Puppenbett selber bauen – Anleitung und PDF für eine Puppenwiege

Puppenbett selber bauen, Anleitung und PDF für eine Puppenwiege

Selbstgebasteltes oder gebautes erfreut jedes Kind. Ob für die Puppe oder den Teddybären, ein Puppenbett ist dabei eine geradezu sichere Sache, denn die bekannten Rollenspiele mit der oder dem liebsten Begleiter gehört zum Repertoire eines jeden Kindes. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einfach und in leicht verständlichen Schritten Ihr Puppenbett selber bauen und gestalten.

Ob Mann oder Frau, für viele Menschen gehört zu den liebsten Erinnerungen aus frühester Jugend das Spiel mit der eigenen Puppe oder dem eigenen Teddybären. Neben Füttern, Anziehen und Spielen ist auch das zu Bett bringen ein elementarer Bestandteil der meisten dieser Rollenspiele. Was wäre dazu besser geeignet, als ein Puppenbett?

Eine selbst gebaute Puppenwiege ist daher für jeden Heimwerker eine perfekte Möglichkeit, auch den eigenen Kindern, Neffen, Nichten oder auch Enkeln dieses Spielerlebnis zu ermöglichen. Mit unserer Anleitung können auch Sie Ihr Puppenbett selber bauen und Ihre Liebsten zu Weihnachten, zum Geburtstag oder einfach nur so überraschen.

Material und Vorbereitung

Die Vorbereitungen

Bevor wir uns daranmachen, unser Puppenbett selber zu bauen, sind einige Vorbereitungen erforderlich. An erster Stelle steht dabei eine Vorstellung davon, was genau wir bauen wollen.

Das Ziel unserer Bemühungen ist ein Puppenbett für eine Puppe von rund 30 Zentimetern Größe. Um den Aufwand beim ersten Mal überschaubar zu halten, erhält es geschlossene Seitenteile, sowie eine geschlossenes Kopf- und Fußteil. Je nachdem, ob eine Puppenwiege oder ein fest stehendes Bett erstellt werden soll, werden wir es solide auf den Boden stellen, oder einem Schaukelstuhl ähnlich beweglich gestalten. Auf aufwändige Aufhängungen etc. wollen wir dagegen verzichten.

Das Holz

Natürlich lassen sich verschiedene Hölzer für den Bau des Bettes verwendet. Wer aber nicht ohnehin bereits Material zu Hause hat, dem empfehlen wir normales Leimholz Fichte, wie es in jedem Baumarkt in unterschiedlichen Standard-Abmessungen erhältlich ist. Die Vorteile dieser Holzart bei Bau und Benutzung der Puppenwiege liegen auf der Hand.

Vorteile:

  • aus Einzelstücken verleimt, daher besonders verzugsarm
  • als Nadelholz sehr langfaserig, somit sehr belastbar
  • gut zu bearbeiten durch geringe Härte
  • leicht lackierbar, sowie (falls gewünscht) auch ohne Oberflächenbehandlung einsetzbar
  • gängige Materialdicken von 18 Millimetern gut leim- und schraubbar
  • sehr preisgünstig

Mit folgenden Standardbrettern der Dicke 18 mm lassen sich alle für das Puppenbett erforderlichen Teile mit geringem Aufwand und ohne zu großen Verschnittanteil gewinnen.

  • 2 Stück Leimholzbrett 18 x 200 x 800 mm
  • 1 Stück Leimholzbrett 18 x 250 x 800 mm

Puppenbett selber bauen, Anleitung und PDF für eine Puppenwiege, alle skizzierten Arbeitsschritte

Die Werkzeuge

Damit die Arbeiten erfolgreich verlaufen, sind zwar nicht viele Werkzeuge und sonstigen Hilfsmittel erforderlich, ganz ohne Ausstattung geht es dagegen dennoch nicht.

  • Bleistift und Lineal
  • Geodreieck oder Winkel
  • Zirkel mit Verlängerung, alternativ Schnur und Reißzwecke
  • Säge, als Handsäge oder (falls ohnehin vorhanden) Tischkreissäge
  • bei Puppenwiege: Laubsäge
  • Kantholz ca. 60 bis 100 mm hoch als Führholz beim Sägen
  • Schleifpapier 120 er Körnung
  • Pinsel oder Schaumstoffrolle
  • Resthölzer als Unterlage beim Lackieren
  • 2 Montagezwingen mit Öffnungsmaß mindestens 45 Zentimeter
  • Optional: Akkuschrauber mit Bitaufsatz passend zu gewählten Schrauben, Senker und Holzbohrer 3 Millimeter Durchmesser

Sonstige Materialien

Zuletzt sind neben Holz und Werkzeug noch einige weitere Materialien erforderlich, um die Vorbereitungen erfolgreich abschließen zu können. Diese können eingesetzt werden, sowohl Schrauben als auch Farbe sind jedoch als optional anzusehen, so dass die Arbeiten auch ohne sie erfolgreich sind.

