OSB-Platten beziehungsweise Grobspannplatten werden sowohl innen als auch außen eingesetzt. Bei den Holzplatten treten beim Auftragen des Putzes jedoch einige Besonderheiten auf. Zu den Schwierigkeiten gehören eine eventuelle Rissbildung und das Aufnehmen von Feuchtigkeit. Um dies zu verhindern, müssen Sie die Oberfläche sehr gut vorbereiten. Lesen Sie, wie Sie im Innen- und im Außenbereich am besten vorgehen.

OSB-Platten verputzen: eine Anleitung für den Innen- und den Außenbereich – OSB-Platten sind auch als Grobspannplatten bekannt und kommen vor allem beim Innenausbau zum Einsatz. Aber auch eine Verwendung im Außenbereich hat zahlreiche Vorteile. Um das relativ preisgünstige Material zu schützen, empfiehlt sich das Auftragen eines Putzes. Dies gestaltet sich in der Praxis jedoch nicht so einfach, da Sie für eine ausreichende Haftung, eine Reduktion der Feuchtigkeitsaufnahme und eine unterlassene Rissbildung sorgen müssen. Mit den richtigen Tipps ist jedoch sowohl das Verputzen im Außen- wie auch im Innen-Bereich möglich.

Die Schwierigkeiten beim Verputzen von OSB-Platten

OSB-Platten werden im Innen-Bereich gerne für den Innenausbau verwendet. Da sie jedoch aus Holz bestehen, kann dieses Feuchtigkeit aufnehmen. Tragen Sie den Putz direkt auf die Platten auf, dann ziehen diese Wasser und quellen auf. Gleichzeitig wird der Putz trocken und bröckelt mit der Zeit ab. Veränderungen in der Raumluftfeuchtigkeit führen zudem zu einer Rissbildung, da die Platten „arbeiten“. Eine Möglichkeit, diese Gefahren zu bannen, ist im Innen-Raum das Anbringen von Gipskartonplatten. Diese schützen die Oberfläche und schaffen eine Trennung zum Putz. Für die Fugen verwenden Sie in diesem Fall Glasgewebeband. Setzen Sie dieses zwischen die Fugen der Gipskartonplatten. Anschließend tragen Sie einen Haftgrund und einen Tiefengrund auf. Nach dieser Vorbehandlung können Sie die Platten verputzen.

Das Vorgehen im Außenbereich

Wenn Sie die Platten außen angebracht haben, dann können Sie zur Verkleidung HWL oder Polystyrolplatten verwenden. Anschließend erfolgt das Anbringen des Armierungsgewebes und der Putz kann aufgetragen werden. Im Außenbereich ist die Gefahr von Feuchtigkeit besonders hoch, da die Platten der Witterung ausgesetzt sind. Aber auch an geschützten Stellen gelangt schnell Wasser an die Oberfläche der Grobspannplatten. Starker Regen, Schneeverwehungen und schwankende Temperaturen sind ein Risiko für die Platten. Diese werden durch die HWL beziehungsweise Polystyrolplatten optimal geschützt.

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Das direkte Verputzen der Platten im Außenbereich

Zwar ist es besser, für einen Schutz der Platten und sorgen und diese außen daher nicht direkt zu verputzen, es ist jedoch unter bestimmten Bedingen und Vorgehensweisen möglich. Behandeln Sie hierfür die Oberfläche mit einem speziellen Acrylhaftgrund vor. Achten Sie darauf, dass der Anstrich vollständig und deckend erfolgt. Nur so ist gewährleistet, dass die Platten gegen Feuchtigkeit geschützt sind.

Lassen Sie den Haftgrund nun trocknen und bringen Sie das Armierungsgewebe auf. Dieses sollte sich an den Stößen überlappen, damit sich die Gefahr der Bildung von Rissen reduziert.

Im Fliesenkleber sollte das Netz noch zu sehen sein, so ist ein optimales Arbeiten möglich. Überschüssigen Fliesenkleber ziehen Sie ab. Der Fliesenkleber erfüllt gleich zwei Aufgaben. Er dient zum einen als Haftung, zum anderen stellte er eine zusätzliche Schicht dar, welche die Feuchtigkeit außen abhält. Nach dieser Vorbereitung müssen Sie für eine ausreichende Trocknungsphase sorgen.

