Regentonnen verbinden: Anleitung in wenigen Schritten

Regentonnen verbinden

Wohl jeder hat eine Regentonne im Garten. Sie hilft dabei, Regenwasser zu sammeln, das anschließend wiederverwendet werden kann. Sie sind sehr nützlich, doch kann es passieren, dass sie in besonders regnerischen Zeiten überlaufen oder bei Trockenperioden aufgrund des geringen Volumens versiegen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Regentonnen zu verbinden, um das Volumen der Tonnen noch weiter steigern zu können.

Das Verbinden von Regentonnen ist eine bekannte Methode, um über den Sommer ausreichend Regenwasser zu sammeln. Bei dieser direkten Modifikation werden zwei oder mehrere Regentonnen über einen Schlauch verbunden und ermöglichen somit den Austausch von Wasser von einer in die andere Tonne. Dabei können die Tonnen je nach Position einen in etwa gleichen Wasserstand aufweisen oder als Schutz vor dem Überlaufen genutzt werden, wenn eine Regentonne höher als die andere steht. Regentonnen verbinden hört sich schwieriger an als es eigentlich ist. Das Einzige, was Sie dafür benötigen, sind die richtigen Utensilien und eine genaue Anleitung für den Aufbau.

Materialien und Werkzeuge

Egal ob Sie mit verbundenen Tonnen den Wasserstand der Behälter anpassen oder eine Tonne vor dem Überlaufen schützen wollen, für dieses Projekt werden bestimmte Utensilien benötigt. Dabei müssen Sie sich zuvor entscheiden, für welche Variante der Verbindung Sie sich entscheiden:

1. Schlauch: der Schlauch kommt vielen Menschen in den Sinn, wenn Tonnen miteinander verbunden werden sollen. Bei dieser Variante handelt es sich um die günstigere von beiden und zugleich die schnellere. Sie benötigen kein handwerkliches Geschick oder schweres Werkzeug, um mit einem Gartenschlauch Regentonnen zu verbinden. Hierfür eignet sich sogar jeder Gartenschlauch, solange dieser nicht beschädigt ist. Im Vergleich zum Regentonnenverbinder hat diese Variante jedoch einige Nachteile, die bei der Nutzung in Betracht gezogen werden müssen:

  • Luft kann problemlos in den Schlauch gelangen, was die Funktion einschränkt
  • kann schnell verrutschen oder sogar in die Regentonne fallen
  • aufgrund des Materials einem höheren Verschleiß ausgesetzt

Gartenschlauch

An sich bietet sich der Schlauch effektiv als Schutz vor einem Überlaufen einzelner Tonnen an. Die Regulierung des Wasserstandes gelingt mit dieser Methode nur schlecht, da der Schlauch nicht über Bohrungen fest installiert wird. Die folgenden Werkzeuge benötigen Sie:

  • Gartenschlauch
  • Schlauchschere mit oder ohne Dreiecksklinge, große Drahtzange oder Cutter
  • Gewebeband

Beim Gartenschlauch können Sie ruhig ein altes Exemplar wählen, jedoch müssen Sie dann mit einem höheren Verschleiß als bei einem neuen rechnen. Falls Sie die Schlauchvariante nur als Übergangslösung nutzen, ist ein alter Gartenschlauch natürlich empfehlenswert, um Kosten zu sparen. Die Kosten für eine Schlauchschere liegen zwischen 15 bis 30 Euro und erleichtern den Zuschnitt bei dicken Schläuchen. Mit etwas Geduld kann der Schlauch aber mit einer Zange oder einem Cutter durchtrennt werden.

2. Regentonnenverbinder: Regentonnenverbinder sind spezielle Vorrichtungen, die eine feste Verbindung zwischen zwei Regentonnen einrichten. Sie werden in einer Vielzahl von Längen, Durchmessern und Materialien angeboten und bieten sich für das Ausgleichen des Wasserstands in zwei Tonnen und als Schutz vor dem Überlaufen einer Tonne an. Einer der größten Vorteile der Regentonnenverbinder ist die Eck-Installation. Durch diese können Sie zwei Tonnen verbinden, die nicht nebeneinander, sondern um eine Ecke stehen. Das ist mit dem Schlauch zwar auch möglich, nur sitzt der Regentonnenverbinder sicherer. Die Verbindung besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Schlauch
  • zwei Anschlußteile
  • zwei Dichtungen
  • zwei Kontermuttern