  • Holzleim „Express“ mit hoher Anfangshaftung, idealerweise als nicht tropfendes oder verlaufendes Gel
  • Holzschrauben mit Senkkopf – 4 x 50 mm
  • Holzfarbe auf Wasserbasis im Wunschfarbton
  • Abdeckkappen für Schraubenköpfe, Farbe nach Farbton Holzfarbe
  • 4 Ziernägel mit Halbrundkopf, Durchmesser mindestens 5 Millimeter

ACHTUNG: Bei der Auswahl der Farbe sollte beachtet werden, dass das Puppenbett später von Kindern benutzt wird. Ideal ist daher die Verwendung von so genanntem „Sabberlack“, also von Farbe, deren Unbedenklichkeit bei Verschlucken etc. geprüft und zertifiziert ist. Beim Spiel ist immer damit zu rechnen, dass etwas Farbe absplittert und von den Kindern über Finger, Puppe oder sonstige Gegenstände auch in den Mund gelangt!

Puppenbett selber bauen | Anleitung

Die Umsetzung

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, machen wir uns gemeinsam an die Umsetzung. Schritt für Schritt helfen wir Ihnen bei der Erstellung und unterstützten Sie darüber hinaus mit einigen hilfreichen Skizzen.

Kostenloser Download Puppenbett selber bauen | Puppenwiege Vorlage PDF

Schritt 1 – Zuschnitt

Aus den erworbenen Holzbrettern sollen zuallererst die erforderlichen Stücke für die weitere Bearbeitung erzeugt werden. Dafür sind die Bretter wie folgt zuzuschneiden.

  • 1 Brett 200 x 800 mm: Teilung in der Mitte, ergibt Bauteil A „Boden“ 200 x 400 mm und ein Reststück gleicher Größe
  • 1 Brett 200 x 800 mm: Zuschnitt auf Breite 150 mm und Teilung in der Mitte, ergibt 2 Bauteile B „Seiten“ 150 x 400 mm und ein Reststück 50 x 400 mm
  • 1 Brett 250 x 800 mm: Unterteilung der Länge zu zwei Stücken a 300 mm, ergibt 2 Bauteile C „Stirnseiten“ 250 x 300 mm und ein Reststück 200 x 250 mm

Die Zuschnittarbeiten gelingen so:

  • geplante Schnitte mit Bleistift und Lineal anzeichnen, rechte Winkel mit Winkelmaß oder Geodreieck sicherstellen
  • Führholz neben Sägelinie anlegen
  • Handsäge an Holzkante ansetzen und dabei für senkrechten Schnitt am Führholz entlangführen
  • alle Kanten der weiterverwendeten Stücke mit Schleifpapier leicht „brechen“, also leicht anschleifen – entfernt Holzsplitter und verhindert im weiteren Verlaufen Ausreißen der Kanten
  • bei Bauteil B „Seiten“ Längskanten nicht nur brechen, sondern vollständig ausrunden

TIPP: Besonders gut gelingt das Sägen, wenn man beidhändig arbeitet. Die „bevorzugte“ Hand, also bei Rechtshändern die rechte Hand, führt die Säge. Die linke Hand hält das Führholz und drückt es von oben auf das zu sägende Holz. Dabei kann das Gewicht des Oberkörpers für eine bessere Fixierung mit eingesetzt werden, indem man sich leicht auf die Hand mit dem Führholz lehnt.

HINWEIS: Die beschriebenen Zuschnitte lassen sich auch schnell und einfach mit einer Tischkreissäge erstellen. Dabei sollten unbedingt die Sicherheitsanweisungen des Herstellers befolgt werden. Eine Handkreissäge ist auf Grund der geringen Dimensionen der Einzelteile wenig sinnvoll und sollte aus Sicherheitsgründen vermieden werden.

Schritt 2 – Anzeichnen

Nachdem alle Stücke zunächst in die grundlegende Form gebracht wurden, werden alle für die weitere Bearbeitung erforderlichen Montage- und Bearbeitungslinien angezeichnet.

