Plexiglas richtig kleben – Acrylglas wasserdicht verkleben

Plexiglas kleben

Plexiglas gehört zu den beliebten Baustoffen, da es optisch Glasplatten sehr ähnlich ist. Allerdings ist der Werkstoff bruchsicher und somit unempfindlicher als Glas. Er wird daher häufig als Ersatz für Glas verwendet und kann in Form von Fensterscheiben oder für den Aquarienbau zur Anwendung kommen. Doch wie verklebt man die Platten miteinander beziehungsweise auf andere Stoffe? Lesen Sie, welchen Klebstoff Sie am besten verwenden und wie Sie vorgehen müssen.

Beim Acrylglas kann es sich entweder um durchsichtige oder um gefärbte Varianten handelt. Die Klebflächen können außerdem später zu sehen oder versteckt gehalten sein. Da das Material eine glatte Oberfläche aufweist und herkömmlicher Kleber nicht einzieht, ist es wichtig, auf die Auswahl der Klebstoffe zu achten und präzise zu arbeiten. Durch das Auftragen von zu großen Mengen an Klebstoff kommt es zum Verschmieren und das Ergebnis wird unsauber. Auch Fehler beim Zuschneiden der Platten machen sich nun bemerkbar. Eine besondere Herausforderung ist es außerdem, die Platten wasserdicht zu verkleben. Hierbei müssen Sie besonders sorgfältig arbeiten und Übergänge vermeiden. Erfahren Sie, welche Arbeitsweise hierfür ideal ist.

Vorwissen

Acrylglas kann wasserdicht verklebt werden und ist somit ein wertvoller Baustoff für verschiedene Projekte. Bei der Verarbeitung müssen Sie das Material der Oberfläche beachten. So bestehen beispielsweise Unterschiede, ob Sie Plexiglas auf Plexiglas oder Holz aufsetzen möchten. Achten Sie daher bei der Auswahl des Klebers darauf, für welche Materialien er geeignet ist. Als besonders wasserdicht gelten Kleber auf Silikon-Basis. Zu den gängigen Klebern gehören:

UV-Kleber

Er wird meistens dort angeboten, wo Sie auch die Acrylplatten kaufen können. Kaufen Sie den Kleber zusammen mit den Plexiglas-Platten, dann können Sie sicher gehen, ein geeignetes Produkt zu finden.

Tipp: Tragen Sie den UV-Kleber als dünnen Film auf, dann bleibt er nach dem Aushärten unsichtbar. Je gleichmäßiger Sie die Schicht auftragen, desto größer ist die Wasserdichtigkeit. Unebenheiten ist der Höhe sorgen dafür, dass sich Zwischenräume bilden, durch welche Feuchtigkeit eindringen kann.

Original Plexiglas-Klebstoff

ACRIFIX® Klebstoffe gelten als besonders haltbar und wasserdicht. Sie eignen sich für die Verklebung von Plexiglas auf Plexiglas und werden in verschiedenen Ausführungen angeboten:

Lösungsmittelklebstoffe

Lösungsmittelklebstoffe bestehen aus einem Gemisch von unterschiedlichen Lösungsmitteln. Sie lösen die zu klebende Fläche an, sodass die Polymerketten aufquellen. Dadurch können sie sich miteinander verhaken. Das Lösungsmittel entweicht durch Verdunstung oder Übergang in den Untergrund aus dem Klebstoff und die Polymerketten ziehen sich noch weiter zusammen. Dadurch entsteht eine gut haftende Verbindung beider Materialien. Zu den größten Vorteilen der Lösungsmittelklebstoffe gehören die schnelle Festigkeit und die Eignung für Projekte im Außenbereich. Die Übergänge zwischen den zusammengefügten Teilen sind wasserdicht.

Wichtig: Durch das Verdunsten der Lösungsmittel entstehen Dämpfe, die nicht eingeatmet werden dürfen. Tragen Sie daher bei der Verarbeitung entsprechende Schutzkleidung, wie einem Atemschutz.

Reaktionsklebestoffe

ACRIFIX® Klebstoffe sind in Form von Reaktionsklebestoffen erhältlich. Sie werden auf Basis von MMA/PMMA hergestellt. Es handelt sich um Polymerisationsklebstoffe, die als Ein-Komponenten-Klebstoffe und als Zwei-Komponenten-Klebstoffe angeboten werden. In Abhängigkeit von der genauen Variante können die Klebstoffe beispielsweise dann aushärten, wenn Licht oder UV-Strahlung auf sie wirkt. Oder es findet eine Verhärtung durch die Hinzugabe eines Katalysators statt. Einer der größten Vorteile ist, dass Sie diese Klebstoffe auch auf großen Flächen verwenden könnten. Außerdem sind die Stoffe fugenfüllend. Nach ausreichendem Aushärten handelt es sich um witterungsbeständige und hochfeste Verbindungen, die auch starken Belastungen standhalten.