Sie ermöglichen durch die einzelnen Komponenten nach der Installation einen festen Sitz und sorgen für einen problemlosen Wasseraustausch zwischen zwei Tonnen. Sie werden häufig als Komplettset angeboten und bewegen sich im Preis zwischen 10 und 50 Euro, abhängig von der Qualität und dem enthaltenen Komponenten. Für die Installation des Regentonnenverbinders werden die folgenden Utensilien benötigt:

  • Regentonnenverbinder im Set
  • Kronenbohrer
  • Bohrmaschine
  • Dichtmittel in Form von Dichtringen

Kronenbohrer und Dichtmittel werden bei manchen Sets schon mitgeliefert und Sie müssen selbst nicht nach dem passenden Bohrer suchen. Ist dies jedoch nicht der Fall, müssen Sie selbst den richtigen Kronenbohrer auswählen. Um die richtige Größe für diesen zu bestimmen, messen Sie zuerst den Durchmesser des Schlauches aus oder lesen diesen von der Verpackung des Regentonnenverbinders ab. Nun wählen Sie einen Kronenbohrer aus, der nur einen minimal größeren Durchmesser hat und für Plastik verwendet werden kann. Bei den Dichtmitteln sollten Sie ebenfalls die Größe der einzelnen Komponenten beachten.

Diese beiden Methoden stehen Ihnen zur Verfügung, wenn Sie Ihre Regentonnen verbinden wollen. Falls Sie mehrere Regentonnen hintereinander verbinden wollen, bieten sich vor allem die Regentonnenverbinder an, da diese ein fest installiertes System darstellen. Sie können dabei sogar in der Höhe variieren, wenn Sie zum Beispiel eine Verbindung nahe des Bodens einer Tonne anbringen und an der Öffnung anschließen. Die Regentonnenverbinder sind vielseitiger in der Nutzung und bieten sich für langfristige Projekte an, denn nach der Installation dürfen die Tonnen nicht mehr bewegt werden. Die Schlauch-Variante dagegen ist mobil und innerhalb weniger Augenblicke installiert.

Tipp: wenn Sie keine Bohrmaschine zur Verfügung haben, können Sie diese bei einem der zahlreichen Baumärkte oder Fachhändler mieten. Da Sie diese nur für einen kurzen Zeitraum benötigen, bietet sich der typische 4-Stunden-Tarif für etwa 13 Euro gut an.

Vorbereitung

Regentonnen mit Schlauch verbinden

Wenn Sie sich für die Variante mit dem Gartenschlauch entschieden haben, müssen Sie zuvor einige Vorbereitungen treffen, um die Funktionsweise der Verbindung zu ermöglichen. Gehen Sie bei der Vorbereitung wie folgt vor:

  • reinigen Sie den Gartenschlauch gründlich von innen und außen
  • es dürfen vor allem im Inneren des Schlauchs keine Fremdkörper vorhanden sein, die ihn verstopfen könnten
  • der Schlauch darf nicht fransig abgeschnitten werden
  • überprüfen Sie den Schlauch vor der Nutzung unbedingt auf Risse, Löcher oder schwache Stellen
  • falls dies der Fall ist, sollten Sie auf jeden Fall einen neuen Schlauch verwenden

Nachdem Sie den Schlauch vorbereitet haben, können Sie die Länge bestimmen. Im Durchschnitt bietet sich ein Stück Schlauch mit einer Länge von etwa zwei Metern für kleine und große Abstände zwischen den Tonnen an. Natürlich können Sie hier variieren und je näher die Tonnen zusammenstehen, desto weniger Schlauch wird benötigt. Länger als zwei Meter sind nicht zu empfehlen, außer eine der Tonnen steht höher als die andere. Falls Sie einen langen Schlauch zur Verfügung haben, den Sie nicht mehr benötigen, können Sie natürlich verschiedene Längen ausprobieren um zu sehen, welche passt. Die folgende Anleitung hilft Ihnen dabei, über den Schlauch die Regentonnen zu verbinden:

1. Schritt: Platzieren Sie ein Ende des Schlauches in der ersten Tonne und führen diesen über den Rand. Nun fixieren Sie ihn dort mit dem Gewebeband, damit er sich nicht bewegen kann. Ziehen Sie das Gewebeband nicht zu fest an, damit der Schlauch nicht gequetscht wird.

2. Schritt: Nun nehmen Sie das andere Ende des Schlauches in die Hand und saugen Sie an diesem, bis Wasser in Ihren Mund läuft. Nur auf diese Weise ist es möglich, das Wasser von einer in die andere Regentonne zu befördern. Indem die Luft aus dem Schlauch entfernt wird, kann sich das Wasser problemlos durch diesen bewegen und eine Regentonne in die andere entwässern.