Bauteile B „Seiten“ (je Bauteil):

  • 1 Linie parallel zu einer Längsseite, Abstand 1 Zentimeter – ergibt Ansatzlinie „Boden“ A

Bauteile C „Stirnseiten“ (für beide Bauteile identisch):

  • 25 cm-Kanten mittig teilen und mit Linie verbinden, ergibt senkrechte Mittellinie für weitere Anzeichnungen
  • parallele Linien zu den 25 cm-Kanten, Abstände 5 cm (Oberseite) und 10 cm (Unterseite)
  • vorbeschriebene Linie Unterseite ab Mittellinie beidseitig nach je 10 cm ab Mitte markieren „X“ – ergibt zwischen Punkten „X“ Ansatzlinie „Boden“ A
  • vorbeschriebene Linie Oberseite ab Mittellinie beidseitig nach je 11 cm ab Mitte markieren „Y“
  • jeweils Punkte „X“ und „Y“ auf gleicher Stirnseitenhälfte verbinden – ergibt Ansatzlinie „Seiten“ B

Puppenbett selber bauen, Anleitung und PDF für eine Puppenwiege, Anzeichnen

TIPP: Je dünner die Linien angezeichnet werden, um so einfacher verschwinden sie beim späteren Lackieren der Oberflächen, bzw. beim Anschleifen einer unbehandelt erwünschten Oberfläche für das Puppenbett. Drückt man zu stark auf, hinterlässt der Bleistift eine deutliche Vertiefung im weichen Holz und das Puppenbett selber bauen wird unnötig erschwert!

Schritt 3 – Ausarbeitung „Stirnseiten“ C

Möchten Sie ein Puppenbett selber bauen, können die „Stirnseiten“ – Bauteile C ohne weitere Bearbeitung eingesetzt werden. Soll dagegen eine Puppenwiege entstehen, sind weitere Schritte nötig. Natürlich kann auch bei einem Puppenbett eine rein optische Nachbearbeitung der Stirnseiten vorgenommen werden, um die Gestaltung individueller, leichter und gefälliger zu machen.

  • mit Zirkel am Ansatzpunkt Mittellinie-Oberseite einstechen und Kohle-Mine am Ansatzpunkt Mittellinie-Unterseite ansetzen
  • nach beiden Seiten flaches Kreissegment bis zur Seitenkante erstellen
  • Kreisbogen mit Laubsäge aussägen
  • Kanten mit Schleifpapier brechen
  • OPTIONAL: Oberseiten für gefälligere Erscheinung in selber Art und Weise ausrunden und nachbearbeiten

TIPP: Ist kein ausreichend großer Zirkel vorhanden, kann eine Schnur mit einer Schlinge versehen und diese mit der Reißzwecke am Einstichpunkt befestigt werden. Der Bleistift wird dann im passenden Abstand mit der Schnur umwickelt und kann einem Zirkel gleich im gewünschten Kreisbogen geführt werden.

Schritt 4 – Montage

Nun sind alle Einzelteile soweit vorbereitet, dass sie zusammengefügt werden können.

  • ein Bauteil „Stirnseiten“ C flach auf den Tisch legen, angezeichnete Ansatzlinien sichtbar nach oben
  • Bauteil „Boden“ A an einer Stirnseite mit Holzleim bestreichen, an Ansatzlinie X-X ansetzen und kurz und kräftig andrücken, dabei Bauteil mittig auf Linie setzen (Ausrichtung über seitliche Linienüberstände)
  • rechten Winkel zwischen Bauteilen C und A mit Geodreieck oder Winkel prüfen
  • Längsseiten von Bauteil A „Boden“ und jeweils eine Stirnseite der Bauteile B „Seiten“ mit Holzleim bestreichen
  • „Seiten“ B an Ansatzlinie X-Y auf Bauteil C, sowie mit selbst aufgezeichneter Linie am Bauteil A „Boden“ ausrichten und andrücken, dabei Innenseite Bauteile B „Seiten“ an Linie X-Y ansetzen
  • offene Stirnseiten mit Leim bestreichen und zweites Bauteile C „Stirnseiten“ an Hand aufgezeichneter Linien ausrichten und andrücken
  • fertig zusammengesetztes Puppenbett nach Abwarten der Wartezeit bis zur vollständigen Anfangshaftung des Leims aufstellen und von beiden Seiten Montagezwingen ca. mittig an Stirnseiten ansetzen und vorsichtig wechselseitig spannen, dabei Ausrichtung der Bauteile A und B kontrollieren und gegebenenfalls nachjustieren

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HINWEIS: Anstatt die Längskanten der Seitenteile auszurunden, können sie auch im späteren Winkel zwischen Bauteile A und B flächig eben erstellt werden. Wegen der hohen Gefahr von Fehlern und unschönen Fugen durch ungenaues Arbeiten geht diese Anleitung jedoch den Weg eines ausgerundeten Bauteils, so dass eine klar definierte und absichtlich erstellte Fuge zwischen Boden und Seitenteilen entsteht.

