Polygonalplatten

Polygonalplatten, rustikal und dauerhaft – Wenn Sie für Ihre Terrasse oder Ihren Fußweg eine besondere Lösung suchen, dann schauen Sie mal bei den Polygonalplatten vorbei. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich Natursteinplatten, welche so ästhetisch wie wetterfest sind. Mit Polygonalplatten erhalten Sie eine dauerhafte Bodendeckung, die zudem zeitlos ist. Ihr Verlegen ist eine gewisse Herausforderung, die aber für einen mutigen Heimwerker gut zu bewältigen ist. 

Alternative zu Fliese, Platte und Ziegel

Terrassen und Gehwege können mit vielen keramischen Produkten gedeckt werden. Weit verbreitet sind geklebte Kacheln, Waschbetonplatten oder Ziegelsteine. Mit Polygonalplatten wird die Auswahl um ein besonders dauerhaftes und sehr ästhetisches Produkt erweitert. Eine Polygonalplatte ist eine unregelmäßig geformte Platte aus Naturstein. Sie sind verschieden groß aber immer gleich dick. Ihre Breite ist so gewählt, dass sie noch leicht zu verarbeiten aber maximal bruchfest sind. Der besondere Reiz bei einer Bodendeckung durch Polygonalplatten besteht in ihrem optischen Kontrast. Die unregelmäßig geformten Umrisse der Polygonalplatte werden in einem Bett aus gleich breiten Fugen verlegt. Die „Ordnung in der Unordnung“ macht das optische Ergebnis daher besonders reizvoll.

Voraussetzungen

Betonboden als Unterbau

Bevor Sie an das Verlegen und Verfugen von Polygonalplatten denken, müssen Sie einen geeigneten Untergrund herstellen. Ein Betonboden als Unterbau ist dazu die einzig sinnvolle Möglichkeit. Trotz ihrer Dicke und ihrer Bruchfestigkeit, kann eine Polygonalplatte keinerlei statische Kräfte aufnehmen.

Gefälle ist wichtig

Der Unterbau muss zwingend ein Gefälle von ca. 2% vom Haus weg besitzen. Das Regenwasser läuft erst bei diesem Gefälle zuverlässig ab. Mehr Gefälle macht zwar den Abfluss des Wassers sicherer, jedoch wirkt sich ein zu starkes Gefälle auf die Begehbarkeit der Terrasse aus. Damit der Platz nicht zur unbequemen Stolperfalle wird, sollten die 2% Gefälle vom Unterbau so gut es geht eingehalten, jedoch keinesfalls unterschritten werden.

Gefälle beachten
Gefälle beachten

Ein Gefälle von 2% bedeutet, dass eine gerade Strecke auf 100 Metern Länge um 2 Meter sinkt. Auf 1 Meter umgerechnet beträgt die Steigung vom Unterbau entsprechend 2 Zentimeter.

Was benötigt man?

  • Persönliche Schutzausrüstung
    • Arbeitshandschuhe (Preise ab ca. 5 Euro)
    • Knieschoner (Preise ab ca. 8-15 Euro)
    • Schutzbrille (Preise ab ca. 5 Euro)
  • Messmittel
    • Wasserwaage ca. 1,20 Meter (Preise ab ca. 25 Euro)
    • Zollstock (Preise ab ca. 3 Euro)
    • Gießbecher mit Schnabel (Preise ab ca. 2 Euro)
    • 10 Liter Baueimer (Preise ab ca. 6 Euro)
    • 2 x Richtlatte 4 cm Dicke, 1,50 Meter Länge (Preise ab ca. 2 Euro)
    • 1 x Setzlatte Aluminium (Preise ab ca. 20 Euro)
  • Arbeitsmittel
    • Besen (Preise ab ca. 10 Euro)
    • Handfeger (Preise ab ca. 5 Euro)
    • Quast (Preise ab ca. 3 Euro)
    • Mörtelwanne (ab ca. 8 Euro)
    • Schubkarre (ab ca. 25 Euro)
    • Schwamm (ca. 2 Euro)
    • Sprühflasche (ca. 3 Euro)
    • Kartuschenpresse (ca. 3 Euro)
    • Digitalkamera (Handy/Smartphone)

