Zimmerpflanzen

Nicht jeder ist mit einem grünen Daumen gesegnet. Das muss man auch gar nicht sein, um die Wohnung mit Zimmerpflanzen erfolgreich verschönern zu können. Ob Grünpflanzen oder solchen mit dekorativen Blüten – es gibt aus jeder Gruppe Arten, die so manchen Pflegefehler verzeihen und einige scheinen überhaupt nicht kleinzukriegen zu sein.

Unter den Grünpflanzen gehören bekannte Vertreter wie der Drachenbaum oder der Jadebaum zu den anspruchslosen Pfleglingen. Efeutute und Grünlilie eignen sich zur Kultivierung als Ampelpflanzen, können aber auch im Topf gepflegt werden. Ein hübscher Blickfang ist das Flammende Käthchen, das oft zu Unrecht als Wegwerfpflanze betrachtet wird. Weihnachtskaktus und Amaryllis sind beliebte Schmuckstücke der Winterzeit und es ist gar nicht schwer, sie über das Jahr zu bringen, so dass sie in der nächsten Saison wieder blühen. Weniger bekannt ist die Mexikanische Dreimasterblume, die nicht nur mit ihren intensiv lilafarbenen Laubblättern die Wohnung verschönert, sondern auch mit ihren kleinen rosa Blüten.

Drachenbaum

Genau genommen handelt es sich um eine ganze Pflanzenfamilie, welche den Namen Drachenbäume trägt, doch meist ist mit diesem Begriff die Dracaena marginata gemeint. Ihr Erscheinungsbild erinnert an eine Palme mit schmalen, spitzen Blättern in großen Büscheln, die der Pflanze ein attraktives Erscheinungsbild verleihen. Es gibt dunkle und hell-dunkel-gestreifte Variationen sowie einige mit schmalen und andere mit breiteren Blättern. Ihre Pflege ist jeweils ähnlich.Drachenbaum

Pflege

Der Drachenbaum verträgt den Standort in schattigen Ecken, in denen kaum eine andere Zimmerpflanze noch gedeihen kann, aber eine Mindestmenge an Licht benötigt er natürlich trotzdem. Er muss nur wenig gegossen werden und verträgt auch einige Trockentage gut. Dauert die Trockenheit allzu lange, wirft der Drachenbaum von unten an begonnen die ersten Blätter ab und spätestens dann sollte er wieder gewässert werden, damit die Krone nicht ausdünnt. Regelmäßiges Drehen der gesamten Pflanze ist wichtig, da die Triebe dem Licht folgen, die mit der Zeit sehr stark in eine Richtung zeigen würden.

Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit trocknen manchmal die Blattspitzen ein. Einmal täglich besprühen schafft hier Abhilfe. Die bereits vertrockneten Spitzen können einfach abgeschnitten werden und die Pflanze sieht wieder gut aus. Da sie nur einen geringen Platzbedarf für die Wurzeln hat, genügt es oftmals, sie einmal direkt nach dem Kauf umzutopfen. Danach ist dies erst nach mehreren Jahren, wenn der Drachenbaum wirklich groß geworden ist, wieder notwendig. Abgesehen von dem verbreiteten Fehler, ihn zu feucht zu halten, kann man bei dem Drachenbaum nicht viel falsch machen, er ist pflegeleicht.

Jadebaum

Der Jadebaum wird auch Geldbaum oder im Volksmund fälschlich Affenbrotbaum genannt. In Wahrheit handelt es sich hier um keinen Baum, sondern um eine Sukkulente, eine Pflanze mit Speicherorganen, die in ihrer Heimat Afrika maximal zweieinhalb Meter groß wird. Die Pflanze ist aufgrund ihrer trockenen Heimat geeignet für Gießmuffel oder Leute, die viel reisen oder Menschen, die ihre Schützlinge mitunter einfach vergessen. Der Jadebaum ist äußerst einfach zu vermehren. Entweder man setzt einen Steckling neben die Mutterpflanze in das Substrat oder einfach ein Blatt, aus dem sich eine neue Pflanze entwickelt.Jadebaum, Geldbaum

Pflege

Aufgrund seiner Herkunft muss der Jadebaum nur wenig gegossen werden, somit ist er sehr pflegeleicht. Im Urlaub ist es nicht nötig, die Pflanze von Bekannten gießen zu lassen. Bei längerer Abwesenheit stellt man sie am besten in den Keller. An kühlen Standorten übersteht ein gesundes Exemplar mehrere Wochen oder gar Monate ohne Wasser, jedoch stellt die Pflanze ihr Wachstum dann gänzlich ein. Nach und nach verliert sie bei Trockenheit ihre Blätter, ansonsten nimmt sie keinen Schaden. Der Jadebaum wird oft als Bonsai kultiviert und hat dann kleinere Blätter und stärker verzweigte Äste.

