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Rasen säen – so wird’s gemacht

Rasen säen

Heute gibt es kaum einen Garten, der ohne eine Rasenfläche auskommt. Rasen sei pflegeleichter als Beete, dieses Argument wird immer wieder gebracht, wenn es um die Pflegeintensität geht. Rasen ist alles andere als pflegeleicht, zumindest, wenn er gut aussehen soll. Beete, die mit Bedacht bepflanzt wurden, sind deutlich leichter in Schuss zu halten. Egal, hier geht es um das Anlegen eines Rasens und die damit verbundene Vorbereitung.

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Vorbereitung – Rasensorte auswählen

Was man beim Rasen anlegen wissen muss ist, welcher Rasensamen der Beste für die gewünschte Fläche ist und wann der beste Zeitpunkt für die Aussaat. Beim Samen ist wichtig, wozu der Rasen genutzt werden soll. Englischer Rasen, der meist begehrteste, ist zwar bei optimaler Pflege wirklich am schönsten, dafür allerdings auch sehr belastungsempfindlich und benötigt viel Pflege. Deutlich strapazierfähiger ist dagegen Sport- und Spielrasen. Er ist eher trittfest und nicht ganz so pflegeintensiv. Für schattige Flächen sollte unbedingt Schattenrasen genutzt werden. Auch bei halbschattigen Gegebenheiten ist dieser von Vorteil. Wer große Flächen Rasen plant und diese nur zweimal jährlich mähen möchte, sollte sich für Blührasen entscheiden. Die Blumenwiesenmischungen enthalten sowohl Gräser, als auch Blühpflanzen, welche die Fläche in eine bunte Pracht verwandeln und viele Insekten anlocken.

  • Zierrasen – Englischer Rasen – sehr dekorativ, empfindlich und sehr pflegeintensiv
  • Sport- und Spielrasen – belastbar, trittfest, deutlich strapazierfähiger, benötigt aber auch allerhand Pflege
  • Gebrauchsrasen – normaler Gartenrasen
  • Strapazierrasen – eben für strapazierte Flächen, Spielrasen, hält einiges aus
  • Schattenrasen – für Schatten und Halbschatten
  • Blührasen – für „wilde“ Wiese, die fast ohne Schnitt auskommt

Tipps

  • Wichtig ist, frischen Samen zu verwenden. Ist er älter als drei Jahre verliert er seine Keimfähigkeit.
  • Für Anfänger eignet sich granulierter Rasensamen. Die kleinen Pellets enthalten den Samen in einer keimfördernden Bindemasse. Sie lassen sich sehr einfach ausbringen. Man kann gut kontrollieren, ob sie gleichmäßig verteilt sind.
  • Rasensamen gibt es zu sehr unterschiedlichen Preisen und das in der Regel nicht ohne Grund. In billigen Mischungen ist häufig jede Menge Füllmaterial enthalten.
  • Gute Qualität bieten Regelsaatgutmischungen mit dem Aufdruck RSM.

Richtiger Zeitpunkt für die Aussaat

Für die Neuanlage eines Rasens sind Temperaturen über 10°c wichtig. Vor allem der Boden muss diese Temperatur aufweisen, auch noch in einigen Zentmetern Tiefe. Meist wird dies erreicht, wenn die Lufttemperaturen längere Zeit über 14°C steigen. Ist es nun sinnvoller, im Frühjahr oder Herbst auszusäen? Nur wenige Gartenbesitzer können es sich wirklich aussuchen, wann sie Rasen säen. Es kommt immer darauf an, wann das Haus bezogen wird, die Arbeiten ringsum abgeschlossen sind und man nicht mehr über schmutzigen Boden gehen möchte. Rasen sieht nicht nur besser aus, als offener Boden, er schützt diesen auch vor Verwitterung und man kann sich im Freien bewegen, ohne sich die Schuhe ständig schmutzig zu machen und den Dreck dann ins Haus zu schleppen. Wann immer dieser Zeitpunkt erreicht ist, wollen die Gartenbesitzer aussäen. Im Prinzip kann außer bei Frost jederzeit mit dem Anlegen des Rasens begonnen werden, doch wann macht es Sinn?

