Holzparkett ist ein ansehnlicher und edler Bodenbelag, der häufig im Wohnbereich und weiteren Räumen des täglichen Lebens verlegt wird. Doch leider ist Holz ein recht weicher Stoff, sodass es immer wieder zu Kratzern und Abschürfungen kommen kann. Gebrauchsspuren sind unumgänglich und daher ist es notwendig, den Parkettboden nach einigen Jahren zu renovieren. Diese Arbeiten können Sie mit unserer Anleitung problemlos in Eigenregie durchführen.

Sollte Ihr Parkettboden im Laufe der Zeit Kratzer und Dellen erhalten haben, verschmutzt sein und Verfärbungen aufweisen oder stumpf geworden sein, so ist eine Renovierung nötig. Diese Renovierung können Sie anhand unserer Anleitung leicht selbst durchführen. In nur neun Schritten erhält Ihr abgenutzter Parkettboden einen neuen Glanz. Da Parkett eine Dicke von 2,5 bis 6 mm besitzt, können Sie dieses problemlos mehrfach abschleifen, ohne das es porös oder brüchig wird. Mit einer anschließenden Schicht aus Grundierung und Versiegelung geben Sie dem Parkett einen Schutz, sodass Sie länger Freude an Ihrer getanen Arbeit haben werden.

Material

  • Folie
  • Klebeband
  • Schleifpapier
  • Fugenkitt
  • Holzpflege
  • Schutzmaterial für Holzparkett
  • Werkzeuge
  • Schleifmaschine
  • Staubsauger
  • Spachtel
  • Hammer
  • Meißel
  • Lackroller oder Flächenstreicher

Schritt 1: Wohnraum vorbereiten

Vor der eigentlichen Arbeit am Parkett müssen Sie den zu behandelnden Raum vollständig vorbereiten, damit Sie bei der späteren Arbeit keine Rücksicht mehr auf das Mobiliar oder die Raumausstattung nehmen müssen. Sie sollten alle Möbelstücke, soweit es möglich ist, aus dem Raum schaffen. Größeres Mobiliar, welches sich nicht entfernen lässt, sollten Sie mit Malerfolie behängen und gut abkleben. Beim Schleifen entstehen Staub und Schmutz, wovor die Möbel geschützt werden sollten. Gleiches gilt für Gardinen, Vorhänge oder sonstigen Fenster- und Wandschmuck. Ein zweiter Schritt ist das Entfernen der Sockelleisten, damit der Schleifprozess über die gesamte Parkettfläche durchgeführt werden kann. Zum Entfernen benötigen Sie Hammer und Meißel. Setzen Sie den Meißel vorsichtig hinter die Leiste und hauen Sie diesen mit dem Hammer ein. Die Sockelleiste löst sich so von der Wand. Bei angeschraubten Leisten entfernen Sie einfach die Schrauben. Im letzten Schritt muss das Parkett gründlich abgefegt werden. Es dürfen keine Metallgegenstände zurückbleiben, was insbesondere auf die Nägel von den Sockelleisten zutrifft, da diese sich beim Abschleifen entzünden könnten. Außerdem sollte der Parkettboden glatt und frei von störendem Schmutz sein, sodass zum Abschluss immer gründlich gesaugt werden sollte.

Sockelleisten entfernen
Sockelleisten entfernen

Tipp: Es ist nicht auszuschließen, dass auch Tapeten oder Decken mit einem Schmutzfilm belegt werden. Sollte es sich um hochwertige Produkte handeln, sollten diese sicherheitshalber ebenfalls abgedeckt werden.

Schritt 2: Die Schleifmaschine

Zum Abschleifen von Parkett benötigen Sie eine Schleifmaschine. Da diese in den seltensten Fällen zum Heimwerkerbestand gehört, muss eine Maschine geliehen und der Umgang mit dieser erlernt werden. Das Leihen erfolgt im Fachhandel für Heimwerkerbedarf oder im Baumarkt. Lassen Sie sich die Anwendung der Maschinen genau erklären und schreiben Sie sich die Einstellungen mit. Achten Sie außerdem auf eine ausgedruckte Anleitung. Sollte der Verkäufer nicht selbst darauf kommen, so fragen Sie nach dem Austausch des Schleifpapiers, da Sie während der Parkettbehandlung mit unterschiedlichen Körnungen arbeiten werden. Bei der Körnung ist es wichtig zu wissen, dass eine geringe Zahl einen groben Schliff verursacht und eine hohe Zahl einen feineren Schliff. Eventuell besitzt der Baumarkt eine Testplatte, auf der Sie die Schleifmaschine kurz ausprobieren können. Dies hilft Ihnen, die Geräteführung besser kennenzulernen. Auf jeden Fall sei an dieser Stelle bereits gesagt, dass das Gerät immer erst bei voller Schleifumdrehung auf den Untergrund treffen darf, da sich ansonsten ein Ansatz deutlich abzeichnet.