Sekundenkleber

Ist die geklebte Stelle später nicht mehr sichtbar, dann können Sie zum Verkleben auch Sekundenkleber verwenden. Hierbei ist es wichtig, dass das ausgewählte Modell für die beiden zusammen zu fügenden Materialien geeignet sind. Um später eine hohe Wasserdichtigkeit zu erreichen, können Sie anschließend mit Silikon eine Fuge über den Übergang setzen. Zu beachten ist allerdings, dass Sekundenkleber überwiegend für kleinere Flächen im Innenbereich geeignet ist. Der Kleber besteht aus Cyanacrylat und ist nicht temperatur- und feuchtigkeitsstabil. Er ist jedoch dazu geeignet, eine erste Verbindung herzustellen, welche innerhalb kürzester Zeit haftet. Anschließend kann eine Weiterverarbeitung stattfinden. Außerdem können bei Bastelarbeiten für den Innenbereich sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Klebereste entfernen

Alleskleber

Eine Alternative zum Sekundenkleber ist Alleskleber. Er sollte jedoch ebenfalls nur dort verwendet werden, wo der Kleber nicht zu sehen ist, da er nach dem Aushärten nicht „unsichtbar“ wird. Sein Vorteil liegt darin, dass das Acryglas leicht angelöst wird und der Kleber somit schnell aushärtet.

Klebstoffe für Aquarien

Sie möchten ein Aquarium bauen beziehungsweise die Bauteile gelangen später in die Nähe von Lebensmitteln, Kindern oder Tieren? Dann müssen Sie darauf achten, dass der ausgewählte Klebstoff keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Er sollte lebensmittelecht sein und beim Kontakt mit Wasser dürfen keine Inhaltsstoffe ausgelöst werden.

Plexiglas

Farbstoffe

Viele Kleber, wie beispielsweise die ACRIFIX® Klebstoffe, können mit speziellen Farbstoffen versetzt werden. Dadurch lässt sich die Farbe auswählen und an die Umgebung anpassen. Sie realisieren die Bauprojekte wie gewünscht, ohne dass der verwendete Kleber hinterher auffällt.

Tipp: Wenn Sie einen farbigen Kleber verwenden, dann müssen Sie besonders gut darauf achten, dass Sie sauber arbeiten, da Klebekleckse nur schwer entfernt werden können.

Aceton

Aceton ist ein Lösungsmittel, welches ebenfalls häufig zum Verkleben der Platten empfohlen wird. Es löst allerdings Kunststoffe auf, was zu Veränderungen am Material führt. Das Grundprinzip von Aceton ist die Aufweichung der Kanten, sodass ein Verbinden und Verkleben untereinander stattfindet. Allerdings müssen Sie hierbei beachten, dass die entsprechenden Mittel Gesundheitsrisiken aufweisen und daher nur mit entsprechender Schutzkleidung verwendet werden dürfen. Hohe Dosen können narkotisch und somit lebensbedrohlich wirken.

Gefahren vermeiden

Bei den Klebstoffen handelt es sich um effektive und wirkungsvolle Kleber. Diese entwickeln jedoch Dämpfe, sodass ein Einatmen vermieden werden muss. Tragen Sie beim Arbeiten am besten einen Mundschutz und sorgen Sie außerdem für eine ausreichende Belüftung während und nach dem Klebevorgang. Da bereits beim Säubern entsprechende Stoffe zur Anwendung kommen, müssen Sie auch hierbei entsprechende

Sicherheitsmaßnahmen beachten. Ein Kontakt mit der Haut und den Augen muss ebenfalls vermieden werden. Handschuhe und langärmlige Kleidung sind daher zu empfehlen. Nach der Verarbeitung müssen Sie vorhandene Reste fachgerecht aufbewahren beziehungsweise entsorgen.

