Regenmacher kommen ursprünglich aus Südamerika und werden von den Einwohnern dort aus Kakteen hergestellt. Da Sie vor Ihrer Haustür wahrscheinlich nicht genügend Kakteen finden, bieten diese drei Anleitungen wunderbare Alternativen für schnelle und einfache Regenmacher. Die Resultate können sich sehen und hören lassen!

Für mich soll’s schöne Klänge regnen: Regenmacher selber herstellen

Das beruhigende Geräusch an die Fensterscheiben prasselnden Regens fasziniert Groß und Klein: Regenmacher erzeugen genau diesen Klang, auch bei schönem Wetter. Unsere drei facettenreichen Anleitungen zeigen Ihnen Schritt für Schritt einfache Möglichkeiten, sich dieses stimmungsvolle Instrument selbst zu kreieren. Neben variabler Gestaltungsoptionen liegt der Unterschied vor allem im Innenleben: Dieses wird einmal aus Draht geformt, besteht alternativ aus Alufolie oder wird durch eingestochene Nägel erzeugt. Für jeden der Regenmacher brauchen Sie kaum mehr, als Sie höchstwahrscheinlich ohnehin im Haushalt parat haben. Auf jeden Fall ist dies eine tolle Bastelidee für Kinder an Regentagen.

Von der Chipsdose zum Regenmacher

Aus den typischen Stapelchips-Dosen lassen sich schnell und einfach fantasievolle Regenmacher gestalten. Die klassische Vorgehensweise lehnt sich an die südamerikanischen Originalinstrumente an und basiert auf dem Durchstechen der Außenhülle. Dafür finden Sie eine Anleitung in Variante 2. Hier wollen wir die Schwierigkeit besonders gering halten, sodass Kinder direkt mitmachen oder sogar alleine loslegen könnten!

Schwierigkeit: Sehr leicht nachzumachen
Zeitaufwand: Je nach Fertigkeit 15 Minuten bis halbe Stunde
Materialkosten: unter 5 Euro

Das benötigen Sie:

  • eine leere Stapelchips-Dose (wie etwa von „Pringles“)
  • eine Rolle Draht (am ehesten Blumenbindedraht)
  • Geschenkpapier (besonders schön in Regenbogenfarben oder mit aquatischen Regenmotiven)
  • eine Handvoll Bohnen
  • eine Handvoll Reis
  • Klebeband oder Washi Tape
  • Bastelkleber
  • Schere oder besser: Seitenschneider
  • Lineal oder Maßband
  • Bleistift

So gehen Sie vor:

1. Drehen Sie zuerst mit dem Draht mehrere Spiralen: Dafür legen Sie den Anfang des Drahtes um einen Finger und wickeln immer mehr Draht rundherum. Nach etwa 10 bis 15 Umwickelungen lassen Sie einige Zentimeter frei und formen dann die nächste Spirale.

Tipp: Sie schneiden den Draht zwischendrin nicht ab, sondern arbeiten immer am selben Drahtfaden.

2. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis Sie genügend Spiralen geformt haben, um die Chipsdose von oben bis unten solide damit auszufüllen – oder bis etwa die Hälfte Ihrer Drahtrolle verbraucht ist.

Tipp: Der Klang wird anschließend besonders schön, wenn Sie Spiralen von unterschiedlicher Größe kreieren. Das erreichen Sie, indem Sie die Anzahl der umwickelten Finger variieren. Starten Sie mit einem einzigen und drehen die nächste Spirale um zwei oder drei Finger, während für die übernächste die ganze Hand mit Draht umwunden wird.

3. Ist die Rolle einmal „auf Draht“, dann können Sie Ihre Bohnen sowie den Reis in die Dose gießen.

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4. Schließen Sie nun Ihren zukünftigen Regenmacher kurz mithilfe des Deckels und machen den Klangtest: Gefällt Ihnen das Resultat? Gut, dann weiter zu Schritt 5. Ansonsten nehmen Sie wieder ein wenig des Reis-Bohnen-Gemisches heraus oder fügen noch mehr hinzu.

Tipp: Die Reiskörnchen erzeugen das Geräusch sanfter Regentropfen, während die Bohnen eher nach stärkerem Hagel klingen.

5. Nun verkleben Sie den Deckel mit dem Klebeband oder Ihrem Washi Tape. Einfach einmal sauber rundherum legen – je sorgfältiger Sie arbeiten, desto schöner sieht das Resultat am Ende aus.

6. Und schon geht es ans Verzieren: Messen Sie ein Stück Ihres Geschenkpapiers ab, das hoch und breit genug ist, um die Chipsdose damit einmal komplett zu ummanteln.

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7. Außerdem benötigen Sie zwei Kreise, die Unter- und Oberseite der Dose verhüllen. Dafür dient Ihnen die Dose selbst als Schablone. Ziehen Sie lediglich mit dem Bleistift die äußeren runden Konturen von einer Seite nach und Sie sollten zwei gleichgroße Kreise erhalten.

