Pampasgras – Infos über Pflanzzeit, Pflege und Rückschnitt

Das Pampasgras gehört zu den beliebtesten Gräserarten in einheimischen Gärten. Die großen Horste mit den eindrucksvollen Blütenrispen sind ein Blickfang, egal, ob sie als Solitär auf einer Wiese an zentraler Stelle stehen oder aber unter anderen Gräsern und Stauden im Beet. Bei vielen Gartenfreunden gilt Pampasgras als etwas schwierig, deshalb sieht man die großen Gräser vielleicht auch noch nicht so häufig. Allerdings, wenn man sich die ursprüngliche Heimat betrachtet, nämlich die südamerikanische Pampa, geht daraus schon hervor, dass das Gras recht hart im Nehmen sein muss. In Südamerika müssen die Pflanzen mit trockenen, heißen Sommern genauso gut klar kommen, wie mit kalten Wintern.

Das Pampasgras, botanisch Cortaderia selloana, gehört zu den Süßgräsern und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die dichte Horste bildet. Das Gras selbst wird bis etwa einen Meter hoch. Mit den langen Blütenrispen ist aber eine Höhe von bis zu drei Metern möglich. Diese Rispen können je nach Sorte eine silberweiße, seltener eine gelbliche, rötliche oder purpurne Farbe haben. Die Blütezeit dauert von August bis November und ist bei den einzelnen Sorten unterschiedlich.

  • Wuchshöhe – Blätter etwa 1 m, mit Blütenwedel bis 3 m
  • Blütenfarbe silberweiß, rosa, rötlich bis purpurfarben, cremegelb
  • Austrieb ab April
  • Blüte von Ende Juli bis zum Frost
  • Wintergrün
  • Frostfest bei entsprechender Behandlung

Über Pampasgras

Schöne Sorten

  • ‘Sunningdale Silver‘ – silberweiße, große Blütenfackeln, 90 bis 250 cm hoch, Blüte von August bis Frost, eine der kompaktesten und winterhärtesten Sorten
  • ‘Pumila‘ – cremeweiße, aufrechte Blütenrispen, 100 bis 150 cm hoch, Blüte von September bis Oktober, sehr kompakte Horste und sehr winterhart
  • ‘Citaro‘ – weiß-gelbe Wedel, 200 bis 250 cm hoch, Blüte September bis zum Frost, in milden Wintern winterhart, sonst etwas schützen
  • ‘Lilliput‘ – kleinbleibendes Gras, cremeweiße Blüten von August bis Oktober, 80 bis 120 cm hoch, ideal für kleine Gärten und Pflanzgefäße,
  • ‘Silver Comet‘ – grün-weißlaubig, cremefarbene Blütenwedel, 100 bis 180 cm hoch, spät blühend, ab September bis zum Frost
  • ‘Rosea‘ – kräftig rosafarbene bis pinkfarbene Blütenwedel, 160 bis 180 cm hoch, Blüte von September bis November
  • ‘Rosa Feder‘ – lockere rosafarbene Wedel, Blüte von September bis November, 180 bis 200 cm hoch
  • ‘Rendatleri‘ – rosa bis violettfarbene Wedel von August bis September, 90 bis 250 cm hoch
  • ‘Compacta‘ – beige, cremefarbene bis gelblichweiße Blüten, nur 50 bis 120 cm hoch, Blüte von September bis Oktober

Pampasgras pflegenTipp
Was viele nicht wissen ist, dass ausschließlich weibliches Pampasgras die große Blütenfülle entwickelt. Die Pflanzen sind zweihäusig, was bedeutet, sie besitzen männliche und weibliche Blüten auf verschiedene Pflanzen, sie sind also entweder männlich oder weiblich. Bei männlichem Pampasgras fallen die Blütenstiele meist eher auseinander und es gibt nicht viele davon. Beim weiblichen Pampasgras fällt die Blüte deutlich üppiger aus und die Blütenstiele fallen weit weniger auseinander. Beim Kauf sollte man also auf Pflanzen achten, die vegetativ vermehrt wurden und zwar von weiblichen Pflanzen.

Achtung
Pampasgras wird groß und braucht viel Platz. Es hat einen Nachteil, nämlich die scharfen Blattränder. An denen kann man sich tüchtig schneiden. Da die Blätter meist nach außen überhängend wachsen, muss ringsum genügend Raum eingeplant werden, damit man nicht beim Vorübergehen mit den Blatträndern in Berührung kommt.

