Punktfundament

Ein Punktfundament können Sie für viele kleine Bauwerke nutzen. Ob Carport, Terrassenüberdachung oder Gewächshaus, mit einigen Punktfundamenten ist es meist nicht erforderlich, ein komplettes Fundament zu schütten. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Vorbereitung von fertigen kleinen Punktfundamenten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Punktfundamente berechnen und selber schütten können.

Bevor Sie einen Bausatz oder einen Eigenbau im Garten aufstellen, können Sie schon Wochen im Voraus damit beginnen, die benötigten Fundamente herzustellen. Ein Punktfundament können Sie natürlich auch direkt vor Ort in einem ausgehobenen Loch schütten. Praktischer sind aber kleine Fundamente, die Sie überall flexibel einsetzen können. Wie Sie die benötigte Menge an Zement selbst berechnen können, zeigen wir Ihnen in der Rechenanleitung. Außerdem finden Sie eine Anleitung für unterschiedliche Punktfundamente, die Sie schon auf Vorrat anfertigen können.

Material und Vorbereitung

Das benötigen Sie:

  • Schaufel, Spaten
  • Rührquirl, Bohrmaschine, Mischmaschine
  • Maurerkelle, Wasserwaage
  • Zurrgurte
  • Zollstock, Bleistift
  • Akkuschrauber
  • Sand, Kies, alte Eimer
  • Schalplatten, Latten, Bretter
  • Schrauben (Edelstahl)
  • Müllsäcke, Frischhaltefolie

Kosten für das Punktfundament

Punktfundamente sind wirklich kostengünstig zu erstellen. Sie benötigen lediglich etwas Zement und Sand. Die Form, in die Sie das Fundament gießen, können Sie im Normalfall häufiger wiederverwenden. Wenn Sie das Fundament direkt an seinem Platz in den Boden gießen, benötigen Sie nicht einmal Holz oder Schrauben. Zusätzlich wird noch der Träger benötigt, den Sie in das Fundament eingießen. Ob Sie einen H-Träger oder lediglich einen geraden Eisenträger einbetonieren, die Kosten für das jeweilige Element kommen selbstverständlich immer dazu.

Bigbag
Big Bag
  • 25 Kilo Zement – Sack ab etwa 3,00 Euro (günstiger bei Palettenabnahme)
  • Sand kostet je nach Abnahmemenge –
    • Beispiel 7 Kubikmeter ab 150,00 Euro
    • Sand im Bigbag – 1 Kubikmeter inklusive Bigbag etwa 40,00 Euro

Tipp: Für kleine Mengen sollten Sie sich nicht mit einer großen Lieferung Sand oder Kies belasten. Wenn Sie nur ein oder zwei kleine Punktfundamente schütten möchten, eignet sich eine fertige Mischung sehr gut, bei der Sie lediglich noch Wasser zugeben müssen.

Rechenbeispiele für Punktfundamente

Ein gängiges Punkfundament hat höchstens eine Seitenbreite von etwa 20 Zentimetern und eine Höhe von 60 Zentimetern. Selbst wenn Sie zehn dieser Punktfundamente gießen wollen, werden Sie also noch nicht einmal einen viertel Kubikmeter Betonmischung benötigen. Eine fertige Ladung Beton von einem nahe gelegenen Betonwerk wird sich meistens erst lohnen, wenn Sie zumindest ein Ringfundament errichten müssen.

Betonlaster
Betonlaster

Selbst bei einem riesigen Punktfundament mit einer Seitenlänge von 50 Zentimetern und einer Tiefe von 80 Zentimetern wird bei fünf derartigen Fundamenten erst ein Kubikmeter Mischung benötigt.

  • Seitenlänge 20 x 20 Zentimeter – Höhe 60 Zentimeter
    • ergibt 0,024 Kubikmeter Zementmischung
  • Seitenlänge 50 x 50 Zentimeter – Höhe 80 Zentimeter
    • ergibt 0,200 Kubikmeter Zementmischung
  • Durchmesser 30 Zentimeter – Höhe 40 Zentimeter
    • ergibt 0,038 Kubikmeter Zementmischung

Gerechnet wird immer die Breite x Tiefe x Höhe. Also 0,2 x 0,2 x 0,6 für unser erstes Beispiel. Für einen runden Eimer rechnen Sie den Durchmesser mal 3,14. Wie Sie sehen, kommt aber auch bei einem großen Eimer keine besonders üppige Menge zusammen. Es lohnt also meistens, die benötigten Punktfundamente selbst zu mischen.Durchmesser Eimer

