragen Freunde oder Nachbarn mit eigenem Garten nach einigen frischen Rosen – oder begeben sich auf einen ausgiebigen Spaziergang im Grünen!

III. Wählen Sie zudem immer die Rosen mit dem intensivsten Duft aus. Das macht sich anschließend in Ihrem Erzeugnis bemerkbar.

IV. Die nötige Menge hängt davon ab, wie viel Rosenwasser Sie herstellen möchten. Grundsätzlich gilt ein Verhältnis von etwa 1:1. Das wären sieben bis acht Rosen auf drei bis vier Tassen Wasser.

V. Hinweis: Die verwendete Menge an destilliertem Wasser entspricht nicht der Menge an Rosenwasser, das Sie später erhalten werden. Diese ist deutlich geringer – beim Destillieren umso mehr noch als bei der einfachen Methode.

VI. Die Schalen benötigen Sie, wie gesagt, nur für Variante 2. Wählen Sie zwei Modelle, die gut in den Topf passen, wenn eine auf der umgestülpten anderen steht. Alternativ eignet sich ein Modell, das über einen kleinen Fuß verfügt. In diesem Fall genügt diese eine Schale.

Die einfache Variante

Diese sehr simple Methode zum Herstellen von Rosenwasser ist fast so einfach wie das Aufbrühen von Tee – und dauert kaum länger. In maximal 20 Minuten sind Sie fertig. Das daraus entstehende Erzeugnis eignet sich besonders zum Ausprobieren, gelegentlichen Erfrischen oder als Raumduft. Wer sein Rosenwasser regelmäßig auf der Haut anwenden oder gar Lebensmitteln zufügen möchte, sollte stattdessen die nicht viel kompliziertere Destillation aus der zweiten Anleitung durchführen.

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1. Schritt: Zupfen Sie sanft die Blätter von Ihren frischen Rosen. Auch sonstige Bestandteile des Blütenkelches dürfen mit einfließen.

Tipp: Je mehr Rosenblätter Sie verwenden desto konzentrierter und aromatischer wird Ihr Rosenwasser.

2. Schritt: Geben Sie Ihre Blätter in einen Topf und übergießen Sie sie mit dem destillierten Wasser.

Tipp: Achten Sie darauf, jedes einzelne Blatt gut unter Wasser zu drücken!

3. Schritt: Setzen Sie die Mixtur auf den Herd und lassen alles bei geringer Hitze für 15 bis 30 Minuten ziehen. Die Zeit variiert: Schauen Sie einfach ab und an in den Topf. Sobald die Blätter Ihre Farbe verlieren, können Sie sie vom Herd nehmen.

Achtung: Halten Sie die Hitze so gering wie möglich. Sie wollen die Rosenblätter auf keinen Fall zum Kochen bringen – das würde einige der kostbaren Inhaltsstoffe zerstören. Zudem könnte zu viel Hitze verantwortlich für einen eher muffigen Geruch anstelle blumiger Frische sein!

4. Schritt: Nun gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb in ein sauberes Behältnis ab. Nach kurzem Abkühlen füllen Sie Ihr selbst gemachtes Rosenwasser per Trichter oder ähnlichem Hilfsmittel in ein Sprühfläschchen um! Fertig!

Die reine Variante (Destillation)

Destillation klingt nach kompliziertem Verfahren und viel Aufwand, ist letztlich in diesem Fall aber kinderleicht. Der wesentliche Vorteil: Sie erhalten ein absolut hochwertiges Produkt, da alle eventuellen Verunreinigungen aus den Blüten oder einem Ihrer sonstigen Materialien im Laufe der Verarbeitung abgetötet werden. Die guten Inhaltsstoffe jedoch wandern – salopp gesagt – in den Wasserdampf und von dort direkt in Ihr Auffang-Schälchen. Planen Sie hierfür ein wenig mehr Zeit ein – nach etwa 45 Minuten sind Sie fertig.

Rosen

1. Schritt: Stellen Sie zunächst eines Ihrer Schälchen kopfüber mittig in den Topf. Darauf platzieren Sie das zweite Schälchen, diesmal aber mit der Öffnung nach oben. Die untere Schale dient lediglich als Stütze der oberen. Diese wiederum fängt das kostbare Rosenwasser auf.

Tipp: Selbstverständlich können Sie auch einen anderen, von der Größe her passenden Gegenstand unter die Auffang-Schale legen. Er sollte lediglich hitzebeständig und hygienisch einwandfrei sein.

2. Schritt: Um diese Schalen-Konstruktion herum streuen Sie Ihre Rosenblätter in den Topf. Drücken Sie ruhig so viele wie möglich hinein – umso kräftiger wird Ihr Rosenwasser ausfallen!

Vorsicht: Achten Sie unbedingt darauf, dass nichts in Ihr Auffang-Schälchen fällt. Sollte dies passieren, wischen Sie mit Küchenpapier nach.

3. Schritt: Nun übergießen Sie die Blätter mit destilliertem Wasser. Es sollte etwa bis zur Mitte des Topfes reichen. Zuviel würde später überkochen und zu wenig ließe Ihre Blätter schlimmstenfalls anbrennen!

4. Schritt: Nun stülpen Sie den Deckel über den Topf – allerdings nicht wie gewohnt, sondern seitenverkehrt. Der Griff zeigt nun in nach innen, während die Oberfläche des Deckels eine leichte Mulde bildet, die gleich noch dienlich sein wird!

