Rhododendren sind robust, wenn sie krank aussehen, leiden sie meist unter Pflegemängeln. Manchmal sind auch Pflegemängel sichtbar, weil sie krank sind, denn dann haben Bakterien, Pilze und Viren ein leichtes Spiel. Bei kranken Rhododendren sollten Sie zuerst darangehen, alle Pflegefehler abzustellen. Währenddessen können Sie gleich nach Krankheitserregern suchen, die dann bekämpft werden.

Wenn der eigentlich vor Kraft strotzende Rhododendron krank ist, geht es zuerst um Ursachenforschung: Stimmen nur der Standort und die Versorgung nicht oder ist wirklich eine Krankheit zu erkennen? Diese Ursachenforschung sollte unverzüglich angegangen werden, denn je schneller Sie reagieren, desto größer sind die Heilungschancen.

Krank wegen Mängeln/Pflegefehlern

So anspruchslos Rhododendren auch sind, einige Mindestbedürfnisse müssen erfüllt werden, sonst wird auch das unkomplizierte Ziergehölz derart von Mangelerscheinungen heimgesucht, dass es krank aussieht oder krank wird. Sie sollten sich deshalb zuerst mit der Pflege des Rhododendrons beschäftigen; auch wenn ein Rhododendron bereits erkrankt ist, müssen Versorgungsmängel vor bzw. mit der Krankheitsbehandlung abgestellt werden.

Der Standort kann zu wenig Licht bieten, für Rhododendren müssen halbschattige Standorte dennoch etwas Licht bieten. Rhododendren sind keine Schattengewächse! Aber auch zu viel Licht, dauernd in der Mittagssonne braten oder auf kochenden Topfwurzeln wachsen schwächt Rhododendren. Der Boden kann zu basisch sein, die meisten Rhododendren wachsen am liebsten in pH-Werten zwischen 4,5 und 5,5. Er kann auch zu wenige oder zu viele Nährstoffe enthalten, wenn Sie nicht ahnen, welche Richtung es sein könnte, steht eine Bodenanalyse an. Wenn das kranke Aussehen des Rhododendrons nach dem Winter auftritt, hat er wahrscheinlich unter Frostkälte gelitten.

Rhododendron braucht auch Licht
Rhododendron braucht auch Licht

Wenn klar ist, wie Sie den Rhododendron am besten versorgen, steht die Erforschung des Krankheitserregers an. Die meisten Pflegefehler können Sie sofort abstellen, nur beim Umpflanzen sollten Sie noch die Identifikation des Erregers abwarten, vielleicht ist es ja ohnehin zu spät und Ihr Rhododendron muss weichen.

Mangelerscheinungen können nicht nur Krankheiten verursachen, sondern haben oft zur Folge, dass der Rhododendron keine Kraft mehr hat, Schädlingen ausreichenden Widerstand entgegenzusetzen. Diese sollten schnell und entschieden mit möglichst sanften (mechanischen) Mitteln auf Normalmaß reduziert werden, während der Rhododendron gleichzeitig besser versorgt und durch kräftige Pflanzenbrühen gestärkt wird. So vermeiden Sie weitere Schwächung der Pflanze durch Chemie und verhindern gleichzeitig, dass Krankheiten entstehen.

Die Krankheitserreger

Wenn ein Mangelzustand/Pflegefehler zu spät abgestellt wird, kann er die Pflanze derart schwächen, dass ihr Organismus Krankheitserregern hilflos ausgeliefert ist.

Diese Erreger befallen Rhododendren:

Bakterien

Gute Nachrichten: Rhododendren zeigen sich Bakterien gegenüber so resistent, dass seit 2014 Forscher daran arbeiten, aus den antibakterielle Substanzen im Rhododendron ein neues Antibiotikum zu entwickeln.

Pilze

Pilze sind überall in der Luft und werden (auch durch Schädlinge) auf Rhododendren transportiert, folgende Arten am häufigsten:

Pilzbefall bei Rhododendren
Pilzbefall bei Rhododendren
  • Phyllosticta-Arten, verursachen unregelmäßige, braun-grau teils dunkel umrandete Blattflecken
  • Ceroseptoria handelii, macht rundliche bis unregelmäßige dunkelbraune Blattflecken und grauen Pilzbelag bei Feuchtigkeit
  • Glomerella cingulata, meist ausgedehnte, unregelmäßige dunkelbraune Blattflecken und schwarze Sporenlager, die mit der Lupe zu sehen sind
  • Botrytis, Grauschimmel-Fäule, auf Blattspitzen beginnender, sich ausbreitender grauer Schimmelbelag, befallene Blatter werden braun und sterben ab

Behandlung

  • Sämtliche erkrankte Pflanzenteile großzügig wegschneiden und dabei soweit auslichten, dass die Pflanze nach der Bewässerung rasch abtrocknet
  • Weggeschnittene Triebe nicht im Garten entsorgen oder zum Mulchen einsetzen, sondern gartenfern beseitigen
  • Gegen manche der Pilze sind Fungizide zugelassen, die aber nur gegen genau identifizierte Pilze eingesetzt werden dürfen
    • Fungizide enthalten möglicherweise gesundheitsschädliche Substanzen, Einsatz bleibt auf Extrembefall beschränkt (örtliches Umweltamt fragen)

Die Pilze können auch mit anderen Blattfleckenkrankheiten verwechselt werden, aber die Behandlung ist identisch:

  • Pycnostysanus azalea, Knospenfäule, lässt Blütenknospen absterben, „stachliges“ Aussehen, 1, 2 mm hoher dunkler Pilzrasen, der unter einer Lupe sichtbar wird
    • Alle erkrankten Triebe spätestens im Herbst entfernen
Knospenfäule am Rhododendron
Knospenfäule am Rhododendron
  • Exobasidum japonicum, Ohrläppchenkrankheit, verursacht Deformationen, Blatt/Blütenteile verdickt oder löffelförmig, in fortgeschrittenem Stadium weiß bereift
    • Alle erkrankten Triebe entfernen, wenn Pilz nicht einzudämmen ist, widerstandsfähige Rhododendron-Sorten pflanzen
Rhododendron - Welkepilz
Rhododendron – Welkepilz
  • Verticillium alboatrum, Welkepilz, Blätter fahlfarben oder gelblich verfärbt, Triebe welk, sterben ab
  • Phythopthora, Welkepilz, Blätter hell, fahl oder gelblich verfärbt, Triebe welk, sterben ab, bei starkem Befall geht Pflanze ein
    • Bei ersten Spuren Triebe großzügig ausschneiden, stärker erkrankte Pflanzen entfernen und entsorgen (nicht kompostieren), widerstandsfähige Sorten pflanzen

Viren

Es gibt Viren, die Rhododendren befallen, es gibt auch Mosaikverfärbung, die durch Virusinfektion verursacht wird. Das alles kommt dankenswerterweise aber nur sehr selten vor, denn was es nicht gibt, ist ein Mittel gegen diese Viren. Wenn Blätter gelb gefleckt, gescheckt, leicht deformiert aussehen, können Sie nur alle Nährstoffmängel beheben und hoffen; wenn der Rhododendron sich nicht gegen den Virus durchsetzen kann, muss er leider gerodet werden.

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