Parkett wird heute zunehmend immer beliebter. Viele Hausbesitzer haben allerdings etwas Angst, dass Parkett sehr empfindlich sein könnte. Dabei ist Parkett im Prinzip eher etwas für Putzfaule, denn Sie sollten es so wenig wie möglich und so trocken wie möglich reinigen. Hier zeigen wir Ihnen die praktischen Hausmittel für die Parkettpflege im Test.

Bei der Reinigung von Parkett wird zwischen versiegeltem und unversiegeltem Parkett unterschieden. Wurde das Parkett mit Lack vollständig versiegelt, haben Sie bei der Reinigung grundsätzlich weniger Probleme und dürfen auch etwas mehr Wasser verwenden. Unversiegeltes Parkett erfordert bei der Pflege jedoch viel mehr Aufmerksamkeit und Vorsicht. Ob Essig, Tee oder Mikrofaser, alle Empfehlungen aus der Abteilung Hausmittel haben in bestimmten Fällen bei der Parkettreinigung auch ihre Schattenseiten. Welche der zahlreichen Hausmittel den Boden wirklich sorgsam pflegen und wie effektiv die einzelnen Methoden dabei sind, zeigen wir Ihnen hier.

Das benötigen Sie:

  • Eimer
  • weicher Besen
  • weiche Tücher / Baumwolltücher
  • Wischmopp
  • Bodenwischer mit Auswringsystem
  • Staubsauger mit Parkettdüse
  • Holzbodenseifen
  • Holzwachs
  • Holzöl
  • Essig
  • Tee
  • Einmaltücher trocken
  • Einmaltücher nass

Parkettboden – lackiert oder gewachst

Ein gewachstes oder geöltes Parkett muss beim Reinigen immer etwas nachgepflegt werden. Besonders das Wachsen des Parkettbodens dauert eine Weile und muss spätestens alle paar Monate im Rahmen der normalen Parkettpflege durchgeführt werden. Sie sollten schon bei der Verlegung des Parketts überlegen, ob Sie später überhaupt die Zeit aufbringen können, um den Boden so umfangreich zu pflegen. Schließlich müssen dazu meistens auch die Möbel zur Seite gerückt werden. Sehr viel pflegeleichter ist ein lackierter Parkettboden, da er auch eine feuchte Reinigung nicht übel nimmt. Bei einem geölten oder gewachsten Parkettboden, besteht die beste Parkettbodenpflege darin, dass keiner den Boden mit Straßenschuhen betritt.

Schmutz auf dem Parkett
Schmutz auf dem Parkett

Tipp: Um das Parkett zu schonen, sollten Sie im Flur Gästepantoffeln in verschiedenen Größen bereitstellen. Meist gibt es komplette Sets von derartigen weichen Pantoffeln mit einer sogenannten Pantoffelgarage zu kaufen.

Das mag nicht übermäßig stylish sein, verfehlt aber nicht seine Wirkung beim Schutz des Parketts. Sie können die Sache auch etwas aufstylen, indem Sie selbst bunte Schuhschützer nähen. Sie kennen sicher die fertigen blauen Schuhschoner, die in neuen Wohnungen wie kleine Müllsäcke neben der Tür bereitliegen. Aus alten Bettbezügen können Sie schönere Exemplare selbst nähen, die über jeden Schuh passen und trotzdem den Boden schonen.

Hausmittel für die Parkettpflege und ihre Wirksamkeit

Wenn Sie nicht mit Straßenschuhen auf den Parkettboden gehen, dann ist es oft gar nicht erforderlich, ein Reinigungsmittel in das Wischwasser beim Reinigen zu geben. Verwenden Sie bei einem Holzboden niemals heißes Wasser und geben Sie nur wenig hochwertige Holzseife ins Wischwasser. Die meisten Wischmopps lassen sich nicht stark genug auswringen, um damit ein Parkett wirklich nur nebelfeucht zu wischen. Sie sollten daher ein Mikrofaserbodenwischsystem verwenden, das über einen automatischen Auswringer im Eimer verfügt.

