PVC-Boden – Pflegen, Reinigen, Versiegeln & Reparieren

PVC-Boden reinigen

PVC-Böden werden längst nicht mehr nur in Abstellräumen oder der Küche verwendet, sondern ebenfalls in den Wohnräumen. Häufig sind die Böden sogar von einem Holz- oder Fliesenfußboden kaum noch zu unterscheiden. Die Reinigung ist zwar einfach, sollte aber auch schonend durchgeführt werden. Wie Sie den PVC-Boden richtig pflegen und versiegeln, zeigen wir hier ebenso wie die Reparatur von kleinen Schäden.

Polyvinylchlorid oder kurz PVC ist ein tolles widerstandsfähiges Material für Bodenbeläge. Doch bei mangelnder Pflege und grober Behandlung wird auch dieses robuste Material mit der Zeit hart und spröde. Dann kann der Bodenbelag ausbleichen oder gar brechen. Auch beim Verschieben und Umstellen von Möbeln können leicht Schäden und sogar Risse entstehen. Wie Sie diese Schäden schon allein durch die richtige Reinigung verhindern können, zeigen wir Ihnen hier. Außerdem finden Sie eine Anleitung für die Reparatur von Rissen oder kleinen Löchern. So verschwinden auch Brandlöcher ganz unauffällig vom Bodenbelag.

Material und Vorbereitung

Sie benötigen längst nicht alle hier aufgeführten Produkte. Je nachdem welcher Schaden an dem Boden entstanden ist, kommen Sie oft schon mit einem kurzen Streifen doppelseitigem Klebeband aus.

Das benötigen Sie:

  • Schere
  • Cutter
  • Spachtel / Zahnspachtel
  • Radiergummi
  • Bodenwischsystem
  • Besen
  • Mikrofasertuch
  • Holzhammer / Fäustel
  • Glas / Dose
  • Föhn
  • Arbeitsleuchte
  • Doppelseitiges Klebeband
  • Spezialkleber
  • Milch
  • Spülmittel
  • Bodenreiniger
  • alter Lappen

Kosten und Preise – sanfte Reinigung und Pflege

Die meisten Reinigungsmittel, die Sie für die Säuberung des Bodens aus PVC benötigen, kosten nicht einmal fünf Euro pro Flasche. Einige wenige besonders hochwertige und pflegende Produkte werden zwar etwas mehr kosten, müssen jedoch dafür nicht bei jeder Reinigung genutzt werden. Außerdem lassen sich manche Pflegeprodukte durch einfache Hausmittel ersetzen. Selbst gute Produkte für die Versiegelung von PVC gibt es je Liter bereits für unter zehn Euro.

Putzmittel

Tipp: PVC strahlt wieder und wirkt wie neu, wenn Sie alle paar Monate Milch und lauwarmes Wasser zu gleichen Teilen vermischen. Der Boden wird damit nach der normalen Reinigung noch einmal nachgewischt. Eine ähnliche Wirkung erzielen Sie mit speziellen Bodenpflegemitteln, die jedoch deutlich mehr kosten als die Milch.

Kosten und Preise – einfache Reparaturen selbst durchführen

Für eine einfache Reparatur benötigen Sie lediglich eine Rolle doppelseitiges Klebeband, die es ebenfalls für unter fünf Euro in allen Baumärkten gibt. Nur für schwere Fälle wird eine Dose Spezialkleber erforderlich sein, die um die zehn Euro zu bekommen ist. Ebenfalls geeignet ist Montagekleber, den es in handlichen Tuben ab vier Euro gibt. Sollten Löcher oder eingebrannte Flecken auf dem PVC entstanden sein, benötigen Sie zusätzlich noch ein kleines Stück des Bodenbelags.