Mischungsverhältnis für Zement

Gerade Heimwerker meinen es beim Mischungsverhältnis von Zement und Sand häufig zu gut. Das ist nicht immer von Vorteil, denn der Sand hat schon seine Aufgabe. Reiner Zement wäre längst nicht so stabil und bruchfest, wie die richtige Mischung von beiden Komponenten. Daher müssen Heimwerker, den üblichen „viel hilft viel“, Gedanken leider verdrängen. Das Mischungsverhältnis ist ausreichend, wenn Sie fünf Teile Sand und ein Teil Zement verwenden. Wer das Punktfundament besonders sicher schütten möchte, kann die Mischung bis zu drei Teilen Sand und einem Teil Zement reduzieren. Beachten Sie dazu auch unseren Ratgeber „Beton selber mischen“.

  • mindestens 1 Teil Zement auf 5 Teile Sand
  • höchstens 1 Teil Zement auf 3 Teile Sand

Beton

Tipp: Je mehr Zement in einer Betonmischung enthalten ist, desto stärker wird nach dem Austrocknen der blaue Farbstich, den das sonst eher graue Material annimmt. Viele Bauherren finden jedoch den Blauton besonders attraktiv, dennoch sollten Sie es nicht übertreiben.

Anleitung Punktfundament erstellen

Sie müssen vor Beginn aller Arbeiten entscheiden, ob die Punktfundamente direkt in die Erde geschüttet werden sollen, oder ob Sie einfache Punktfundamente in Eimern oder gezimmerten Kisten herstellen möchten. Der Vorteil der vorbereiteten Fundamente liegt nicht nur in der gut planbaren Vorarbeit, die über Wochen vor dem eigentlichen Baubeginn schon durchgeführt werden kann. Ein weiterer Vorteil besteht in der besseren Einstellmöglichkeit der Höhe aller Punktfundamente untereinander.

Tipp: Bei ausgeschachteten Löchern in der Erde können Sie zwar eine Schnur genau ausrichten, um die einzelnen Fundamente gleichhoch zu gießen. Das gelingt jedoch nicht zwangsläufig immer gleichmäßig. Löcher im Boden oder große Luftblasen, die beim Eingießen der Zementmischung entstehen können, sorgen im ungünstigen Fall dafür, dass der Beton nachrutscht oder stärker schrumpft während der Trocknung. Es ist daher meist sicherer, die Fundamente vorher fertig zu gießen.

Schalung vorbereiten

Sägen Sie aus Holzplatten die Bretter für Ihre Form zurecht. Verschrauben Sie diese möglichst mit langen Edelstahlschrauben, damit Sie die Form öffnen können, um das fertige Fundament zu entnehmen. Außerdem können Sie die Form so immer wieder verwenden. Wenn Sie also rechtzeitig beginnen, die Fundamente zu schütten, können Sie immer die gleiche Form verwenden und müssen nur eine anfertigen.

Tipp: Schlagen Sie die Form beziehungsweise den Eimer immer mit einem stabilen Müllsack aus. So bleibt die Form sauber und das Punktfundament lässt sich noch leichter entnehmen. Gerade Holzplatten weichen sonst außerdem zu leicht auf und geben nach einigen Gießvorgängen nach.

Müllsack

Zusätzlich können Sie um die Holzschalung auch einen Eisenring ziehen, wenn Sie ohnehin Locheisen in Ihrer Werkstatt haben. Auch stabile Nylonzurrgurte können die Holzform zusätzlich stabilisieren. Der Druck, den nasser Beton ausübt, wird von vielen Heimwerkern stark unterschätzt. Ein etwas schäbiger oder instabiler Eimer kann da schon beim Einschütten des Betons auseinanderbrechen.

Tipp: Fragen Sie in Gaststätten oder nahe gelegenen Fabriken nach, ob dort Eimer anfallen. Besonders die Eimer für Fritteusenfett oder Mayonnaise eignen sich wegen der Größe und Stabilität recht gut für ein Punktfundament. Wenn Sie auf diese Weise zu einer größeren Anzahl von Eimern kommen können, brauchen Sie die Fundamente gar nicht entnehmen. Die Eimer werden dann einfach mit eingegraben, das erspart viel Arbeit und sogar noch die Müllsäcke.