0. Grundreinigung

Eine normale Grundreinigung sieht wie folgt aus:

  • Boden mit weichem Besen oder Baumwollmopp kehren / Staubsaugen mit Parkettdüse
  • lauwarmes Wischwasser mit einigen Tropfen Holzseife
  • Boden so trocken wie möglich überwischen
  • eventuell mit trockenem Tuch nachwischen
Verwendung von Holzseife
Verwendung von Holzseife

Es gibt bei der Parkettreinigung einige absolute No-Go’s. Dazu gehört natürlich ein Dampfreiniger, aber auch Chlorreiniger oder andere chemische Substanzen, sollten vermieden werden. Außerdem sind schabende Reinigungsgeräte auf dem Parkett nicht erwünscht. Viele Hausfrauen raten wegen der speziellen Faserart auch von Mikrofasertüchern ab. Doch da kommt es im Grunde nur darauf an, welche Art von Mikrofasertuch Sie verwenden. Es gibt durchaus grobe Bodentücher, die eher für Fliesen oder Steinböden geeignet sind. Im Handel sind aber auch sehr weiche flauschige Bodentücher, die speziell für Parkettböden entwickelt wurden.

Geöltes Parkett

Bei einem geölten Parkett ist die Holzbodenseife nicht zu empfehlen, da sie im Laufe der Zeit auf dem Öl eine kleine Schicht hinterlassen kann. Dadurch wirkt der Boden dann etwas stumpf und grau. Sie können den Boden außerdem nicht nachölen, wenn Sie ihn mit Parkettseife oder Holzbodenseife reinigen. Dann müssen Sie zuvor einen speziellen Reiniger nutzen, der mühsam die alte Seifenschicht wieder entfernt. Statt der Holzseife gibt es für den geölten Boden ein spezielles Pflegeöl, das ähnlich wie eine Hautpflege die Natürlichkeit des Holzes für längere Zeit erhält.

Tipp: Bei einem neuen geölten Boden sollten sie mit der Parkettreinigung ohnehin einige Wochen warten. Fegen Sie während der ersten Wochen nur trocken über das Holzparkett, da das Öl eine Weile benötigt, bis es wirklich vollständig eingezogen ist. Wenn Sie nun über das oberflächlich noch vorhandene Öl mit einer Holzseife wischen, bilden sich Schlieren und hässliche graue Putzstreifen. Daher sollten Sie eine Weile warten, bevor Sie den geölten Boden nass reinigen.

1. Tee für Farbsicherheit

Mit Tee pflegen Sie das Parkett und verhindern gleichzeitig das Ausbleichen des Holzes. Ob Sie nun die Reste von Ihrem Morgentee aufbewahren oder einfach die Teebeutel ins Wischwasser werfen, die Intensität der Tee und Wassermischung sollte unbedingt auf die Farbe des Holzes angepasst werden. Bei einem hellen Ahornparkett sollten Sie auf diese Methode aber gänzlich verzichten. Doch ansonsten unterstützt Tee sehr schön die natürliche Holzfarbe, vor allem bei gewachsten oder geölten Böden. Der Boden bekommt einen perfekten Holzglanz, den Sie sonst kaum erzielen können.

Tee frischt das Parkett farbig auf
Tee frischt das Parkett farbig auf

Tipp: Helle Flecken können Sie mit schwarzem Tee ausgleichen. Haben Sie irgendwo einen hellen Fleck auf dem Parkett, können Sie diesen nach und nach wieder in die ursprüngliche Farbe färben. Dazu legen Sie lauwarme leicht feuchte Teebeutel immer wieder auf die betroffene Stelle. Sollte es sich um eine ganz kleine Stelle handeln, tupfen Sie nur mit einem Pinsel etwas Tee auf die verblichene Stelle. Lassen Sie die Stelle zwischendurch immer wieder vollständig trocknen, damit das Holz nicht zu dunkel wird.

2. Essig beseitigt Flecken

Essig ist ein tolles Produkt, um Flecken auf Holz zu entfernen. Leider ist Essig etwas schwierig in der Anwendung und kann schnell selbst einen großen Schaden anrichten. Zu viel Essig lässt das Holz austrocknen und hellt es stark auf. Sie sollten zunächst etwas Essig auf einen weichen Baumwolllappen geben und die Stelle beziehungsweise den Fleck damit eintupfen. Tragen Sie dazu aber Handschuhe aus Gummi, der Essig schädigt sonst die Haut sehr stark.