Tipp: Bewahren Sie auch kleine Verschnitte bei der Verlegung des Kunststoffbodens auf. So stellen Sie sicher, dass Sie später keine großen intakten Stücke zerschneiden müssen, um einen passenden Flicken zu finden. Es kommt meist nicht nur auf die Größe des benötigten Flickstücks an, sondern auch auf das Dekor. Sie können bei einem gemusterten PVC-Boden nicht einfach irgendein Stück einfügen, sondern es muss vom Muster und der Ausrichtung her genau zu der Fehlstelle passen. Nur so stellen Sie eine Reparatur sicher, die später absolut unsichtbar ist.

Reinigung – sanft und zügig

Die regelmäßige Grundreinigung sollte mit ein wenig normalem Bodenreiniger und lauwarmem Wasser durchgeführt werden. Wenn Sie nur eine leichte Reinigung durchführen wollen, reicht sogar ein Tropfen Spülmittel für das Wischwasser aus. Während bei anderen Böden zu viel Feuchtigkeit schädlich sein kann, ist dies bei PVC unerheblich. Wenn Sie mögen, können Sie den Boden auch fluten. Sie müssen lediglich darauf achten, dass keine Feuchtigkeit unter den Bodenbelag gelangt, da die Nässe hier nicht wieder abtrocknen kann. Sand und Staub oder Tierhaare sollten mit einem Staubsauger oder weichem Besen regelmäßig entfernt werden.

Wasserflecken von Sofa entfernen, Staubsauger

Tipp: Die Staubsaugerdüse sollte immer mit ausgeklappten Borsten auf dem Kunststoffboden eingesetzt werden. Vor allem Sand und Erde sollten Sie regelmäßig abfegen, da diese die Oberfläche wie Schleifpapier aufrauen. Das setzt nicht nur dem Dekor des Bodens zu, sondern kann im Laufe der Zeit Risse im Bodenbelag hervorrufen.

Flecken entfernen

PVC nimmt zwar nicht so leicht Flecken an, einige Dinge können jedoch in das PVC einziehen und dort dauerhafte Flecken verursachen. Den Möhrensalat oder die rote Bete sollten Sie ebenso zügig vom Boden entfernen wie den verschütteten Rotwein. Auch Kaffee oder Tee verursachen dunkle Flecken, die nicht wieder zu entfernen sind, wenn sie einmal eingetrocknet sind. So können wir die Liste noch endlos weiterführen. Damit keine dauerhaften Schäden einen vollständigen Austausch des Bodens erforderlich machen, sollten Flecken grundsätzlich sofort mit einem feuchten Mikrofasertuch entfernt werden. Kann der Farbstoff eines Lebensmittels erst gar nicht in das Material des Bodenbelags einwirken, entstehen auch keine Flecken.

Tipp: Sollte bei einer Renovierung oder einfach beim Lackieren der Fingernägel etwas Lack auf das PVC gelangt sein, können Sie die Schäden mit der roten Seite eines normalen Radiergummis entfernen. Unter Umständen müssen Sie anschließend mit der feinen Seite noch einmal den Bodenbelag nachreinigen. Keinesfalls sollten Sie jedoch mit Nagellackentferner oder Kunstharzverdünnung auf dem Kunststoffboden herumreiben.

Essig

Immer wieder lesen Sie den Ratschlag, Essig 1:1 in das Wischwasser zu geben, um das PVC zu reinigen. Entweder sollten Sie das Mischungsverhältnis gravierend zugunsten des Wassers verändern oder von dieser Reinigung ganz die Finger lassen. Essig ist und bleibt eine Säure, die nicht nur die Haut angreifen kann, sondern bei dauerhaftem und zu konzentriertem Einsatz die Oberfläche des Kunststoffbodens schädigen kann.

