Pflastersteine verlegen – Anleitung für alle Steinarten

Pflastersteine verlegen

Pflastersteine werden im Außenbereich an vielen verschiedenen Stellen verlegt, beispielsweise als Bodenbelag für die Terrasse oder zum Ausbau des Hofes. Die Arbeit kann problemlos selbst ausgeführt werden, sodass sich die Kosten für eine Fachfirma einsparen lassen. Wir zeigen Ihnen, welcher Arbeitsschritte Sie ausführen müssen und welche Kosten Ihnen dadurch entstehen.

Gepflasterte Flächen eignen sich für die Realisierung einer Terrasse, eines Hofes oder eines Weges. Sie sind einfach in der Pflege, da Sie im Gegensatz zu einer Rasenfläche nicht Rasen mähen müssen. Gleichzeitig schaffen Sie einen gepflegten und ansprechend aussehenden Außenbereich. Besonders auffällig sind Muster, welche Sie durch die Steine legen. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Zu den Standard-Verlegearten gehören der Reihenverband, der Diagonalverband und das Bogenpflaster. Weitere Variationsmöglichkeiten bestehen durch die Farbgebung der einzelnen Steine.

Pflastersteine verlegen

Die Materialien:

  • Pflastersteine
  • Feinsplittgemisch oder Sandgemisch
  • Richtschnur
  • Gummihammer
  • langes Holzbrett
  • Besen
  • Wasser
  • Quarzsand

Pflastersteine

1. Der Verlegeplan

Als erstes müssen Sie einen Verlegeplan anfertigen. Die Zeichnung liefert Ihnen eine Anleitung, wie Sie die Steine später anordnen. Sie ist eine notwendige Hilfe und ermöglicht Ihnen überdies, bereits vor Beginn der Arbeit zu sehen, ob das Muster Ihren Vorstellungen entspricht.

Tipp: Einige Händler für Pflastersteine bieten gebührenpflichtig an, handgefertigte Skizzen mittels Computerunterstützung in ein Verlegemuster zu übertragen.

Beim Plan müssen Sie darauf achten, ob Sie unterschiedliche Materialien verwenden oder alle Baustoffe die gleichen Eigenschaften besitzen. Oftmals werden Platten mit Steinen kombiniert, was jedoch zu abweichenden Höhen führt. In diesem Fall muss der Untergrund die dementsprechenden Höhen aufweisen.

2. Die Bettung anlegen

Der Untergrund

Die Grundlage für das Pflastern bildet der Untergrund. Er ist teilweise hohen Belastungen ausgesetzt und muss solide angelegt werden. Die geplante Nutzung ist für die Gestaltung vom Untergrund entscheidend. Handelt es sich um eine Garageneinfahrt, dann müssen Sie bedenken, dass der Weg für das Gewicht der Fahrzeuge zuzüglich aller möglichen Beladungen geeignet sein muss. Handelt es sich hingegen um eine Terrasse, dann ist die Belastung wesentlich geringer. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht, wie Sie den Untergrund für die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten realisieren:

Garageneinfahrt:

  • Steinhöhe 8 bis 10 Zentimeter
  • 5 Zentimeter Edelsplitt (Korngröße: 2 bis 8 Millimeter)
  • 20 bis 25 Zentimeter Schotter (10 bis 45 Millimeter Korngröße)

Terrasse/Wege im Garten/Hof ohne Autoeinfahrt:

  • Steinhöhe 8 bis 10 Zentimeter
  • 5 Zentimeter Edelsplitt (Korngröße: 2 bis 8 Millimeter)
  • 10 bis 15 Zentimeter Schotter (10 bis 45 Millimeter Korngröße)

Die Bettung kann aus Feinsplit oder Sand bestehen (ungebundene Bauweise). Sie können auch gewaschenen Sand und herkömmlichen Zement miteinander mischen (gebundene Bauweise). Das Mischungsverhältnis sollte 3:1 betragen. Tragen Sie die Mischung locker auf die Fläche auf. Die Dicke muss zwischen 3 und 8 Zentimetern liegen. Glätten Sie nun die entstandene Oberfläche und achten Sie darauf, dass sich keine störenden Elemente in der Struktur befinden. Es ist wichtig, dass eine gerade Fläche entsteht. Ziehen Sie mit einem dicken Brett die Oberfläche glatt und achten Sie auf die plane Ausführung.

Was ist der Unterschied zwischen der ungebundenen und der gebundenen Bauweise?

1. Die ungebundene Bauweise gehört zu der traditionellen Vorgehensweise und ist auch heute Standard. Sie verlegen die Steine auf einem Bett aus Sand oder Split. Die Fugen bestehen aus dem gleichen Material wie der Untergrund. Einer der entscheidenden Eigenschaften dieser Bauform ist die Elastizität. Unter Belastung kommt es zu elastischen Verformungen. Temperaturspannungen führen ebenfalls zu Verformungen. Ein weiterer Vorteil ist die Wasserdurchlässigkeit. Nachteilig wirkt sich die Tatsache aus, dass bei starkem Regen der Sand aus den Fugen gewaschen werden kann. Die Steine können dadurch im Laufe der Zeit zu wackeln beginnen.

Split
Ungebundene Bauweise

2. Die gebundene Bauweise arbeitet mit einem Pflasterbett aus Zementmörtel. Es ist nur wenig Dehnung vorhanden, sie wird jedoch nicht vollständig unterbunden. Kommt es zu einer höheren Krafteinwirkung als die materialspezifische Bruchdehnung zulässt, dann können Risse entstehen und einzelne Steine können sich ablösen.

Pflastersteine
Gebundene Bauweise

Tipp: Reaktionsharzfugenmörtel erzeugt eine offenporige Struktur. Er reduziert die Gefahr von Frostschäden. Gleichzeitig beugen Sie Rissen vor.

3. Das Pflastern

Beginnen Sie mit dem Pflastern an der Hausfassade oder eine anderen geraden Kante. Dadurch erhalten Sie Stabilität und Sicherheit bezüglich der Bildung einer geraden Linie. Kleinere Bereiche können Sie in einem Stück bearbeiten. Bei größeren Flächen können Sie eine Unterteilung vornehmen und beispielsweise Bereiche von 2 m x 2m pflastern. Spannen Sie hierfür Richtschnüre in rechten Winkeln so auf, dass Sie sich an den Linien orientieren können und nicht in die Schieflage gelangen.

  • Bauen Sie Dehnungsfugen an den Seiten ein. Die Fugen sollten eine Breite von 4 Millimetern haben. Befinden sich auf dem Hof beziehungsweise der Terrasse andere Einbauten, dann müssen hier ebenfalls Dehnungsfugen eingeplant werden.
  • Legen Sie die erste Reihe entlang der Wand beziehungsweise entlang der Richtschnur. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage die ordnungsgemäße Ausrichtung.
  • Die Fugen müssen zu diesem Zeitpunkt frei von Sand bleiben.
  • Zwischen den Pflastersteinen verbleibt ein Fugenabstand von 3 bis 5 Millimetern.
  • Haben Sie einige Reihen gelegt, dann füllen Sie die Fugen mit Brechsand auf.
  • Kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder mit der Wasserwaage, ob alle Steine korrekt verlegt sind. Kleine Unregelmäßigkeiten zu Beginn setzen sich fort und verschlimmern sich.
  • Arbeiten Sie am besten zu zweit, um die Terrasse zügig und präzise zu pflastern.

Wie kann ich beim Verlegen Muster erzeugen?

Es existieren zwei verschiedene Möglichkeiten, beim Verlegen eine Musterung zu erzeugen. Zum einen können Sie unterschiedliche Steinarten oder Steingrößen verwenden. Dieses Vorgehen ist jedoch mit einer guten Planung und einem erhöhten Aufwand verbunden. Einfacher ist es, unterschiedliche Steinfarben zu nutzen. Legen Sie die Steine in geraden Bahnen und variieren Sie die Farbe der Steine. Wenn Sie einfache Muster erzeugen möchten, dann können Sie hierfür einzelne Bereiche separieren. Fertigen Sie eine Zeichnung für ein Muster an, welches später im Original die Größe 1 m x 1 m hat. Setzen Sie das Muster für die entsprechenden Bereiche um und fügen Sie dadurch mehrere gleichartige Muster nebeneinander.

4. Das Verfugen

Nachdem Sie das Pflaster verlegt haben, müssen Sie für eine gerade und ebene Fläche sorgen. Verwenden Sie einen Gummirüttler, um das Pflaster zu säubern. Viele andere Maschinen würden Beschädigungen an den Steinen erzeugen. Nun können Sie Natursteinkörnungen oder gewaschenen groben Sand verwenden, um die Oberfläche einzuschlämmen. Würden Sie die Körner vor dem Rütteln bereits in die Fugen geben, dann würden durch die Bewegung wieder an die Oberfläche gelangen. Die Rüttelplatte würde die Körner in feine Partikel zerteilen, welche die Steine beschädigen.

Die Fugen zwischen den Steinen müssen durch Einschlämmen geschlossen werden. Verwenden Sie hierfür am besten Quarzsand, da dieser besonders leicht in die Fugen eingebracht werden kann. Für 100 Quadratmeter Fläche benötigen Sie im Durchschnitt rund 12 Säcke Sand. Kehren Sie den Sand mit einem Besen in die Fugen. Nun müssen Sie den Sand nässen. Mit einem Gartenschlauch oder einer Gießkasse sorgen Sie für die Befeuchtung. Den restlichen Sand auf der Oberfläche können Sie abkehren.

Randgestaltung

1. Befestigung durch Randsteine
2. Frischbetonstütze und Auslaufenlassen der Fläche

  • Stütze rund 2 Zentimeter unterhalb der Oberkante vom Pflaster ansetzen
  • Rasen oder Mulch auf die Frischbetonstütze geben

Ausrichtung

In welche Richtung soll ich die Terrasse ausrichten?

Die Wahl des richtigen Ortes für die Terrasse ist sehr wichtig. Haben Sie in diesem Punkt Gestaltungsfreiheit, dann profitieren Sie nach der Fertigstellung von einer sorgfältigen Planung. Die Ausrichtung ist unter anderem für die Nutzung der warmen Sonnenstrahlen und für das Erzeugen von Schatten verantwortlich. Richten Sie die Terrasse nach Osten aus, dann kommen Sie am Morgen in den Genuss der aufgehenden Sonne. Am Nachmittag liegt die Terrasse im Schatten, was vor allem an heißen Sommertagen von Vorteil ist. Nachteilig wirkt sich die Tatsache aus, dass auch am Abend Schatten ist, wo eventuell für den gemütlichen Grillabend etwas Sonnenschein gewünscht wäre. Ist die Terrasse nach Westen ausgerichtet, dann können Sie am Abend die untergehende Sonne beobachten und verbringen den späten Nachmittag im Sonnenschein.

Kosten

Wie kann ich Entwässerungsgebühren einsparen?

Wenn Sie beim Bau einige Punkte beachten, dann können Sie Entwässerungsgebühren einsparen:

1. Punkt: Es darf kein Gefälle zu öffentlichen Flächen vorhanden sein.
2. Punkt: Innerhalb der Flächen darf kein Kanalanschluss oder Kanalablauf vorhanden sein.
3. Punkt: Es darf keine sonstige Einleitung ins öffentliche Netz vorhanden sein.

Beachten Sie jedoch, dass die genauen Vorschriften von den regionalen Gesetzen und Verordnungen abhängig sind und mit den zuständigen Behörden geklärt werden müssen.

Welche Kosten entstehen durch das Pflastern?

Die genauen Kosten schwanken stark und hängen vor allem von den Preisen der gewählten Steine ab. Im Folgenden finden Sie eine Beispielrechnung für das Pflastern einer Terrasse.

Die Terrasse hat eine Größe von 50 m²:

  • Terrassensteine: 30 Euro pro Quadratmeter, also in diesem Fall 50 x 30 Euro = 1.500 Euro
  • Split für den Untergrund: 3 Euro pro Quadratmeter, also 50 x 3 Euro = 150 Euro
  • Terrasseneinfassung (Borde/ 15 Euro pro Stück): 180 Euro
  • Sand: 7 Euro pro Sack, was zu Kosten in Höhe von 6 x 7 Euro = 42 Euro

Es entstehen somit für eine Fläche von 50 Quadratmetern Kosten in Höhe von 1.872 Euro.

Verschiedene Steinarten

Welche Besonderheiten bestehen bei den verschiedenen Steinarten?

Kopfsteinpflaster: Kopfsteinpflaster wirkt besonders locker und gilt als umweltverträglich. Es ist bewuchsfreundlich und optimiert die Regenversickerung. Die meisten Steine sind unregelmäßig geformt, sodass Sie einen breiten Fugenraum einplanen müssen. Zudem ist es entscheidend, auf eine gewisse Gleichmäßigkeit zu achten und die passenden Steine für den jeweiligen Ort auszuwählen. Je nach Beschaffenheit können nasse Kopfsteinpflaster sehr rutschig sein. Es handelt sich um einen reparaturfreundlichen Belag, da einzelne Steine relativ leicht ausgetauscht werden können.

Kopfsteinpflaster

Natursteinpflaster: Natursteinpflaster werden mit einem breiten Fugenabstand angelegt. Sie sind in Bezug auf die Regenversickerung vorteilhaft. Allerdings können Wurzeln durchdringen und es handelt sich um einen atmungsaktiven Untergrund. Dadurch erhöht sich der Bewuchs durch Unkraut und der Aufwand bei der Pflege ist größer.

Kopfsteinpflaster

Granitpflaster: Granitpflastersteine sind in verschiedenen Größen und Farben verfügbar. Sie erzeugen ein besonders natürliches Erscheinungsbild.

Granitpflaster
Granitpflaster

Betonpflaster: Betonsteinpflaster sind oftmals preisgünstiger als Natursteine. Sie verfügen außerdem über eine gleichmäßige Formgebung, was zu einer erhöhten Symmetrie beziehungsweise Regelmäßigkeit führt. Haufwerksporige Betonsteine sind wasserdurchlässig, sodass der Regen im Boden versickern kann. Allerdings ist die Druckfestigkeit geringer als bei herkömmlichen Betonpflastersteinen.

Betonpflaster
Betonpflaster

Soll ich die Pflastersteine selbst verlegen oder eine Fachfirma beauftragen?

Das Verlegen der Pflastersteine können Sie leicht selbst übernehmen. Sie sparen dadurch die Arbeitskosten für die Firma ein und können die Terrasse, den Hof oder den Weg genau so gestalten, wie Sie möchten. Zu zweit geht die Arbeit zügig voran und spielend leicht von der Hand. Die einzig wirkliche Gefahr ist, dass Sie die Oberfläche nicht ebnen, was durch die regelmäßige Kontrolle mit der Wasserwaage leicht möglich ist.

Tipps für Schnellleser

  • gebundene Bauweise oder ungebundene Bauweise
  • Untergrund aus Split oder Zementgemisch
  • Verlegen der Pflastersteine zu Zweit
  • an der Hauswand beginnen
  • Richtschnüre rechtwinklig anbringen
  • mit Wasserwaage immer kontrollieren
  • Fugen lassen
  • nach einigen Reihen Fugen mit Sand auffüllen
  • Fugen einschlämmen
  • Terrasse nach der Sonne ausrichten

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