Porenbeton

Porenbeton ist der Werkstoff, der die meisten technischen Eigenschaften in sich vereint, die von einem Baumaterial verlangt werden. Porenbeton bietet eine ausreichende Druckfestigkeit für Außenwände, einen hervorragenden Brandschutz und hat bereits einen nachhaltig wirksamen Wärmeschutz integriert. Außenwände aus Porenbeton müssen nicht mehr zusätzlich gegen Wärmeverluste isoliert werden. Abstriche muss der Porenbeton beim Raumbedarf, beim Schallschutz und vor allem beim Witterungsschutz machen.

Was ist ein Porenbetonstein?

Porenbeton, auch Gasbeton genannt ist, wie sein Name vermuten lässt, ein Baumaterial aus einem stark aufgeschäumten Material. Er wird hergestellt, in dem einer Zement-Kalkmehl-Schlämme Aluminiumspäne zugegeben werden. Die reagieren mit dem abbindenden Zement und setzen dabei Wasserstoff frei. Dieser Wasserstoff sorgt wiederum für die Bildung der Bläschen und Poren, für die der Porenbeton bekannt ist. Nach der Reaktion mit dem Wasserstoff entsteht eine etwa teigfeste Masse. Erst in einer Autoklave, in der die Masse mit 200°C warmem Wasserdampf behandelt wird, härtet die Masse zum Porenbeton aus.

Vorteile von Porenbetonstein

Der Gasbeton hat folgende Vorteile:

  • hervorragender Dämmschutz
  • exzellenter Brandschutz
  • sehr präzise Maßhaltigkeit
  • einfach in der Herstellung und in der Bearbeitung
  • leicht zu transportieren
  • für die Verarbeitung durch Laien sehr gut geeignet.

Vor- und Nachteil

Wärmedämmung

Der Wärmedämmschutz von Außenmauern ist durch Porenbeton kaum noch sinnvoll zu steigern. Die vielen Bläschen erzeugen die hervorragende Dämmwirkung, die bei KSV-, Beton-, oder Vollziegelsteinen nur durch eine aufwändige und teure zusätzliche Dämmschicht hergestellt werden kann. Gasbetonsteine sind damit nicht nur einfacher und schneller zu verarbeiten. Als anorganisches Material sind sie zudem gegen Schimmelbildung sehr unempfindlich. Auch Schäden im Wetterschutz verträgt der Porenbeton einigermaßen gut. Durchfeuchteter Porenbeton bildet zwar eine Wärmebrücke, die im Innern des Gebäudes für Bauschäden sorgen kann. Jedoch fault der Porenbeton nicht durch sondern erhält nach dem Durchtrocknen seine volle Funktionalität zurück. Dies gilt vor allem dann, solange kein Frost das eingesaugte Wasser zu Eis durchgefroren hat. Aber selbst Abplatzungen durch Eisbildung im Porenbeton lassen sich in der Regel wieder einfach reparieren. Dennoch muss Gasbeton stets gegen Witterungseinflüsse gut geschützt werden

Brandschutz

Im Punkt Brandschutz ist Porenbeton eines der besten Materialien, die verfügbar sind. Man kann eine nur 17,5 cm starke Wand mit über 1500 °C beaufschlagen, auf der anderen Seite der Wand kommen nur 50°C an, und dies notfalls über Stunden.

Gute Bearbeitung

Porenbeton wird kalt verarbeitet. Die Formgebung geschieht durch dünne Drähte. Die ausgegaste Vormasse wird vor dem Dämpfen in die gewünschten Steinformate geschnitten. Dabei fällt so gut wie kein Verschnitt an. Der fertig ausgehärtete Stein ist durch Sägen leicht anzupassen. Dazu sind einfache Handsägen gut geeignet. Das Sägeblatt einer Hand-Bügelsäge wird jedoch durch das Bearbeiten von Porenbeton schnell stumpf. Spezielle Gasbeton-Handsägen bleiben dagegen dauerhaft einsetzbar. Besonders präzise Ergebnisse erhält man durch  den Einsatz einer Bandsäge. Wegen der Staubentwicklung wird von der Verwendung von Kreissägen oder Trennschleifern zur Bearbeitung von Porenbeton abgeraten. Das Material ist so weich, dass sich Schlitze und Aussparungen auch sehr schnell mit Hammer und Meißel herstellen lassen.

Einfache Bearbeitung von Gasbeton
Einfache Bearbeitung von Gasbeton

Porenbeton hat eine sehr niedrige Raumdichte. Wasserdicht verpackt, kann ein Porenbetonstein schwimmen. Das macht ihn in der Handhabung sehr beliebt, da auch große Steine von nur mäßig starken Personen gut bewegt und gesetzt werden können.

Porenbetonsteine werden nicht in einem Dickbett vermauert, sondern in einem Dünnbett verklebt. Die handwerkliche Kunst, eine gerade Schicht Mauersteine setzen zu können, ist beim Arbeiten mit Steinen aus Porenbeton nicht nötig. Der Kleber wird einfach mit einem Zahnspachtel aufgetragen, die Gasbetonsteine senkrecht und waagerecht auf Stoß gesetzt – fertig. Auch Laien können sich das Mauern mit Porenbetonsteinen schnell aneignen und zu guten Ergebnissen kommen.

