In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie in wenigen Schritte einen Papierbogen selbst herstellen können. Das Papierschöpfen ist eine einfache Möglichkeit, Zeitungspapier wieder zu verwenden und gleichzeitig kreative Geschenke herzustellen. Selbst gebastelte Karten erfreuen sich bei den Beschenkten einer großen Beliebtheit und werden dem Anlass entsprechend gestaltet. Lesen Sie, wie Sie zunächst einmal den Schöpfrahmen basteln, welche Materialien Sie benötigen und welche Arbeitsschritte notwendig sind.

Das Papierschöpfen ist bereits seit langem bekannt und wird dazu genutzt aus Altpapier neue Papierbögen herzustellen. Im Grunde genommen ähnelt das Verfahren der industriellen Herstellung von Recyclingpapier. Allerdings werden bei den gewerblichen Abläufen häufig noch chemische Substanzen eingesetzt oder es wird ein Reinigungsprozess durchlaufen. Diese Schritte dienen dazu, das Papier aufzuhellen und von unerwünschten Fremdkörpern zu befreien. Bei der heimischen Herstellung wird auf diesen Schritt jedoch verzichtet, da es sich um ausgewähltes Zeitungspapier handelt und der dunkler wirkende Farbton erwünscht ist. Selbstverständlich können Sie das Recyclingpapier in jeder gewünschten Farbe färben. Ob Einsteiger oder Profi – Sie haben viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Umweltfreundlichkeit des Papierschöpfens und die Eignung für Einsteiger

Das Schöpfen ist umweltfreundlich, da Sie keine chemischen Stoffe hinzusetzen und Altpapier zur Herstellung verwenden. Sie erhalten in wenigen Schritten eine kreative Geschenkkarte und können die Herstellung auch zusammen mit Kindern durchführen. Der Schwierigkeitsgrad ist mittelmäßig, sodass auch Einsteiger schnell Erfolge verzeichnen.

Die Herstellung vom Papierschöpfrahmen

Sie haben die Wahl, ob Sie den Papierschöpfrahmen selbst herstellen oder im Fachhandel fertig kaufen möchten. Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Anleitung, wie Sie den Rahmen mit wenigen Handgriffen bauen können:

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Dieses Material benötigen Sie zum Bauen:

  • Holzleisten in der passenden Größe (in Abhängigkeit von der gewünschten Rahmengröße)
  • Leim
  • Winkel oder Holzstücke
  • eventuell Schrauben
  • Drahtgitter
  • Tacker
  • eventuell Moosgummistreifen oder Filzstreifen

Das Grundprinzip des Schöpfrahmens

Der Rahmen besteht aus einem Formrahmen und einem Siebrahmen. Die Aufgabe vom Formrahmen ist es, eine Begrenzung für die Papiermasse darzustellen. Somit wird gewährleistet, dass eine verhältnismäßig gerade Papierkante zustande kommt. Der Siebrahmen weist die gleiche Größe wie der Formrahmen auf und ist mit einem Drahtgitter ausgestattet. Möglich ist auch eine Konstruktion als ein Rahmen, hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass die Ränder später nicht so gerade werden.

Die Abmessungen der Leisten bestimmen

Die Länge der Holzleisten hängt von dem gewünschten Format des Papiers ab. Für eine Grußkarte oder einen kleinen Brief ist beim Rahmen eine Fläche von rund 25 x 15 Zentimetern gut geeignet. Für die Breite sollten Sie eine Größe von 2 Zentimetern auswählen, für die Höhe sind 3 Zentimeter perfekt. Notfalls klappt es auch mit schmaleren Holzleisten.

Wir haben uns für eine Rahmengröße von 22 cm x 30 cm entschieden und nur für einen Siebrahmen – das Papierformat, welches am Schluss geschöpft werden kann, wird dann etwas kleiner als DIN A4. Die ausgefransten Ränder sind erwünscht und wirken antik.

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Der Zusammenbauschoepfrahmen-03

  • Setzen Sie die Leisten stumpf aneinander.