Versiegelung

Ähnlich wie das Auto oder den Parkettboden können Sie einen PVC-Boden versiegeln. Anschließend stößt der Boden den Schmutz regelrecht zurück und dieser kann sich für einige Zeit nicht festsetzen. Inzwischen gibt es Bodenbeläge, die schon werksseitig mit einer speziellen Versiegelung versehen sind. Diese Versiegelung wird oft aus flüssigem Polyurethan hergestellt. Teilweise wird das Polyurethan auch in einer Lösung mit Wasser aufgetragen. Beide Varianten müssen anschließend mit Wärme oder durch UV-Licht ausgehärtet werden. Die etwas höheren Preise, die für einen Bodenbelag aus PVC mit einer Polyurethanbeschichtung verlangt werden, rechnen sich allerdings über die Laufzeit.

Tipp: Wie schon die oben beschriebene Pflege mit Milch funktioniert auch die Versiegelung mit einem ähnlichen Hausmittel. Vor allem an Stellen, die sich als Laufspur schon leicht schäbig absetzen, können Sie mit Sahne wieder eine echte Verbesserung erreichen. Es funktioniert zwar auch Speiseöl oder WD40, um spröde Stellen wieder zum Glänzen zu bringen. Doch diese beiden Produkte sorgen für eine große Rutschgefahr, während die Sahne am Boden nach einer kurzen Einwirkzeit sehr gut einpoliert werden kann.

Schäden im PVC-Boden beseitigen – Anleitung

Die Reparatur eines Kunststoffbodens ist recht einfach – wenn noch ein ausreichend großes Stück PVC vorhanden ist, um das passende Dekorteilchen einzufügen. Risse, bei denen gar kein Material fehlt, lassen sich besonders einfach mit etwas doppelseitigem Klebeband beseitigen.

Fußmatte

Tipp: Es mag sich simpel anhören, aber wenn Sie eine Fußmatte am Eingang auslegen und darauf achten, dass die Schuhe dort auch wirklich abgerieben werden, können Sie viele Schäden verhindern. Häufig sind es kleine Steinchen, die noch im Absatz des Schuhs stecken, die einen Riss oder eine dicke Schramme am Boden verursachen.

Schadstelle reinigen

Ist ein Riss oder eine andere Beschädigung am bereits verlegten PVC entstanden, sollte die Stelle zunächst mit einem Mikrofasertuch gründlich gereinigt werden. Sie müssen aber darauf achten, dass keinerlei Feuchtigkeit unter den Boden gelangt. Wenn die Schadstelle sauber ist, kann ermittelt werden, ob Sie die Ränder so wieder zusammenfügen können oder ob ein Ersatzstück eingesetzt werden muss.

Riss zusammenfügen

Ist lediglich ein sauberer Riss im Bodenbelag entstanden, können Sie diesen etwas anheben und einen Streifen doppelseitiges Klebeband darunterlegen. Ziehen Sie nur die Unterseite des Schutzpapiers ab und kleben Sie das Band zunächst am Boden fest. Dann wird der Schutzstreifen auf der Oberseite abgezogen. Nun legen Sie sehr vorsichtig die beiden Seiten des Risses auf das Klebeband. Achten Sie darauf, dass die Naht möglichst weit zusammengeschoben wird.

Holzhammer

Tipp: Verwenden Sie einen Holzhammer oder einen normalen Hammer und legen Sie eventuell ein Stück Stoff unter, um den Boden nicht zu beschädigen. Klopfen Sie die beschädigte Stelle rund um den Riss gut an dem Klebestreifen fest.

Ersatz suchen und ausschneiden

Wenn es sich um einen Boden mit Dekor handelt, wird ein passendes Stück als Ersatz benötigt. Setzen Sie sich ganz in Ruhe auf den Boden und legen Sie die vorhandenen Reststücke neben die Schadstelle. Bei einem Holzdekor müssen Sie zusätzlich noch auf die Richtung der Maserung achten.

Holzdekor

Tipp: Leuchten Sie den Arbeitsbereich hell aus. So sehen Sie besser, welches Ersatzstück tatsächlich farblich genau in die Lücke passt. Verändern Sie auch Ihren eigenen Blickwinkel und sehen Sie sich die Stelle aus unterschiedlichen Richtungen an.