"Wunderwaffe" Essig beseitigt Flecken
„Wunderwaffe“ Essig beseitigt Flecken

Sogar wenn der Hund sich auf dem Boden erleichtert hat, lässt sich dieser nasse Fleck auf dem Holz mit etwas Essig beseitigen. Wischen Sie möglichst schnell die Bescherung mit Küchenpapier auf, damit das Holz nicht noch mehr davon aufsaugt. Dann tupfen Sie die betroffene Stelle je nach Intensität mit purem Essig ein. Auch wenn der Hundeurin bereits in das Holz eingezogen ist, können Sie mit Essig aus der dunklen schlecht riechenden Stelle eine helle trockene und durchaus saubere Stelle machen. Eventuell müssen Sie zwar später noch die Farbe des Holzes wieder angleichen, doch der unangenehme Teil der Verschmutzung ist durch den Essig wenigstens aus dem Holz herausgesaugt worden.

3. Bohnerwachs

Früher wurde jeder Boden mit Bohnerwachs behandelt. Beim Pflegen eines Holzbodens kann das Bohnerwachs auch heute noch gute Dienste leisten, weil die Poren des Parkettbodens damit regelrecht für einige Zeit versiegelt werden. Doch wenn Sie einzelne Läufer oder kleine Teppiche auf dem Parkett auslegen möchten, sollten Sie keinesfalls mit Bohnerwachs arbeiten. Der Läufer würde auf dem glatten Boden ständig wegrutschen und der Boden so zu einer regelrechten gefährlichen Rutschbahn werden. Heute gibt es ohnehin einfachere Methoden, um den Parkettboden zu pflegen, denn meist müssen Sie recht lange bohnern oder polieren.

Wachs
Wachs

4. Bodentücher für einmaligen Gebrauch

Eigentlich ist es natürlich kein Hausmittel, doch die neuen Einmaltücher sind besonders für Parkettböden sehr gut geeignet. Es gibt sehr weiche Bodentücher, mit denen Sie das Parkett trocken pflegen können. Der Vorteil ist, dass Sie nicht immer wieder den alten schmirgelnden Schmutz der letzten Reinigung über den Parkettboden schieben. In einem Besen bleibt schließlich immer etwas Sand hängen. Der Boden wird also nicht nur sauberer, sondern auch geschützt vor Schrammen und Kratzer durch Sand und kleine Steinchen.

Ähnlich wie die trockenen Tücher gibt es ebenfalls sehr weiche leicht feuchte Bodentücher. Da diese Tücher immer nur nebelfeucht sind, können keine Schäden durch eine zu große Menge Putzwasser auf dem Boden entstehen. Nach dem Gebrauch werden die Tücher einfach in den Müll geworfen. Das mag nicht die günstigste Art der Parkettpflege sein, aber da Parkett schließlich auch erheblich teurer in der Anschaffung ist als andere Böden, lohnt sich die Nutzung dieser Bodentücher für den einmaligen Gebrauch durchaus.

Parkett-Tuch

Tipps für Schnellleser

  • Vorreinigung nur trocken mit weichem Besen
  • Staubsaugen nur mit Parkettdüse / Borstenaufsatz
  • Wischen ohne Chemie / nur nebelfeucht
  • neuen geölten Boden nur trocken reinigen
  • gewachstes Parkett ab und an nachwachsen
  • Tee erhält Holzfarbe und Glanz
  • Tee färbt kleine helle Flecken ein
  • Handschuhe tragen bei Arbeit mit Essig
  • Essig entfernt dunkle Flecken aus Holz
  • Essig sparsam und vorsichtig anwenden
  • flüssigen Schmutz mit Küchentuch aufsaugen
  • grobe Verunreinigungen mit purem Essig einweichen
  • trockene Einmaltücher verteilen keinen alten Schmutz
  • nasse Einmaltücher reinigen schonend und nebelfeucht

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