Schritt 4b – Optionale Verschraubung

Für eine einfache Puppenwiege reicht ein Verleimen der Bauteile allemal aus. Wer auf Nummer sichergehen möchte, kann die Stirnseiten aber zusätzlich mit den Seiten und dem Boden verschrauben. Besonders einfach geht das vonstatten, wenn man so vorgeht.

VOR Montage:

  • an Bauteilen C „Stirnseiten“ jeweils parallel zur Ausrichtelinie für die Seitenteile (X-Y) weitere Linie im Abstand von 9 mm nach außen zeichnen
  • auf Linie X-X, sowie auf neuen Hilfslinien parallel zu X-Y symmetrisch zur Mittellinie der Bauteile jeweils zwei Punkte markieren, jeweils 3 Zentimeter von Punkten X bzw. Y entfernt
  • markierte Punkte mit Holzbohrer 3 mm durchbohren, Löcher auf Außenseite (Rückseite von angezeichneten Linien!) mit Senker so tief einsenken, dass Köpfe der beschafften Schrauben darin verschwinden

NACH Montage:

  • mit Holzbohrer durch bestehende Löcher in Bauteilen C „Stirnseiten“ von außen stirnseitig in die Bauteile A „Boden“ und B „Seiten“ bohren, insgesamt Bohrtiefe mindestens 5 cm
  • Holzschrauben mit passendem Bit und Akkuschrauber in die vorbereiteten Bohrungen eindrehen, dabei Anzugsdrehmoment begrenzen, um ein Reißen des Holzes zu vermeiden

Puppenbett selber bauen, Anleitung und PDF für eine Puppenwiege, optionale Verschraubung

Schritt 5 – Lackierung

Nachdem die Puppenwiege fertig montiert ist, geht es an die farbliche Gestaltung. Zwar lassen sich die einzelnen Bauteile vor dem Zusammenfügen meist einfacher, weil besser erreichbar lackieren. Allerdings hat das nachträgliche Lackieren den großen Vorteil, dass unlackiertes Holz deutlich besser vom Leim zusammengefügt wird und die Montage- und Hilfslinien nach dem Zusammenbau einfach unter dem Lack verschwinden.

  • Puppenbett aufstellen und alle erreichbaren Oberflächen gleichmäßig lackieren, dabei Farbauftrag zur Vermeidung von Tropfnasen um offene Längskanten führen
  • Stoßbereiche und Ecken mit Pinsel bearbeiten, Flächen für ebenmäßigeres Ergebnis mit Schaumstoffrolle lackieren
  • nach Trocknung Puppenwiege wenden und noch nicht lackierte Flächen in gleicher Art und Weise bearbeiten
  • nach erneuter Trocknung alle lackierten Flächen mit Schleifpapier leicht anschleifen, dadurch Beseitigung von beim lackieren aufgestellten Fasern und glattere Oberfläche
  • zweiten Farbauftrag wie Erstauftrag vornehmen
  • bei Bedarf (zum Beispiel zu dicke Bleistiftlinien) eventuell dritten Farbauftrag erstellen

ACHTUNG: Die Verwendung von Farben einschließlich der Reinigung und Beseitigung von Werkzeugen und Resten muss immer nach Angaben der Hersteller vorgenommen werden!

Schritt 6 – Nacharbeiten

Der Plan, eine Puppenwiege oder ein Puppenbett selber zu bauen ist nahezu abgeschlossen und das gute Stück steht fast fertig vor uns. Nur noch wenige Handgriffe sind erforderlich, bis man sich der Ausstattung mit Matratze, Kissen und Decke zuwenden kann.

  • OPTIONAL: bei erstellter Verschraubung Schraubenköpfe mit Abdeckkappen verschließen
  • bei gerundeter Standfläche für Puppenwiege: jeweils ganz außen an der „Wiegekante“, also Unterseite der Stirnseite, einen Rundkopf-Ziernagel als Anschlag bzw. Begrenzer des Schaukelns eindrücken

TIPP: Bei besonders großen oder schweren Puppen kann die Wiege dazu neigen, bei starkem Schaukeln zur Seite zu kippen. Dann kann durch ein nach innen versetzen der Ziernägel das seitliche Kippen stärker begrenzt und ein komplettes Umstürzen der Puppenwiege verhindert werden.

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