Plexiglas kleben

Vorbereitung

  • Als erstes müssen Sie das Acrylglas reinigen, damit der Kleber optimal haften kann.
  • Da auf der Oberfläche des porenlosen Materials kaum Schmutz haften kann, ist es einfach, die Platten zunächst einmal zu entstauben. Nehmen Sie hierfür etwas Wasser mit Geschirrspülmittel und wischen Sie die Oberfläche feucht ab. Das Tuch sollte weich und fusselfrei sein, um keine Kratzer zu hinterlassen. Eine trockene Reinigung wird nicht empfohlen, da es hierbei ebenfalls zu Kratzern kommen kann.
  • Sollten sich auf den Platten stärkere, beispielsweise fettige, Verschmutzungen befinden, dann verwenden Sie für die Reinigung benzolfreies Reinbenzin.

Acrylglas auf Acrylglas kleben

In diesem Fall ist es am besten, den ACRIFIX® 1S 0116 oder einen entsprechenden Alleskleber zu verwenden. Der ACRIFIX® 1S 0116 eignet sich vor allem auch für gefärbtes Material.

Acrylglas kleben

Tipp: Wichtig ist, dass die Kanten passgenau und plangeschliffen sind. Nur so ist eine exakte Arbeitsweise möglich, welche zu einem wasserdichten Verkleben führt.

1. Reinigen Sie die Klebeflächen vor dem Klebevorgang noch einmal kurz und lassen Sie sie ausreichend trocknen.

2. Tragen Sie nun den Kleber auf die betreffende Fläche auf. Besonders praktisch ist ein Mittel, welches in einer Tube gekauft wird, da sich die Menge hierbei optimal dosieren lässt.

3. Fügen Sie die zu klebenden Teile sofort aufeinander. Damit sie nicht verrutschen können, fixieren Sie sie mit Klebeband oder einem anderen Hilfsmittel.

4. Nach rund 1 bis 2 Stunden sollte die erste Haftwirkung ausreichend sein. Nun können Sie mit den Teilen hantieren. Die endgültige Aushärtung ist allerdings erst nach mehreren Tagen gegeben.

Tipps zur Auswahl des richtigen Klebers

  • Handelt es sich um farbloses Acrylglas, dann ist der ACRIFIX® 1R 0192 eine gute Wahl. Tragen Sie den Kleber direkt aus der Tube auf. Er ist fugen füllend und kann durch Tageslicht oder Leuchtstofflampen zum Aushärten gebracht werden.
  • Müssen Sie lediglich kleinere Teile miteinander verbinden, dann eignet sich Sekundenkleber auf Cyanacrylatbasis.

Tipps zum Verkleben

  • Achten Sie darauf, dass die zu verklebenden Teile frei von Spannungen sind.
  • Der Klebstoff beziehungsweise dessen Dämpfe sollten nicht in Hohlräume eindringen. Dies könnte zur Rissbildung führen.

Acrylglas auf andere Materialien kleben

Wenn Sie Acrylglas auf andere Materialien kleben möchten, dann ist dies bei vielen Stoffen möglich, wie beispielsweise Metall, Stein oder Glas. Hierfür sind vor allem elastische Klebstoffe geeignet. Sie können auf Silikon-Basis gehalten sein. Beliebte Kleber sind ACRYLGLAS SILICON 400 und Otto Seal S 72.

Plexiglas kleben

Tipps

  • Beachten Sie bei der Auswahl der Klebstoffe und der Anwendung genau die Herstellerangaben und setzen Sie bei Bedarf Haftvermittler ein. Silikonkautschuk beziehungsweise die entsprechenden Dämpfe dürfen nicht in Hohlräume gelangen, um auch hier die Bildung von Rissen zu vermeiden.
  • Geben Sie Silikon-Kautschuke zudem nicht auf spannungsbehaftetes oder kalt gebogenes PLEXIGLAS®. Hierdurch kann es zur Spannungsbildung kommen.

Vorgehensweise:

  • Die Haftflächen müssen gesäubert, staubfrei und trocken sein.
  • Grenzen Sie die Haftzone stark ein. Hierfür können Sie Klebestreifen nutzen.
  • Wenn dies vom Hersteller empfohlen wird, dann behandeln Sie die Kanten beziehungsweise die Flächen mit Haftvermittler.
  • Fixieren Sie die zu klebenden Teile.
  • Tragen Sie den Silikon-Kautschuk mit leichtem Druck auf.
  • Nutzen Sie ein angefeuchtetes Werkzeug und glätten Sie die Klebeflächen.
  • Ziehen Sie den Begrenzungsstreifen ab, sodass sich keine Haut darüber bilden kann.
  • Lassen Sie den Klebstoff ausreichend aushärten. Die genaue Zeit hängt vom gewählten Kleber ab und kann in den Herstellerangaben nachgelesen werden.