Wie alle Bonsais benötigt er dann häufigere, kleine Wassermengen als in Topfpflanzenform, da das Substrat nur sehr wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Zwischen den Wassergaben muss die Erde unbedingt vollständig austrocknen und kann ruhig auch einige Tage trocken bleiben, da sonst Wurzelfäule auftreten kann. Die angehenden Jungpflanzen werden genauso gepflegt wie erwachsene Exemplare, sie sollten keinesfalls häufiger gegossen werden, da sie genügend Kraft aus ihren Speicherorganen ziehen. Der Jadebaum verträgt direkte Sonne genau so gut wie einen Standort im Halbschatten. Zu dunkel darf er jedoch nicht stehen. Da er sehr schnell wächst, muss er jedes Jahr umgetopft werden.

Efeutute

Die Efeutute ist eine häufig kultivierte Rankenpflanze mit grünen oder grün-weiß-gescheckten Blättern. In ihrer tropischen Heimat rankt sie bis zu zwanzig Metern hoch und auch im Zimmer können die Triebe eine Länge von mehreren Metern erreichen. Man kann sie entweder an einer Rankhilfe entlangführen oder sie als Ampelpflanzen pflegen. Wenn einige Teile der Triebe genügend Licht bekommen, können die übrigen auch lichtarme und schattige Zonen durchranken, ehe sie wieder in hellere Bereiche kommen. So können Wände dekorativ mithilfe von Spalieren begrünt werden, an denen sich die Efeutute entlangrankt.Efeutute

Pflege

Der Efeutute reicht ein halbschattiger Standort, komplett dunkel sollte es jedoch nicht sein. Bei den gescheckten Formen führt Lichtmangel zu einem Vergrünen der Blätter. Ein Südfenster kann im Sommer jedoch zu Verbrennungen führen. Am besten geeignet als Standort sind ein Ost- oder ein Westfenster. Die Pflanze benötigt relativ wenig Wasser, der Ballen sollte im Kern jedoch nicht vollständig austrocknen. Staunässe darf jedoch ebenfalls nicht vorhanden sein, man sollte also regelmäßig kleine Wassermengen geben. Große Efeututen können sehr viel Wasser benötigen, hier heißt es, die richtige Balance zu finden. Schwer ist das nicht, man muss nur ein wenig probieren. Als Faustregel gilt, dass die obersten zwei Zentimeter vor der nächsten Wassergabe eintrocknen sollten. Sie muss unbedingt ausreichend gedüngt werden, damit die Triebe kräftig und dicht belaubt wachsen können, denn Nährstoffmangel lässt die Efeutute dünn und blattarm werden.

Grünlilie

Die Grünlilie erinnert ein wenig an Grasbüschel mit langen, geschwungenen Blättern. Ihre Blätter sind entweder komplett grün oder mit weißen Streifen versehen, wobei letztere Variation mehr Licht zum Gedeihen benötigt. Sie vermehrt sich über Ableger, die als fertige kleine Pflänzchen an langen Stielen ausgebildet werden. So kann die Grünlilie nicht nur als Topfpflanze, sondern auch als attraktive Ampelpflanze kultiviert werden. Wegen ihrer einfachen Vermehrung ist sie sehr preiswert und häufig kann man sie von Bekannten geschenkt bekommen. Ihre Zähigkeit und ihre Ungiftigkeit für Mensch und Tier machen sie zu einer idealen Zimmerpflanze.Grünlilie

Pflege

Die Erde sollte zwischen den Wassergaben ganz austrocknen können, anschließend wird sie reichlich gewässert, so dass die Erde vollständig durchfeuchtet ist. Überschüssiges Wasser muss aus dem Übertopf abgegossen werden, damit die Wurzeln nicht faulen. Bei guter Pflege wächst die Pflanze schnell und bildet zahlreiche Ableger, die verschenkt, als neue Pflanzen eingesetzt oder einfach an der Mutterpflanze belassen werden können. Die Grünlilie ist eine äußerst dankbare Pflanze und bildet kleine Knollen an den Wurzeln aus, so dass sie auch längere Trockenphasen verzeiht. Selbst wenn die Blätter schon schlaff herabhängen und mehr als die Hälfte vertrocknet sind, kann die Pflanze sich bei guter Pflege innerhalb weniger Wochen vollständig erholen.

Flammendes Käthchen

Dieses attraktive Pflänzchen mit den zahlreichen kleinen Blüten wird meist für nur wenige Euro im Herbst angeboten. Oft wird sie nur eine Saison lang gepflegt, dabei ist es lohnenswert, sie über das Jahr zu bringen.Flammendes Kätchen

Pflege

Als Sukkulente benötigt sie nur wenig Wasser, ihre Pflege ist mit der des Jadebaums zu vergleichen. Weniger ist hier im Zweifelsfall mehr. Sie verträgt die direkte Mittagssonne nur nach Gewöhnung und sollte nicht unbedingt an einem Südfenster stehen. Besser ist ein halbschattiger Standort. Sie braucht nur selten gedüngt zu werden. Bei einer Lichtdauer von nur acht bis neun Stunden beginnt sie wieder zu blühen. Dies kann man ganzjjährig gut erreichen, indem man sie in der übrigen Zeit des Tages in einen Schrank stellt. Auf natürlichem Wege blüht das Flammende Käthchen vom Herbst bis ins zeitige Frühjahr. Die neuen Blüten sind zwar meist nicht so üppig wie bei einer frisch gekauften Pflanze, aber dennoch eine lohnende kleine Augenweide.

