Das Papierboot gehört zu den Klassikern der Faltkunst. Es lässt sich mit wenigen Handgriffen herstellen und kann sogar eine Weile auf dem Wasser fahren. Dadurch begeistert das Papierschiff große wie kleine Bastelfans. Erfahren Sie in unserer Anleitung, wie Sie im Einzelnen vorgehen und welche Punkte entscheidend sind. Außerdem bieten wir Ihnen spannende Variationsideen und Verbesserungsmöglichkeiten.

Wer einen Papierhut falten kann, der hat bereits die Grundlagen für das Basteln vom Papierhut erlernt. Beide Werke gleichen sich in den Anfangsschritten, allerdings ist der Bau vom Papierschiff um einige Schritte länger. Für die Herstellung wird in beiden Fällen nur eine einziges Material benötigt: Ein Blatt Papier. Sie haben das Boot schnell gefaltet und agieren hierbei spontan und ohne lange Vorbereitungszeit. Damit die Boote besser auf dem Wasser fahen und ein gutes Fahrverhalten aufweisen, existieren verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten. So kann man die Unterseite wasserfester machen oder die Stabilität des Schiffes erhöhen.

Welches Papier soll ich verwenden?

Die Auswahl des richtigen Papiers ist für die Funktion des Papierbootes entscheidend. Beachten Sie dabei, dass Sie beim Basteln viele Knicke machen müssen und dadurch ein leichtes Papierblatt gut geeignet ist. Würden Sie schwere Materialien verwenden, dann wäre es schwer, klare und gerade Kanten zu erzeugen. Das Basteln vom Papierschiff ist eine Origami-Technik. Bei dieser Kunst kommen traditionell dünne und dennoch stabile Papiere zum Einsatz. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die möglichen Papiersorten:

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Tonpapier: Tonpapier ist theoretisch geeignet, allerdings sehr schwer. Die Kanten lassen sich dadurch nur schwer korrekt setzen.

Druckerpapier/Kopierpapier: Das dünne und dennoch stabile Papier ist sehr gut geeignet. Es kann einfach gefaltet werden und weist eine hohe Reißfestigkeit auf. Die Kanten lassen sich gut nachziehen und können mit der Handkante nachgezogen werden. Dadurch erhält das Boot eine hohe Stabilität.

Origami-Papier: Dieses traditionelle Papier ist im Fachhandel für Bastel- oder Künstlerbedarf erhältlich. Es ist im Vergleich zu Kopierpapier dünner, weist jedoch ähnliche Eigenschaften auf. Das Besondere an diesem Papier ist, dass es vielfach eine besonders dekorative Gestaltung hat.

Zeitungspapier: Zeitungspapier ist ebenfalls zum Basteln geeignet. Nachteilig wirkt sich hierbei jedoch die geringere Stabilität aus. Das Boot kann dadurch leichter reißen.

Welche Kosten entstehen durch den Bau vom Papierboot?

Die Kosten für das Basteln der Boote hängen ausschließlich von den Ausgaben für das Papier ab. Eine Zeitschrift ist in der Regel sofort zur Hand und auch die Kosten für Druckerpapier gehen gegen Null. Entscheiden Sie sich für Origami-Papier, dann entstehen Kosten von maximal einem Euro pro Bogen, oftmals sind die Blätter im Set aber auch wesentlich günstiger erhältlich.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Legen Sie das Papier auf den Tisch und falten Sie es in der Mitte von oben nach unten.

Tipp: Wenn es aufgrund der Beschaffenheit des Papiers oder der Farbgebung wichtig ist, welche Seite später das Wasser berührt, dann achten Sie auf Folgendes: Die Seite, welche in das Wasser gesetzt wird muss sich nun auf der Innenseite des Knicks befinden.

Schritt 2: Nun müssen Sie einen zweiten Knick setzen. Falten Sie in der entgegengesetzten Richtung, also von links nach rechts und klappen Sie die Faltung anschließend wieder auf. Der Knick dient dazu, fest zu stellen, wo sich die Mitte befindet.

Schritt 3: Nehmen Sie nun eine der beiden unteren Ecken und falten sie so zur Mitte, dass ein Dreieck entsteht. Ziehe die Faltung mit der Hand nach. Wichtig ist, dass dabei die offene Seite des Papiers oben liegt.

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Schritt 4: Wiederholen Sie Schritt 3 mit der anderen unteren Ecke, wodurch ein weiteres Dreieck entsteht. Beide Dreiecke müssen mit der Mittellinie bündig abschließen.

Schritt 5: Drehen Sie nun das Papier um und falten Sie eine der Unterkanten nach oben entlang der Unterseite des Dreieckes. Wenden Sie anschließend das Boot und falten Sie auch die zweite Unterkante nach oben.

Schritt 6: Falten Sie nun die überstehenden Ecken entlang des Dreieckes, sodass die Ecken versteckt sind und ein richtiges Dreieck entsteht.

Schritt 7: Klappen Sie dieses Dreieck zusammen zu einem Quadrat, indem Sie die beiden gleichen Ecken des Dreiecks zueinander führen.

Schritt 8: Legen Sie das Quadrat nun vor sich, dass die Ecke, in der sich die beiden Ränder überlappen zu Ihnen zeigt. Falten Sie diese Ecke nach oben. Drehen Sie das Papier um und wiederholen Sie dies mit der anderen Ecke. Sie haben nun erneut ein Dreieck.

Schritt 9: Falten Sie dieses Dreieck ebenfalls zu einem Quadrat so wie Sie es in Schritt 7 getan haben.