Achten Sie darauf, dass sich keine Splitter vom Holz lösen. Hierfür können Sie die Schnittkanten und die Oberfläche bei Bedarf glätten. Verwenden Sie hierfür Schmirgelpapier mit einer feinen Körnung. Sie können entweder Holz in einer Naturfarbe verwenden oder dieses zuvor in der gewünschten Farbe streichen. Achten Sie darauf, wasserfeste Farbe zu nutzen, da der Rahmen später mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Lassen Sie die gestrichenen Leisten anschließend ausreichend trocknen.

  • Verleimen Sie die Leisten miteinander.

Hierbei ist es hilfreich, wenn eine zweite Person Ihnen beim Zusammenbau behilflich ist. Achten Sie darauf, dass die Leisten gerade aufeinander treffen und fixieren Sie sie bei Bedarf durch Klebestreifen.

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Achtung: Wenn Sie zum Fixieren Klebestreifen verwenden, stellen Sie sicher, dass sich diese leicht wieder ablösen lassen, ohne das Holz oder die Lackierung zu beschädigen.

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  • Schrauben Sie an den Ecken Winkel aneinander, sodass der Rahmen mehr Stabilität erhält. Oder Sie nehmen übrig gebliebene Holzstücke der Holzleisten als Verbindungsstücke.

Sie können die Winkel bereits jetzt anschrauben, auch wenn der Leim noch nicht getrocknet ist. Die Winkel stabilisieren den Rahmen, sodass der Leim in Ruhe trocknen kann und verleihen dem Rahmen auch später noch Stabilität.

Tipp: Sie haben die Auswahl aus Metallwinkeln und lackierten Winkeln. Da der Rahmen im Gebrauch mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, müssen Sie in jedem Fall auf die Wasserfestigkeit achten. Durch einen Anstrich nach Fertigstellung des Baus, können Sie für zusätzlichen Schutz sorgen.

  • Bespannen Sie einen der beiden Rahmen mit dem Drahtgitter.

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Sie können das Gitter beispielsweise mit Hilfe von Schrauben fixieren. Legen Sie das Gitter hierfür an die gewünschte Position und setzen Sie die Schrauben so an, dass der Kopf über ein Stück der Gitterquadrate reicht. Das Metall wird dadurch auf dem Holz festgehalten und kann sich nicht mehr verschieben. Verwenden Sie mehrere Schrauben an unterschiedlichen Stellen und sorgen Sie dadurch für einen festen Halt. Für die Befestigung können Sie auch einen Tacker verwenden.

Tipp 1: Gitter werden entweder in der passenden Größe angeboten oder können als Meterware gekauft werden. Wenn Sie das Gitter abgeknipst haben, müssen Sie darauf achten, dass die Stäbe spitz sind. Haben Sie das Gitter auf dem Holz befestigt, dann decken Sie die Ecken mit Stoff ab oder kleben Sie sie ab, sodass keine Spitzen verbleiben.

Tipp 2: Achten Sie in jedem Fall auf eine kleine Maschengröße, damit die Fasern gut hängen bleiben.

Tipp 3: Achten Sie darauf, dass das Gitter straff am Rahmen befestigt wird. Sollte das Gitter durchhängen, dann wird das Papier ungleichmäßig dick, da sich in der Mitte mehr Papierfasern sammeln als an der Seite.

  • Bringen Sie am Formrahmen gegebenenfalls eine Abdichtung an. Dadurch werden ausgefranste Papierränder verhindert. Kleben Sie hierfür Moosgummi-Streifen mit einer Stärke von rund 5 Millimetern an den Formrahmen.

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Das Papierschöpfen – die Anleitung

Im Folgenden finden Sie eine Anleitung zum Schöpfen. Wenn Sie den Rahmen fertig gestellt haben, dann können Sie mit der Anleitung Schritt für Schritt das Papier herstellen.