Frühjahr

  • Regen und Tau sorgen für ausreichend Wasser und eine recht gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit
  • Meist muss nicht viel zusätzlich gewässert werden
  • Häufig große Temperaturunterschiede
  • Spätfrost kann die Samen beeinträchtigen, sie brauchen dann länger zum Keimen
  • Diese Fröste treten häufiger auf, als dass es im Herbst zu kalt wird

Sommer

  • Bodentrockenheit droht – es muss sehr viel gewässert werden
  • Hitze und Sonne können die Samen bzw. die Sämlinge verbrennen
  • Typische sommerliche Platzregen spülen Samen und/oder Sämlinge aus
  • Viel Stress für den Rasen

Herbst

  • Regen und vor allem auch Tau sorgen für eine recht regelmäßige Bodenfeuchtigkeit
  • Die Fröste kommen meist nicht so früh, dass junger Rasen leiden muss
  • Frühe Fröste sind seltener als Spätfrost im Frühjahr
  • Im Herbst wird der Rasen in der Regel seltener betreten, als im Frühjahr oder Sommer

Der Herbst ist also die günstigste Zeit zum Anlegen eines Rasens. Durch Tau und Regen gibt es ausreichend Niederschläge. Dadurch muss weniger für die Bewässerung gesorgt werden. Die Temperaturen stimmen. Der Boden ist noch schön warm, sodass die Sämlinge schnell ausreichend Wurzeln bilden können. Die Gefahr von ersten Frösten ist recht gering, wenn nicht zu spät mit der Aussaat begonnen wird. Der September und der Anfang des Oktobers sind ideal, um Rasen auszusäen. Es gibt noch keine großen Temperaturunterschiede, dafür meist ausreichend Niederschläge. Besser geht’s kaum.

Materialien und Werkzeuge

Natürlich benötigt man Rasensamen, zusätzlich Rasendünger, Garten- /Rasenkalk, Erde, Flusssand bzw. Quarzsand, Rindenhumus.

Rasen säen
das richtige Werkzeug – Teppichrasen-Samen – Gartenbrause

Als Werkzeuge werden Spaten, Grabegabel, Motorhacke, Rechen, Brause oder Regner und evtl. ein Streuwagen und eine Gartenwalze benötigt.

Rasen aussäen in 4 Schritten

1. Bodenvorbereitung

Der Boden muss etwa 20 cm tief umgegraben werden. Wichtig ist, dass die eigentliche Mutterbodendecke etwa 15 cm beträgt. Zum Graben reichen Spaten oder Grabegabel. Bei großen Flächen empfiehlt sich eine Motorhacke, das geht schneller und einfacher. Gleich während dem Umgraben sind Steine, Wurzeln, Unkräuter und alles, was nicht hineingehört, zu entfernen. Bei ungünstigen Bodenverhältnissen kann das Substrat gleich verbessert werden. Bei lehmigem Boden Fluss- oder Quarzsand untermischen und bei sehr leichten sandigen Böden Rindenhumus (kleinste Korngröße) untermischen. Alternativ funktioniert das auch mit Kompost, wenn es den in ausreichender Menge gibt. Ideal ist, Bentonit zur Bodenverbesserung bei Sandböden zu verwenden. Dieses Tonmineralmehl dient dann als Wasser- und Nährstoffspeicher.

Günstig ist, pro Quadratmeter 10 Liter Rasenerde einzuarbeiten, aber das ist nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Preisfrage. Wichtiger ist, den Boden nach der Bearbeitung zwei bis drei Wochen ruhen zu lassen!!!

2. Boden einebnen

Wenn der Boden ausreichend geruht hat, muss er eingeebnet werden. Größere Klumpen sind zu zerbröseln. Ein Nivellierrechen leistet dabei gute Dienste. Für größere Flächen empfiehlt sich eine Gartenwalze. Kleine Fläche lassen sich mit einem Brett einebnen. In jedem Fall sollte die Erde krümelig sein und keine Klumpen, die größer als 1 cm sind aufweisen. Da der pH-Wert für Rasen sehr wichtig ist, sollte der Kalkgehalt des Bodens geprüft werden. Im Bau- und Gartenmarkt gibt es dafür spezielle Testsets. Die kosten keine 5 Euro und geben gut Auskunft. In der Regel ist gut erklärt, wie alles funktioniert, so dass auch Laien damit zurechtkommen. Liegt der pH-Wert unter 5,5, sollte der Boden verbessert werden, beispielsweise mit Garten- bzw. Rasenkalk.

Ist die Fläche eingeebnet, empfehlen Rasenprofis, mit dem Rechenstiel an den Rändern der Fläche einen kleinen Graben zu ziehen, nur wenige Millimeter tief. In diesen kommen beim Aussäen mehr Samen, als auf der übrigen Fläche. Ziel des Ganzen ist es, eine widerstandsfähige Rasenkante zu bekommen. Als Letztes wird der Boden beregnet.