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Schritt 10: Fassen Sie das Papierboot an den beiden zueinander zeigenden Ecken und ziehen Sie diese auseinander.Es entsteht das fertige Schiff. Formen Sie die Kanten und Seiten des Bootes zum Schluss noch einmal mit den Fingern nach, dass seine Form stabil ist.

Wie kann ich das Boot stabiler machen?

Ein Papierboot lässt sich auch auf dem Wasser nutzen und kann für spannende Rennen eingesetzt werden. Damit es widerstandsfähiger wird, haben Sie verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Ein entscheidender Punkt ist die Resistenz gegenüber Wasser, was die Schaffung einer wasserabweisenden Oberfläche erfordert. Wir stellen Ihnen daher verschiedene Möglichkeiten vor, wie Sie die Lebensdauer des Papierschiffes erhöhen:

1. Sie können den Teil des Schiffes, welcher mit dem Wasser in Berührung kommt, gegen Feuchtigkeit schützen. Bekleben Sie hierfür den unteren Teil des Bootes mit Klebebandstreifen.

2. Sobald Sie das Schiff in das Wasser stellen, beginnt die Feuchtigkeit, das Papier zu durchziehen. Daher ist vorteilhaft, zwei Boote zu bauen und diese ineinander zu stellen. Das Wasser greift zunächst einmal das äußere Boot an, das innere Schiff bleibt erst einmal trocken. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass das Papierboot insgesamt an Stabilität gewinnt.

3. Sie können auch eine Schutzschicht auf das Boot aufbringen. Wachsmalkreiden sind dafür geeignet, da sie wasserabweisend sind. Bemalen Sie daher die Außenseite des Bootes mit der Farbe und profitieren Sie von der glatten und undurchlässigeren Oberfläche.

Tipp: Durch die Farben haben Sie gleichzeitig die Möglichkeit, dem Boot ein individuelles Design zu verpassen. Malen Sie Bullaugen auf die Außenwand oder verwenden Sie verschiedene Farbstifte.

4. Um die Außenseite wasserdicht zu machen, ist auch Klarsichtfolie geeignet. Die Folie stellt ebenfalls eine Schutzschicht dar und weist das Wasser ab.

Kann ich das Boot nur einmal oder auch mehrfach verwenden?

Das Papier ist naturgemäß anfällig für Wasser und daher nur eingeschränkt mehrfach einsetzbar. Allerdings haben Sie durch die oben beschriebenen Verfahren beim Basteln die Möglichkeit, die Resistenz gegenüber Wasser zu erhöhen. Legen Sie die Boote nach der Nutzung zum Trocknen und wickeln Sie es anschließend in Plastik ein, so dass der Schutz gegeben ist.

Verbessern der Schwimmfähigkeit

1. Maßnahme: Durch geeignete Modifikationen lässt sich die Schwimmfähigkeit des Papierbootes verbessern. Entscheidend ist die Breite der Unterseite. Die entsprechende Fläche können Sie leicht verbreitern. Ziehen Sie hierfür die diagonalen Ränder nach außen. Die Unterseite wird dabei flacher und das Boot schwimmt besser auf dem Wasser. Da sich gleichzeitig auch die Auflagefläche an der Unterseite vergrößert, gewinnt das Papierschiff an Stabilität.

2. Maßnahme: Wenn das Boot stabiler auf dem Wasser liegt, dann verbessern sich die Schwimmeigenschaften ebenfalls. Verwenden Sie zwei Schiffe und stecken Sie diese ineinander. Das Boot gewinnt durch diese Maßnahme an Auftrieb. Die Stabilität des Papierschiffes können Sie außerdem durch kleine Kieselsteine optimieren. Die Steine sorgen für zusätzlichen Ballast und das Schiff steht aufrechter. Legen Sie die Kiesel-Steine um den dreieckigen Mittelteil.

Tipp: Mit den Steinen haben Sie die Möglichkeit, das Gewicht zu variieren. Durch geschickte Verteilung ist es machbar, dass Ungleichmäßigkeiten ausgeglichen werden und das Schiff besser geradeaus fährt.

Hilfreiche Tipps für das Papierboot

  • Das Papier sollte nicht quadratisch sein. Durch eine längliche Form beim Rechteck erhält das Papierboot eine geeignetere Form für die Wasserfahrt und das Basteln vereinfacht sich.
  • Maste und Segel können zwar theoretisch an das Papierboot angebracht werden, sorgen jedoch für eine ungünstige Gewichtsverteilung. Soll das Boot dekorativen Zwecken dienen, dann können Sie beliebige Verzierungen und Ergänzungen vornehmen. Für eine Fahrt auf dem Wasser ist jedoch ein niedriger Schwerpunkt vorteilhaft. Verlagern Sie durch einen Mast den Schwerpunkt nach oben, dann kann das Schiff leicht kippen.
  • Sollten Sie Schreibpapier aus einem Block für den Bau verwenden, dann beachten Sie, dass die Blätter über eine Lochung verfügen. Die Löcher sollten sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Wasser befinden. Dadurch könnte ansonsten Feuchtigkeit in das Boot eindringen.

Tipp: Kleben Sie vor dem Basteln die Löcher mit Tesafilm zu.

  • Wenn Sie auf Kieselsteine Gesichter aufmalen, dann können Sie diese als Passagiere auf das Boot setzen.

Anleitungs-Video

Tipps für Schnellleser:

  • Druckerpapier ist gut zum Bau geeignet
  • Origami-Papier sieht dekorativ aus
  • die ersten Schritte ähnlich wie Papierhutbasteln
  • Kieselstein zur Variation des Gleichgewichtes
  • Unterseite mit Tesafilm bekleben: wasserdichter
  • Papier sollte nicht quadratisch sein
  • Papier sollte nicht zu dick sein

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