Beton mischen

  • Werkzeug
    • Maurerkelle (ca. 12 Euro)
    • Gummihammer (ca. 12 Euro)
    • Bleistift (ca. 2 Euro)
    • Filzstift (ca. 1 Euro)
    • Cuttermesser (ca. 2 Euro)
    • Fugeneisen (ca. 5 Euro)
  • Material
    • Krepp-Klebeband (ca. 5 Euro)
    • Wasser
    • Zementschleier-Entferner (ab ca. 5 Euro)
    • Verlegemörtel für Natursteinplatten (ca. 35 Euro/40 kg Sack)
    • Polygonalplatten (ca. 13-30 Euro/qm)
    • Zementhaftschlämme (ca. 45 Euro/40 kg Sack)
    • Natursteinsilikon (ca. 10 Euro/Kartusche)
    • Mörtel für Pflaster zum Verfugen (ca. 28 Euro/ 20 kg Sack)
    • Zierkies für die Randgestaltung (ca. 0,08 bis 0,62 Euro/kg)
    • Fugen- und Pflasterversiegelung (ca. 7 Euro/ Liter)
    • Plastikfolie (30 Euro/Rolle)
  • Maschinen
    • Rührwerk (ggf. ausleihen, eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz ist mit dem zähen Mörtel überfordert und kann zerstört werden) (Preise ab ca. 15 Euro/ Tag oder 150 Euro im Kauf)

Polygonalplatten verlegen

Polygonalplatten werden in mehreren Arbeitsschritten verlegt. Der Ablauf ist:

  1. Vorbereitungen
  2. Mörtelschicht legen
  3. Steine setzen
  4. Fugen verfüllen
  5. Rest- und Anschlussarbeiten

Schritt 1 – Vorbereitungen

Der Untergrund muss absolut sauber sein. Auf dem Unterbau dürfen keine losen Stellen oder Löcher sein. Es muss gründlich gekehrt werden. Ein Ausspachteln von kleineren Dellen ist jedoch nicht notwendig. Tiefe Löcher müssen aber mit Beton oder Zementmörtel geschlossen werden. Kalkmörtel oder Gips sind für diese Arbeit nicht zulässig, da sie nicht witterungsbeständig und frostsicher sind.

Polygonalplatten vorher nummerieren
Polygonalplatten vorher nummerieren

Es ist ratsam, jede Polygonalplatte vor dem endgültigen Verlegen und Verfugen im Mörtelbett vorher trocken auf dem Unterbau zu verteilen. So wird das Muster festgelegt und man bereitet ein garantiert gelungenes Ergebnis vor. Die Platten werden dann mit kleinen Krepp-Klebeband-Streifen beklebt und mit dem Filzstift durchnummeriert. Steine mit rechten Winkeln kommen in die Ecken des Untergrunds, Steine mit langen, geraden Kanten an die Ränder. Die Fugen sollten alle gleich groß sein. Mörtelnester sehen nicht nur unschön und unprofessionell aus, sie sind auch eine Stolperfalle und ein Angriffspunkt für Frostschäden. Man arbeitet immer von grob zu fein. Wenn alle Platten ihre ungefähre Position haben, können die übrig gebliebene Platten ggf. zerschlagen werden, um die Nester und großen Lücken auszufüllen.

Anschließend werden noch Gesamt- und Detailfotos gemacht und jede Polygonalplatte nach ihren Positionsnummern sortiert aufgeschichtet. Diese Vorbereitung ist mühsam aber zahlt sich beim Verlegen und Verfugen sofort aus.

Anschließend wird der Unterbau gründlich gekehrt und von allen Ablösungen befreit.

Schritt 2 – Zementhaftschlämme auftragen

Die Zementhaftschlämme wird gemäß der Anweisung auf der Verpackung angerührt und mit dem Quast auf dem Untergrund verteilt. Der Verlegemörtel wird feucht-in-feucht auf der Zementhaftschlämme aufgetragen. Darum nicht den ganzen Unterbau mit Zementhaftschlämme bearbeiten, sondern immer nur so viel, wie unmittelbar im Anschluss auch mit Mörtel bedeckt wird.Arbeitsschutz

Sicherheitshinweis:

Beim Anrühren und Verteilen von zementhaltigen Produkten unbedingt die Schutzbrille tragen! Ein Zementspritzer im Auge kann zur Erblindung führen! Sollte beim Rühren oder Verteilen Zementschlämme ins Auge geraten, sofort mit klarem Wasser ausspülen und auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus fahren. Sofern man alleine ist, unbedingt den Rettungswagen rufen!