3. Die Aussaat

Eine Woche vor der Aussaat sollte der Boden gedüngt werden. Wichtig ist Phosphor, den benötigen junge Rasengräser am dringendsten. Gut geeignet ist Rasenstartdünger. Man rechnet etwa 30 bis 40 g/m². Zum Ausbringen kann ein Streuwagen genutzt werden. Rasen lässt sich am besten aussäen, wenn es keinen oder nur minimal Wind gibt. Ein Streuwagen ist wieder hilfreich, er sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Samens. Allerdings kann Rasensamen auch mit der Hand ausgebracht werden. Wichtig ist natürlich die gleichmäßige Verteilung. Für Anfänger eignet sich granulierter Rasensamen. Die kleinen Pellets enthalten den Samen in einer keimfördernden Bindemasse. Sie lassen sich sehr einfach ausbringen. Man kann gut kontrollieren, ob sie gleichmäßig verteilt sind.

Rasen säen

Damit der Samen nicht vom Wind weggeweht wird, ist es sinnvoll, ihn anschließend vorsichtig mit einem Rechen etwas unterzuharken. Wichtig ist, den Samen nicht zu sehr mit Erde zu bedecken, es ist ein Lichtkeimer. Anschließend sollte die gesamte Fläche noch einmal eingeebnet werden. So wird verhindert, dass sich der Boden setzt und Unebenheiten entstehen. Eine Gartenwalze ist dafür am besten geeignet.

4. Rasenfläche wässern

Nach der Aussaat ist es wichtig, gleich zu wässern. Am besten geeignet ist ein Regner, der das Gießwasser gleichmäßig verteilt. Wichtig ist, dass die gesamte Fläche gewässert wird, gleichmäßig und nicht so stark, dass Samen ausgespült werden. Mit der Kanne und/oder der Brause ist das schwierig, wenn auch nicht unmöglich. Wasseransammlungen und Rinnsale sind zu vermeiden. Der Rasen muss die ersten drei bis vier Wochen gleichmäßig leicht feucht gehalten werden. Schon nach 8 Tagen werden die ersten Halme sprießen. Es kann allerdings bis zu drei Wochen dauern, bis alle Samen gekeimt sind. Besser als einmal täglich stark zu sprengen ist, die Wassermenge zu teilen und morgens und abends zu bewässern.

Erster Rasenschnitt

Frischer Rasen sollte nicht zu früh geschnitten werden. Man kann ihn ruhig 8 bis 10 cm hoch wachsen lassen. Da nicht alle Samen gleichzeitig keimen, ist er häufig recht unterschiedlich hoch. Besser man wartet da etwas. Auch sollte er nicht gleich zu kurz geschnitten werden. 5 cm sind genug. Zier- und Teppichrasen sollte etwas früher gemäht werden, bei einer Höhe von etwa 6 cm. Später dann, wenn er regelmäßig geschnitten wird, beträgt die Schnitttiefe lediglich 2 oder 3 cm. Strapazier-, Spiel- und Sportrasen darf etwas höher bleiben, seine Höhe liegt bei etwa 4 cm. Schattenrasen darf nicht zu kurz abgemäht werden. Seine ideale Höhe beträgt 5 cm.

Rasen pflegen

Ein gepflegter, gleichmäßiger, dichter und gesunder Rasen ist keine Zauberei. Jeder kann solch einen Rasen haben, wobei natürlich klar ist, dass es dazu Zeit und Arbeit braucht. Wichtig ist die Bodenvorbereitung, wobei das Substrat dabei je nach Qualität verbessert werden sollte. Entscheidend ist häufig der Rasensamen. Zwar tun es die preiswerten Mischungen vom Discounter, aber sie enthalten viele Füllstoffe und Gräser, die man nicht in Qualitätsmischungen findet und das aus gutem Grund. Wer vergleichen möchte, sollte beides probieren. Der Unterschied wird spätestens nach ein bis zwei Jahren sichtbar.

Mit guter Bodenvorbereitung, passendem Rasensamen, der gleichmäßigen Aussaat und der anschließenden Bewässerung ist der Grundstock für einen schönen, gesunden Rasen gelegt. Natürlich muss man weiterhin am Ball bleiben, soll die Grünfläche rund ums Jahr so halten. Ein regelmäßiger Schnitt, Düngung und Bewässerung gehören dazu.

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