Boden, Standort und Umgebung

In Südamerika gedeiht Pampasgras vorwiegend auf Sand- oder Schwemmboden. Wegen der kargen Vegetation stehen die Pflanzen vorwiegend in der prallen Sonne. Sie sind nicht anspruchsvoll und kommen dort völlig ohne Pflege aus. Pampasgras ist robust. Es darf nicht zu nass stehen, lehmiger Boden ist ungünstig. Wichtig ist, dass der Untergrund durchlässig ist, dass überschüssiges Wasser schnell abfließen kann. Bei lehmhaltigem Boden ist eine eingebaute Drainage empfehlenswert.

  • Sonniger Standort, maximal halbschattig, volle Sonne ist besser, sonst können die Pflanzen die Blüte nicht voll ausbilden
  • Windgeschützt
  • Eher trockener, frischer bis sandiger Boden
  • Günstig sind humose und nährstoffreichere Böden
  • Keine stehende Nässe – Drainage oder Boden mit Sand aufbereiten
  • Unkraut ringsum regelmäßig beseitigen

Tipp
Pampasgras eignet sich als Kübelpflanze, wenn das Gefäß groß genug ist, sowohl vom Umfang, als auch von der Tiefe her. Meist bleiben die Pflanzen aber kleiner, als wenn sie frei wachsen können. Das Pflanzsubstrat muss durchlässig und nahrhaft sein. Bei der Überwinterung ist wichtig, dass der Kübel nicht durchfriert. Er sollte sehr geschützt aufgestellt und eingepackt werden. Da große bepflanzte Gefäße schwer sind, ist es sinnvoll, den Kübel gleich auf einen Pflanzenroller zu stellen. So kann er ganz einfach transportiert und umgestellt werden.

Die meisten Gartenbesitzer bevorzugen Pampasgras als Solitär, als absoluten Blickfang, häufig mitten im Rasen. Die großen Gräserhorste wirken aber auch in der Gruppe, etwas versetzt angeordnet oder in Reihe gepflanzt. Wichtig ist ausreichender Pflanzabstand. Werden mehrere der Gräser zusammengepflanzt, auf gleiche Sorten achten. Unterschiedliche Blütenfarben und verschieden große Pflanzen sehen zusammen weniger gut aus, als wenn alle eine Größe und gleiche Blütenwedel haben. Besonders vorteilhaft wirkt das Gras vor einem dunklen Hintergrund, beispielsweise einer Hecke aus immergrünen Gehölzen, die auch im Oktober und November noch Blätter besitzen. Als Begleitpflanzen eignen sich andere Gräser, Stauden, vorwiegend auch Wildstauden und Königskerzen, die Ton in Ton mit dem großen Gras harmonisieren.

Pflanzen und vermehren

Fachleute empfehlen, Pampasgras ausschließlich im Frühjahr zu pflanzen. So haben die Horste bis zum Spätherbst und Winter genügend Zeit, richtig einzuwurzeln und Kraft zu tanken, um dann den Winter unbeschadet zu überstehen. Zu spät eingesetzte Gräser können in härteren Wintern Schaden nehmen, bis hin zum Totalausfall. Der richtige Zeitpunkt ist nach den Eisheiligen, wenn keine Spätfröste mehr drohen.

Das Wichtigste beim Pflanzen ist die Vorbereitung des Bodens. Der darf keinesfalls zu lehmhaltig sein. Diese Böden speichern im Winter zu viel Nässe und das ist meist tödlich für Pampasgraswurzeln. Die Gräser erfrieren nicht, wie häufig angenommen, die Wurzeln faulen und in Kombination mit Frost ist das tödlich. Dem Boden muss also ausreichend Sand und Humus untergemischt werden. Das Pflanzloch sollte etwa 40 cm tief sein, muss eine Drainage eingebaut werden, noch etwas tiefer. Als Drainage eignen sich Kies, Perlite, Blähton, Tonscherben oder einfach auch kleine Steine, wie sie bei der Gartenarbeit immer wieder zutage gefördert werden. Die Horste in einen Eimer mit Wasser stellen, damit sie sich richtig vollsaugen können. Wenn keine Luftblase mehr aufsteigen, können sie gepflanzt werden. Die Horste dann einsetzen und Erde auffüllen und festdrücken, nicht festtreten.