Tipp: Geben Sie bereits beim Ausleihen die gewünschte Körnung (24 und 36) an und lassen sich diese einstellen. Hierdurch sparen Sie sich einen Wechselvorgang des Schleifpapiers.

Schleifmaschine
Schleifmaschine

Schritt 3: Der erste Schleifschritt

Der erste Schleifdurchgang dient dazu, die alte Lackierung oder Ölung des Parkettbodens komplett zu entfernen. Außerdem werden Verfärbungen einfach weggeschliffen. Es handelt sich hier um einen Grobschliff, der mit einer Körnung von 24 und 36 durchgeführt wird. Beim ersten Schliff gehen Sie diagonal zur Maserung vor. Sie starten die Schleifmaschine und senken das Schleifpapier bei voller Geschwindigkeit auf den Boden. Anschließend gehen Sie den Boden Bahn für Bahn mit der Maschine ab. Bleiben Sie dabei auf keinen Fall länger auf einer Stelle stehen, da sonst Vertiefungen eingeschliffen werden. Fahren Sie mit der Schleifmaschine so nah wie möglich an die Wand heran. Ein unbehandelter Raum wird aber dennoch entstehen, da die Maschinen nicht bis an die jeweilige Wand herankommen. Im Anschluss an den Schleifschritt saugen Sie den Parkettboden gründlich ab. Es sollten keine Staubreste mehr vorhanden sein.

Tipp: Setzen Sie sich eine Atemschutzmaske der Filterklasse P3 auf und tragen Sie eine Schutzbrille. Hierdurch werden Sie nicht durch aufkommenden Staub belästigt.

Schritt 4: Der zweite Schleifschritt

Wechseln Sie die Körnung der Maschine nach Gebrauchsanleitung aus und bestücken Sie die Schleifmaschine mit einer feineren Körnung der Stärke 60. Schleifen Sie im zweiten Schritt ebenfalls diagonal, aber in die entgegengesetzte Richtung des ersten Schleifschritts. Ansonsten unterscheidet sich der Schleifprozess nicht gegenüber dem ersten Durchgang. Ebenfalls gehört ein gründliches Saugen der Staubpartikel erneut zu den Abschlussarbeiten dieses Schritts.

Schleifmaschine
Schleifmaschine

Schritt 5: Parkett ausbessern

Bevor nun der dritte und abschließende Schleifprozess startet, sollten Sie das Parkett auf Fehler und Risse hin untersuchen. Diese lassen sich bei einer kleinen Größe sehr gut selbst ausbessern. Hierzu benötigen Sie Fugenkitt aus dem Baumarkt. Aus dem Staubsaugerbeutel entnehmen Sie eine gewisse Menge Staub vom Schliff mit der Körnung 60. Rühren Sie im Verhältnis ein Teil Staub zu einem Teil Fugenkitt eine Masse an und befüllen Sie anschließend die feinen Risse. Entfernen Sie Überschüsse der Masse mit einem Spachtel und ziehen alles glatt. Achten Sie nun darauf, dass alle Risse im gesamten Parkettboden behandelt werden und die Unebenheiten geschlossen werden. Geben Sie dem Kitt im Anschluss einige Zeit zum Aushärten, wobei Sie sich an die Zeit aus der Anleitung auf der Verpackung stützen können.

Tipp: Sollte sich das Loch nicht gut mit der angerührten Masse befüllen lassen, erhöhen Sie den Anteil des Kitts gegenüber dem Staub, da hierdurch die Masse flüssiger wird und besser in die Risse läuft.

Schäden im Parkett ausbessern
Schäden im Parkett ausbessern

Schritt 6: Der dritte Schleifschritt

Im wahrsten Sinne des Wortes folgt nun der Feinschliff. Wechseln Sie das Schleifpapier auf eine Körnung mit der Stärke 100. Der letzte Schleifdurchgang erfolgt nicht mehr diagonal, sondern quer oder längs. Es ist sinnvoll der längsten Raumseite zu folgen, wodurch Sie weniger Bahnen ansetzen müssen und längere Wege hintereinander haben. Sie werden nun beim Schleifen bemerken, wie die raue Oberfläche durch die feine Körnung einen glatten Schliff erhält. Staubsaugen können Sie an dieser Stelle unterlassen, wenn Sie direkt mit Schritt 7 fortfahren.