Die Voraussetzung für eine gerade, im Klebeverfahren errichtete Wand ist eine absolut gerade erste Schicht. Der Dünnbett-Mörtelkleber kann keinerlei Höhenausgleich mehr herstellen. Darum ist die Geradheit der ersten Schicht beim Arbeiten mit Porenbeton-Steinen besonders wichtig. Für diesen Zweck empfehlen sich Kimmsteine aus Kalksand oder aus Porenbeton. Sie sind extra zu diesem Zweck entwickelt worden und liefern hervorragende Ergebnisse. Zusätzlich verfügen die maßgenauen Kimmsteine über einen wirksamen Wärmeschutz, so dass mit ihrer Hilfe am Sockel einer Gasbeton-Mauer keine Wärmebrücke entstehen kann.

Nachteile von Porenbetonsteinen

Der Porenbetonstein hat erhebliche Nachteile

  • verminderter Schallschutz
  • hohe Empfindlichkeit gegen Feuchtigkeit
  • geringe Druckfestigkeit
  • hoher Platzbedarf
Offenporige Struktur von Gasbeton
Offenporige Struktur von Gasbeton

Ein guter Schallschutz ist nur durch ein dichtes Vollmaterial zu erreichen. Porenbeton hat durch seine leichte, offenporige Struktur deshalb nicht die gleiche, schallisolierende Wirkung, wie Vollmaterial aus Beton, KSV oder Tonziegel.

Die offenporige Struktur vom Porenbeton macht ihn sehr saugfähig gegen alle Flüssigkeiten. Die Druckfestigkeit von Porenbeton wird durch eindringendes Wasser zusätzlich herab gesetzt. Dem nachhaltigen Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit muss beim Verarbeiten von Porenbeton deshalb besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Porenbeton ist sehr empfindlich. Man kann bereits durch kräftiges Zupacken Daumenabdrücke im Material hinterlassen. Die geringe Druckfestigkeit macht es notwendig, tragende Außenmauern aus Porenbeton sehr breit auszuführen. Dies wirkt sich auf die nutzbare Fläche im Innenbereich des Hauses aus.

Maße und Preise für Porenbetonsteine

Der Preis für Porenbetonsteine richtet sich nach seinem Wärmeleitwert. Je niedriger dieser ist, desto teurer ist der Stein aber umso besser ist das Dämmvermögen. Der Werte variieren dabei zwischen 0,06 W/mK bis 0,21 W/mK

Umgekehrt erhöht sich mit steigendem Wärmeleitwert die Rohdichte, die Druckfestigkeit und sogar der Schallschutz, dies jedoch nur in einem theoretischen Bereich.

Preistreibend wirkt bei der Produktion von Porenbetonsteinen jedoch der Einsatz von Aluminiumpulver. Je mehr davon zugesetzt wird, desto höher ist der Porenanteil. Dieser ist wiederum für die Wärmeschutz-Eigenschaften verantwortlich.

Porenbeton - Maße
Porenbeton – Maße

Die Breite des Steins ist immer gleich der Breite der Wand, die mit diesem Stein erstellt werden kann.

Die Preise werden unterschiedlich ausgezeichnet. In den Baumärkten findet man die Preis-Angaben entweder in „pro Stück“ oder in „Quadratmetern“. Im Baustoffhandel sieht man jedoch auch Angaben in Euro pro Kubikmeter bei Palettenabnahme.

BreitePreise / Stück
50 mm1,10 € bis 1,30 €
75 mm1,25 € bis 1,90 €
100 mm1,60 € bis 2,20 €
115 mm1,80 € bis 2,90 €
150 mm2,40 € bis 3,50 €
175 mm2,75 € bis 3,95 €
200 mm3,20 € bis 4,40 €
240 mm3,60 € bis 4,95 €
300 mm4,50 € bis 5,90 €
365 mm5,50 € bis 7,10 €

Fazit: Die Preisunterschiede entstehen zum Einem durch unterschiedlichen Abnahmemengen und zum Anderen durch Online-Handel vs. Baumarkt. Ich empfehle bei kleineren Menge den Einkauf im regionalen Handel, da zu den Online-Preisen immer noch die Kosten für die Lieferung dazu kommen. Für wirklich große Menge ist der Kauf im Internet eine gute Alternative und spart tatsächlich Geld.

Porenbeton – Fließbeton-Kombinationen

Besonders interessant sind die Kombinationssteine, welche die Aufnahme von Fließbeton ermöglichen. Die Kombination von Fließbeton und Porenbetonstein ergibt einen Materialmix, welcher sowohl höchste statische wie schall- und wärmedämmende Eigenschaften besitzt. Die Hersteller bieten dazu Schalungssteine und U-Stein-Schalen an.

U-Stein aus Porenbeton
U-Stein aus Porenbeton

Der Schalungsstein ist ein Hohlstein mit einer kreisrunden Öffnung an der Oberseite. Sie ist groß genug, um eine senkrechte Bewehrung aufnehmen zu können. Durch diese Öffnung wird der Stein mit Beton verfüllt. In Kombination mit der Bewehrung lassen sich mit den Schalungssteinen hervorragende Eckverbindungen herstellen, die vor allem in von Erdbeben gefährdeten Gebieten sehr stabile Gebäude herstellbar macht.

Die U-Schale dient zum Herstellen von Ringankern. Sie werden trocken Stoß auf Stoß vermauert, mit einer Bewehrung versehen und mit Beton verfüllt. Sie erzeugen damit die notwendige Quer- und Längsstabilität eines Hauses. U-Schalen werden im Preis pro Meter angegeben.

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