Braucht Ihre Rauhfaser einen neuen (oder ersten) Anstrich? Mit unserer Anleitung gelingt Ihnen das blitzschnell – mit nur 10 Schritten ist die Arbeit getan. Rauhfasertapete selbst abzukleben ist mit dem richtigen Klebeband überhaupt kein Problem. Rauhfaser streichen ist auch einfach, wenn Sie einige Tricks beachten. Bei uns werden Sie zum Raufaserspezialisten!

1. Messen und Planen

Vor dem Einkauf muss die zu streichende Fläche ermittelt werden.

Wissen Sie wirklich genau, wieviel Quadratmeter der zu streichende Raum hat? Und wie hoch die Wände sind? Messen Sie lieber vor dem Streichen noch einmal genau aus.

Rechnungsbeispiel

rauhfaser-streichen-farbmenge-berechnenJe nach Wandfarbe ein Unterschied in zweistelligen oder dreistelligen Euro-Beträgen.

Die m²-Angaben auf den Farbeimern gelten für normal angeschmutzte weiße Wände. Wenn Sie eine dunkle Wand weiß streichen wollen, sollten Sie sich eine Kleinstmenge der zukünftigen Wandfarbe besorgen und per Probeanstrich (ggf. mit spezieller trennender Grundierung) ermitteln, wie viel Schichten Sie für einen deckenden Anstrich brauchen. Wenn Sie eine neu tapezierte Wand überstreichen wollen, sollten Sie auch etwas mehr Farbe einplanen, damit der Anstrich später gleichmäßig wirkt.

Dieser Farbmengenrechner erleichtert Ihnen auf jeden Fall die Planung: http://www.toom-baumarkt.de/service-beratung/planungshilfen/farbrechner/

2. Materialien und Werkzeuge besorgen

Gut nachdenken, ob Sie noch irgendetwas brauchen – nichts ist ärgerlicher, als während der Renovierung noch einmal in den Baumarkt hetzen zu müssen. Normalerweise brauchen Sie:

  • Wandfarbe
  • Eimer und Werkzeug zum Anrühren (manche Natur-Wandfarben werden als Pulver verkauft)
  • eventuell zur Wandfarbe passende Abtönfarbe
  • Abstreichgitter
  • Pinsel, klein bis mittelgroß zum Streichen der Ecken und Kanten; hier nicht an der Qualität sparen, billige Pinsel fasern aus und hinterlassen Haare auf der Farbe
  • mindestens einen großen Farbroller für die freien Flächen und einen kleinen für schwer zugängliche Flächen hinter Heizkörpern etc.
  • je nach Anzahl der Mitstreiter bzw. Mitstreicher brauchen Sie natürlich mehr Farbroller, und einer in Reserve ist auch nicht schlecht
  • eventuell eine Teleskopstange zum Streichen der Decke
  • Abdeckfolie oder Zeitung
  • Abklebeband, „Malerkrepp“
  • Variante: eine Kombination aus Folie und Kreppband wird Masker genannt (Klebeband mit integrierter Abdeckfolie)

rauhfaser-streichen-material

Nicht einzeln aufgeführt wird hier das Material, welches Sie zum Vorbehandeln der Wand brauchen. Das kann von Rauhfaser-Stücken + Kleber oder flüssiger Rauhfaser aus der Tube zum Ausbessern der alten Tapete, bis hin zur Spachtelmasse gehen, wenn Löcher geschlossen werden müssen.

3. Alte Rauhfaser ausbessern

Wenn eine Rauhfaser überstrichen werden soll, ist jetzt die beste Gelegenheit zum Ausbessern. Suchen Sie rundum alle kleinen Risse, Beulen oder sonstige Beschädigungen.

Diese werden vorsichtig aufgekratzt und ausgebürstet und können dann mit Spachtelmasse gefüllt werden. Bei kleinen Schäden geht das ganz bequem aus der Tube und Sie dürfen mehr oder weniger künstlerisch die Rauhfaserstruktur nachbilden (Finger und Fingernägel sind dafür hervorragende Modellierwerkzeuge).

Hört sich vielleicht für manche Menschen übertrieben pingelig an, aber wenn Sie die Wand farbig streichen, können solche nicht ausgebesserten Stellen später jahrelang magisch den Blick anziehen. Nachträglich kann man da wenig machen. Wenn die Wand allerdings weiß gestrichen wird, können Sie in einem gewissen Maß auch noch nachträglich ausbessern.

rauhfaser-streichen-krepptest

Zum Schluss sollten Sie noch testen, ob die Wände vor dem Streichen insgesamt eine Reinigung brauchen: Kleben Sie an verschiedenen Stellen Kreppband auf die Tapete und ziehen Sie es gleich wieder ab. Wenn Sie Schmutz oder Staub sehen können, sollte die Wand besser noch eine kleine Wäsche bekommen, z.B. mit einem großen, weichen, leicht feuchten Schwamm. Wenn Sie diese Wäsche unterlassen, könnten diese Partikel später mit der Farbe auf der Wand verteilt und sichtbar werden.

4. Trockenzeit beachten

Wenn das Streichen direkt auf das Tapezieren folgt, dürfen Sie nicht zu schnell sein, denn die frische Raufasertapete muss unbedingt genug Zeit zum Durchtrocknen bekommen. Bei normaler Luftfeuchtigkeit in der Umgebung setzt man mindestens 12 Std. an. Wenn es draußen gerade tagelang in Strömen regnet, kann es auch länger dauern.