Dieses Material benötigen Sie zum Schöpfen:

  • Altpapier (verwenden Sie beispielsweise alte Zeitungen)
  • Wasser
  • Messbecher
  • Schöpfrahmen
  • Handrührgerät
  • kleine Kunststoffwanne (ca. 40 cm x 40 cm)
  • Rührlöffel
  • Wischtücher
  • Nudelrolle oder Teigrolle

Die Anleitung: So gehen Sie beim Papierschöpfen vor

1. Schritt: Die Tageszeitung in kleine Stücke zerreißen
Sie benötigen für den Anfang 2 Doppelseiten der Zeitung. Reißen Sie diese in kleine Stücke, wobei eine Größe von rund 3 Zentimetern optimal ist.

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Tipp: Die Stücke müssen nicht gleichgroß sein, sodass ein Auseinanderreißen ausreichend ist.

2. Schritt: Die Papierstücke einweichen lassen
Füllen Sie den Messbecher mit rund 0,75 Litern Wasser auf. Geben Sie nun die Papierstückchen in den Becher und lassen Sie sie kurz einweichen.

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Nehmen Sie heiße Wasser aus dem Wasserkocher, so geht das Einweichen noch schneller.

3. Schritt: Den Papierbrei herstellenpapier-schoepfen-03
Nehmen Sie nun das Handmixgerät und verrühren Sie die Papierstücke mit dem Wasser. Im Allgemeinen sollte eine Rührzeit von rund 3 Minuten ausreichend sein. Es entsteht ein einheitlicher Papierbrei, der nun weiter verarbeitet werden kann.

4. Schritt: Die Plastikwanne vorbereiten
Befüllen Sie die Plastikwanne mit rund 5 Litern Wasser.

5. Schritt: Den Papierbrei verdünnen
Geben Sie nun den Papierbrei in die Wanne. Verrühren Sie die Masse mit dem Rührlöffel, sodass sie sich gut verteilt.

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papier-schoepfen-056. Schritt: Der Schöpfrahmen
Handelt es sich um einen zweiteiligen Schöpfrahmen, dann legen Sie diesen zunächst einmal übereinander. Stellen Sie den Rahmen senkrecht auf den Boden der Wanne.

7. Schritt: Das Anheben vom Sieb
Heben Sie das Sieb langsam aus dem Wasser. Achten Sie hierbei auf eine waagerechte Haltung über der Wanne. Das überschüssige Wasser tropft ab und die Papierfasern verbleiben auf dem Sieb.

Tipp: Sie müssen das Sieb gerade halten, damit sich die Fasern möglichst gleichmäßig auf dem Sieb verteilen. Würden Sie das Gitter schief halten, dann würde sich die Masse ungleichmäßig verteilen und das Papier würde eine unterschiedliche Dicke aufweisen. Durch leichtes Rütteln des Siebs können Sie die Fasern noch ein wenig verteilen.

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8. Schritt: In diesem Schritt ist es am einfachsten, wenn Ihnen eine zweite Person behilflich ist. Mit einem Tuch wischt der Helfer von unten über das Sieb. Das Ziel ist es, überschüssiges Wasser aufzusaugen.

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Tipp: Sie können mit dem Tuch auf der Oberfläche entlang wischen, um eventuelle Wasseransammlungen zu verhindern. Außerdem können Sie dadurch die Oberfläche noch ein wenig glatt ziehen.

Tipp: Dieser Vorgang muss sehr gewissenhaft und mehrfach hintereinander durchgeführt werden. Drücken Sie das Tuch zwischendurch aus, damit es wieder trocken wird. Je mehr Wasser in diesem Schritt aufnehmen, desto kürzer wird die spätere Trocknungszeit. Gleichzeitig erhält die Masse Stabilität.

9. Schritt: Nehmen Sie nun den oberen Teil des Siebes ab. Stellen Sie den Papierschöpfrahmen zusammen mit den Papierfasern auf ein Wischtuch und kippen Sie das Sieb um. Halten Sie den Rahmen fest und reiben Sie mit dem Tuch von oben das Sieb trocken.

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Tipp: Legen Sie unter das Wischtuch einen Papierstapel zur Stabilisierung und zum Auffangen der Feuchtigkeit. Achten Sie auf eine gerade Oberfläche der Unterlage, damit das Papier die richtige Form erhält.
(Bild von der Papiermasse wie sie zum Trocknen hingelegt wurde)

10. Schritt: Heben Sie nun das Sieb langsam hoch. Beginnen Sie auf einer Seite mit dem Anheben und arbeiten Sie sich Stück für Stück vor. Achten Sie darauf, dass die feuchte Papiermasse auf dem Tuch verbleibt.