Kanten vorbereiten

Nachdem Sie die Plexiglas-Platten zugeschnitten haben, ist es oftmals notwendig, die Kanten vor dem Kleben zu bearbeiten. Durch Schleifen und Polieren erhalten Sie eine glatte Oberfläche, sodass die Teile optimal zusammen gefügt werden können.

1. Schleifen

  • Schleifen Sie stets nass. Dadurch vermeiden Sie Wärmespannungen im Material und die Reibflächen werden geschont.
  • Führen Sie den Schleifvorgang in 3 Stufen durch. Verwenden Sie zunächst einmal eine grobe Körnung (80 bis 240). Anschließend folgt eine mittlere Körnung (400) gefolgt von einer feinen Körnung (600 bis 1000).

Schleifmaschine

2. Polieren

  • Nutzen Sie zum Polieren Pasten, Wachse oder eine klassische Autopolitur. Achten Sie darauf, dass die verwendeten Stoffe sehr weich sind.
  • Entfernen Sie anschließend das Poliermittel und reinigen Sie die Kanten mit Waschbenzin. Dabei ist es wichtig, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen, den Hautkontakt zu vermeiden und Brandgefahren zu eliminieren.

Kanten abziehen und entgraten

Handelt es sich um gefräste oder gesägte Schnittkanten, dann können Sie diese mit einer Maschinenfeile oder eine Ziehklinge entgraten und glätten.

Die Profilierung der Außenkanten

Mit einem Profilfräser mit Kugellager werden die Kanten in die benötigte Form gebracht.

Die richtige Verarbeitung

Damit sich nach der Verarbeitung keine Spannungen aufbauen können, welche zu Schäden führen, müssen Sie das optimale Plattenmaß bestimmen. Planen Sie hierfür ein ausreichendes Wärme- und Feuchte-Dehnungsspiel ein. Wenn Sie die Platten im Innenbereich wasserdicht anbringen möchten, dann sollten Sie pro Meter Länge und Breite 3 Millimeter Spiel berücksichtigen.

Zeichnen Sie alle geplanten Zuschnitte vorher an. Entfernen Sie hierfür den Oberflächenschutz nicht. Markieren Sie die Schnittkanten ausschließlich auf der Folie.

Kosten für das Verkleben

Euro-Zeichen

Der ACRIFIX ® 1R 192 ist in der 100-Gramm-Tube für rund 7 Euro erhältlich. Es handelt sich um ein sehr ergiebiges Produkt, sodass die Kosten für den Klebstoff als gering angesehen werden. Gerade wenn nur Kanten miteinander verklebt werden, ist die Tube ausreichend für mehrere Meter. Allerdings gelten die Preise im Allgemeinen nur für Klebstoffe aus der Tube. Wenn Sie beispielsweise eine Kartusche verwenden möchten, die mit einer Spritzdüse ausgestattet ist, dann steigen die Kosten. Der Vorteil ist, dass Sie den Kleber in der gewünschten Menge präzise auftragen können. Hierbei werden liegen die Preise für 100 Millimeter bei rund 20 Euro. Auch Produkte anderer Hersteller liegen in ähnlichen Preisklassen. Aceton ist günstiger und bereits für 4 Euro pro 250 Milliliter-Flasche erhältlich.

Klebstoff: 7 Euro pro Tube
Autopolitur für die Vorarbeit: 15 Euro (Da nur wenig davon benötigt wird, kann der Rest anderweitig verwendet werden.)
Reinigungsmittel: 10 Euro (Auch hier wird nur wenig benötigt)
Tücher: 1 Euro

Tipp: Oftmals sind große Tücher günstig zu erwerben und können zugeschnitten werden.

Die Kosten erscheinen auf den ersten Blick hoch, allerdings werden in Abhängigkeit von der zu verklebenden Fläche nur geringe Menge benötigt, sodass die Reinigungsmittel und die Politur nicht vollständig aufgebraucht werden.

Tipps für Schnellleser

  • sorgen Sie für glatte Kanten
  • säubern Sie die Platten ausreichend
  • arbeiten Sie spannungsfrei
  • planen Sie ausreichend Spannungsraum ein
  • achten Sie auf eine ausreichende Belüftung
  • tragen Sie Schutzkleidung
  • Kleber auf Silikon-Basis verwenden
  • Silikon-Kleber sind besonders wasserdicht
  • Aceton möglich
  • Klebstoffe vom Hersteller der Platten verwenden
  • fixieren Sie die Teile beim Kleben
  • gut aushärten lassen
  • für Zuschnitte auf Schutzfolie markieren


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