Rasen säen

Im Herbst öffnet sich das ideale Zeitfenster für die Aussaat von Rasensamen. Zu dieser Zeit ist der Boden tiefgründig erwärmt, sodass Ihr wertvolles Saatgut bis zum Winter zügig verwurzelt. Mit Blick auf den prall gefüllten Arbeitsplan, ist der perfekte Termin schnell versäumt. Lesen Sie hier, wie Sie Rasen säen im Oktober/November. So erkennen Sie, wann es zu spät ist.

Rasen säen im Oktober/November – wann ist es zu spät?

Mit der fachgerechten Aussaat, stellen Sie die Weichen für einen samtig-grünen Rasenteppich. Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Verlaufs ist die Wahl des adäquaten Zeitpunktes. Mit dem Ende des Sommers öffnet sich das optimale Zeitfenster, um das Saatgut auszubringen. Die Sonnenstrahlen haben das Erdreich erwärmt, was den feinen Samen eine vitale Verwurzelung ermöglicht. Angesichts des dichten Arbeitspensums im herbstlichen Garten, ist der ideale Termin schnell versäumt. Lesen Sie hier, wie Sie jetzt noch Rasen säen im Oktober/November. Rätseln Sie nicht über die Frage ‚Wann ist es zu spät?‘. An diesen Signalen erkennen Sie, wann das Zeitfenster für dieses Jahr zugeschlagen ist.

Rasen

Ideale Rahmenbedingungen

Rasensamen sind mit einer Keimruhe ausgestattet, damit sie nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit dem Wachstum beginnen. Auf diese Weise stellt Mutter Natur die Erhaltung der Art sicher. Es kommt auf ein gut austariertes Zusammenspiel aus Umwelteinflüssen und Bodenbeschaffenheit an, um das Saatgut in Keimlaune zu versetzen. Zu den wesentlichen Faktoren zählen Wasser, Sauerstoff und Temperatur. Während Sie auf die beiden ersten Aspekte mittels gezielter Kultivierungsmaßnahmen Einfluss nehmen, unterliegen Sie in Puncto Temperatur den Witterungsverhältnissen. Damit die Aussaat von Rasen nicht ins Leere läuft, sind folglich diese Voraussetzungen zu beachten:

  • das Thermometer pendelt zwischen 16 und 23 Grad Celsius
  • es herrscht eine wechselhafte Witterung ohne permanente Prallsonne
  • zudem ist Boden frisch-feucht und locker-durchlässig

Unter diesen Ideal-Bedingungen nimmt die Keimung von Rasensamen zwischen 7 und 28 Tagen in Anspruch. Mit hinein spielt hier die Zusammensetzung der Rasenmischung. Während Ausdauerndes Weidelgras (Lolium perenne) bereits nach 7 Tagen die Keimblättchen durch die Samenschale schiebt, lassen sich Rispengräser (Poa species) bis zu 24 Tage Zeit mit der Keimung.

Tipp: Die wohlklingenden Namen auf den Rasen-Verpackungen besitzen keine Aussagekraft über die Qualität. Werfen Sie einen Blick auf die tatsächliche Zusammensetzung von Grasarten, aus denen das Produkt besteht. Diese Hinweise sind in der Regel versteckt im Kleingedruckten auf dem Boden der Schachtel zu entdecken.

Wann ist es zu spät?

Vor dem Hintergrund der zentralen Prämissen für eine erfolgreiche Aussaat von Rasen, beginnt sich im Oktober/November das Zeitfenster zu schließen. Wie gut, dass die Samen einheimischer Gräser so flexibel sind und auch jenseits der Idealbedingungen keimen. Tatsächlich zu spät für die Aussaat ist es erst bei Temperaturen von unter + 10 Grad Celsius. Konsultieren Sie daher den Wetterbericht, bevor Sie die Arbeiten in Angriff nehmen. Gehen die Meteorologen davon aus, dass diese Minimaltemperatur noch über mindestens 8-10 Tage nicht unterschritten wird, bestehen noch akzeptable Aussichten auf einen erfolgreichen Verlauf.

Rasen richtig säen im Oktober/November

Die fachgerechte Bodenbearbeitung gewinnt deutlich an Relevanz, wenn Sie im Oktober oder November Rasensamen ausbringen, während sich die Temperaturen an der unteren Grenze befinden. Je besser das Saatbeet vorbereitet ist, desto rascher schreitet die Keimung voran, um den Wettlauf mit dem ersten Frost zu gewinnen. Ausschlaggebend ist jetzt die grobe Vorbereitung des Erdreichs (Grobplanum), gefolgt von der Feinarbeit (Feinplanum).