Schritt 7: Ecken und Ränder

Im Idealfall haben Sie eine weitere Maschine geliehen: die Tellerschleifmaschine. Diese ist kleiner als die Parkettschleifmaschine und kommt besser in zuvor nicht erreichte Bereiche. Ebenfalls gibt es spezielle Ränder- und Eckenschleifmaschinen, mit denen Sie besonders gut an den Raumwänden arbeiten können. Für alle drei Spezialmaschinen gilt der gleiche Ablauf, wie mit dem großen Parkettschleifer. Zunächst führen Sie einen Schleifschritt mit Körnung 24 und 36 durch. Dann saugen Sie den Untergrund ab und wiederholen alles mit Körnung 60. Anschließend kitten Sie mögliche Risse und führen den Feinschliff mit Körnung 100 durch.

Tipp: Bei der Leihe gleich eine Tellerschleifmaschine mitbestellen, um hierdurch einen besseren Preis zu verhandeln.

Schritt 8: Parkett versiegeln

Damit Sie Ihren Parkettboden dauerhaft schützen, versiegeln Sie diesen in einem abschließenden Schritt. Zuvor muss der Boden jedoch mehr als gründlich von jeglichem Schmutz und Staub abgesaugt werden. Anschließend folgt die Grundierung. Sie starten mit der Grundierung am Rand mit einem breiten Pinsel. Dann folgt die Versiegelung des gesamten Parketts mit einem Lackroller. Es ist wichtig, dass bei dieser Arbeit nass in nass gearbeitet wird, damit keine Ränder zu erkennen sind. Geben Sie der Grundierung zwei Stunden Zeit zum Trocknen und tragen im Anschluss erst die Versiegelung auf. Sie sollten circa einen Liter auf 10 Quadratmeter pro Versiegelungsdurchgang auftragen. Schauen Sie beim Versiegeln immer wieder gegen das Licht über den Boden, um so festzustellen, ob Sie flächendeckend und sauber arbeiten. Die Versiegelung benötigt nun 8 bis 10 Stunden zum Trocknen. Für ein besonders gutes Ergebnis sollten Sie nach der ersten Versiegelung noch einmal mit der Schleifmaschine und einer Körnung von 120 über das Parkett gehen. Hierdurch wird der Boden besonders glatt. Achten Sie darauf, dass Sie den Boden anschließend wieder absaugen. Danach folgt die zweite Schicht der Versiegelung, die wie die erste Schicht aufgetragen wird. Nach einer erneuten Trockenphase sollte noch eine dritte Schicht aufgetragen werden, bis der Parkettboden fertig versiegelt ist.

Tipp: Achten Sie beim Trocknen der Versiegelung darauf, dass kein Staub im Raum aufgewirbelt wird, da dieser ansonsten auf dem Boden kleben bleibt.

Parkett versiegeln
Parkett versiegeln

Schritt 9: Abschlussarbeiten

Die Versiegelung benötigt nun ausreichend Zeit zum Härten. In dieser Zeit sollte keine direkte Sonnenstrahlung den Parkettboden treffen, da der Lack ansonsten Blasen werfen könnte. Nach 24 Stunden können Sie damit beginnen, die Sockelleisten wieder anzunageln oder anzuschrauben. Beim anschließenden Einräumen der Möbel sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht mit den Möbeln über die Versiegelung rutschen, da diese noch aufreißen könnte. Wenn zu Ihrem Mobiliar Teppiche gehören, ist es sinnvoll, diese erst nach einer längeren Zeit wieder zu verlegen. Zur Sicherheit sollte eine ganze Woche gewartet werden, da Sie erst nach dieser Zeit sichergehen können, dass die Versiegelung ausgehärtet und das Parkett fertig zum Bewohnen ist.

Tipps für Schnellleser

  • Raum so gut es geht leeren
  • Schweres Mobiliar gut abdecken
  • Sockelleisten komplett lösen
  • Schleifmaschine leihen und Funktion studieren
  • Parkettboden von Schmutz und Staub befreien
  • Grobschliff durchführen mit Körnung 24 diagonal
  • Erneuter Schliff mit Körnung 60 diagonal
  • Risse mit Fugenkitt ausspachteln
  • Feinschliff mit Körnung 100 quer
  • Ecken und Ränder abschleifen
  • Grundierung auftragen
  • Versiegelung mehrfach auftragen
  • Sockelleisten wieder anbringen
  • Raum nach Aushärtezeit einräumen

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