3. Schritt: Nachdem Sie das Wasser angesaugt haben, stecken Sie das Schlauchende in die andere Regentonne. Fixieren Sie diesen Schlauchteil ebenfalls am Rand der Tonne mit Gewebeband. Dadurch kann es sich nicht verschieben, selbst bei stürmischem Wetter oder falls Sie aus Versehen an den Schlauch geraten, zum Beispiel wenn Sie Wasser mit der Gießkanne abschöpfen.

Regentonnen verbinden

4. Schritt: Achten Sie bei der Platzierung des Schlauchs darauf, dass dieser keine Luft ziehen kann. Selbst wenn nur ein wenig Luft angesaugt wird, schränkt sich die Funktion ein und Sie müssen die Installation noch einmal vornehmen. Falls dies passiert ist, müssen Sie den Schlauch komplett entfernen, entleeren und nochmal von vorne beginnen.

Mit der Schlauchverbindung haben Sie innerhalb kurzer Zeit eine Regentonnenverbindung eingerichtet, ohne viel Geld ausgeben zu müssen. Der größte Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit, die Verbindung mit nur einer Handbewegung zu lösen, was zum Beispiel bei einer verschmutzten Regentonne sinnvoll ist. So schützen Sie das bisher gesammelte Regenwasser vor weiteren Verschmutzungen.

Regentonnenverbinder

Wenn Sie sich anstelle des Schlauchs für einen Regentonnenverbinder entschieden oder eine langanhaltende Installation geplant

haben, sollte zuvor die Positionierung der Tonnen beachtet werden. Da die Tonnen nach dem Anbringen nicht mehr bewegt werden können, sollten Sie sich zuvor Gedanken darüber machen. Dabei kommen zwei verschiedene Anordnungen zum Einsatz:

1. Gleichmäßiger Wasserstand: um einen gleichmäßigen Wasserstand in zwei oder mehr Tonnen zu ermöglichen, müssen sich die Bohrungen für den Verbinder an der gleichen Stelle befinden. Am besten ist hierfür der untere Teil der Regentonnen geeignet, da das Wasser von unten reguliert wird.

Regentonnen verbinden

2. Erst füllt sich eine Regentonne, dann die Andere: bringen Sie den Regentonnenverbinden oberhalb an den Tonnen an, füllt sich erst die Regentonne, die an der Regenrinne angeschlossen ist, anschließend dann die Andere.

Regentonnenverbinder

3. Umfüllen: bei dieser Variante befinden sich die Löcher für den Verbinder versetzt an der Tonne. Dadurch wird es ermöglicht, dass das angesammelte Wasser über die Verbindung in die anderen Regentonnen gelangt. Eine der Regentonnen kann zum Beispiel etwas höher platziert werden, um den natürlichen Fluss des Wassers zu unterstützen. Ein großer Vorteil an dieser Variante ist die Möglichkeit, jede Höhe zu überbrücken.

Regentonnen verbinden

Verbindung anbringen

Egal für welche Variante Sie sich zum Regentonnen verbinden entscheiden, die folgende Anleitung wirkt für alle drei:

1. Schritt: Zu Beginn müssen Sie jeweils Löcher mit dem Kronbohrer in die entsprechende Regentonne bohren. Gehen Sie dabei gründlich und genau vor. Achten Sie besonders darauf, dass das Plastik der Tonne nicht beschädigt wird, damit Sie nicht noch eine neue Tonne kaufen müssen.

2. Schritt: Wurden die Löcher gebohrt, wird der Verbinder mit beiden Enden in diese gesteckt. Fixieren Sie die Verbindung mit den beigelegten Kontermuttern im Inneren der Regentonne. Vergessen Sie dabei nicht den Einsatz der Dichtungsringe, um mögliches Auslaufen von Wasser zu verhindern.

3. Schritt: Nun können Sie die Tonnen benutzen und so anordnen, wie es ihnen beliebt. Checken Sie aber zuvor noch einmal den Sitz des Verbinders.

Tipp: falls irgendwann während der Nutzung an den Verbindungsstellen, also an den Bohrlöchern, Wasser aus der Tonne austreten sollte, ist das das Zeichen auf ein verschlissenes Dichtungsband. Wechseln Sie dieses einfach mit einem Neuen aus und schon können Sie die Tonnen wieder nutzen.

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