Material

Für die Bodenvorbereitung:

  • Bodenfräse
  • Spaten und Schaufel
  • Gartenharke
  • Rechen
  • evtl. Durchwurfsieb
  • Bodenwalze
  • Rasensprenger

Für die Aussaat:

  • Rasensamen
  • Streuwagen

Rasensamen

Grobplanum

Die Anlage von Rasen mittels Aussaat avanciert zum Erfolgsprojekt, wenn Sie 14-21 Tage zuvor dem Boden ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken mit diesen

Vorbereitungsarbeiten:

  • die Erde zuerst fräsen oder 2 Spaten tief umgraben
  • sorgfältig Steine, Wurzeln und Unkraut entfernen
  • zu sandiges Erdreich optimieren mit Lauberde, Kompost, Rindenhumus oder Hornmehl
  • Lehmbetonten Boden anreichern mit Torf oder Quarzsand
  • das Areal anschließend glätten mit der Harke oder dem Rechen

Zum guten Schluss wird die Rasenfläche mit der Walze bearbeitet und mit feinem Wasserstrahl gegossen. Im Verlauf der folgenden 2-3 Wochen darf sie nicht betreten oder gewalzt werden. Herrscht im Oktober und November unerwartet trockenes Wetter, sprengen Sie bitte das Gelänge regelmäßig.

Tipp: Auf stark mit Unkraut bewachsenen Flächen sollte nicht mit der Fräse gearbeitet werden, da die Wurzeln unnötigerweise im Boden verteilt werden. Besser ist, den Boden zu rigolen. Hierzu wird während des Umgrabens jede Schaufel mit Erde durch ein Sieb geworfen und auf diese Weise gereinigt.

Feinplanum

Gewähren Sie dem Boden genügend Zeit, um sich vor der Aussaat zu setzen. Daraufhin steht die Feinarbeit auf dem Plan mit dem Ziel, den Rasensamen ein möglichst feinkrümeliges Saatbeet zu bieten. So gehen Sie fachgerecht vor:

  • den Boden zuerst oberflächlich harken und jäten
  • mit einem Rechen die Erde danach so lange bearbeiten, bis eine bröselige Konsistenz entsteht
  • bei Bedarf das Areal walzen und nochmals rechen

Das perfekte Feinplanum erzeugt eine Fläche, die so fein strukturiert ist wie ein Sandkuchen. Dank dieser Sorgfalt hebeln Sie eventuelle ungünstige Rahmenbedingungen im Oktober oder November aus und ebnen Ihrem Rasensaatgut den Weg zur grünen Visitenkarte mit Neidfaktor.

Rasen säen – so geht’s

Mit dem Abschluss der Bodenvorbereitung, haben Sie den anstrengenden Teil der Arbeiten absolviert. Idealerweise stehen jetzt ein Handstreuer oder ein Streuwagen bereit, um die Samen gleichmäßig zu säen.

Rasensamen

  • das Saatgut mit der Hand gründlich mischen und in das Gerät einfüllen
  • die Samen anschließend in Längs- und Querrichtung ausstreuen
  • danach mit dem Rechen die Rasensaat als Lichtkeimer 0,5-1,0 Zentimeter tief einarbeiten
  • für den optimalen Bodenschluss das Saatbeet mit der Walze im Schachbrettmuster abschreiten
  • abschließend die Fläche mit dem Rasensprenger bewässern

Rasen säen

Im Verlauf der Wartezeit auf die Keimung, profitieren Sie von der herbstlichen Zeit für die Aussaat. In unseren Regionen dominiert im Oktober/November eine feuchte Witterung, was für eine ausgezeichnete Wasserversorgung des Saatbeetes garantiert. Sollte dem nicht so sein, sprengen Sie den Boden bitte 1-2 Mal täglich, jedoch nicht unter direkter Sonneneinstrahlung. Bevor Sie die Saatfläche betreten, um den Rasensprenger zu positionieren, legen Sie einige Bretter aus. Auf diese Weise beugen Sie einer unschönen Dellenbildung im späteren Erscheinungsbild vor. Ferner empfehlen wir, das Beet mit einem engmaschigen Netz zu bespannen, damit sich die Vögel nicht über die Samen hermachen.

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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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