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11. Schritt: Decken Sie die Papiermasse mit einem Wischtuch und einer Zeitungsseite ab.

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12. Schritt: Nutzen Sie die Nudelrolle, um weiteres Wasser aus der Masse zu pressen. Arbeiten Sie hierbei nur mit leichtem Druck.papier-schoepfen-11

13. Schritt: Lassen Sie den Papierboden nun trocknen. Sie können das Blatt entweder hinlegen oder aufhängen.

Tipp: Befindet sich im Papierbogen noch viel Feuchtigkeit, dann ist es besser, das Blatt zunächst einmal im Liegen zu trocknen.

Tipp: Sie können den Papierbogen auch vorsichtig bügeln, dann reduziert sich die Trocknungszeit deutlich. Nach wenigen Minuten ist das Papier trocken und kann weiter verarbeitet werden. Legen Sie zwischen das Bügeleisen und das Papier ein Tuch, ansonsten würde das nasse Papier am Bügeleisen festkleben.

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So arbeiten Sie in das Material Dekorationsartikel ein

Sie können das Papier entweder nach dem Trocknungsvorgang oder auch schon währenddessen dekorieren. Wenn Sie beim Schöpfvorgang kleine Dinge einarbeiten, dann entsteht ein ganz besonderer Effekt, da sich die Zugaben im Papier befinden. Legen Sie hierfür kleine Objekte auf den Papierbrei, welcher sich noch auf dem Sieb befindet. Unter anderem eignen sich hierfür:

  • getrocknete Blütenblätter
  • Gewürze (beispielsweise Zimt zur Weihnachtszeit, da dieser einen weihnachtlichen Duft versprüht)
  • Bilder aus der Zeitung
  • Stücke von bunten Servierten oder farbige Pappe
  • bunte Perlen

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Tipp: Ein besonders natürlich wirkendes Design entsteht, wenn Sie die Bilder oder die Papierstückchen nicht ausschneiden sondern herausreißen. Die Bilder verbinden sich mit der Papiermasse und erzeugen einen harmonischen Effekt.

Das Dekorieren des Papiers

Auch nach dem Trocknungsvorgang haben Sie zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten:

  • bekleben Sie die Oberfläche mit Glitzersteinen
  • basteln Sie kleine Figuren und setzen Sie diese auf das Papier
  • kleben Sie Schleifen oder Blumen auf
  • wählen Sie für das Beschreiben eine besonders schöne Schrift aus
  • kleben Sie Fotos auf

Das Färben des Papiers

Sie können den Papierbogen in verschiedenen Farben färben. Hierfür setzen Sie der Masse vor dem Sieben die entsprechende Farbe bei. Achten Sie allerdings darauf, dass der Papierbogen bereits Farbpigmente enthält und somit auf die neue Farbe oftmals nicht wie gewohnt reagiert. Die Farben vermischen sich und es können spannende Effekte entstehen. Wählen Sie außerdem eine ungiftige Farbe aus, da somit die Umwelt und Ihre Gesundheit geschont werden.

Tipp: Wenn Sie als Basis für das Schöpfen helle Papierbögen verwenden, dann ist das Färben vom Material später einfacher.

Tipps für Schnellleser:

  • Papierschöpfrahmen bauen
  • 2 Doppelseiten Zeitungspapier verwenden
  • Zeitung in 3/4 Liter Wasser auflösen
  • Masse durchrühren
  • in Wanne mit 5 Litern Wasser auflösen
  • Papierfasern mit Sieb abschöpfen
  • Wasser abtropfen lassen
  • Wasser mit Tuch aufnehmen
  • Papiermasse auf Wischtuch trocknen lassen
  • Trocknungszeit durch Bügeleisen verkürzen
  • Papier dekorieren
  • während des Schöpfvorganges Dekoration einarbeiten
  • Bauen vom Rahmen und Schröpfen für Einsteiger geeignet

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