Wenn Sie möglichst zeitnah streichen möchten, sollten Sie die Wand vorher auf jeden Fall sorgfältig betrachten/abtasten, ob etwa noch feuchte Stellen zu sehen sind. Wenn Sie nicht sicher sind, warten Sie lieber noch einen Tag. Wenn Sie beim Streichen irgendwann die Tapete auf der Rolle haben, ist das kein richtiger Spaß.

5. Abdecken und Abkleben

Alles was keine Farbe abbekommen sollte, wird nun abgedeckt. Alle Möbel, die zu schwer zum Raustragen sind, rücken Sie in die Mitte des Raumes. Diese können Sie mit einer großen Folie abdecken. Im Notfall können die meisten Natur- und auch Dispersionsfarben mit einer Bürste aus Polster und Stoffen entfernt werden.

rauhfaser-streichen-abdecken

Die Fenster und Fensterrahmen werden natürlich abgedeckt/abgeklebt. Der gesamte Fußboden, wenn der Teppichboden noch genutzt werden soll, sollte eventuell doppelt mit Folie oder Zeitung abgedeckt werden – durch das Laufen und Handwerken werden Folie und Zeitung sehr strapaziert.

rauhfaser-abkleben

Kleinteile, die keine Farbe abbekommen sollen, werden mit Kreppband (ggf. einem Streifen Folie) abgeklebt. Damit sind Fensterbänke, Lichtschalter, nicht gut zu entfernende Lampen, Sockelleisten und Steckdosen gemeint.

6. Decke streichen

Die Decke wird zuerst gestrichen, weil von ihr unweigerlich Farbspritzer auf den Wänden landen. Wenn Sie in einem warmen Raum mit dickflüssiger Farbe streichen, sollten Sie die Behandlung dieser Farbspritzer sogar vorher planen; wenn sie an der Wand bleiben, bis die Decke fertig ist, haben Sie später im schlimmsten Fall eine echt buckelige Wand.

rauhfaser-decke-streichen

Die einfachste Lösung ergibt sich hier gerade dann, wenn die Wände ziemlich heftig angegraut sind oder wenn sie farbig bemalt werden:

Tipp: Während Sie die Decke streichen – angefangen an der schmalen Seite des Raumes – rührt ein Mithelfer dünne Vorstrichfarbe an und folgt Ihnen mit etwas Abstand. Er kann die Farbspritzer vom Deckenstreichen sofort verstreichen.

Starke Helfer streichen die Decke mit der Teleskopstange, während andere, nicht ganz so starke, mit der Leiter arbeiten können.

7. Ecken und Kanten streichen

Bevor der Endanstrich auf die Wandflächen kommt, werden die Ecken und Kanten mit dem Pinsel gestrichen. Streichen Sie auch alle anderen schwer zugänglichen Bereiche rund um die Fenster, um den Heizkörpern und über den Fußbodenleisten.

Nach dieser Kleinstarbeit sind nur noch Wandflächen übrig, die Sie mit der großen Farbrolle streichen können. So kann der großflächige Endanstrich gleichmäßig und zeitsparend ausgeführt werden.

8. Wände streichen

Der Endanstrich sollte nach den Pinselarbeiten ziemlich zügig vonstattengehen. Wenn Sie bereits ziemlich weit angetrocknete Ecken und Kanten übermalen, kann man das eventuell später sehen.

Suchen Sie sich die Farbrolle aus, mit der Sie lange ermüdungsfrei hantieren können. Je besser Sie die Farbe verstreichen, desto schöner wird das Ergebnis.

Gleichmäßig und frei von Farbschattierungen wird es, wenn Sie keine geraden Bahnen abarbeiten, sondern quadratmeterweise die Buchstaben „M“ oder „W“s streichen. Streifen Sie die Farbrolle nach Eintauchen in die Farbe unbedingt immer gut am Abstreichgitter ab – dicke Farbtropfen sieht man später.

9. Kreppband entfernen

Nach dem Anstrich sollten Sie ziemlich schnell das Kreppband entfernen, weil es teilweise aufweichen und dann unsauber ausgefranste Kanten verursachen kann.

rauhfaser-krepp-abziehen

10. Farbe trocknen lassen

Wenn Sie fertig sind, darf die Farbe trocknen. Lüften Sie häufig (die Farbe verliert Feuchtigkeit, die die Raumluft sonst irgendwann nicht mehr aufnehmen kann) und warten Sie mindestens 24 Stunden.

rauhfaser-streichen

Wenn Sie schnell einräumen möchten, hilft wieder der Klebekrepp-Test: Wenn ein Stück Malerkrepp nach kurzem Aufkleben keine Farbspuren von der Wand mitnimmt, ist sie ausreichend getrocknet und das Zimmer ist bereit zum Einräumen.

Tipps für Schnellleser:

  • Raum messen und Farbmenge planen
  • Materialien und Werkzeuge besorgen
  • Tapete gegebenenfalls ausbessern
  • Trockenzeit nach dem Tapezieren beachten
  • Möbel abdecken und Fenster etc. abkleben
  • Decke streichen
  • Ecken und Kanten streichen
  • Wände streichen
  • Malerkrepp früh entfernen
  • Farbe trocknen lassen

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