8. Bestreichen Sie die gesamte Dose inklusive der Ober- und Unterseite mit Bastelkleber und bringen auf diese Weise Ihr Geschenkpapier an. Schön sauber rundherum legen, gut festdrücken, trocknen lassen – und voilà!

Tipp: Für Kinder könnten Sie zusätzlich noch lächelnde Sonnen und Wolken auf den fertigen Regenmacher kleben. Einfach aus gelbem und blau-grauem Kartonpapier ausschneiden, per Filzstift Gesichter aufmalen und mit Klebestift nach Belieben anbringen.

Regenmacher mit Nägeln

Je länger der Regenmacher, desto länger dauert natürlich auch sein herrlich entspannendes Geräusch an – da die Klangmaterialien ja eine längere Wegstrecke zurücklegen müssen. Lang soll er also sein, deshalb haben wir uns hier für eine Geschenkpapierrolle als Hauptzutat entschieden. Wer nur kürzere Alternativen im Haus hat, kann natürlich auch zur Küchenrolle oder wieder zur Chipsdose greifen. Diesmal geht es an die Fertigung, die den traditionellen Regenmachern am nächsten kommt.

Schwierigkeit: etwas umfangreicher als Variante 1, aber immer noch leicht!
Zeitaufwand: etwa 30 Minuten
Materialkosten: unter 5 Euro, da das meiste bestimmt schon im Haushalt zugegen

Das benötigen Sie:

  • eine lange leere Rolle Geschenkpapier (möglichst stabil)
  • Reißzwecke (oder einen Pin von einer Pinnwand)
  • etwa eine halbe Tasse Nägel (mittelgroß, nicht länger als der Radius Ihrer Geschenkrolle)
  • Washi Tape (in exotischem Wildnis- oder Tiermuster – für den südamerikanischen Flair)
  • Isolierband (farblich passend zum Washi Tape) und passende Dekomaterial
  • Alufolie
  • eine Tasse Reis

So gehen Sie vor:

1. Durchstechen Sie zunächst die Geschenkpapierrolle mit der Reißzwecke und zwar in einem spiralförmigen Verlauf. Bei einigen Rollen zieht sich die Naht entsprechend, sodass Sie sich daran orientieren können. Ansonsten einfach nach Augenmaß, die Spirale muss nicht absolut akkurat sein. Der Lochabstand sollte etwa einen Zentimeter betragen.

Tipp: Bei Geschenkrollen aus sehr dünner Pappe ist die Prickelnadel überflüssig. In diesem Fall lassen sich die Nägel problemlos direkt einstechen!

2. Stecken Sie nun in jedes Loch einen Ihrer Nägel.

Tipp: Je dichter die Nägel stehen, desto sanfter wird der anschließende Klang. Allerdings sollten die Reiskörner noch gut durch die Zwischenräume passen – sonst gibt es einen Regenstau!

3. Jetzt bedecken Sie ein Ende der Rolle mit einem Stück Alufolie und fixieren dieses stramm per Isolierband. Gehen Sie dabei mehrmals rundherum und ruhig auch über den Außenkreis.

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4. Da die eine Seite des Regenmachers in spe nun gut verschlossen ist, darf der Reis hinein. Nehmen Sie erst einen Esslöffel und steigern die Menge dann solange, bis Ihnen der Klang am besten gefällt.

Tipp: Für den Klangtest halten Sie die offene Seite einfach kurz mit einer Hand zu und lassen Ihren fast fertigen Regenmacher sein unverkennbares Geräusch erzeugen, indem Sie ihn langsam in Schräglage bringen.

5. Daraufhin verschließen Sie auch die zweite Seite wie in Schritt 3.

6. Umwickeln Sie danach die gesamte Rolle von oben nach unten gleichmäßig mit dem farbigen Isolierband, das sorgt für Stabilität! Spannen Sie es ein bisschen, dann lässt es sich exakt nach Wunsch legen. Achten Sie darauf, dass die Kanten sich leicht überlappen und nicht etwa genau miteinander abschließen oder noch Zwischenräume offen lassen.

7. Das Washi Tape dient nun der Verzierung: Bringen Sie nach Geschmack einige Streifen davon an oder umrunden noch einmal den gesamten Regenmacher damit. Auch die Außenkreise nicht vergessen!

Tipp: Zwei bis drei abwechselnde Sorten Washi Tape ergeben einen besonders hübschen Look – aber das bleibt wie immer Ihrem Geschmack überlassen.

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Schneller Regenmacher aus Alufolie

Wer den Regen – oder zumindest dessen Geräusch – gar nicht mehr abwarten kann, der gelangt mit dieser besonders schnellen und einfachen Variante blitzartig zum Ziel, und das mit einem Minimum an Materialien. Dieser Highspeed-Regenmacher eignet sich somit auch perfekt für alle, die erst einmal schauen und vor allem hören wollen, ob sie mit dem Instrument überhaupt etwas anfangen können.