5. Schritt: Drehen Sie die Hitze auf mittlere Stufe.

6. Schritt: Sobald sich an der nach innen gerichteten Seite des Deckels kleine Wassertropfen bilden, legen Sie ein Handvoll Eiswürfel in die Mulde des Deckels. Diese verstärken die Wasserdampfbildung im Topf und beschleunigen somit den Ablauf!

Rosenwasser herstellen

Tipp: Verwenden Sie nicht zu viel Eis auf einmal. Besser schrittweise vorgehen und jeweils warten, bis das Wasser des geschmolzenen Eises vollständig verschwunden ist. Zuviel davon können Sie auch mit einem großen Löffel abschöpfen.

7. Schritt: Das ist der hauptsächliche Vorgang, den Sie solange wiederholen, bis das Auffang-Schälchen gefüllt – oder das Wasser aus dem Topf verbraucht ist.

Achtung: Gießen Sie kein neues Wasser hinzu. Die Konzentration Ihres Rosenwassers würde darunter leiden, da Sie schließlich auch keine neuen Blätter ergänzen. Sollten Sie sich mehr Produkt wünschen, wiederholen Sie den gesamten Vorgang stattdessen im Anschluss mit neuen Blättern und neuem Wasser.

8. Schritt: Heben Sie das Auffanggefäß vorsichtig aus dem Topf. Achtung, durch den Dampf sind alle Bestandteile äußerst heiß. Nehmen Sie einen Topflappen oder eine Grillzange zur Hilfe.

9. Schritt: Das Destillat füllen Sie nun nach kurzem Auskühlen unverzüglich in das vorgesehene Fläschchen. Und schon haben Sie ein Rosenwasser von absoluter Reinheit erzeugt!

Rosenwasser herstellen

Rosenwasser herstellen – Tipps und Tricks

Haltbarkeit: Wie lange Sie Ihr Rosenwasser lagern können, hängt entscheidend von der Herstellungsmethode ab. Aufgrund der geringeren Reinheit empfiehlt es sich, das Erzeugnis aus Variante 1 nach innerhalb von einer Woche aufzubrauchen. Das Destillat hingegen können Sie bis zu einem Vierteljahr problemlos aufbewahren. Beide Produkte lagern Sie vorzugsweise im Kühlschrank. Dies beugt nicht nur einem vorzeitigen Verderben vor, sondern erfrischt bei der Verwendung auf der Haut zusätzlich!

Gefäß: Sprühgefäße eignen sich besonders gut für kosmetische Anwendungen. Einen passenden Sprühkopf erhalten Sie für unter einem Euro in der Apotheke. Ansonsten lässt sich das Rosenwasser natürlich auf einen Wattepad geben und so gezielt auf die Haut auftragen. Komplett durchsichtige Fläschchen sehen hübsch aus, schränken aber möglicherweise die Haltbarkeit ein. Wer sein Erzeugnis ohnehin zügig benutzen möchte, lässt diesen Aspekt außer Acht. Andernfalls verwenden Sie braun oder blau gefärbte Glasfläschchen, denn diese bieten durch die Tönung einen integrierten Lichtschutz, der die Haltbarkeit immens sichert.

Fläschchen

Geschenkverpackung: Ein selbst gemachtes und so vielseitig einsetzbares Produkt wie Rosenwasser lässt sich natürlich wunderbar verschenken. Versehen Sie Ihren Flakon dafür mit einem hübschen Etikett – kunstvoll von Hand geschrieben oder professionell ausgedruckt, je nach Geschmack. Einen besonders schönen optischen Effekt erzielen Sie mit einigen frischen Blütenblättern, die Sie zusätzlich in Ihr Fläschchen schieben. Verwenden Sie entweder das ganze Blatt oder schneiden kleine Stücke daraus. Diese hübschen Farbtupfer werten den Anblick des ansonsten sehr schlichten durchsichtigen Rosenwassers immens auf. Keine Sorge: Bei richtiger Herstellung des Destillats werden die Blütenblätter in der Flasche weder welk noch faulig.

Anwendungsgebiete: Insbesondere die türkische und arabische Küche setzt Rosenwasser gerne Süßspeisen und Backwaren zu. Bekannt ist das facettenreiche Produkt aber vor allem für kosmetische Anwendungen als Gesichtswasser, Haarspülung oder Zusatz in Cremes. Mit weiteren Zutaten wie ätherischen Ölen, Glycerin oder Pflegeölen können Sie zahlreiche Kosmetika aus Rosenwasser herstellen.

Destilliertes Wasser selber machen: Sie haben kein destilliertes Wasser im Haus und dennoch wollen Sie eine der Anleitungen direkt ausprobieren? Kein Problem: Verwenden Sie jedoch als Ersatz kein Leitungs- oder Mineralwasser, sondern fertigen auch ihr absolut reines destilliertes Wasser einfach selbst an. Dafür müssen Sie zwar etwa eine weitere halbe Stunde einplanen, aber das Resultat macht sich bezahlt. Wie es geht? Genau wie der Ablauf in Anleitung 2 – nur ohne Rosenblätter! Sie geben lediglich ihr vorhandenes Wasser um die Schalen herum, verschließen alles mit dem umgestülpten Deckel und füllen diesen schrittweise mit Eiswürfeln. Im Auffang-Gefäß finden Sie dann Ihr gereinigtes Wasser vor. Anders als bei der Herstellung von Rosenwasser in Variante 2 dürfen Sie hier natürlich sofort nachgießen. So erhalten Sie in relativ kurzer Zeit die benötigte Menge! Viel Spaß beim Ausprobieren.

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