Mischung anrühren

Wenn Sie keine Mischmaschine haben, können Sie die Fundamente in einem Maurerkübel mit der Maurerkelle anrühren. Mit dem Rührstab auf der Bohrmaschine wird es eher schwierig, eine Zementmischung anzurühren. Ob von Hand oder in der Mischmaschine, die Konsistenz sollte zwar dickflüssig aber nicht zu nass sein. Außerdem dürfen Sie die Mischung nicht totrühren. Wird Zement zu lange in der Mischmaschine durchgerührt, schwemmt der Zement mit dem Wasser aus und Ihr Fundament wird nicht stabil.Zement

Für die Wassermenge gibt es keine generellen Rezepte. Das liegt zum Teil an der im Sand gespeicherten Feuchtigkeit, die immer unterschiedlich groß ist. In etwa müssen Sie mit der Hälfte der Zementmenge rechnen. Verwenden Sie also einen Eimer Zement, ist ein halber Eimer Wasser für diese Mischung meist völlig ausreichend. Sie sollten aber keinesfalls alles auf einmal zugeben, denn dann müssen Sie eventuell nachmischen und wieder Sand und Zement nachschütten, weil die Mischung zu flüssig ist.

Eisen einbetten

Falls Sie das Punktfundament zusätzlich durch eingebettetes Moniereisen stärken wollen, müssen Sie sehr darauf achten, dass dieses an keiner Stelle aus dem Fundament herausragt. Das Eisen würde sonst später im Boden rosten. Durch das verrostete aufgeblähte Eisen könnte der Beton gesprengt werden und Ihr Fundament wäre nach wenigen Jahren zerbrochen.

Armierung
Armierung

Tipp: Schneiden Sie das Moniereisen aber unbedingt vorher zurecht. Bedenken Sie dabei die Ränder, schneiden Sie das Eisen lieber etwas kürzer, damit es nicht heraussticht. Legen Sie alle Teile in Reichweite zurecht bevor Sie die Mischung einschütten. Außerdem sollten Sie bei direktem Hautkontakt mit der Zementmischung immer Handschuhe tragen.

Pfostenträger einstecken

Viele Heimwerker verwenden einfach Flacheisen, an dem später das Ständerwerk befestigt wird. Welchen Pfostenträger Sie auch nutzen, das Ende, das aus dem Beton herausschauen soll, können Sie gut mit einer Plastiktüte und einigen Gummibändern schützen. Auch Frischhaltefolie aus der Küche ist gut geeignet, damit der Pfostenträger nicht durch den Zement verschmutzt wird. Besonders wenn Sie verzinkte Träger oder Träger aus Edelstahl ausgewählt haben, sollten Sie daran denken, die Oberfläche zu schützen.

Pfostenträger
Pfostenträger

Gleich nach dem Einschütten der Zementmischung wird der Pfostenträger gerade in die Mischung eingesteckt. Zeichnen Sie sich vorher an, bis zu welchem Punkt, der Träger in den nassen Beton gesteckt werden muss. So werden später alle Fundamente genau gleich. Verwenden Sie die Wasserwaage oder ein Lot, um festzustellen, ob der Träger wirklich gerade ist.

Tipp: Reinigen Sie sofort alle Werkzeuge, den Maurerkübel und die Mischmaschine mit viel Wasser. Ist der Zement erst einmal angetrocknet, lässt er sich nicht mehr entfernen und Gegenstände aus Metall rosten durch den Zement sehr schnell. Zum Reinigen der Mischmaschine können Sie diese etwa zur Hälfte mit Wasser füllen und einige faustgroße Steine zugeben. Dann lassen Sie die Maschine kurz laufen und schütten diese dann aus. Durch die Steine im Waschgang wird auch Zement gelöst, der schon leicht angetrocknet ist.

Tipps für Schnellleser

  • Anzahl der benötigten Punktfundamente ermitteln
  • Größe und Umfang der Fundamente berechnen
  • Schalungsform oder Eimer vorbereiten
  • Schalung fest verschrauben
  • Form eventuell mit Gurten sichern
  • Form mit stabilem Müllbeutel ausschlagen
  • Zement mit Sand, Kies und etwas Wasser anmischen
  • gründlich durchmischen aber nicht zu lange rühren
  • Mischung zügig in Form / Eimer gießen
  • eventuell einige Eisenstangen einbetten
  • Pfostenträger eindrücken bis zur gewünschten Höhe
  • Pfostenträger ausrichten mit Wasserwaage / Lot
  • Punktfundament trocknen lassen
  • Form aufschrauben / Fundament vorsichtig entnehmen
  • Fundament aus Eimer schütten oder mit verwenden

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