Schwierigkeit: der leichteste von allen
Zeitaufwand: mit etwas Fingerfertigkeit in 10 Minuten erledigt
Materialkosten: unter 2 Euro – sollte eigentlich alles im Haushalt vorrätig sein

Das benötigen Sie:

  • Leere Küchenrolle oder leere Stapelchipsdose
  • Alufolie
  • eine halbe Tasse Reis (oder Linsen, oder Sesam, oder alles Sonstige von ähnlicher Größe)
  • Bastelkleber oder Heißklebepistole
  • Schere
  • 2 – 4 Gummibänder oder hübscher: Washi Tape

So gehen Sie vor:

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1. Schneiden Sie sich zuerst ein Stück Alufolie zurecht, das hoch und breit genug ist, um die gesamte Rolle einmal komplett zu umschließen.

2. Die leere Rolle streichen Sie nun mit Bastelkleber ein oder ziehen mit der Heißklebepistole eine dünne Linie.

3. Kleben Sie jetzt das Folienstück auf der Außenseite Ihrer Rolle an, sodass sie komplett davon ummantelt wird und keine Pappe mehr durchschaut.

Tipp: Betont nachlässig und mit vielen unordentlichen Fältchen kann das Resultat ebenso gut aussehen wie ganz sauber und spiegelglatt angebracht.

4. Eines der offenen Enden umhüllen Sie nun ebenfalls mit Folie, sodass die Kreisöffnung danach gut und straff abgedeckt ist. Kleben Sie die Folie an den Außenseiten mit Washi Tape fest. Wenn es besonders schnell gehen muss, können Sie alternativ auch einfach ein bis zwei Gummibänder darüber ziehen.

5. Nun nehmen Sie wieder die Alufolie zur Hand. Diesmal formen Sie aus einem etwa A4-großen Stück eine Spirale.

6. Wiederholen Sie Schritt 5 und drehen Sie dann beide Spiralen locker ineinander.

7. Stecken Sie Ihr spiralförmiges Konstrukt in die nunmehr silberne Röhre und gießen daraufhin den Reis hinzu.

8. Zum Abschluss verschließen Sie Ihren Regenmacher lediglich wie in Schritt 4. Fertig! Wer Lust und Zeit hat, kann natürlich auch diese Variante noch verzieren, etwa mit Washi Tape oder Loom Bands.

Tipps für Schnellleser:

  • Regenmacher aus Stapelchipsdose und Draht
  • Draht spiralförmig aufrollen und in Dose schieben
  • Unterschiedlich große Spiralen für optimalen Klang
  • Klangmaterial hinzufüllen bis das Geräusch gefällt
  • Deckel verkleben und mit Geschenkpapier verzieren
  • Regenmacher aus Geschenkrolle mit Nägeln
  • Spiralförmig Nägel in die Rolle stechen
  • Öffnung mit Folie und Isolierband verkleben
  • Klangmaterial einfüllen, zweite Öffnung ebenso verschließen
  • komplett mit Isolierband umwickeln
  • Verzieren mit exotischem Washi Tape
  • Schneller Regenmacher mit Alufolie
  • Spiralförmig gedrehte Alufolie in Küchenrolle schieben
  • Leere Küchenrolle außen mit Alufolie bekleben
  • Klangmaterial einfüllen, beidseitig mit Alufolie verschließen
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

4 KOMMENTARE

  1. hallo feli, die anleitungen sehen sehr machbar aus, danke dafür!
    ich möchte gerne den ersten regenmacher basteln, mit reis-bohnen-füllung. leider verstehe ich nicht, wozu der draht gut sein soll und wo er befestigt wird. das spiralenmachen ist natürlich nicht das problem 😉
    mache ich einfach mehrere verschieden große spiralen und lege sie in die chipsdose?
    geht das denn nicht ohne draht auch?
    bin gespannt…;)) philo

    • Hi! Schön, dass Dir die Regenmacher gefallen. Der Draht für die erste Variante ist daher wichtig, dass der Reis beim Kippen der Dose nicht einfach fällt, sondern rieselt. Biege Dir aus dem Draht ganz viele Spiralen zurecht und stecke Sie in die Chipsdose – so viele, dass du diese richtig „reinstopfen“ musst. Kippst du den Regenmacher dann, wird der Reis durch den Draht daran gehindert, einfach nur zu fallen. Bei der anderen Variante sind die Nägel dafür verantwortlich. Ich hoffe, der Regenmacher wird Dir gefallen.

      Liebe Grüße, Feli vom talu.de-team !

  2. liebe feli, vielen dank für deine antwort. ich hab immerhin schon mal die chipsdose geleert ;)) und freu mich aufs basteln.
    ok, jetzt weiß ich auch, was der draht zu tun hat. liebe grüße, philo

    • Hey, kein Problem. Wir freuen uns sehr, wenn wir weiterhelfen können! Viel Spaß beim Basteln!

      Viele Grüße,
      Feli von talu.de-Team!

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