Weihnachtskaktus

Entgegen dem, was man anhand des Namens vermuten würde, handelt es sich hier nicht um eine Wüstenpflanze, sondern um ein Gewächs aus den tropischen Regenwäldern, wo der Weihnachtskaktus in den Humusablagerungen von Astgabeln gedeiht. Entsprechend sollten größere Exemplare am besten als Ampelpflanzen kultiviert werden.Weihnachtskaktus

Pflege

Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Blumen- und Orchideenerde oder Blumenerde und Tongranulat. Er verträgt keine direkte Mittagssonne. Im Sommer kann er draußen sehr gut im Halbschatten überdauern. Damit der Weihnachtskaktus im Winter seine herrliche Blütenpracht zur Schau stellt, sollte er im Sommer beste Bedingungen vorfinden. Als Epiphyt (Aufsitzerpflanze) benötigt er keinen sehr großen Topf und nur mäßig viel Wasser, jedoch etwas mehr Feuchtigkeit als ein echter Kaktus. Staunässe ist aber unbedingt zu vermeiden.

Amaryllis

Die berühmte Zwiebelpflanze wird meist in der Vorweihnachtszeit mit großen, intensiv gefärbten Blüten angeboten. Viele Menschen kaufen sie jedes Jahr neu, dabei ist es gar nicht schwer, sie über das Jahr zu pflegen und im nächsten Winter zu neuer Blüte zu bringen.Amaryllis

Pflege

Nach dem Abblühen schneidet man die vertrocknete Blüte ab, aber belässt das Laub. Die Zwiebel sollte in luftigem Substrat stehen, beispielsweise einem Gemisch aus Blumen- und Orchideenerde, damit sie nicht fault. Steht sie in reiner Erde, muss sie zur Hälfte herausschauen und man muss verstärkt auf Staunässe achten. Während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer wird die Amaryllis reichlich gegossen und gedüngt, damit die Zwiebel Kraft für die neue Blüte erhält. Ab August stellt man das Gießen vollständig ein, so dass die Blätter zurücktrocknen. Wenn es so weit ist, wandert die Zwiebel zur Ruhe in den Keller an einen dunklen und kühlen Ort.

Im November wird sie wieder in die Wohnung geholt und in frisches Substrat gesetzt, welches man leicht zu gießen beginnt. Erst, wenn die Blüte und die Blätter herausschauen, kann man die Wassermenge langsam erhöhen. Im Januar zeigt sich, wenn man alles richtig gemacht hat, erneut die wunderschöne Blüte und der Kreislauf beginnt von vorn.

Mexikanische Dreimasterblume

Bei der Mexikanischen Dreimasterblume handelt es sich um eine krautige, sehr ausdauernde Pflanze mit dunkelgrünen bis lilafarbenen Blättern. Das leuchtende Lila der Belaubung zeigt sich jedoch nur, wenn sie in der vollen Sonne kultiviert wird, also an einem Südfenster. Je geringer die Sonneneinstrahlung, umso eher wird das Lila von einem Dunkelgrün verdrängt. Schaden tut dies jedoch nicht. Bei guter Pflege bildet die Pflanze an den Enden zahlreiche kleine rosafarbene Blüten.Mexikanische Dreimasterblume

Pflege

Die Mexikanischen Dreimasterblume ist äußerst einfach zu kultivieren. Das Wichtigste ist ein vollsonniger Standort und ein ausreichend großes Pflanzgefäß. Sie wächst äußerst rasant und bildet große Wurzelballen aus, um die langen Triebe zu versorgen. Es gibt zwei Möglichkeiten der Kultivierung: das regelmäßige Abtrennen der Triebspitzen, die neu eingepflanzt werden, so dass ein buschiges Erscheinungsbild entsteht oder das Belassen der alten Triebe an der Mutterpflanze, so dass sich lange Ranken ausbilden können. Sie sollte selten, aber dann reichlich gegossen werden. Das Substrat muss zwischendurch austrocknen können. Im Sommer bei einem Standort in der prallen Sonne kann bei großen Exemplaren täglich eine Tasse gegossen werden, bei kleineren eine halbe. Da die Pflanze stark wächst ist ein jährliches Umtopfen sinnvoll, damit die Ranken kräftig und reich an Blättern bleiben, sonst werden sie oftmals dürr. Die Vermehrung erfolgt über Stecklinge, die man im Wasserbad anwurzeln lässt.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT