Pflaster verlegen – DIY Gartenweg aus Pflastersteinen

Pflaster verlegen, DIY Gartenweg aus Pflastersteinen

Ein praktischer Gartenweg mit einem tollen Look. Ein gepflasterter Weg im Garten macht nicht nur einen guten Eindruck. Er ermöglicht vor allem das Durchqueren des Gartens bei jedem Wetter. Die Schuhe bleiben stets sauber und es wird kein Schmutz ins Haus getragen. Einen DIY Gartenweg anzulegen ist einmal ein Projekt, für das man einen Samstag einplanen sollte. Danach ist er aber für Jahrzehnte bereit und trotzt allen Jahreszeiten, Wind und Wetter. Lesen Sie in diesem Text alles, was Sie über das Anlegen von einem Gartenweg wissen müssen.

Arten von Gartenwegen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten von Gartenwegen:

  • Geschüttete Gartenwege
  • Gepflasterte Gartenwege

Geschüttete Gartenwege sind sehr schnell und günstig herzustellen. Sie bestehen ganz einfach aus einer dicken Schicht Kies oder Rindenmulch. Dieser Typ hat den Vorteil, dass es den Boden nicht verdichtet und schnell wie einfach restlos entfernt werden kann. Sie sind optisch jedoch nicht sehr ansprechend und ebenso wenig dauerhaft. Geschüttete Gartenwege werden ständig durchwachsen. Pflegen lassen sie sich nur in mühevoller Handarbeit.

Gepflasterte Gartenwege sind hingegen nicht nur formschön und machen einen professionellen Eindruck. Sie sind zudem sehr dauerhaft und müssen in der Regel nicht erneuert werden.

Pflaster verlegen, Gartenweg aus Pflastersteinen

Gepflasterte Gartenwege

Als Pflastersorten stehen dem Bauwilligen vier Typen zur Auswahl:

  • Natursteinpflaster
  • Ziegelpflaster
  • Betonsteinpflaster
  • Betonsteinpflaster mit Ortschalung

Das Herstellen von einem DIY Gartenweg ist bei den ersten drei Pflastertypen identisch. Die Betonsteinpflaster mit Ortschalung sind zwar etwas langwieriger in der Herstellung. Dafür sind sie optisch aber sehr interessant und besonders einfach zu bauen.

Aufbau

Aufbau von gepflasterten Gartenwegen

Ein gepflasterter Weg ist ein Bauprojekt wie jedes andere auch.

Der Weg besteht aus:

  • Unterbau mit Drainage und Isolation
  • Fundamentschicht
  • Sandschicht
  • Deckschicht aus Pflastersteinen
  • seitliche Abstützung

Der Unterbau hält das Fundament frostfrei und trocken. Die Isolation dient dazu, dass sich keine Wasserlinsen unter dem Weg bilden können. Regenwasser wird durch die offenporige Struktur der Fundamentschicht seitlich abgeleitet. Das Fundament, bestehend aus Frostschutzkies oder Schotter, trägt die Oberschichten, bestehen Sandschicht und Deckschicht. Die Schicht aus Sand erzeugt eine ebene, etwas flexible Decke. Auf ihr werden die Pflastersteine exakt verlegt.

Anleitung DIY Gartenweg

Gartenweg aus Pflastersteinen – Schritt für Schritt

Ein Gartenweg ist ein Bauprojekt wie jedes andere auch. Es bedarf sorgfältiger Planung und Umsetzung, um an ein dauerhaftes, schönes und leistungsfähiges Ergebnis zu kommen. Lesen Sie hier Schritt für Schritt, wie Ihr Gartenweg aus Pflastersteinen zu einem Erfolg wird.

Pflastersteine

Sie brauchen zum Pflaster verlegen in Ihrem Garten:

  • 0,3 m³ Kies pro Meter Gartenweg
  • 0,1 m³ Sand pro Meter Gartenweg
  • Pflastersteine
  • Pflasterfolie
  • Schubkarre
  • Flachspaten
  • Schaufel oder Minibagger
  • Besen
  • ca. 1 Eimer Quarzsand pro 2 Meter Weg
  • Dachlatten, Schnur und Erdfarbe

Pflaster verlegen, Schubkarre

1. Die Planung

Planen Sie sorgfältig den Verlauf und die Breite Ihres Gartenwegs. Denken Sie auch an Anschlüsse für Abzweigungen, die Sie vielleicht später realisieren möchten. Der Platz in einem Garten ist stets begrenzt. Bauen Sie deshalb keine „Autobahn“ – sondern einen Weg, der zwar schön und funktional, aber dennoch so schmal wie möglich ist.

Ein Weg im Garten ist dann besonders reizvoll, wenn er geschwungen verläuft. Lässt die Größe Ihres Gartens einen solchen Verlauf zu, dann testen Sie es. Machen Sie ein Foto von ihrem Garten und zeichnen Sie verschiedene Verläufe ein, bis Sie das schönste und praktischste Profil gefunden haben.

Für die Breite können Sie sich an folgenden Richtwerten orientieren:

  • Weg von der Straße zum Hauseingang: 1,20 – 1,50 Meter
  • Weg zur Terrasse oder zum Gartenhäuschen: 0,8 Meter
  • Weg zum Komposthaufen oder Blumenbeet: 0,4 Meter

Der Weg zur Straße wird am häufigsten benutzt. Außerdem werden über ihn sämtliche Möbel transportiert, die ins Haus sollen. Deshalb sollte dieser Weg breit und gerade angelegt sein. Ein Weg zur Terrasse oder zum Gartenhäuschen sollte so breit sein, dass zwei Personen nebeneinander gehen können. Der Weg zum Komposthaufen, zum Blumenbeet oder anderen, weniger häufig besuchten Stellen im Garten, kann deshalb sehr schmal gewählt werden.

Kompost - Holzkiste

Ein weiteres Maß ist der Abstand zu Hecken, Mauern, Wäldchen oder Grenzzäunen. Mit ca. 30 cm hat man genügend Bewegungsfreiheit, um den Weg bequem passieren zu können.

2. Das Schnurgerüst

Die Planung ist fertig, nun soll gebaut werden. Dazu wird entlang des geplanten Wegs ein Schnurgerüst gebaut. Beginnen Sie erst mit einer Seite. Dann messen Sie die Breite und setzen die Pfähle jeweils gegenüber. Das Schnurgerüst markiert den exakten Verlauf des Wegs. Außerdem gibt die Höhe der Schnur die Oberkante des Pflasters vor. Die Schnur kann etwas höher angesetzt werden. Sie sollte aber stets gerade sein bzw. parallel zum Bodenprofil verlaufen. Entlang der Schnur wird der Verlauf mit Erdfarbe gesprüht.

3. Ausschachten

Zunächst wird die Grasnabe abgetragen. Dazu wird entlang der Breite des Wegs plus ca. 20 cm Breite entfernt. Eine Tiefe von 50 cm Ausschachten ist erforderlich, um die notwendige Frostsicherheit herzustellen. Frost kann einen Gartenweg schnell zerstören, dann war das mühevolle Pflaster verlegen ganz umsonst. Das verhindern Sie, in dem Sie beim Ausschachten die Mindesttiefen beachten. Je nach Länge des Gartenwegs kann hier ein Minibagger hilfreich sein.

Pflaster verlegen, Grasnabe abtragen

4. Grube ebnen

Es ist empfehlenswert, die Baugrube jetzt einmal mit einem Stampfer einzuebnen. Der Boden wird dadurch fest und tragfähig.

5. Folieren

Nun wird Frostschutzfolie ausgelegt. Die Überlappung der einzelnen Bahnen sollte mindestens 30 cm betragen, idealerweise 50 cm.

6. Begrenzung setzen

Pflastersteine benötigen eine seitliche Abstützung, damit sie nicht im Lauf der Zeit weg rutschen. Dafür bietet der Handel Tiefbords oder L-Steine an. Sie werden gesetzt, bevor das Kiesbett ausgelegt wird. Es gibt jedoch auch Begrenzungen in Form von Kunststoff-Winkeln. Diese werden erst gesetzt, wenn das Kies- und das Sandbett gelegt sind. Das macht das Pflaster verlegen wesentlich einfacher.

7. Kiesbett auslegen

Als Fundamentmasse wird lockerer, Bindemittel freier Frostschutzkies oder Schotter verwendet. Beton ist ungeeignet, da er nur sehr aufwändig wieder zurück zu bauen wäre. Wenn sich die Pläne für das Grundstück ändern, kann der Kies einfach wieder weg gebaggert werden. Als Dicke sind 10 cm ein Mindestmaß, optimal sind ca. 30 cm. Das Kiesbett wird gleichmäßig verteilt und anschließend ebenfalls mit Stampfer oder Rüttelplatte verdichtet.

Entlang des Wegs sollte ein Gefälle von ca. angelegt werden, damit Regenwasser abfließen kann. Hierfür können Sie sich am Schnurgerüst orientieren. Ein Gefälle von 2° bedeutet ein Absinken des Bodenprofils von 2 Metern auf 100 Metern länge – oder von 2 cm pro Meter Gartenweg. Wenn Sie mit Kunststoff-Winkeln zur seitlichen Abstützung arbeiten möchten, ist das Einbringen der Elemente der letzte Schritt vom Gründen.

Pflaster verlegen, Schotter ausbringen

8. Sandbett legen

Auf das Kiesbett kommt ein Sandbett von ca. 10 cm Stärke. Es gibt der Grundschicht einen geraden, sauberen Abschluss und macht sie bereit zur Aufnahme der Pflastersteine.

Pflaster verlegen, Sand für das Sandbett

9. Steine verlegen

Die Steine werden trocken Stoß an Stoß verlegt. Achten Sie beim Verlegen darauf, dass Sie keine Kreuzfugen bilden. Eindringendes Wasser und Vibrationen durch Begehen haben es so leichter, die Steine zu lockern. Achten Sie auf eine absolut ebene Deckschicht. Mit einem Gummihammer lassen sich die Pflastersteine noch etwas absenken. Hier müssen Sie beim Pflaster verlegen sehr korrekt vorgehen, sonst bauen Sie sich Stolperfallen ein.

Pflaster verlegen, Steine verlegen

10. Einsanden

Die Zwischenräume der Pflastersteine werden mit feinem Quarzsand aufgefüllt. Zunächst wird der Sand verteilt und anschließend in die Fugen gekehrt. Wenn Regenwetter angekündigt ist, sollten Sie den Sand einige Tage auf dem Gartenweg aus Pflastersteinen liegen lassen. Der Regen sorgt dann dafür, dass der Quarzsand in Ihren DIY Gartenweg eingespült wird. Anschließend wird der überschüssige Quarzsand abgekehrt. Sie können den Sand auch mit einem Gartenschlauch einspülen.

Gartenweg pflegen

Ein gepflasterter Weg verwittert mit der Zeit. Es setzten sich Staub und Moos an ihm fest. Diese lassen sich zwar sehr gut mit einem Hochdruckreiniger wieder entfernen. Jedoch wird dabei meist die Sandfüllung aus den Fugen heraus gespült. Wenn Sie Ihrem gepflasterten Weg eine gründliche Reinigung zukommen lassen wollen, kalkulieren Sie das anschließende Einsanden wieder mit ein.

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