Tipp: Wenn Sie arbeiten im Außenbereich vornehmen, dann müssen Sie darauf achten, dass die Platten im Anschluss ausreichend Zeit zum Trocknen erhalten. Achten Sie daher auf die Wettervorhersage und entscheiden Sie sich bei der Durchführung für einen möglichst trockenen Tag.

Die OSB-Platten auf das Verputzen vorbereiten (innen und außen)

Auf glatten OSB-Platten kann Putzmörtel nicht haften. Da das Material der Feuchtigkeit schutzlos ausgeliefert ist, quellt es schnell auf und wird dadurch beschädigt. Um hierbei Abhilfe zu schaffen, sind mechanische Haftvermittler notwendig. Alternativ kann auch ein haftfähiger Anstrich eingesetzt werden. Geeignet ist beispielsweise eine aus verzinktem Eisen bestehende Gittermatte. Sie muss eine ausreichende Stärke aufweisen und sich gut befestigen lassen. Verwenden Sie ein zu dünnes Material, dann verformt sich das Gitter schnell.

Den Untergrund vorbereiten

Möchten Sie eine dünne Putzschicht (Leichtputz bis 1 cm Dicke) auftragen, dann verwenden Sie zur Vorbereitung des Untergrundes einen Haftgrund auf Acrylbasis. Dieser ist gegen Feuchtigkeit wirksam. Anschließend bringen Sie auf den Grund eine Armierungsmatte auf, die Sie mit Fliesenkleber befestigen.

Tipp: Drücken Sie die Matte gut an, damit Sie nicht verrutschen kann. Lassen Sie den vorbereiteten Untergrund vor dem Fortsetzen der Arbeiten gut trocknen.

Nun folgt der Voranstrich. Hierfür eignet sich eine Grundierung für Betonmörtel. Möchten Sie mit einem Lehmbaustoff verputzen, dann werden im Handel spezielle Streichgrundierungen angeboten, welche auch für OSB-Platten geeignet sind.

Das Verputzen kann beginnen (innen und außen)

Sobald der Untergrund tragfähig ist, können Sie mit dem Auftragen des Putzes beginnen. Dabei sind verschiedene Punkte zu beachten. Haben Sie einen mechanischen Haftvermittler verwendet, dann müssen Sie zunächst einmal das Gitter mit einer Zementschlempe dünn vorwerfen. Im Falle von Haftanstrichen tragen Sie zwei Schichten auf. Die Putzstärke wird auf zwei Arbeitsgänge aufgeteilt. Achten Sie darauf, dass der erste Anwurf angetrocknet ist, bevor Sie die zweite Schicht auftragen. Tragen Sie die Mörtelschicht möglichst dünn auf. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Plattenstößen. Diese müssen Sie gegen eine Rissbildung absichern. Handelt es sich um einen Lehmstreichputz, dann können Sie hierfür Malervlies verwenden.

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Den Mörtel herstellen
Sie haben die Wahl, ob Sie eine fertige Mischung kaufen oder den Mörtel selbst zusammenmischen. Dieser enthält folgende Bestandteile:

  • Wasser
  • Sand
  • Zement
  • gelöschter Kalk

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Die Eigenschaften und das Verhalten des Mörtels hängen von der gewählten Mischung ab. Durch eine Veränderung der Verhältnisse zwischen den einzelnen Komponenten können Sie die daher die Eigenschaften bestimmen. Ein hoher Kalkgehalt beispielsweise erhöht die Festigkeit und die Haftung des Mörtels. Achten Sie darauf, Wasser, Zement und Sand in gleichen Teilen zu mischen, um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Für Innen-Arbeiten eignet sich eine feine Sandsorte, da die Putzschicht hierdurch glatter wird. Alternativ können Sie auch eine fertige Mischung verwenden. Achten Sie auf die Angaben auf der Verpackung, hier erhalten Sie Informationen zu den Einsatzgebieten des jeweils gewählten Produktes.

Tipp: Da der Kalkanteil bei vielen Mischen eher gering gehalten wird, können Sie bei Bedarf noch ein wenig Kalk untermischen. Dies ist notwendig, wenn Sie einen festeren Putz wünschen.

In der Regel ist eine Plastikwanne für das Mischen des Mörtels ausreichend. Fertigmischungen werden nun mit Wasser versetzt, sodass sich der Putz bildet. Geben Sie hierfür die Mischung in den Eimer und füllen Sie die auf der Packung angegebene Menge an hinzu. Zum Umrühren können Sie eine Bohrmaschine mit einem aufgesetzten Mixstab verwenden. Nach dem Anrühren müssen Sie den Mörtel rund 10 Minuten stehen lassen.