Pampasgras

  • Frühjahrspflanzung empfohlen, gleich nach den Eisheiligen
  • Gute Bodenvorbereitung ist wichtig, kein lehmiger Boden, der im Winter zu viel Nässe speichert
  • Sand und Humus untermischen
  • Pflanzloch etwa 40 cm tief
  • Bei Bedarf Drainage einbauen
  • Pflanzabstand 120 cm, zumindest bei den normalgroßen Sorten
  • Am Ende einen Gießring formen und das Gras einschlämmen

Eine Rhizomsperre ist eigentlich nicht nötig, denn Pampasgras wächst horstig und breitet sich nicht durch Rhizome oder Ausläufer aus. Die Horste können allerdings stattliche Ausmaße annehmen. Mit den Jahren werden sie echt gewaltig. Wer das einschränken möchte, für den empfiehlt sich dann doch eine Rhizomsperre. Als Alternative besteht aber auch die Möglichkeit, zu groß gewordene Horste auszugraben und zu teilen. Dadurch geht aber erst einmal die schöne rundliche Form verloren.

  • Evtl. Rhizomsperre nutzen

Wer sich die doch recht hohe Ausgabe für den Kauf sparen möchte, kann Pampasgras auch aussäen. Samen gibt es im Handel. Ausgesät werden kann direkt im Freiland, wo das Gras stehen soll oder in einem Gefäß, auch gleich im Kübel, für welchen es gedacht ist. Für die Keimung sind Temperaturen über 20°C erforderlich, möglichst auch nachts. Das Pflanzsubstrat sollte gleichmäßig leicht feucht gehalten werden. Knallige Sonne ist zu vermeiden.

  • Aussaat bei Temperaturen über 20°C
  • Gleichmäßig leicht feucht halten
  • Keine knallige Sonne, nur Morgen- und Abendsonne

Außerdem kann der Wurzelstock geteilt werden. Vor allem, wenn die Horste zu groß werden, ist es günstig, sie aus dem Boden zu nehmen und zu teilen. Das macht auch Sinn, wenn sie blühfaul geworden sind. Die beste Zeit dafür ist direkt nach dem Rückschnitt im Frühjahr. Zwar kann die Blüte für ein Jahr ausfallen, bzw. reduziert sein, aber die Horste wachsen bis zum Herbst gut wieder an. Es wird auch öfters empfohlen, erst im Herbst zu teilen, nach der Blüte, aber das kann ich nicht empfehlen. Die Teilung mit anschließendem Frost ist nicht gut. Außerdem verlieren die Pflanzen den Schutz durch die vielen Blätter.

Pflegen und schneiden

Einmal angewachsen ist Pampasgras ausgesprochen pflegeleicht. Bis dahin sollte es regelmäßig gegossen werden. Auch später freut sich das Gras hin und wieder über eine Wassergabe. Der Boden sollte aber keinesfalls dauerhaft nass sein. Trockenheit verträgt Pampasgras im normalen Rahmen, ganz austrocknen sollten die Wurzeln nicht. Regelmäßiges Gießen wirkt sich positiv auf die Blüte aus, sowohl auf die Größe der Wedel, als auch die Menge.

Düngen ist sinnvoll. Wer beim Pflanzen gleich Kompost mit ins Pflanzloch gibt, sorgt so für eine natürliche Startdüngung. Nach einigen Wochen sind die Nährstoffe verbraucht, dann sollte nachgedüngt werden. Wenn das Gras nicht wächst und keine Blüten ansetzt, sollte schnell für Nachschub gesorgt werden. Mineralischer Dünger wirkt dann sofort, allerdings darf man nicht zu viel davon verwenden, sonst hat er eher nachteilige Wirkung und kann die Wurzeln verbrennen. Wenn regelmäßig gedüngt wird, ist organischer Dünger ausreichend. Es dauert etwas, bis die Bodenlebewesen ihn umgewandelt haben, so dass die Pflanze ihn aufnehmen kann, aber dafür ist eine Überdosierung nahezu ausgeschlossen.