Vermeiden Sie es, die Ersatzstücke freihändig auszuschneiden. Suchen Sie sich immer eine Schablone wie zum Beispiel eine Blechdose oder ein Glas. Die Schablone sollte etwas größer sein als die Schadstelle. Verwenden Sie möglichst eine runde Schablone. Selbst bei größeren Schäden sollten Sie einen großen runden Flicken ausschneiden, dazu kann ein Eimer oder eine Schüssel geeignet sein.

Tipp: Viele Heimwerker schneiden einfach ein rechteckiges Stück aus dem PVC heraus und ersetzen es. Das ist zwar nicht vollkommen falsch, kann aber zu neuen Schäden führen. Eckige Ausschnitte neigen dazu, später genau an den Ecken erneut einzureißen. Dann wird Ihr Bodenbelag bald zu einem wahren Flickenteppich werden.

Ersatz einfügen und befestigen

Das schadhafte Stück sollten Sie mit der gleichen Schablone ausschneiden. Drücken Sie die Dose oder das Glas fest auf den Boden und schneiden Sie langsam mit dem Cutter darum herum. Achten Sie darauf, dass Ihr Cuttermesser scharf ist, oder wechseln Sie die Klinge. Wenn es sich verhakt, weil das Messer stumpf ist, reißt das PVC vielleicht ein.

Cuttermesser

Tipp: Einige Bodenbeläge aus PVC sind sehr dick. In diesem Fall sollten Sie versuchen, möglichst leicht schräg nach innen zu schneiden. Der Ausschnitt sollte dann in etwa wie ein Trichter wirken, damit die Lücke besser verschlossen werden kann. Vor allem, wenn Sie mit flüssigem Kleber arbeiten, schließt sich der Deckel so besser an die Ränder der Lücke an.

Auch hier wird bei der Verwendung von doppelseitigem Klebeband zunächst das Klebeband auf dem Boden befestigt. Dann wird die obere Schutzfolie entfernt und das Ersatzstück aufgeklebt. Sie können die Ersatzflecken natürlich auch mit einem flüssigen Kleber aus der Dose befestigen. Diesen tragen Sie dünn mit einem Spachtel auf. Wenn möglich, ziehen Sie feine Streifen in den Kleber oder verwenden Sie einen Zahnspachtel. Es darf kein Kleber auf die Oberfläche gelangen. Quillt Kleber aus der Nahtstelle, muss dieser sofort mit einem alten Lappen entfernt werden.

Tipp: Schlagen Sie die Kanten vorsichtig mit einem Holzhammer fest. Eventuell legen Sie auch hier einen alten Lappen unter, damit Sie den Bodenbelag nicht beschädigen. Sollte der Boden sehr steif und hart sein, können Sie den Kunststoff mit einem normalen Haarföhn leicht erwärmen. Sie sollten aber keinesfalls den Heißluftföhn aus der Werkstatt verwenden, da Sie damit ein Loch in den Boden schmelzen.

Tipps für Schnellleser

  • PVC regelmäßig reinigen und pflegen
  • Flecken sofort entfernen
  • von Zeit zu Zeit mit Pflegemittel einlassen
  • Milch oder Sahne als pflegendes Hausmittel
  • Schadstelle möglichst trocken reinigen
  • Risse mit etwas doppelseitigem Klebeband unterfüttern
  • Kanten mit Holzhammer festklopfen
  • Ersatzstücke farblich passend auswählen
  • Ersatz immer mit Schablone rund ausschneiden
  • Schadstelle ebenfalls rund schneiden und ausheben
  • Klebeband rund um den Rand unterlegen
  • flüssigen Kleber auf der Lücke verteilen
  • Ersatzstück in die Lücke einpassen
  • Ränder vorsichtig mit Holzhammer anklopfen
  • hartes PVC leicht mit Föhn erwärmen

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