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Diese Werkzeuge und Materialien benötigen Sie zum Verputzen:

  • flache Kelle
  • Reibkelle
  • Wasserwaage
  • Stange aus Metall oder Holz
  • Plastikbehälter
  • Bohrmaschine
  • Mixstab
  • Wasser
  • Fertigmischung beziehungsweise Zement, gelöschter Kalk und
  • Sand

Eine genaue Anleitung zum Verputzen

1. Als erstes verteilen Sie mit Hilfe der Kelle den Mörtel gleichmäßig auf der Wand. Für die Arbeitsgeschwindigkeit und die weiteren Arbeitsabläufe ist Konsistenz des Materials wichtig. Die Mischung darf weder zu nass noch zu trocken sein. Durch das optimale Mischungsverhältnis erhalten Sie ausreichend Zeit, für eine gleichmäßige Putzschicht zu sorgen.

2. Neben der Kelle benötigen für die Verputzarbeiten eine Stange. Diese muss ausreichend lang sein und kann beispielsweise aus Holz oder Metall bestehen. Sie dient dazu, den Putz gleichmäßig zu verteilen. Führen Sie die Stange von einer Seite zur anderen und streichen Sie dadurch die Oberfläche glatt.

3. Im Anschluss müssen Sie auf hohle Stellen achten. Füllen Sie diese mit Mörtel auf und streichen Sie die Oberfläche erneut mit der Stange glatt.

4. Widerholen Sie diese Vorgänge so lange, bis eine glatte Fläche entstanden ist und der Putz eine ausreichende Stärke aufweist.

5. Zur Kontrolle der Gleichmäßigkeit verwenden Sie am besten eine Wasserwaage. Sollten Sie kleine Unebenheiten entdecken, müssen Sie nacharbeiten, solange bis Sie alle groben Unebenheiten ausgeglichen haben.

6. Anschließend setzen Sie die Kelle zum Glattziehen der Wand ein. Führen Sie die Kelle über den Putz und ziehen Sie so die Oberfläche glatt. Halten Sie die Kelle dabei mit einer Seite angewinkelt. Hierbei kommt es in der Regel zu einem Aufhäufen von überschüssigem Mörtel an der Kelle. Diesen können Sie in die Wanne zurückgeben.

7. Lassen Sie nun den Mörtel antrocknen, bevor Sie weiter arbeiten.

8. Sobald der Mörtel angetrocknet ist, setzen Sie die Reibkelle ein, um die OSB-Platten noch einmal abzustreichen. Stoßen Sie hierbei auf kleine Unebenheiten, dann können Sie diese in diesem Stadium noch leicht ausbessern.

9. Nach Abschluss des Verputzens muss der Putz für mehrere Tage trocknen.

10. Planen Sie ein Streichen des Putzes, dann müssen Sie zuerst eine Gipsmischung auftragen. Allerdings müssen Sie auf den Einsatz der Reibkelle verzichten, damit die Oberfläche möglichst glatt bleibt. Wichtig ist, beim Verputzen eine möglichst gerade Struktur zu erzeugen, damit das Streichen leicht von der Hand geht und gute Ergebnisse erzielt werden.

Besonderheiten beim Verputzen von OSB-Platten

Die Ränder und die Nahtstellen sind ein wichtiger Punkt bei dem Verputzen von OSB-Platten. Im Handel werden spezielle Fugenbänder angeboten, die Sie für die Ränder verwenden können. Selbstklebende Versionen sind besonders leicht zu handhaben. Damit sich an den Nahtstellen keine Risse bilden, können Sie als Putz auch eine Version mit Kunstfasern einsetzen. Die Zusätze sorgen für eine möglichst flexible Form und das Material wird leicht dehnbar. Dadurch reduziert sich der Druck auf die Nachtstellen und die Gefahr von Rissen sinkt.

Tipps für Schnellleser:

  • Oberfläche gut vorbereiten
  • Grobspannplatte durch ein Gitter schützen
  • die Bildung von Rissen verhindern
  • für eine ausreichende Trocknungsphase sorgen
  • Mörtel-Mischung mit Kunstfasern ist flexibel
  • Mörtel muss die richtige Konsistenz aufweisen
  • Mörtel nach dem Anrühren 10 Minuten stehen lassen
  • mit einer Wasserwaage das Ergebnis kontrollieren
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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