Schritt 3 – Polygonalplatten verlegen

Ein halber Sack Verlegemörtel wird in der Mörtelwanne mit dem Rührwerk angerührt. Das Verhältnis zwischen Wasser und Trockenmörtel steht auf der Verpackung und sollte eingehalten werden. Benötigt wird eine plastische Konsistenz.Zement

An den Rand und im Abstand von ca. 1 Meter parallel zueinander die beiden Latten auf den Untergrund auflegen. Wichtig ist, dass die Latten zum Haus hin anstoßen, damit sie sich beim Abziehen nicht verschieben. Notfalls können die Latten mit einem schweren Stein oder durch einen Stahlnagel gegen verrutschen gesichert werden. Zwischen die Latten wird mit der Maurerkelle der Verlegemörtel vollflächig verteilt. Anschließend wird der Mörtel mit Hilfe der Setzlatte abgezogen. Es kann dafür auch die Wasserwaage verwendet werden. Setzlatte und Wasserwaage müssen jedoch unbedingt nach dem Abziehen wieder mit klarem Wasser abgewaschen werden.abziehen-zement

Nun werden die Polygonalplatten genauso auf dem Untergrund versetzt, wie man sie vorher trocken ausgerichtet und dokumentiert hat. Immer nur schrittweise verlegen. Wichtig ist, dass die Oberseiten der Platten eine gleichmäßige Ebene bilden. Darum sollte man mit den dünneren Platten beginnen. Beim Verlegen muss man immer wieder mit der Setzlatte oder der Wasserwaage die ebenmäßige Höhe jeder Polygonalplatte überprüfen! Mit dem Gummihammer können die Platten vorsichtig tiefer in das Mörtelbett geklopft werden. Der Verlegemörtel sollte bis auf Kantentiefe der Platten entfernt werden.

Beim Einklopfen füllen sich die Zwischenräume zwischen den Platten mit Verlegemörtel. Diese werden mit dem Fugeneisen sofort wieder geleert. Dabei sollte kein Mörtel auf die Oberseite der Platten gelangen. Passiert dies doch, sofort entfernen und den Zement mit Sprühflasche und Schwamm abwaschen.

Der Verlegemörtel bindet sehr schnell ab. Darum immer nur einen halben Sack nach dem anderen verarbeiten. So wird sich Stück für Stück vorgearbeitet.

Schritt 4 – Zwischenräume verfugen

Da zum Verfugen der Boden betreten wird, muss der Verlegemörtel vollständig abgebunden und ausgehärtet sein. Um sicher zu gehen, sollte nach dem Versetzen der Steine ein Tag gewartet werden. Der frisch verlegte Boden muss unbedingt gegen Regen geschützt werden, darum mit der Folie abdecken!

Fugenmörtel
Fugenmörtel

Die Fugen werden mit dem Mörtel für Pflasterfugen verfüllt. Die Konsistenz muss flüssig, darf aber nicht wässrig sein. Der angerührte Mörtel wird mit der Kelle in den Gießbecher verfüllt. Vor dem Verfugen werden die Zwischenräume und die Steine mit dem Quast und Wasser angefeuchtet. Mit Hilfe des Schnabels kann der Mörtel punktgenau zwischen die Fugen gegossen werden. Mit dem Schwamm wird anschließend der Fugenmörtel nivelliert und von den Ecken der angrenzenden Steine abgewaschen. Auch hier darf nur schrittweise vorgegangen werden. Am Wandanschluss wird kein Fugenmörtel verfüllt. Dort wird ganz zum Schluss eine Dehnfuge aus Natursteinsilikon eingebracht.

Nachdem der Fugenmörtel ausgehärtet ist, wird die ganze Terrasse gründlich gewaschen. Eventuell vorhandene Zementschleier können mit dem Zementschleier-Entferner behandelt werden. Anschließend noch mit der Fugen- und Pflasterversiegelung dauerhaft gegen Witterung und Moosbefall schützen. Die Ecken der Terrasse werden mit Zierkies aufgefüllt.

Fazit

Das Setzen und Verfugen von Polygonalplatten ist eine Arbeit, deren Ergebnis vor allem von der Vorbereitung abhängt. Das Setzen selbst muss relativ schnell gehen, darum ist das trockene Vorlegen der Platten ein guter Weg, um hinterher Zeit zu sparen. Die Arbeit ist nicht sehr schwer, erfordert aber Gewissenhaftigkeit und Sauberkeit, vor allem beim Verfugen. Mit dem Anblick einer ästhetischen und dauerhaften Terrasse ist man aber stets gut belohnt.

Tipps für Schnellleser:

  • Polygonalplatte trocken vorlegen und markieren
  • Gefälle von 2% einbauen
  • Dicke jeder Polygonalplatte kontrollieren
  • Nicht beim Baumarkt, sondern beim Baustoffhändler kaufen. Günstigere Preise
  • Mörtel und Schlämme feucht-in-feucht verlegen

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