  • Bis zum Anwachsen regelmäßig gießen
  • Auch später machen sich regelmäßige Wassergaben positiv bemerkbar – mehr und größere Blütenwedel
  • Nicht zu lange austrocknen lassen
  • Keine permanente Nässe
  • Startdüngung mit Kompost, alternativ Hornmehl
  • Später organischer Dünger, etwa alle 6 Wochen
  • Bei Nährstoffmangel mineralischen Dünger einsetzen, aber nicht überdosieren
  • Bei Kübelhaltung etwa alle 14 Tage mit Flüssigdünger behandeln.

Pampasgras wird erst im Frühjahr geschnitten. Alles was braun ist, wird abgeschnitten. Auch die äußeren Blätter, die einfach nicht mehr so gut aussehen, können einfach weggeschnitten werden. Wichtig ist, möglichst weit unten am Austrieb zu schneiden. Es ist auch möglich, den gesamten Horst bis auf 10 bis 15 cm herunterzuschneiden.

Aufpassen, die scharfen Blattkanten können ziemliche Schnitte und Verletzungen verursachen. Am besten hohe und vor allem feste Handschuhe tragen. Außerdem auf die neuen Austriebe achten. Sie sollten nicht beschädigt werden.

Überwintern

Die Überwinterung ist das Einzige, das Probleme bereiten kann, wenn der Winter sehr nass und frostig ist. Es gibt allerdings einiges, was getan werden kann, um den Pflanzen zu helfen. Dazu gehört, das Gras im Herbst nicht zu schneiden. Wenn die Wedel im Herbst oder nach den ersten Frösten unansehnlicher werden, bindet man sie einfach locker zusammen, nimmt die langen Grashalme außen ebenfalls hoch und bindet alles zusammen. So ist das Herz der Pflanze, das Innere des Horstes vor zu viel Feuchtigkeit geschützt. Zusätzlich kann der Boden ringsum noch mit Reisig, Stroh oder Laub abgedeckt werden, dass auch von außen nicht so viel Feuchtigkeit durchkommt. So geschützt sollte das Pampasgras den Winter problemlos überstehen. Gleichzeitig bieten sowohl die Pflanze selbst, aber auch die Abdeckung ringsum Kleinlebewesen einen Unterschlupf für die kalte Jahreszeit.

Pampasgras

  • Wedel zusammenbinden
  • Am besten die Halme auch zusammennehmen und hochbinden
  • Boden ringsum abdecken, um ihn vor Nässe zu schützen

Kübel müssen besonders geschützt werden. Sie sollten nah an einer warmen Hauswand und sehr geschützt aufgestellt werden, am besten unter einem Dachüberstand. Ideal ist, das Gefäß auf ein, besser zwei Lagen Styropor oder einen Holzblock zu stellen. Außerdem sollte man den Topf ringsum mit Luftpolsterfolie oder dicken Schilf- oder Kokosmatten einpacken. Auf keinen Fall darf Regen eindringen und den Boden gleichmäßig feucht halten. Stattdessen muss, bei trockenem Standort und frostfreiem Wetter, hin und wieder gegossen werden. Zu bedenken ist, je tiefer die Temperaturen, umso weniger Wasser wird benötigt.

  • Kübel geschützt aufstellen, unter Dachvorsprung und auf Styropor
  • Außen herum dick einpacken
  • Bei Bedarf gießen, keinesfalls dauernass halten
  • Nicht düngen

Pampasgras bietet auch im Winter einen interessanten Anblick. Die zusammengebundenen Wedel sind mit Reif überzogen ein absolutes Highlight. Die Staude wirkt auch im Winter kompakt und interessant und ist ein guter Strukturgeber.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge kommen kaum vor. Was die Pflanzen nicht vertragen ist Nässe. Dann faulen die Wuzeln und meist gibt es keine Rettung mehr. Mit dem entsprechenden Standort, dem fachmännischen Pflanzen und einer guten Pflege lässt sich das aber vermeiden.

Pampasgras ist eine tolle Pflanze für den Garten. Sie benötigt Platz, hat aber eine sensationelle Wirkung. Wer nicht so viel Raum zur Verfügung hat, sollte sich für eine kleiner bleibende Sorte entscheiden. Beim Kauf darauf achten, möglichst eine weibliche Pflanze zu erwischen. Gärtnereien, die selbst vermehren, sind da die besten Ansprechpartner. Ansonsten ist ein geschützter Standort günstig und ein guter Boden Voraussetzung, damit das Gras gut gedeiht.

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